Samstag, 20. April 2024

Gelesen: "Halte den Kopf hoch und den Mittelfinger höher" von Susanne Fröhlich und Constanze Kleis

 


Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Halte den Kopf hoch und den Mittelfinger höher
Autorinnen: Susanne Fröhlich, Constanze Kleis
Verlag: Knaur
Erscheinungstermin: 02.10.2023
272 Seiten
Paperback
ISBN: 978-3-426-28625-8


Klappentext:
Wie reagieren, wenn der Kindsvater ins Büro entschwindet, obwohl er seiner Frau freie Stunden für ihren Job verschaffen wollte? Erstmal heulen, und ihm dann den Säugling kurzerhand in die Firma bringen! Das hat Susanne Fröhlich einmal getan. Danach klappte es auch mit den Absprachen. Oder wenn der Frauenparkplatz im Parkhaus gerade von einem Mann okkupiert wurde? A) Hoffen, dass Blicke töten können? B) Wie Constanze Kleis aussteigen und fragen, ob man helfen kann - schließlich sollte man Sehstörungen nicht auf die leichte Schulter nehmen...
Ja, wir Frauen können wählen: Entweder still und meist vergeblich auf Respekt, Verständnis und Lastenausgleich hoffen. Oder beanspruchen, was uns zusteht. Klar, da gibt es immer noch einige innere und äußere Widerstände zu überwinden. Kein Problem mit dem emotionalen Superfood für die weibliche Selbstbehauptung, das Susanne Fröhlich und Constanze Kleis mit ihrem neuen Buch abliefern. Selbstverständlich mit dem Mittelfinger geschrieben.
Herzlich, ehrlich und mit viel Humor ermutigt das Erfolgsduo Frauen dazu, das verzagte "darf ich das?!" mit einem beherzten "na klar!" zu beantworten.

Meine Meinung:
Sehr vieles in diesem Buch ist sehr richtig und ich bin froh, dass die Autorinnen ihre Reichweite nutzen, um Frauen Mut zu machen, sich gegen Unverschämtheiten zu wehren, sich nicht in der Ehe einengen zu lassen, sondern sich zu überlegen, was sie wollen und wie sie es bekommen. Auch wenn ich an ein paar Stellen Einspruch erheben möchte, z.B. dass man als Frau unbedingt einen Mann braucht und mit diesem nach etwa einem halben Jahr Exklusivität vereinbaren sollte. Warum? Wir sind jetzt so viele Jahrhunderte dazu erzogen worden, dass wir für unser Lebensglück einen Ehemann brauchen, damit ist jetzt Schluss! Das wichtigste ist, dass wir mit uns selbst klar kommen und selbst für uns sorgen können. Wir brauchen vor allem ein gutes Netzwerk aus Familie, Freund'innen und Nachbar'innen, egal ob wir verheiratet sind oder nicht. Außerdem geht es erst darum, dass der ganze Schönheitswahn nervt und doch die inneren Werte zählen, aber dann geht es doch immer wieder ums Abnehmen, Kalorien zählen und dass man sich mit einer gesunden Mischkalkulation hübsch machen soll. Vielleicht waren sich da die Autorinnen uneinig, wer weiß. Soll doch jede ihre eigenen Prioritäten wählen, die eine braucht jede Woche die neueste Trendfrisur, die andere unbedingt einen Ehemann. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Aber insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Tipp:
Die ersten 43 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Mittwoch, 17. April 2024

Gelesen: "Die Autistinnen" von Clara Törnvall

 




Autorin: Clara Törnvall
Titel: Die Autostinnen
Übersetzerin: Hanna Granz
Verlag: Hanser
Erscheinungsdatum: 29.01.2024
240 Seiten

Hardcover
Preis: 24,00 € (D), 24,70 € (AT)
ISBN 978-3-446-27960-5

eBook
ISBN 978-3-446-28044-1
Preis: 17,99 € (D), 17,99 € (AT)


Klappentext:
Clara Törnvalls Essay über Autismus bei Frauen ist ein eindringliches, persönliches Buch über die Gefahr von Fehldiagnosen bei Frauen in Medizin und Psychiatrie.
„Ich habe Probleme mit Blickkontakt. Ich kann weder Mimik deuten noch zwischen den Zeilen lesen. Da ist eine permanente Angst und lähmende Müdigkeit.“ Clara Törnvall wusste schon immer, dass etwas mit ihr nicht stimmt, doch erst mit 42 Jahren erhält sie die Diagnose. Sie ist Autistin? Sind das nicht eher sozial inkompatible Männer mit Inselbegabung? In „Die Autistinnen“ erkundet sie, warum es insbesondere bei Frauen oft zu Fehldiagnosen kommt und wer wirklich hinter der mythisch aufgeladenen Figur der Autistin steht. Dabei stößt sie unverhofft auf eigene Idole wie Beatrix Potter, Greta Thunberg und Virginia Woolf. Ein eindringlicher, überraschender und persönlicher Text, der unsere Auffassung von Normalität infrage stellt.

Meine Meinung:
In den meisten Texten über Autismus ist die Rede davon, dass es eine "tiefgreifende Störung" oder eine "geistige Behinderung" sei. Wenn ich mir aber den Umgang unserer Gesellschaft mit Minderheiten ansehe, dann finde ich eher die Mehrheit gestört. Wer anderen nicht in die Augen sehen mag, wer gern Spielzeugautos immer wieder in einer Reihe aufstellt, statt damit anderen Kindern über die Hände zu brettern, wer Menschenmassen auf der Kirmes, dem Weihnachtsmarkt oder im Einkaufszentrum unerträglich findet, der ist natürlich das Problem. Mobbing hingegen, Ausgrenzung und Abwertung sind hingegen völlig normal und okay oder was??? Autisten tun doch niemandem was.
Und wer hätte es geahnt? Nicht nur beim Herzinfarkt, bei der Dosierung von Medikamenten usw., auch beim Autismus gibt es einen riesengroßen Gender Data Gap in der Medizin! Autismus wird bei Mädchen und Frauen oft nicht erkannt, weil die Tests für männliche Personen entwickelt wurden. "Du hast keine vollständige Sammlung aller Matchboxautos der 70er Jahre? Du bist kein Ass in Mathe? Dann kannst du nicht autistisch sein..."
Dazu kommt, dass Mädchen und Frauen durch die Gesellschaft gezwungen sind, sich ständig zu verstellen, z.B. zu lächeln. Sie maskieren also von klein auf ihr Verhalten und stellen das gar nicht selbst infrage, weil das doch alle Mädchen machen.
Und als wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es auch hier den Mathilda-Effekt. Die Arbeiten von Frauen in der Forschung auf diesem Gebiet wurden systematisch ignoriert und verleugnet. So hat z.B. der bekannte Herr Asperger nicht nur die Ermordung behinderter Kinder in der Nazizeit befürwortet und war an der Auswahl dieser Kinder beteiligt. Er hat auch von der jüdisch-russischen Wissenschaftlerin Grunja Jefimowna Sucharewa abgeschrieben und ihre Erkenntnisse als seine eigenen präsentiert. Eigentlich müsste das Asperger-Syndrom korrekt Sucharewa-Syndrom heißen!
Ich bin jetzt wütend, erschüttert und empört! 
Das Patriarchat ist einfach Schrott und gehört endgültig abgewrackt!

Tipps:
Die ersten 32 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.
Mehr über den Gender Data Gap findet Ihr in diesem Buch.
Und mehr über die Auswirkungen des Gender Data Gap in der Medizin auf die Gesundheit und das Überleben von Frauen findet Ihr in diesem Buch.


Sonntag, 14. April 2024

Gelesen: "Lenchens Geheimnis" von Michael Ende

 




Titel: Lenchens Geheimnis
Autor: Michael Ende
Verlag: Thienemann
Altersempfehlung: ab 6 Jahre
64 Seiten
ISBN: 978-3-522-18587-5
Veröffentlichung: 1991


Klappentext:
Lenchens Eltern wollen nie genau das, was Lenchen will. Das ist doch gemein! Sie will endlich auch mal bestimmen. Deshalb bittet Lenchen eine Fee um Hilfe. Sie soll ihre Eltern verzaubern. Am Anfang klappt das auch ganz gut. Stück für Stück werden Lenchens Eltern immer kleiner gezaubert und je kleiner sie werden, desto besser kann Lenchen sich durchsetzen. Endlich gibt es Kekse zum Abendessen und Zeichentrickfilme statt langweiliger Nachrichten. Doch diese verkehrte Welt hat auch ihre Tücken und schon bald steht Lenchen vor der Entscheidung, ob sie ihre Eltern nicht doch lieber wieder ganz in echt bei sich haben will.

Meine Meinung:
Diese Geschichte von Michael Ende kannte ich noch gar nicht. Sie hat mir sehr gut gefallen, vor allem, weil am Ende die ganze Familie gewinnt.

Tipp:
Die ersten 8 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Donnerstag, 11. April 2024

Und noch mehr abgebrochene Bücher

 


"Wir für uns" hat mich von Anfang an geärgert. Josie hat eine Beziehung mit einem verheirateten Mann, das geht für mich schonmal gar nicht. Das hätte ich wissen können, wenn ich den Klappentext gelesen hätte, aber das mache ich halt oft nicht. Dieser Mann hat schon Kinder und will keine mit ihr. Da will ich in die Geschichte reinbrüllen: "Dann geh nicht fremd! Und wenn schon, dann sorge für Verhütung! Oder noch besser: Lass Dich sterilisieren!" Josie setzt die Pille ab, denn was soll schon passieren? Wie doof kann man sein? Als sie schwanger wird, droht dieser Mann ihr, die Beziehung zu beenden, wenn sie das Kind nicht abtreibt. Ja, der Mann ist ein Widerling, aber Josie ist mir leider auch schrecklich unsympathisch. Das Buch ist nichts für mich.



Ich mochte "Querbeet ins Glück" von Lisa Kirsch sehr gern, deshalb hatte ich an "Das Glück in vollen Zügen" die Erwartung, dass es mir ähnlich gut gefällt. Marie lebt ein einem Bauwagen am See und geht morgens schwimmen, das wäre mein Traum. Sie pendelt jeden Morgen mit der Bahn zur Arbeit, das habe ich auch viele Jahre gemacht. Aber trotzdem nervt sie mich. Diese Millennials mit ihren Problemen, die keine sind, mit ihrem Gejammer, ihrer Oberflächlichkeit, die per Tinder die große Liebe finden wollen, sind einfach nicht meine Welt. Ich habe nach 20% entnervt aufgegeben.



Nachdem mir "Kummer aller Art" von Mariana Leky so gut gefallen hat, wollte ich gern mehr von ihr lesen. Aber bei "Erste Hilfe" habe ich nach 20% aufgegeben. Ich verstehe die Geschichte einfach nicht. Das geht schon am Anfang los. Die Erzählerin und der Mann namens Sylvester sind kein Paar, aber sie sagen zueinander: "Ich liebe dich." Das heißt, er sagt es zu ihr und verlangt, dass sie es erwidert. Ich finde sie auch beide einfach unsympathisch. Sorry, mein Leben ist zu kurz, meine Zeit zu kostbar für solche Geschichten.



Montag, 8. April 2024

Gelesen: "Flying Solo" von Linda Holmes

 




Titel: Flying Solo
Autorin: Linda Holmes
Verlag: Coronet
Taschenbuch
ISBN: 9781399707824
Preis: 3,89 €
Veröffentlichung: 13. Juni 2023
336 Seiten


Klappentext:
Smarting from her recently canceled wedding and about to turn forty, Laurie Sassalyn returns to her Maine hometown of Calcasset to handle the estate of her great-aunt Dot, a spirited adventurer who lived to be ninety-three. Alongside boxes of Polaroids and pottery, a mysterious wooden duck shows up at the bottom of a cedar chest. Laurie’s curiosity is piqued, especially after she finds a love letter to the never-married Dot that ends with the line “And anyway, if you’re ever desperate, there are always ducks, darling.”
Laurie is told that the duck has no financial value. But after it disappears under suspicious circumstances, she feels compelled to figure out why anyone would steal a wooden duck—and why Dot kept it hidden away in the first place. Suddenly Laurie finds herself swept up in a righteous caper that has her negotiating with antiques dealers and con artists, going on after-hours dates at the local library, and reconnecting with her oldest friend and her first love. Desperate to uncover her great-aunt’s secrets, Laurie must reckon with her own past and her future—and ultimately embrace her own vision of flying solo.
With a cast of unforgettable characters and a heroine you will root for from page one, Flying Solo is a wonderfully original story about growing up, coming home, and learning to make a life for yourself on your own terms.

Meine Meinung:
Dies ist ein spannender, unterhaltsamer Roman mit einer sehr sympathischen Heldin. Das Setting in Maine  mag ich ebenso wie den Bibliothekar als Objekt der Begierde. Das ist endlich mal was anderes.

Tipp:
Die ersten 30 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Freitag, 5. April 2024

Gelesen: "Other People's Houses" von Abbi Waxman

 



Titel: Other People's Houses
Autorin: Abbi Waxman
Verlag: Penguin Randomhouse
Paperback
Preis: 17.00 $
Veröffentlichung: 3. April 2018
ISBN 9780399587924
352 Seiten


Klappentext:
At any given moment in other people’s houses, you can find…repressed hopes and dreams…moments of unexpected joy…someone making love on the floor to a man who is most definitely not her husband…
*record scratch*
As the longtime local carpool mom, Frances Bloom is sometimes an unwilling witness to her neighbors’ private lives. She knows her cousin is hiding her desire for another baby from her spouse, Bill Horton’s wife is mysteriously missing, and now this…
After the shock of seeing Anne Porter in all her extramarital glory, Frances vows to stay in her own lane. But that’s a notion easier said than done when Anne’s husband throws her out a couple of days later. The repercussions of the affair reverberate through the four carpool families–and Frances finds herself navigating a moral minefield that could make or break a marriage.

Meine Meinung:
Nachdem mir "The Bookish Life of Nina Hill" so gut gefallen hat, wollte ich gleich mehr von Abbi Waxman lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. "Other People's Houses" ist eine turbulente Geschichte, bei der es um vier benachbarte Familien geht, allerdings nicht gerade jugendfrei. Die Perspektive wechselt ständig zwischen den Müttern, Vätern und Kindern. Der Alltag ist sehr realistisch dargestellt. Die vielen verschiedenen Perspektiven sind sehr interessant, besonders die unterschiedlichen Ansichten der Männer haben mich teilweise wirklich überrascht. Mir hat das Buch sehr gefallen, ich habe gelacht und mit gelitten, dabei einige Denkanstöße bekommen.

Tipp:
Die ersten 37 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Dienstag, 2. April 2024

Gelesen: "The Bookish Life of Nina Hill" von Abbi Waxman

 




Titel: The Bookish Life of Nina Hill
Autorin: Abbi Waxman
Paperback
Preis: $17.00
Verlag: Berkley
Veröffentlichung: 9. Juli 2019
352 Seiten
ISBN 9780451491879


Klappentext:
The only child of a single mother, Nina has her life just as she wants it: a job in a bookstore, a kick-butt trivia team, a world-class planner and a cat named Phil. If she sometimes suspects there might be more to life than reading, she just shrugs and picks up a new book. 
When the father Nina never knew existed suddenly dies, leaving behind innumerable sisters, brothers, nieces, and nephews, Nina is horrified. They all live close by! They're all—or mostly all—excited to meet her! She'll have to Speak. To. Strangers. It's a disaster! And as if that wasn't enough, Tom, her trivia nemesis, has turned out to be cute, funny, and deeply interested in getting to know her. Doesn't he realize what a terrible idea that is?
Nina considers her options.
1. Completely change her name and appearance. (Too drastic, plus she likes her hair.) 
2. Flee to a deserted island. (Hard pass, see: coffee). 
3. Hide in a corner of her apartment and rock back and forth. (Already doing it.)
It's time for Nina to come out of her comfortable shell, but she isn't convinced real life could ever live up to fiction. It's going to take a brand-new family, a persistent suitor, and the combined effects of ice cream and trivia to make her turn her own fresh page.

Meine Meinung:
Nina hat sich in ihrer Einsamkeit und ihren Routinen behaglich eingerichtet. Sie ist einfach gern allein und liest zuhause viele Bücher. Aber sie ist nicht einfach nur schüchtern, sondern sie ist mindestens introvertiert und hat auch eine Angstneurose (heißt das so auf deutsch?). Die vielen neuen Familienmitglieder prasseln wie eine Lawine über sie her. Die Liebesgeschichte hätte man meiner Meinung nach nicht gebraucht. Auch wenn die Liebeserklärung am Ende wirklich schön ist. Aber mit ihrem Job in einem von der Pleite bedrohten Buchladen und der neuen Familie hätte es schon genug zu erzählen gegeben. Aber insgesamt hat mir das Buch schon sehr gut gefallen.

Tipp:
Die ersten 28 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Samstag, 30. März 2024

Noch mehr abgebrochene Bücher

 


Nachdem mir "Unser Hof in der Bretagne" so gut gefallen hat, wollte ich gern mehr in dieser Richtung lesen, egal ob als Erfahrungsbericht oder Fiktion. Aber "Die Liebe fliegt, wohin sie will" konnte mich leider nicht überzeugen. Die Figuren sind alle sehr flach und die Protagonistin ist mir unsympathisch. Das Setting erinnert mich auch sehr an "Ein Jahr Inselglück": Um ein Erbe antreten zu können muss die Hauptfigur für eine bestimmte Zeit an einen Ort, den sie normalerweise meiden würde wie der Teufel das Weihwasser. Na, dann verzichte halt auf das Erbe, verdammt! Oder mach das beste draus, aber jammer nicht herum! Nach der Hälfte habe ich aufgegeben.



Es kann sein, dass "Urban Gardening mal anders" inhaltlich sehr gut is, aber der Schreibstil ging mir einfach extrem auf die Nerven. 
Ein paar Beispiele:
"Alles begann damit, dass mir eine knapp zehn Jahre ältere Ossi-Braut den Kopf verdrehte, mein heutiges Eheweib, Ildiko." Ossi-Braut? Eheweib? Redet der in natura auch so?
"Stundenlanges Stehen und Sensen am Hang, wortwörtlich bis zum Erbrechen. Die Folge waren blutende Handflächen, übersät mit daumennagelgroßen Blasen, aber auch ein sehenswertes Tagwerk." Ja, Arbeit kann zu Verletzungen führen, aber ich brauche keine so plastischen Beschreibungen.
"Zu Beginn machte mich das Gebimmel der muhenden Meute wahnsinnig. Ich war versucht, jedem einzelnen Milchvieh die Glocke vom Hals zu reißen." Erst zu viele M-Alliterationen, dann noch Gewaltphantasien. Nein Danke!
"Wir entwickelten, nachdem auch ich mir in der Hitze des alpinen Sommers das Buch zu Gemüte geführt hatte, die fixe Idee, selbst eine kleine Cityfarm zu gründen, für uns und unsere Freunde als privaten Rückzugsort sozusagen, woraus ja bekanntlich nur bedingt etwas wurde." Unnötig lange geschraubte Sätze und umständliche Formulierungen. Eine Kuh ist eine Kuh, warum muss man da "Milchvieh" schreiben? Er hat ein Buch gelesen, aber das ist wohl nicht hochtrabend genug, nein, er hat es sich zu Gemüte geführt. Und was heißt hier "bekanntlich"? Da werden Informationen vorausgesetzt, die ich nicht habe.
Nach 10% habe ich aufgegeben.



Dieselbe Geschichte, nur anders erzählt, würde mir sicher gefallen. Aber "Sylter Welle" hat einen so flapsigen Schreibstil und einen Humor, der einfach nicht meiner ist. Dazu kommt noch Gewalt gegen Kinder, über die ich so nicht lesen will. Deshalb habe ich nach 13% aufgegeben.

Mittwoch, 27. März 2024

Gelesen: "Nachtwanderung" von Cornelia Achenbach

 



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt



Titel: Nachtwanderung
Autorin: Cornelia Achenbach
Verlag: Wunderraum
Erschienen am 14. März 2022
288 Seiten

Hardcover
ISBN: 978-3-442-31606-9
Preis: 20,00 € [D], 20,60 € [A], CHF 27,90

eBook
Preis: 12,99 € [D], 12,99 € [A], CHF 19,00
ISBN: 978-3-641-27254-8


Klappentext:
Freundinnen für immer wollten sie sein. Doch die Freundschaft zwischen Ines und Kirsten zerbricht in einer Stunde der Bedrängnis, in der Ines nicht für Kirsten da ist. Die beiden Mädchen sehen sich nicht wieder. Mehr als zwanzig Jahre später ist Ines berufstätige Mutter und vollauf damit beschäftigt, ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Als eine Einladung zu einem Klassentreffen lange verdrängte Erinnerungen weckt, muss sie sich eingestehen, wie sehr der Verlust der einst so bewunderten Freundin sie geprägt hat. Auf dem Klassentreffen steht ihr Kirsten plötzlich gegenüber. Doch die Begegnung verläuft anders als erwartet – und stellt alles in Frage. Sind sie wirklich die, die sie glauben zu sein?

Meine Meinung:
Es fällt mir schwer, dieses Buch zu bewerten. Auf der einen Seite fand ich die Story anstrengend und sehr langatmig erzählt. Es werden oft Andeutungen gemacht, die ich nicht oder erst nach einer Weile begriff. Und ich befürchte, ich habe die Kernbotschaft nicht ganz verstanden. Außerdem ist die Autorin ein paar Jahre jünger als die Protagonistin und das merkt man immer wieder. Die TV-Serie "Verbotene Liebe", die angeblich 1991 geguckt wurde, gab es erst 1995. Und Inlineskating war so früh auch noch nicht dermaßen verbreitet, das kam erst Ende der 90er Jahre.
Auf der anderen Seite gibt es in dieser Geschichte sehr viele kluge Beobachtungen aus dem Alltag der Ehe, dem Leben mit einem Kind, dem Verhältnis zu den eigenen Eltern, alten und neuen Freundschaften, Erinnerungen an Klassenfahrten, Lehrer, Sportunterricht und den Gedanken und Gefühlen vor und bei einem Klassentreffen.
Im Zentrum steht eine Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Mädchen. Kirsten ist sehr schön und beliebt, ein Einzelkind reicher Eltern. Ines wird oft übersehen. Durch die Freundschaft wird sie zwar mehr wahrgenommen, aber leider nicht im positiven Sinne. Mädchen sind neidisch oder eifersüchtig, weil sie selbst gern die beste Freundin von Kirsten wären. Jungs sprechen Ines nur an, um an Kirsten heranzukommen. Mich berührt das sehr, weil ich in meiner Schulzeit auch so eine schöne, beliebte, reiche beste Freundin hatte, in deren Schatten ich mich immer zweitklassig gefühlt habe.
Ich denke, wer eine schöne Schulzeit und Kindheit hatte, wer heute noch die Freundschaften von damals hat, wird sich mit diesem Buch eher langweilen. Aber wer die Demütigung kennt, im Sport als letztes in die Mannschaft gewählt zu werden, wer im Klassenraum allein gesessen hat, wer einen Spott-Namen jahrelang nicht loswurde, kann sich in diesem Roman vielleicht wieder finden.

Tipp:
Bei Ecolibri gibt es die ersten 19 Seiten als kostenlose Leseprobe. Beim Verlag gibt es zwar auch ein, aber die sieht irgendwie kaputt aus.


Sonntag, 24. März 2024

Gelesen: "Mein Garten fürs Leben" von Wolfram Franke

 



Titel: Mein Garten fürs Leben
Autor: Wolfram Franke 
Verlag: blv
ISBN: 978-3-96747-002-4
Erscheinungsdatum: 04. März 2020
Sprache: Deutsch
Einband: Pappband
Seiten: 312
Preis: 15,00 €


Klappentext:
Ein naturnaher Traumgarten für Mensch und Tier! Der bekannte Naturgarten-Pionier Wolfram Franke zeigt anhand der Entwicklungsgeschichte seines persönlichen Gartens wie er eine Wildnis in einen naturnahen, lebendigen Biogarten verwandelt hat. In diesem Buch gibt er den Wissensreichtum seines ganzen Gärtnerlebens weiter und zeigt, wie jeder mit etwas Know How und vor allem Kreativität seinen persönlichen Traumgarten schaffen kann. 
Beginnend von der Planung und ersten Bodenarbeiten, über die Auswahl von Gehölzen, die Anlage von Gartenhäuschen, Wegen und Treppen, die Gestaltung von Stauden-, Kräuter- und Gemüsebeeten bis hin zum kleinen Badeteich und der täglichen biologischen Gartenpraxis erhält der Leser ein inspirierendes Gartenplanungs-Buch der ganz besonderen Art, mit einer Vielzahl an persönlichen, praktischen Tipps und detailliert illustrierten Anleitungen. Wolfram Frankes größte Erkenntnis ist aber: Kreativ bleiben! Denn der beste Garten wächst mit der Zeit und mit dem Gärtner!

Meine Meinung:
Der Titel ist doppeldeutig. Wolfram Franke hat mit seinem Garten eine Oase für sehr viele Lebewesen geschaffen. Und dieser Garten ist sein Lebenswerk. Deshalb ist er ein Garten fürs Leben. Das Buch ist sehr ausführlich geschrieben und umfasst wirklich alle Bereiche von Gemüse und Stauden über Beerensträucher und Rosen bis zum Teichbau, Kröten, Molche und Igel. Die Bauanleitungen (z.B. für das Gartenhaus und den Teich) habe ich leider nicht richtig verstanden, aber das ist vielleicht anders, wenn man Erfahrungen mit solchen Arbeiten hat. Seine Herangehensweise an den Umgang mit der Natur ist mir sehr nah, ich habe das Buch sehr gern gelesen und einiges gelernt.

Tipp:
Es gibt beim Verlag eine kostenlose Leseprobe, die ein paar Seiten kreuz und quer durchs Buch hüpft. Bei Ecolibri gibt es die ersten 40 Seiten als kostenlose Leseprobe. Beide lohnen sich!


Donnerstag, 21. März 2024

Gelesen: "Das Mosaik meines Lebens - Vom Glück, sich selbst und andere zu verstehen" von Michaela Wiebusch

 


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Titel: Das Mosaik meines Lebens - Vom Glück, sich selbst und andere zu verstehen
Autorin: Michaela Wiebusch
Illustratorin: Gisela Goppel
Verlag: dtv
240 Seiten
Veröffentlichung: 14.09.2023

Taschenbuch
Preis: 12,00 € (D), 12,40 € (AT)
ISBN: 978-3-423-35214-7


eBook
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-423-44323-4


Klappentext:
Lisa ist im Hamsterrad ihres Alltags gefangen und hat das Gefühl, die Verbindung zu sich selbst und den Menschen, die sie liebt, zu verlieren. Sie fragt sich, was sie wirklich will. Die Suche nach Antworten führt sie nach Griechenland, wo sie ungeahnte Überraschungen erwarten. Lisa entdeckt ein rätselhaftes Mosaik, in dessen Geheimnis sie eine alte Bekannte einweiht, und erkennt, dass sie den Schlüssel zu Glück und Freiheit selbst in der Hand hält.

Meine Meinung:
Diese Geschichte beginnt wie ein Entwicklungsroman, geht über in eine Traumreise und fühlt sich stellenweise an wie eine Therapiesitzung. Man muss dafür in der richtigen Stimmung sein, dann ist es sehr spannend.
Es geht um Lisa, die die verschiedenen Facetten ihrer Persönlichkeit entdeckt: die Liebende, die Kämpferin, die Schwarzseherin, die Spirituelle, die Künstlerin, die Achtsame, die Herrscherin, die Helfende, die Sachliche, die Gefangene, die Leichtsinnige und die Sehnsucht. Manche Anteile sind in ihr sehr dominant, andere kaum wahrnehmbar. Lisa lernt, dass alle ihre Facetten wichtig sind und sie das Gleichgewicht zwischen ihnen wieder herstellen muss.
Diese Erzählung könnte man auch gut als Theaterstück inszenieren.
Das Buch ist ganz bezaubernd illustriert von Gisela Goppel. Das Coverbild finde ich auch sehr schön, aber das Mosaik hätte ich mir rund vorgestellt.

Tipp:
Die ersten 25 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.

Montag, 18. März 2024

Noch drei abgebrochene Bücher

 


Eine Familiengeschichte, die sich vom ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart zieht, da gibt es bestimmt viel zu erzählen. Ja, der Autor hat in "Mittelreich" eine ganze Menge zu erzählen, leider in einem für mich sehr anstrengenden Stil und Rhythmus, dass ich es nicht ertragen habe, nach 10% konnte ich echt nicht mehr. Die Verfilmung mit dem Titel "Zwei Herren im Anzug" ist auch extrem anstrengend. Ohne die wunderbare Martina Gedeck hätte ich ihn sicher nicht bis zu Ende geschaut.



"Der heutige Tag" wurde in mehreren Büchersendungen oder -podcasts empfohlen und es ist bestimmt auch kein schlechtes Buch, aber mich hat es nur deprimiert, deshalb habe ich nach 10% aufgehört.


Nachdem ich "Kummer aller Art" von Mariana Leky so bezaubernd fand, habe ich sofort "Was man von hier aus sehen kann" angefangen. Aber diese Geschichte hat mich leider gar nicht gepackt, die Sprache ist auch im Vergleich zu "Kummer aller Art" nicht so brilliant und die beschriebene Gewalt gegen Tiere und Kinder konnte ich nicht ertragen, sodass ich nach 20% lieber aufgegeben habe.


Freitag, 15. März 2024

Gelesen: "Du sollst nicht morden" von Michel Bergmann

 



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Titel: Du sollst nicht morden
Reihe: Der Rabbi und der Kommissar, Band 1
Autor: Michel Bergmann
Taschenbuch
Preis: € 12,00 [D], € 12,40 [A], CHF 17,50
Taschenbuch
288 Seiten
ISBN: 978-3-453-44129-3
Veröffentlichung: 11. Oktober 2021


Klappentext:
Henry Silberbaum ist kein Rabbi, wie er im Buche steht. Er liebt Kriminalromane, Polohemden, seine Espressomaschine und sein Rennrad. Aber auch seine Schüler und die Bewohner des Jüdischen Seniorenstifts in Frankfurt liegen ihm am Herzen. Als eine alte Dame überraschend stirbt, ist sich der Rabbi sicher: Das war Mord! Doch keiner glaubt ihm. Kann er den brummigen Kommissar Berking davon überzeugen, der ihn kürzlich verhaftet hat? Henry riskiert seinen Job, um die Wahheit zu finden. Und plötzlich befinden sich der Rabbi und der Kommissar mitten in einem lebensgefährlichen Mordkomplott.

Meine Meinung:
Es gibt nun schon so viele Krimireihen mit ungewöhnlichen Ermittler'innen: von der Campingplatzbesitzerin über den Pfarrer und die Tankstellenbesitzerin bis hin zur Heißmangelbetreiberin. Hier ist es nun ein Rabbi. Und der entspricht so gar nicht dem gängigen Klischee, sondern ist sehr modern. Diese Idee gefällt mir sehr gut. Ich finde die jüdische Kultur sowieso sehr interessant. Aber leider kam ich in diese Geschichte nicht richtig rein. Die Figuren sind irgendwie flach, die Story plätschert so dahin. Und der Kommissar ignoriert sämtliche Ungereimtheiten und Indizien. Mit Szenen im Schwimmbad kann man mich eigentlich immer begeistern, aber sogar die sind so langweilig geschrieben. Auch das Mordmotiv ist so abgedroschen, hach seufz, schade schade.

Tipp:
Die ersten 29 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Dienstag, 12. März 2024

Gelesen: "Ihr glücklichen Augen - Kurze Geschichten zu weiten Reisen" von Elke Heidenreich

 


Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Ihr glücklichen Augen - Kurze Geschichten zu weiten Reisen
Autorin: Elke Heidenreich
Hanser Verlag
Erscheinungsdatum: 22.08.2022
256 Seiten
Hanser Verlag

E-Book
ISBN 978-3-446-27560-7
Preis: 19,99 €

Hardcover
ISBN 978-3-446-27395-5
Preis: 26,00 € (D), 26,80 € (AT)


Klappentext:
Elke Heidenreich ist in ihrem Leben sehr viel gereist: von Florenz nach China, von Berlin nach Amerika, und überall hat sie sich umgesehen. Nirgendwo jedoch ist sie ausgetretenen Pfaden gefolgt, nirgendwo hat sie nur das gefunden, was in den Reiseführern steht. Nein, sie hat sich ihre eigenen Wege gebahnt, hat Entdeckungen gemacht, die nur sie machen konnte, hat vor allem diejenigen Orte geliebt, die ihr etwas ganz Eigenes, Neues schenken konnten: eine besondere Straße, ein besonderes Essen, und einmal vermasselt ein Hund einfach eine Stadt wie Florenz. Und überall spürt sie die gleiche unstillbare Neugier auf die Menschen in den fremden Ländern und Städten. Eine wunderbare Entdeckungsreise!

Meine Meinung:
Elke Heidenreich erzählt in diesem Buch von ihren vielen Reisen, vor allem in Städte auf der ganzen Welt. Dass sie Berlin nicht mag, ist bekannt. Dass sie das immer wieder mit der Unfreundlichkeit der Taxi-Fahrer begründet, ist schon recht albern. Aber das kann ich ihr verzeihen. Nicht jedoch ihre ständigen Bemerkungen zu Rassismus, Political Correctness und Gendern. Nur weil sie scheinbar nie Benachteiligung erlebt hat, könnte sie sich doch trotzdem mal anhören, was Betroffene dazu sagen, anstatt einzelne Gegenbeispiele zu nennen. Ja, es gibt Schwarze, die selbst das N-Wort benutzen. Aber wenn ich jetzt eine Frau kenne, die sich selbst als altersstarrsinnige Dumpfbacke bezeichnet, darf ich doch trotzdem nicht alle Frauen so nennen, auch nicht Elke Heidenreich. Oder doch? Sie benutzt in diesem Buch die Fremdbezeichnung für amerikanische Ureinwohner und das auch noch in abfälliger Weise. Schade, dass sie nicht bereit oder in der Lage ist, mal ihre Position zu verlassen und sich die Welt mal mit den Augen anderer anzusehen. So unstillbar ist ihre Neugierde auf andere Menschen anscheinend doch nicht. Sie nennt die Gegenwart eine humorlos korrekte Zeit. Das ist so schade. Wir haben viel Humor, aber wir achten halt auch die Gefühle anderer Menschen, insbesondere wenn sie lange unter Benachteiligung oder sogar Diskriminierung gelitten haben und bis heute leiden. Aber was will man auch erwarten von einer Frau, die allen Ernstes sagt, Physik und Chemie wären völlig unwichtige Schulfächer, Hauptsache man könne Goethe von Kleist und Mozart von Bach unterscheiden. Ja, Kunst ist wichtig, aber mir ist auch wichtig, dass es Wissenschaftler gibt, die für die Medizin forschen, die den Klimawandel erkennen und die technische Lösungen entwickeln, damit wir auch morgen noch warm duschen können. Wenn diese dann gleichzeitig Kulturbanausen sind, kann ich damit leben.

Tipp:
Die ersten 54 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Samstag, 9. März 2024

Gelesen: "Kummer aller Art" von Mariana Leky

 


Das Coverbild lässt sich leider nicht größer darstellen. 
Keine Ahnung, ob das an Blogspot oder am Verlag liegt.


Titel: Kummer aller Art
Autorin: Mariana Leky
Verlag: Dumont
176 Seiten

eBook
Preis: 12,99 €
Erscheinungstag: 19.07.2022
ISBN: 978-3-8321-8261-8

gebundene Ausgabe
Preis: 22,00 €
Erscheinungstag: 19.07.2022
ISBN: 978-3-8321-8216-8

Taschenbuch
Preis: 13,00 €
Erscheinungstag: 13.03.2024
ISBN: 978-3-8321-6723-3


Klappentext:
Alle wirken innerlich blitzblank, nur in unserem Inneren sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa, denkt sich Kioskbesitzer Armin, als er vergeblich versucht, erfolgreich zu meditieren. Und auch im Inneren der anderen Figuren dieser literarischen Kolumnen herrscht Unordnung: Frau Wiese kann nicht mehr schlafen, Herr Pohl ist nachhaltig verzagt, Lisa hat ihren ersten Liebeskummer, Vadims Hände zittern, Frau Schwerter muss ganz dringend entspannen, ein trauriger Patient hat seine Herde verloren, und Psychoanalytiker Ulrich legt sich mit der Vergänglichkeit an. Kummer aller Art plagt die Menschen, die sich, mal besser, mal schlechter, durch den Alltag manövrieren. Aber der Kummer vereint sie auch, etwa, wenn auf Spaziergängen Probleme zwar nicht gelöst werden, aber zumindest mal an die Luft und ans Licht kommen. 

Meine Meinung:
Hach, ich bin ganz verliebt in diesen Schreibstil! Mariana Leky zeichnet mit zartem Strich ihre Figuren auf so liebenswerte Art. Sie beschreibt deren Gefühle und Erlebnisse, sodass man ihnen bis auf den Grund der Seele blickt, ohne sich dabei wie ein Voyeur zu fühlen. Und obwohl es entsprechend dem Titel um Kummer aller Art geht, sind die Geschichten sogar immer wieder lustig und machen Mut.

Tipp:
Die ersten 24 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Mittwoch, 6. März 2024

Mal wieder drei abgebrochene Bücher

 



Ich mag Ostsee-Krimis, aber "Große Fische" ist mir zu brutal, ich habe ihn nach 10% abgebrochen.



Ich mag ja Reisegeschichten, auch mit Pleiten, Pech und Pannen, aber "Ohne euch wär's super hier" ist echt nicht mein Humor. Zu den meisten Fällen kann man auch schulterzuckend sagen: Wie man sich bettet, so liegt man. Aber man könnte ja auch einfach mal aufstehen und sich ein anderes Bett suchen. Ich habe mir nach 10% ein anderes Buch gesucht.



Ich mag Geschichten über das Tanzen, aber "Ballet School - Der Tanz deines Lebens" ist mir echt zu nervig und zu vorhersehbar, gleichzeitig fehlte mir das tiefe Eintauchen ins Tanzen, alles blieb so oberflächlich, deshalb habe ich nach 20% aufgegeben. Das liegt auch nicht daran, dass ich in meinem Alter nicht zur Zielgruppe gehöre. Geschichten wie "Anna" von Justus Pfaue oder die Katja-Reihe von Tina Caspary lese ich bis heute gern.



Sonntag, 3. März 2024

Gelesen: "Mit dem Hochbeet durchs Jahr"






Titel: Mit dem Hochbeet durchs Jahr
Autor'innen: Die Stadtgärtner
128 Seiten
Verlag: EMF

ISBN:978-3-96093-714-2
Hardcover
Erscheinungstermin:18.02.2020
Preis: 17,00 €

ISBN:978-3-96093-915-3
eBook
Erscheinungstermin:09.03.2020
Preis: 11,99 €


Klappentext:
Ernteglück aus dem Hochbeet In ihrem neuen Buch bieten Die Stadtgärtner allen Selbstversorger-Fans die perfekte Anleitung, um das Hochbeet das ganze Jahr hindurch perfekt zu nutzen. Das Hochbeet ist auch für schlecht bepflanzbare Gärten oder Balkone ideal geeignet, man kann es angenehm im Stehen bearbeiten, und durch das in sich geschlossene Schicht-System kann die Aussaat früher als im Freibeet beginnen. Vom Bau und Anlage des Hochbeets bis hin zu Aussaat und Pflege sowie die besondere Behandlung in der Nachsaison wird alles anschaulich erklärt. Genießer können sich fünf Beete zu Themen wie "Grillmeister", "Salatglück" oder "Kleiner Italiener" anlegen, die das ganze Jahr frische Produkte liefert. Die Pflanzpläne werden mit stimmungsvollen Schritt-für-Schritt-Fotos detailliert erklärt. Als besonderes Extra liegt dem Buch ein Poster zur idealen Beetplanung bei.

Meine Meinung:
Anhand von fünf verschiedenen Bepflanzungsstilen zeigt dieses Buch, wie man ein Hochbeet das ganze Jahr über bestellen kann. Es wird genau erklärt, wie man so ein Hochbeet baut, befüllt und bepflanzt. Dabei gibt es viele Upcycling-Tipps, z.B. dass man die Aussaat in Eierkartons oder Tetrapaks machen kann. Ich finde, das Buch ist sehr gut für Anfänger geeignet und ich könnte es mir auch gut als Geschenk zusammen mit einem Bausatz für ein Hochbeet vorstellen. Natürlich nur, wenn die zu beschenkende Person vorher den Wunsch geäußert hat, eigenes Gemüse anzubauen und auch den Platz dafür hat.

Tipp:
Beim Verlag gibt es ein paar Beispielseiten zum Anschauen. Bei Ecolibri gibt es die ersten 24 Seiten als kostenlose Leseprobe.

Donnerstag, 29. Februar 2024

Gelesen: "Das Glück in den Wäldern" von Patricia Koelle

 


Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Das Glück in den Wäldern
Autorin: Patricia Koelle
Reihe: Sehnsuchtswald, Band 1
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Erscheinungstermin: 29.03.2023
496 Seiten
ISBN: 978-3-596-70723-2


Klappentext:
Franzi hat sich mit ihrem Partner Matteo den Traum vom eigenen Café an der Ostsee verwirklicht. Als sie schwanger wird, möchte sie sich endlich ihrer Vergangenheit stellen und mehr über ihren verstorbenen Vater erfahren. Gemeinsam mit ihrer Schwester Luna begibt sie sich auf eine Spurensuche, die sie schließlich in den Gespensterwald Nienhagen führt. Können die beiden Schwestern herausfinden, was der Vater ihnen wirklich hinterlassen hat, und so auch ihr Glück finden?

Meine Meinung:
Mit dem zweiten Band habe ich mich sehr lange schwer getan. Fast hätte ich nach einem Drittel aufgehört, bin aber dann doch dran geblieben. Die Geschichte ist eigentlich sehr schön und auch etwas märchenhaft. Fast alle Figuren sind beinahe unrealistisch nett, verständnisvoll, hilfsbereit und großzügig. Aber es ist auch mal ganz schön, so eine Utopie zu lesen. Nur leider hat sie einige Längen, manches hätte ich wirklich nicht so ausführlich und mit so vielen Wiederholungen gebraucht. Positiv fand ich vor allem, dass das Thema Hochsensibilität behandelt wird, da wissen leider noch immer viel zu wenig Menschen drüber bescheid.

Tipp:
Die ersten 50 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Montag, 26. Februar 2024

Gelesen: "Das Licht in den Bäumen" von Patricia Koelle

 


Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt



Autorin: Patricia Koelle
Titel: Das Licht in den Bäumen
Reihe: Sehnsuchtswald, Band 1
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Erscheinungstermin: 28.09.2022
496 Seiten
ISBN: 978-3-596-70722-5
Preis: 12,00 €


Klappentext:
Die Geschichten über Wälder und Bäume haben Nele schon immer fasziniert. Ihre Großmutter Vio hat sie erzählt, als Nele noch ein Kind war. Jetzt ist Nele erwachsen, und Vio bittet ihre Enkelin, eine kleine Kiefer nach Rügen zu bringen, damit sie dort weiter wachsen kann. Bei ihrer Ankunft lüftet Nele ein Geheimnis, das weit in ihre Familiengeschichte reicht. Sie folgt den Spuren zum Darßer Urwald und trifft dort auf Hella, eine ehemalige Försterin, und auf Timon, der ihr Gefühlsleben gehörig durcheinander bringt. Der Wald lässt Nele nicht mehr los. Und schon bald muss sie sich fragen, wo ihr Platz im Leben eigentlich ist, und ob sie auf der Suche nach der Vergangenheit vielleicht auch zu sich selbst finden kann.

Meine Meinung:
Die Geschichte ist sehr naturverbunden und ruhig erzählt, sie kommt ohne große Dramen aus. Interessant finde ich, dass Geld keine große Rolle spielt. Aber das ist auch mal ganz schön, dass es wirklich nur darum geht, einen Platz im Leben zu finden. Außerdem geht es nicht wie in anderen Romanen darum, dass die Hauptfigur ein Haus, ein Café oder einen Buchladen erbt. Nein, sie folgt einer Spur, redet mit Menschen, knüpft Kontakte und nutzt Gelegenheiten. Am Rande gibt es ein Wiedersehen mit Remy aus der Inselgärten-Reihe, aber das muss man vorher nicht unbedingt gelesen haben, um dieses Buch hier zu verstehen. 
Manchmal schrammt die Story zwar sehr am Kitsch entlang, aber das ist nicht so schlimm. Da stört mich eher, dass die Naturverbundenheit nicht bis zu Ende gedacht wurde. Der Haupthandlungsstrang spielt 2018 und es wird immer wieder besorgt über den extrem trockenen und heißen Sommer geredet. Es geht um Bäume, Vögel und Insekten und wie kostbar und verletzlich das alles ist. Aber dann gehen die Figuren Käse, Fleisch und Fisch essen. Hm, dass der Klimawandel auch was mit dem Konsum tierischer Lebensmittel zu tun hat, ist der Autorin nicht bekannt? 🤔

Tipp:
Die ersten 50 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Freitag, 23. Februar 2024

Noch drei abgebrochene Bücher

 


"Das Skelett im Kurpark" fing ganz unterhaltsam an, wurde dann aber sehr eintönig. Akribisch wird beschrieben, wie die Protagonistin ihre Anwendungen macht, wie nervig die Bauarbeiten sind, was es zu essen gibt,... Ich habe nach einem Drittel aufgegeben.



Sprüche wie "Da bin ick nicht zuständig" könnten ja ganz lustig sein, wenn es nicht so wahr wäre. Es ist auch kein Wunder. Das Licht, die Möbel usw. in Berliner Behörden sind deprimierend, die dort arbeitenden Leute sehen alle beige-grau aus, vor allem im Gesicht. Sie beschweren sich über die veraltete Technik, wollen aber nichts Neues lernen. Lieber spielen sie Beamtenmikado. Wenn ich auf so einer Behörde anrufe, dann ist früh morgens noch keiner da, dann ist Frühstückspause, die nahtlos in die Mittagspause und dann um 14 Uhr in den Feierabend übergeht. Oder die Telefonanlage ist kaputt und man landet beim Jugendamt, obwohl man das Finanzamt braucht. Dazu kommt noch, dass die Ich-Erzählerin einerseits verlangt: "Wir sind hier in Deutschland, ick will nisch meine Schuhe ausziehn, wenn ick in deine Wohnung jehe", aber sie schwärmt für einen Türken und will so eine türkische Ehefrau werden wie ihre Nachbarin. Dann aber mit Schuhen in der Wohnung oder wie? Mehr als 15 % konnte ich davon nicht ertragen.



Ich mag ja Nordsee-Krimis und "Syltleuchten" fing ganz vielversprechend an, wurde aber leider schnell langweilig. Jede noch so kleine Einzelheit wurde beschrieben, z.B. wie im Café eine Serviette vom Tisch fällt oder wie die später vermisste Frau von A nach B und dabei um einen Kreisverkehr fährt. Ich habe nach 20 % aufgegeben.



Dienstag, 20. Februar 2024

Gelesen: "Frau Dr. Moormann und ich" von Elke Heidenreich

 


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Titel: Frau Dr. Moormann und ich
Autorin: Elke Heidenreich
Verlag: Hanser
Hardcover
Preis: 22 €
ISBN 978-3-446-27595-9
Veröffentlichung: 21.08.2023
Illustrator: Michael Sowa
88 Seiten


Klappentext:
Frau Dr. Moormann nervt. Alles weiß sie besser. Wenn man ihr was Gutes tun will, beschwert sie sich darüber. Übt die Erzählerin auf dem Klavier Schumann, fragt Frau Dr. Moormann gehässig: „Warum spielen Sie eigentlich immer dasselbe Stück, gibt es keine anderen?" Auch sonst passt ihr gar nichts: Sie schimpft über den schlecht gefegten Gehweg, wenn der Besuch der Nachbarin zu laut lacht oder der Hund bellt. Dann aber bringt Mops Gustav eine Seite von Frau Dr. Moormann zum Vorschein, mit der nicht zu rechnen war.

Meine Meinung:
Mit diesem "Kinderbuch für Erwachsene" hat Elke Heidenreich eine ganz bezaubernde und gleichzeitig lustige Geschichte über zwei Nachbarinnen geschrieben. Sie zicken sich an, jede sieht sich natürlich im Recht, aber irgendwann entdecken beide gute Seiten an der anderen. Die Bilder von Michael Sowa passen perfekt dazu. 


Tipps:
Die ersten 7 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.
Das Hörbuch ist bei Randomhouse erschienen, da gibt es eine kostenlose Hörprobe.
In diesem Video stellt Elke Heidenreich das Buch und ihre drei Teddybären vor.


Samstag, 17. Februar 2024

Gelesen: "Ernte mehr als du denkst" von Niko Becker



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Titel: Ernte mehr als du denkst
Autor: Niko Becker
ISBN: 978-3-7459-1691-1
eBook
Seitenzahl:144
Veröffentlichung: 21.02.2023


Klappentext:
Du wolltest schon immer mal Gemüse im eigenen Garten anbauen oder bist bereits erfahrene*r Gärtner*in, aber mit deiner Ernte noch nicht zufrieden? Niko Becker vom Instagram-Account bunter.nutzgarten erklärt von den Grundlagen an, wie du deine Beete mit großtmöglicher Vielfalt und Ernte planen kannst. Ob als Selbstversorger*in oder Hobbygärtner*in, im kleinen oder großen Garten! Mit dem besonderen Baukastenprinzip von Instagram-Gärtner Niko Becker gelingt eine eigene und reichhaltige Ernte, auch ohne viel Erfahrung mit Anzucht, Düngen & Co. Ganzjährig viel ernten mit dem perfekten Planungsprinzip.
- Alle Grundlagen zu Dünger, Mischkultur, Fruchtfolge & Co.
- Über 50 Gemüseporträts mit wichtigem Wissen zum Anbau und empfehlenswerten Sorten
- Übersichtliche Tabellen, u. a. zu Anzucht-, Pflanz- und Erntezeiten
- Über 40 Beetpläne zum direkt Loslegen, ob im Hochbeet oder großen Gemüsebeet
Extra für ambitionierte Gärtner*innen: der ultimative Plan für einen Selbstversorgergarten
Mit den Tipps und Tricks von Niko Becker werden deine Beete nie leer stehen. Ob Selbstversorgergarten oder Hochbeet – das Prinzip des Autors kannst du auf alle deine Beete anwenden. Mithilfe einer ausgeklügelten, aber einfachen Planung kannst du bis zu 6 Kulturen pro Beet in einem Jahr anbauen und ernten. Damit du direkt mit dem Gärtnern loslegen kannst, findest du mehr als 40 Beetpläne im Buch. Und um das Baukastenprinzip auf deine eigenen Bedürfnisse anzupassen, findest du über 50 Pflanzenporträts im Buch. Wann können Radieschen gesät werden? Was baue ich an, wenn mein Salat abgeerntet ist? Mithilfe der übersichtlichen Tabellen und Informationen zu Anzucht, Pflanzung, Ernte & Co. wird dein Garten in null komma nichts geplant sein und du wirst das ganze Jahr hindurch dein Lieblingsgemüse ernten können.

Meine Meinung:
Bald beginnt wieder die Gartensaison und da lese ich gern solche Bücher. Dieses hier ist sehr ansprechend gestaltet und umfassend informativ. Es enthält einen Jahresplan, in dem jeden Monat die wichtigsten Arbeiten im Garten erklärt werden. Es gibt eine ausführliche Liste über die vielen Gemüsearten mit Sortenempfehlungen und deren Eigenschaften. Das Baukastenprinzip ist gut erklärt und anschaulich dargestellt. Im eBook sind diese Bilder allerdings leider so klein, dass ich sie kaum entziffern konnte, deshalb würde ich eher die Printausgabe empfehlen. Für ein solches Standardwerk lohnt sich die Investition auf jeden Fall, vor allem für Anfänger. Ich habe (mit 13 Jahren Gartenerfahrung) aus diesem Buch jetzt nicht so viel neues gelernt, aber trotzdem habe ich es gern gelesen, einfach als Einstimmung auf das neue Gartenjahr.

Tipp:
Beim Verlag gibt es ein paar Beispielseiten zum Anschauen.
Bei Ecolibri gibt es über 20 Seiten als kostenlose Leseprobe.

Mittwoch, 14. Februar 2024

Gelesen: "Wir sehen uns zu Hause" von Christiane Wünsche



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Wir sehen uns zu Hause
Autorin: Christiane Wünsche
Verlag: FISCHER Krüger
416 Seiten

Taschenbuch
ISBN: 978-3-8105-3086-8
Preis: 16,00 €
Veröffentlichung: 27.07.2022

eBook
ISBN: 978-3-10-491586-9
Preis: 4,00 €
Erscheinungstermin: 01.07.2022


Klappentext:
Ein paar vergilbte Fotos. Das ist alles, was Anne an persönlichen Erinnerungen und Dokumenten ihres Mannes Peter gefunden hat. Anne fährt an die Orte, an denen sie aufgenommen wurden - auf einer Wohnmobiltour, die sie zusammen hatten machen wollen. Jetzt wird sie zur Reise durch Peters Leben, bevor er Annes Ehemann und Alinas Vater wurde. Bei ihrem Aufbruch vom Niederrhein nach Rügen und Thüringen erfährt Anne mehr über den Mann, in den sie sich vor dreißig Jahren verliebt hatte. Vor allem lernt sie sich aber selbst neu kennen - zum Erstaunen ihrer Tochter, die zu Hause auf sie wartet.

Meine Meinung:
Die frisch verwitwete Anne macht eine sehr interessante Reise durch Deutschland, in die Vergangenheit und zu sich selbst. Sie begegnet dabei sehr unterschiedlichen Menschen, das sind teilweise sehr schöne, aber manchmal auch sehr unangenehme Erfahrungen. Mir gefällt, dass die Autorin diese Begegnungen einfach so stehen lässt und nicht überall eine schnelle, versöhnliche Lösung sucht. Besonders gut haben mir die "sprechenden Fotos" gefallen. Das könnte ich mir auch gut als Film vorstellen.

Tipp:
Die ersten 43 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.
Das Hörbuch ist beim Argon-Verlag erschienen und wird von Yara Blümel gelesen.

Sonntag, 11. Februar 2024

Auch das kommt vor: drei abgebrochene Bücher

Damit Ihr nicht denkt, dass ich immer alle Bücher bis zu Ende lese, werde ich ab jetzt auch zeigen, welche Bücher ich abgebrochen habe und versuchen zu erklären, warum. 


 

Über "Besser allein als in schlechter Gesellschaft" von Adriana Altaras habe ich so viel Gutes gehört. "Titos Brille" mochte ich sehr, deshalb habe ich gedacht, dieses Buch hier wird mir auch gefallen. Aber nach dem dritten Anlauf und 10% gebe ich jetzt auf. Es deprimiert mich einfach. Vielleicht passt es gerade nicht in mein Leseleben. Ich schließe nicht aus, dass ich es irgendwann noch ein viertes Mal versuche.




Die Bücher von Rose Snow wurden mir immer wieder in die Timeline gespült, also habe ich mir einfach mal den ersten Teil einer der vielen Reihen in der Onleihe ausgeliehen, also "13 - Das erste Buch der Zeit" (erinnert sehr an die Silber-Trilogie von Kerstin Gier). Das Setting fand ich ganz gut. Es geht um zwei Schwestern, die erst ihre Eltern durch einen Autounfall verloren haben, dann bei einer Tante aufgewachsen sind, die dann aber an Krebs gestorben ist. Jetzt müssen sie zum Taufpaten ihres Vaters in eine weit entfernte Kleinstadt. Der ist ein alter Mann, der nie Kinder hatte und im Umgang mit den Mädchen sehr unbeholfen ist. Er stellt ein paar strenge Regeln auf ("Kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Jungs!") und ansonsten soll jeder bitte seins machen. Das ist doch mal ein Setting, das mir so noch in keinem Buch begegnet ist. Aber die Story schleicht nur so vor sich hin. Es passiert wenig und das, was dann passiert, finde ich schwierig. Die Aufmachung des Buches und der Schreibstil wirkt, als wäre die Zielgruppe um die 12 Jahre jung. Aber dann werden sexistische Sprüche gemacht, die ich eher für 16- bis 18-jährige zumutbar finde. Und natürlich gibt es so einen Bad Boy, der furchtbar arrogant und übergriffig ist, bei dem die eine Schwester aber ganz seltsame Gedanken und Gefühle bekommt. Ich habe nach ca. 40% aufgegeben. Ich kann damit leben, nie zu erfahren, was es mit den blauen und lila Blitzen auf sich hat und welche Form von Zeit-Magie hier das Thema ist.




Ich liebe Nordseeromane, die müssen auch nicht unbedingt viel Tiefgang haben, manchmal brauche ich auch leichte Kost. Aber bei "Ein Jahr Inselglück" stimmt für mich schon die Prämisse nicht. Da nörgelt die Hauptfigur herum, weil sie ein Jahr auf Amrum bleiben muss, um das Haus ihrer Tante zu erben. Also selbst wenn man lieber die Berge mag, kann man doch trotzdem das beste draus machen und die Zeit nutzen, wenn man am Ende dafür das Haus für mehrere Millionen Euro verkaufen kann. Das ist doch ein guter Lohn. Aber nein, sie meckert und jammert, als müsse sie nach Guantanamo. Und überhaupt frage ich mich, ob man nicht einfach mal einen anderen Aufhänger findet, als dass man ein Haus erbt oder das Café übernimmt oder zur Oma auf die Insel geht, um ihr zu helfen. Das alles setzt nämlich voraus, dass man schon mit jemandem verwandt ist, der dort lebt. Ich lese solche Geschichten auch immer, um mich selbst in die Situation zu träumen. Aber damit kann ich mich leider nicht identifizieren. Darüberhinaus ist die Geschichte extrem langatmig geschrieben, es wird jedes Detail erzählt, das ist so langweilig und man wartet dauernd, dass es endlich mal losgeht. Besonders viel Insel- bzw. Nordseeatmosphäre kam trotzdem nicht auf, das muss man erstmal schaffen. Der Verlauf der Geschichte ist dazu noch total vorhersehbar. Jung Frau kehrt auf die Insel zurück, auf der sie aufgewachsen ist. Dort trifft sie ihre Jugendliebe wieder, mit der sie sich natürlich nur zofft. Und ihr Partner, mit dem sie nun eine Fernbeziehung hat, verhält sich sehr unsympathisch. Oh je, wie soll das nur enden? Das sieht doch ein Sehbehinderter mit Gehilfe!
Ich habe das jetzt nach 30% abgebrochen, weil es mich so genervt hat. 




Donnerstag, 8. Februar 2024

Gelesen: At Home In The World" von Tsh Oxenreider




Autorin: Tsh Oxenreider
Titel: At Home In The World
Verlag: Harper Collins
Veröffentlichung: 18.04.2017
eBook
288 Seiten
Preis: 19,99 $
ISBN 9781400205608


Klappentext:
As Tsh Oxenreider, author of Notes From a Blue Bike, chronicles her family’s adventure around the world. Americans Tsh and Kyle met and married in Kosovo. They lived as expats for most of a decade. They’ve been back in the States—now with three kids under ten—for four years, and while home is nice, they are filled with wanderlust and long to answer the call, so a trip—a nine-months-long trip—is planned.
At Home in the World follows their journey from China to New Zealand, Ethiopia to England, and more. And all the while Tsh grapples with the concept of home, as she learns what it means to be lost—yet at home—in the world.

Meine Meinung:
Als Tsh Oxenreider noch als "Simple Mom" gepodcastet hat, habe ich mir alle Folgen immer sofort angehört, viele sogar mehrfach, weil es um das einfache Leben ging. Ihre Idee, mit Mann und drei Kindern ein Jahr lang um die Welt zu reisen, fand ich sehr absurd, aber ich war neugierig, schließlich lasse ich mich ja gern eines Besseren belehren. Das Lesen ihres Buches über diese Reise hat mich leider nur sehr müde gemacht. Ständig beschreibt sie, wie sie hin und her fliegen, um Geld zu sparen. Sie sitzen viele Stunden in Wartesälen herum, sind permanent übermüdet, dauernd verlieren die Kinder ihre Sachen (Schuhe, Jacken, Kuscheldecken,...), sie kotzen im Auto, werden von Moskitos geplagt, gruseln sich vor Taranteln in der Dusche und frieren, weil in die Rucksäcke kein Pullover gepasst hat. 
Ein paar der besuchten Orte kenne ich, das ist natürlich nett, von Singapur, Australien, England, Italien, Frankreich und Ruhpolding zu lesen, wenn man schonmal dort war. Aber über die anderen Länder zu lesen hat mich jetzt wirklich nicht motiviert, dorthin zu reisen. Bezeichnend fand ich am Ende des Buches, dass die Kinder am schönsten fanden, wenn sie längere Zeit am selben Ort und dort Teil einer Gemeinschaft waren. Tja, das hätten sie auch zuhause haben können, nur für weniger Geld, mit weniger Stress und viel weniger CO2-Ausstoß.
Die Autorin stellt auch für sich abschließend fest, dass Zuhause durch Familie und Freunde definiert ist. Natürlich vermisst man geliebte Menschen, wenn die sehr weit weg wohnen. Trotzdem muss man doch nicht ständig um die Welt jetten, um sich geborgen zu fühlen. Man lässt sich halt in der Nähe von Freunden oder Familie nieder und geht dann dort weitere neue Verbindungen zu seiner Umgebung ein (auch zur Natur, anstatt sie durch extremen CO2-Ausstoß zu zerstören). Wer zu weit weg ist, kann ja per Videochat den Kontakt halten.
Sie nennt Sydney die Hauptstadt Australiens, das ist schon etwas peinlich. Dass Quick angeblich Europas Antwort auf McDonalds sein soll, ist lächerlich. Dass sie Europa ein "small slice of land" nennt, ist wirklich herablassend. Auch wie sie von der Küche und Kunst Europas schwärmt, als gäbe es keine Unterschiede z.B. zwischen Polen und Spanien oder Norwegen und Griechenland, ist völlig absurd. Naja, das ist halt typisch amerikanisch...
Eine sehr große Rolle spielt auch die Religion. Tsh ist auf der Reise anglikanisch, orientiert sich aber immer mehr in Richtung Katholizismus. Den Schritt zur Konvertierung macht sie allerdings erst sehr viel später, das bleibt im Buch noch ungelöst, das macht es auch unrund. Und wie man heutzutage diesen Schritt gehen kann, ist mir auch unbegreiflich. Aber es passt ins Gesamtbild...

Tipp:
Die ersten 42 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


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