Donnerstag, 15. Januar 2026

Mein Leben ist zu kurz für diese Bücher



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1. "Achtzehnter Stock" von Sara Gmuer
Schade. Das Setting, die Bilder und die Sprache haben so viel Potential, aber die Geschichte finde ich einfach nur furchtbar. Die Protagonistin hält sich für die Größte und alle anderen sind unter ihrer Würde. Auch über die Nachbarin, die ständig - vermutlich sogar kostenlos - ihr Kind hütet, denkt sie nur schlecht und sie kennt oder zumindest nennt nie deren Namen.
Wer etwas über Menschen in der Platte lesen will, greift besser zu "Marzahn Mon Amour". Auch "Hinterhaus" ist ein schönes Buch über Menschen in prekären Wohnverhältnissen. Eine sehr inspirierende Geschichte über eine junge Frau, die aus ihrem Milieu ausbrechen will, ist auch "22 Bahnen".


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2. "Freiheitsschock - Eine andere Geschichte Ostdeutschlands von 1989 bis heute" von Ilko-Sascha
Kowalczuk

Inhaltlich steht in diesem Buch nichts, das ich nicht schon vorher gewusst hätte. Insbesondere brauche ich keine Zusammenfassung der Olsen-Bande. Aber das wäre ja nicht so schlimm. Jedoch kommt der Autor nicht zum Punkt. Er schwafelt immer wieder über den titelgebenden Freiheitsschock, dreht sich dabei im Kreis. Einerseits verurteilt er, dass die USA für die DDR das personifizierte Böse war, der Teufel, der Todfeind. Andererseits motzt er ständig über den Kommunismus und zählt all seine Sünden auf, ohne sich mal mit der Grundidee zu beschäftigen. Sorry, das ist mir echt zu undifferenziert.



3. "Es ist ein Elch entsprungen" von Andreas Steinhöfel
Die Idee ist ja ganz nett, aber die ständigen Seitenhiebe gegen die Emanzipation nerven. Der Punkt, an dem ich abgebrochen habe: Der Elch behauptet, die Rentiere, die den Schlitten vom Weihnachtsmann ziehen, wären alle männlich. Dabei haben diese im Winter gar kein Geweih. Die Weibchen schon. Als wäre es nicht schon übel genug, dass die meiste Arbeit rund ums Fest an Frauen hängenbleibt, aber der Weihnachtsmann dafür die Lorbeeren einheimst...



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