"Elternabend" von Sebastian Fitzek.
Die Idee fand ich interessant, aber die Umsetzung ist wirklich schlecht. Es beginnt mit fehlender Ortskenntnis. Die Heerstraße und der Teufelsberg liegen NICHT im Südwesten Berlins. Und die Teufelsseechaussee geht nicht direkt von der Heerstraße ab. Dann nervt mich der krampfhafte Versuch, witzig zu sein und die chaotische Erzählweise. Das schlimmste ist die Sprache. "Hysterisch" ist extrem misogyn und gehört aus dem Vokabular endgültig gestrichen. Da wundert es mich auch nicht, dass er kritisiert, wenn Umweltschützer "Gewalt für ein taugliches Mittel zur Weltrettung" halten. Klar, die Umweltzerstörer gehen schließlich total sanft und friedlich vor, völlig gewaltfrei.
Ich wusste ja, dass seine Thriller nichts für mich sind. Aber das könnte ja am Genre liegen. Nein, ich mag einfach den Autor nicht. Also hab ich das Buch nach 10 % abgebrochen.
"Blutspur" von Romy Fölck
Den Fäll hätte ich vielleicht interessant und spannend gefunden, wenn dieser Krimi mich nicht sprachlich ständig irritiert hätte. Hier ein paar Beispiele:
- „Als ich mich dagegen aufbegehrte“: Aufbegehren ist kein reflexives Verb.
- „Hysterie“: Bitte streicht dieses misogyne Wort endlich aus Eurem Wortschatz. Mit dieser "Diagnose" wurden vor ca. 100 Jahren Frauen weggesperrt, die nicht bereit waren, sich ihrem Mann zu unterwerfen. Oder Frauen, die Lust auf Sex hatten, was als ebenso unnatürlich galt. Noch früher bezeichnete er, dass die Gebärmutter im Körper herum wandert, wenn sie "unbewohnt" ist, und den Frauen zu Kopf steigt.
- „Augenfang“: Dieses Wort gibt es nicht. Es ist aus dem Englischen falsch übersetzt von "eyecatcher". Gemeint ist vermutlich "Blickfang" oder "Augenweide".
Coverbild 3
"Prima Aussicht" von Judith Poznan
Das Buch hat ein paar ganz nette Momente, aber mehr auch nicht. Vor allem ertrage ich diesen High Maintenance Bruno nicht. Beispiel: Seine Freundin fährt zum Einkaufen in den Supermarkt und zum Baumarkt, während er mit dem zweijährigen Kind beim Wohnwagen auf dem Campingplatz am See ist. Plötzlich schreibt er ihr eine Nachricht, dass es gleich regnen würde. Als sie vom Einkaufen zurück kommt, regt er sich auf, dass alle Sachen nass sind, die außerhalb des Wohnwagens lagen, denn er war ja mit dem Kind am See. Das Kind hat übrigens total blau gefrorene Lippen. Ja klar, sie hätte auf seine Nachricht hin die Einkäufe stehen lassen sollen, um zurück zu fahren und alle Sachen in den Wohnwagen zu räumen, während er nur ein paar Schritte entfernt war? Und von dem will sie noch ein zweites Kind? Der Typ benimmt sich nicht wie ein erwachsener Mann und auch nicht wie ein Vater. Sie hat im Prinzip schon zwei Kinder...
Ich hab dann leider den Fehler gemacht, mir ein ausführliches Interview anzusehen, in dem die Autorin und eine Freundin von ihr, die Buchbloggerin oder so ist, über dieses Buch reden. Die Autorin redet furchtbar nölig, nuckelt dauernd an ihrer E-Zigarette, nippt am Wein und bekommt keinen geraden Satz heraus, ständig macht sie: "Äääähhh, ääähhhh, äääähhh".
Ich verstehe ja, wenn jemand aufgeregt ist und dann stottert oder mitten im Satz mal "ähm" macht, um ein passendes Wort zu finden. Aber dieses ewige "ääähh ääähh ääähhh" halte ich nicht aus.
Schade, vielleicht bin ich auch einfach nicht die Zielgruppe. Ich weiß halt, was ein TÜV ist. Ich muss nicht herumposen und Dinge sagen wie: "Beim Fernsehen halte ich gern meine rechte Brust fest", um mich sexy zu fühlen.
