Freitag, 8. Februar 2019

Gelesen: "Secret Elements 4: Im Spiel der Flammen" von Johanna Danninger




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Secret Elements 4: Im Spiel der Flammen
Autorin: Johanna Danninger
Verlag: Carlsen
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

eBook
Preis: 3,99 € (D), 3,99 € (A)
321 Seiten
ISBN 978-3-646-60244-9

Klappentext:
Jay will alles dafür geben, die Menschenwelt und die Anderswelt von der Dunkelheit zu befreien. Vor allem jetzt, da sie zum ersten Mal in ihrem Leben erfährt, wie es sich anfühlt, wahre Freunde zu haben. Das Vertrauen und die Unterstützung, die Jay erlebt, überwältigt sie geradezu. Sogar der sonst so verschlossene Lee scheint sich ihr endlich mehr und mehr zu öffnen. Umso schlimmer ist es für Jay, dass sie tief in ihrem Herzen ein Geheimnis vor ihm verborgen halten muss. Und genau das nutzt die Dunkelheit, um Jay zu beeinflussen…

Meine Meinung:
Dieses ist der letzte Teil der "Secret Elements"-Reihe, die mir insgesamt sehr gut gefallen hat. Ich kann sie für alle Leser*innen ab 14 Jahren empfehlen. Aber ein paar Details möchte ich hier gern besprechen:
Die Anderswelt hat viele schöne Ansätze. Manches ist leider etwas unkreativ. Es gibt zwar Fabelwesen wie sprechende Katzen, geflügelte Pferde und Meerleute. Aber es ist eine reine Cis-Hetero-Gesellschaft.
Immerhin ist es eine sehr emanzipierte Welt voller Frauenpower, ohne dass es direkt thematisiert wird. Im "Alltag" sind Frauen und Männer wirklich gleichberechtigt. Und die Schlüsselfiguren - quasi äquivalent zu Gott, Jesus und Teufel - sind hier weiblich. Von den vier Elementen werden zwei männlich und zwei weiblich repräsentiert. Dabei ist jeweils eins jung und eins alt.
Die Frauen beschäftigen sich zwar teilweise auch mit ihrem Äußeren, aber nie auf diese negative Weise, die man aus der Realität kennt (Ich bin zu dick/meine Haare sind zu strohig/etc.).
Die Sache mit den Zwergen hätte man noch mehr ausbauen können. Sie werden schlecht behandelt, teilweise diskriminiert, da hätte ich eine Revolution erwartet. Ich habe mich auch beim Lesen die ganze Zeit gefragt, wer z.B. die Apartments putzt, aufräumt und die Wäsche erledigt. Jay fragt sich das anfangs auch, es wird aber nie geklärt.
Interessant finde ich, dass sich in der Anderswelt Religion und Wissenschaft nicht widersprechen, sondern ergänzen bzw. gegenseitig bestätigen. Außerdem setzt sich diese Buchreihe kritisch mit der Arbeit und den Methoden von Geheimdiensten auseinander.
Die Liebesgeschichte, die sich im dritten Band angekündigt hat, wird fortgeführt. Es kommt auch zu zarter Erotik, das ist wirklich sinnlich und bezaubernd, so viel besser als die seit Jahren gehypten Romane, die gar keinen Raum mehr für die eigene Phantasie lassen, weil ungehemmt jede Spielart ausgelebt und alles bis ins Detail beschrieben wird.
Der Showdown ist für mich überzeugend, aber ich verstehe nicht, warum nur die kleinen Vertreter der Elemente Wasser und Luft mitgeholfen haben. Was ist mit Feuer und Erde? Jay hatte auch gar nicht geübt, mit dem Feuer umzugehen und auch an der Beherrschung ihrer Gefühle, insbesondere ihrer Wut hat sie nicht gearbeitet.
Also, an den Details hätte die Autorin noch etwas feilen können, aber alles in allem hat sie hier eine wirklich spannende Buchreihe geschrieben.

Tipp:
Ich habe alle vier Bände über die Onleihe ausgeliehen.


Donnerstag, 7. Februar 2019

Gelesen: "Dachschaden kann man nicht versichern" von Kristina Fisser



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Dachschaden kann man nicht versichern. Die wunderbare Welt unserer Psyche
Autorin: Kristina Fisser (mit Carina Heer)
Verlag: Goldmann
Taschenbuch
Preis: 12,00 € [D], 12,40 € [A], 17,90 CHF
272 Seiten
ISBN: 978-3-442-17704-2
Erschienen am 18. Juni 2018


Klappentext:
Jeden Abend ein Gläschen Wein? Schon wieder prokrastiniert und eine wichtige Aufgabe vor sich hergeschoben? Oder beim Streit mit dem Nachbarn zu einem kleinen Tobsuchtsanfall hinreißen lassen? Wir alle fragen uns manchmal: Ist das noch normal oder bin in ich nicht ganz richtig im Kopf? Kristina Fisser erklärt auf humorvolle Weise, warum es nichts Ungewöhnliches ist, ein bisschen „verrückt“ zu sein, wie wir unsere kleinen Dachschäden in den Griff kriegen und ab wann wir uns wirklich Gedanken über unsere geistige Gesundheit machen sollten.

Meine Meinung:
Auf dieses Buch wurde ich aufmerksam, als die Autorin in der Sendung "Fröhlich lesen" zu Gast war. Neulich lag es in der Stadtbücherei auf dem Tisch mit den Empfehlungen, also habe ich es ausgeliehen.
Dieses Buch ersetzt natürlich keine Therapie. Aber es gibt für "kleinere" Probleme ganz gute Anleitungen und sagt auch deutlich, wo die Grenze von solchen Ratgebern ist bzw. wann man sich dringend professionelle Hilfe suchen muss. Ich habe einige Kapitel beim Lesen ausgelassen, weil sie mich nicht interessieren, z.B. das Thema "Körperkult und Körperwahnsinn". Aber insgesamt hat mir das Buch gut gefallen.

Tipp:
Die ersten 27 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe. Darin sind das Inhaltsverzeichnis, das Vorwort und das erste Kapitel enthalten. Damit bekommt man einen ganz guten Eindruck, ob man die Themen interessant findet und ob man den Schreibstil der Autorin mag.

Dienstag, 29. Januar 2019

Gelesen: "Secret Elements 3: Im Auge des Orkans" von Johanna Danninger




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Secret Elements 3: Im Auge des Orkans
Autorin: Johanna Danninger
Verlag: Carlsen
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

eBook
Preis: 3,99 € (D), 3,99 € (A)
228 Seiten
ISBN 978-3-646-60243-2

Taschenbuch
Preis: 7,99 € (D), 8,30 € (A)
Erscheint am 01.08.2019
Seiten 336
ISBN 978-3-551-31804-6


Klappentext:
Endlich beginnt Jay ihre Ausbildung zur Agentin der Anderswelt. Noch nie hat sie etwas so sehr gewollt, geschweige denn sich derart für etwas ins Zeug gelegt. Doch die Zeit drängt und sie muss noch so viel lernen, bevor sie den Kampf gegen die Dunkelheit antritt. Dass ausgerechnet Lee einer ihrer Ausbilder ist, begeistert Jay aber wenig, denn der scheint sie trotz allem, was sie gemeinsam erlebt haben, nicht einmal wahrzunehmen. Das verletzt sie mehr, als sie zugeben würde – und es macht sie so wütend! Eine Wut, die Gefahr bedeuten kann, schließlich ist es ihr Herz, das die Magie der Elemente leitet…

Meine Meinung:
Im dritten Band kommen die Figuren in all ihren Facetten so richtig in Fahrt, wenn sie aufeinander prallen. Jay lässt sich nun richtig auf die Anderswelt ein, sie lernt die Sprache und benutzt sie auch. Sie macht die Ausbildung zur Agentin, allerdings zögert sie noch, sich auf die Wissenschaft einzulassen, weil manches gar zu phantastisch für ihre menschliche Vernunft klingt. Sie lernt, die bisher gefundenen Elemente zu beherrschen und mit ihnen ihre Umgebung anders wahrzunehmen. Dazu entdeckt sie auch noch weitere Talente an sich, die sie vorher noch nicht kannte und die auch ihre sehr Freunde sehr verwirren.
Die Actionszenen machen großen Spaß und das Kompetenzgerangel ist sehr lustig. Allgemein mag ich, dass die Geschichte zwar nervenzerfetzend spannend ist, aber Gewalt nicht unnötig quälend bis ins Detail und über längere Zeit ausgewalzt wird. Im Zuge der Ausbildung wird auch der Nahkampf trainiert und ich musste laut lachen, als Jay im Training einen besonders nervigen Angeber auf die Matte schickt und ihm ins Ohr knurrt: "Siebzehn Jahre Waisenhaus, Baby!"
Es entwickelt sich jetzt auch ganz zart eine, naja nicht Liebesgeschichte, aber da beginnen zwei Kandidaten sehr vorsichtig, um Jay zu werben. Das liest sich sehr schön.
Insgesamt wird Jay langsam erwachsen, sie ist längst nicht mehr so zynisch, sondern sie wirkt besonnener, verantwortungsbewusster und zentrierter.
Besonders gut gefallen mir übrigens die Parallelen der dargestellten Krise zu unserer aktuellen politischen Weltlage.

Sonntag, 20. Januar 2019

Gelesen: "Secret Elements 2: Im Bann der Erde" von Johanna Danninger



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: "Secret Elements 2: Im Bann der Erde"
Autorin: Johanna Danninger
Verlag: Carlsen
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
288 Seiten

eBook
Preis: 3,99 € (D), 3,99 € (A)
ISBN 978-3-646-60242-5

Taschenbuch
Preis: 7,99 € (D), 8,30 € (A)
erscheint am 31.01.2019
ISBN 978-3-551-31777-3


Klappentext:
Jay ist endlich bereit, sich auf die Anderswelt einzulassen und ihr Schicksal anzunehmen. Doch während sie es kaum erwarten kann, sich ihren Feinden entgegenzustellen und die übrigen Elemente aufzuspüren, sieht Lee in ihr nur eine Gefahr. Etwas, das er Jay bei jeder Gelegenheit deutlich spüren lässt und womit er sie buchstäblich in den Wahnsinn treibt. Jay ist gefangen zwischen Angst und Selbstzweifeln, denn keiner weiß, was geschehen wird, wenn sie als Trägerin des Orinion versagt …

Meine Meinung:
Der Klappentext ist mal wieder Käse. Aber das kennen wir ja schon.
Die Erlebnisse aus dem ersten Teil haben Jay verändert. Sie ist ein wenig ruhiger und vor allem nachdenklicher geworden. Sie betrachtet ihre Umgebung aufmerksam und hinterfragt die Vorurteile der anderen Leute. Und auch wenn sie es noch nicht so deutlich denkt, so wird hier vieles kritisiert, was es auch in unserer Welt gibt: Klassizismus, Ausbeutung und Umweltzerstörung.
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und schon den dritten Teil begonnen.

Tipp:
Auf der Verlagsseite gibt es eine Leseprobe. Man muss aber vor diesem Buch unbedingt den ersten Band "Im Dunkel der See" gelesen haben! Und dann will man einfach wissen, wie es weitergeht, da braucht man keine Leseprobe.

Gelesen: "Secret Elements 1: Im Dunkel der See" von Johanna Danninger



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.


Titel: "Secret Elements 1: Im Dunkel der See"
Johanna Danninger
Verlag: Carlsen
336 Seiten
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Taschenbuch
Preis: 7,99 € (D), 8,30 € (A)
ISBN 978-3-551-31722-3

eBook
Preis: 3,99 € (D), 3,99 € (A)
ISBN 978-3-646-60241-8


Klappentext:
Die 17-jährige Jay hält sich nur an ihre eigenen Regeln. Sie gilt als aufmüpfig und unkontrollierbar, versteckt ihr feuerrotes Haar und ihre blasse Haut unter schwarzen Klamotten und schlägt sich als Barkeeperin heimlich die Nächte um die Ohren. Bis ihr eine fremde Frau ein antikes Amulett überreicht, das kostbarste Geschenk, das sie je bekommen hat. Fatalerweise kann sie es, einmal angelegt, nicht mehr ablegen und befindet sich plötzlich in einem Geflecht aus übermenschlichen Agenten und magischen Bestimmungen. Dabei soll sie ausgerechnet der arrogante Lee, der Menschen grundsätzlich für schwach hält, beschützen. Wenn er nur nicht so unglaublich gut aussehen würde…

Meine Meinung:
Der Klappentext ist schon einmal Quark. Jay arbeitet nachts, um Geld anzusparen, weil sie nach dem Abitur Physik studieren will. Sie ist nämlich sehr intelligent und zielstrebig. Zudem ist sie ein Waisenkind und lebt im Heim, deshalb vertraut sie nur sich selbst und ist sehr zynisch. Außerdem hält Lee Menschen nicht nur für schwach, sondern vor allem für dumm und unfähig. Sein gutes Aussehen wird zwar erwähnt, aber es ist nicht permanent das Thema.
Mir ist Jay sehr sympathisch und ich habe gespannt verfolgt, was sie erlebt.
Dieses Buch ist der gelungene Auftakt zu einer spannenden Reihe.
Ich lese gerade schon am zweiten Band.

Tipp:
Die Leseprobe auf der Verlagsseite zeigt zwar gut den Schreibstil, aber sie ist vom Setting her nicht repräsentativ für die Geschichte.

Freitag, 18. Januar 2019

Gelesen: "Die magische Pforte der Anderwelt" von Sandra Regnier




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Die magische Pforte der Anderwelt (Pan-Spin-off)
Serie: Die Pan-Trilogie
Autorin: Sandra Regnier
Verlag: Carlsen
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren

Taschenbuch
Preis: 8,99 € (D), 9,30 € (AT)
Seiten 336
ISBN 978-3-551-31687-5

eBook
Preis: 3,99 € (D), 3,99 € (AT)
Seiten 336
ISBN 978-3-646-60354-5


Klappentext:
Die unterirdischen Gassen Edinburghs sind für die 16-jährige Allison nichts weiter als eine Touristenattraktion. Bis sie bei einer Führung mit ihrer Schulklasse aus Versehen eine mysteriöse Pforte öffnet und unsägliches Chaos anrichtet. Denn von nun an heftet Finn sich an ihre Fersen, der zwar verdammt gut aussieht, aber leider ziemlich arrogant ist und obendrein behauptet, ein Elfenwächter zu sein. Er verlangt von Allison, das Tor zur magischen Welt wieder zu schließen. Doch wie soll sie das anstellen, wenn sie noch nicht mal an die Existenz von Elfen glaubt?

Meine Meinung:
Über dieses Buch bin ich eher zufällig in der Onleihe gestolpert. Ich hab angefangen zu lesen und konnte kaum aufhören, weil mich der Schreibstil von Sandra Regnier mal wieder gepackt hat. Leider stolpert die Heldin mal wieder planlos durch die Gegend und in diesem ersten Teil wird keine einzige Frage beantwortet. Dafür geht es unerträglich oberflächlich zu, vor allem Finn ist wohl ein reines Objekt zum Anschmachten. Zuguterletzt endet die Geschichte auf einem dramatischen Cliffhänger. Und den nächsten Teil gibt es erst im Herbst. Immerhin gibt es in diesem Buch viel weniger Schreibfehler als in den vorangegangenen Bänden. 
Es handelt sich übrigens um ein Spin-Off. Zwar erscheinen die Hauptfiguren aus den anderen Bänden kurz, aber hier geht es um neue Figuren.

Meine Rezensionen der Pan-Trilogie:
Diese drei Bände gibt es übrigens inzwischen auch in der Onleihe!

Tipp:
Es gibt auf der Verlagsseite eine kostenlose Leseprobe und einen hübschen Trailer bei Youtube.


Dienstag, 8. Januar 2019

Gelesen: "Ich bin sehr hübsch, das sieht man nur nicht so" von Sarah Bosetti



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Sarah Bosetti
Titel: Ich bin sehr hübsch, das sieht man nur nicht so - Von einer, die auszog, das Scheitern zu lernen"
Verlag: rororo
Erscheinungstermin: 20.10.2017
192 Seiten
Taschenbuch ISBN: 978-3-499-63317-1
eBook ISBN: 978-3-644-40248-5
Preis: 9,99 €


Klappentext:
Niemand mag es, doch wir alle tun es: scheitern. An uns selbst, aneinander, an der Welt und natürlich an unseren Ansprüchen. Dabei ist es doch ganz einfach: Wenn man mal wieder das Mittelmaß trifft, einfach freundlich grüßen! In diesem Buch lotet Sarah Bosetti auf einer Silvesterparty – der Nacht der gescheiterten Existenzen – die vielen Möglichkeiten aus, sich zwischen Erfolg und Misserfolg genussvoll einzunisten. Sie erzählt von Menschen, die Schauspieler werden, weil sie es als Kellner einfach nicht geschafft haben, vom Versuch, mit Schwimmflügeln an den Füßen über Wasser zu gehen, und von der Einsicht, dass wir alle Gollum sind, wenn man uns neben Scarlett Johansson stellt. Ehrlich, selbstironisch und sehr witzig!

Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch wie in Trance gelesen. Es ist lustig, philosophisch, melancholisch, klug. Kein einziger Satz, kein Wort ist überflüssig. Die Ansichten und der innere Monolog der Ich-Erzählerin wandern durch alle wichtigen Themen des Lebens, die zeitlosen und die brandaktuellen.
Meine Empfehlung: Kaufen! Lesen! Und verschenken!

Tipp:
Die ersten 39 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe
Und kauft es bitte im Buchladen um die Ecke, sonst gibt es den bald nicht mehr. Danke!


Freitag, 28. Dezember 2018

Rückblick statt Vorsätze


Seit meiner Kindheit gibt es immer wieder schlimme Nachrichten über Umweltzerstörung. Früher waren es der saure Regen, der radioaktive Niederschlag nach Tschernobyl, das Ozonloch. Heute sind es Mikroplastik im Essen und Trinkwasser, Spuren von Glyphosat in unseren Körpern und die Klimaerwärmung.
Man gewöhnt sich daran, dass immer wieder eine neue Bedrohung auftaucht. Und obwohl es doch irgendwie immer weiter gegangen ist bisher, dürfen wir die Probleme nicht ignorieren. Denn irgendwann geht es vielleicht doch nicht mehr weiter. Wenn der Mensch die Natur so sehr zerstört hat, dass er selbst nicht mehr von und in ihr leben kann.

Letzte Woche habe ich irgendwo gelesen:
"Das beste Geschenk, das wir unseren Kindern machen können, ist ein Planet, auf und von dem sie leben können."

Was den meisten Leuten gar nicht klar ist: Es geht dabei nicht nur um die Eisbären, um Bienen oder um die Rotbauchunke. Es geht darum, dass der Mensch sich in den nächsten Jahren selbst ausrotten wird. Der Planet wird uns überleben. Und ich bin sicher, dass auch genügend Gräser, Kakerlaken, Pilze und andere Lebewesen durchkommen werden. Nein, um "die Natur" mache ich mir gar keine so großen Sorgen. Aber ich möchte ganz gern, dass meine Kinder überleben und auch sehr gern meine Enkelkinder.

Ich bin ja eher linksalternativ aufgewachsen und schon immer etwas gegen den Strom geschwommen. Ich habe viele Moden einfach nicht mitgemacht, weil ich keinen Sinn darin gesehen habe. Ich habe schon immer gern Dinge repariert oder selbst hergestellt oder ersetzt. Das war in meiner Familie ganz normal. Um die Klappe zum Dachboden zu öffnen und die Leiter herunterzulassen, gab es ursprünglich eine Stange mit einem Haken dran. Eines Tages brach der Haken ab. Oder war die Stange verschwunden? Egal, jedenfalls hätte man ja eine neue kaufen können. Aber wir hatten eine Schaumkelle mit einem Haken dran, die fortan im Flur lag, damit wir weiterhin auf den Dachboden gelangen konnten. Wir sagen noch heute "Bodenöffner", wenn wir eine Schaumkelle meinen.

Als ich allein gelebt habe, habe ich immer Leitungswasser getrunken, weil ich einfach zu faul war, Wasserflaschen vom Supermarkt nach Hause zu tragen. Manche nennen es "Rohrperle", wir nennen es "Mondwasser". Warum, das ist eine andere Geschichte.

Ich hielt mich also eigentlich schon für relativ umweltfreundlich mit meinem Upcycling, DIY und Bio-Einkauf (und fair, regional, saisonal). Aber da geht noch mehr. In den letzten Monaten haben wir ein paar Schritte gemacht, die für andere vielleicht total normal oder völlig absurd sind. 

Jeder geht seinen Weg und macht die Schritte, die ihm gerade leicht fallen oder wichtig sind. 

Ich zähle mal auf, was wir so in der letzten Zeit verändert haben:

Wir kaufen kein Plastikflaschenwasser mehr, sondern trinken konsequent Leitungswasser. Wir haben Edelstahlflaschen für unterwegs und für nachts. In der Küche steht eine Glaskanne, die wir zweimal am Tag neu füllen. Saft kaufe ich nur noch in Mehrwegpfandflaschen aus Glas. Wenn wir mal Cola kaufen, dann wenigstens in der Mehrwegplastikflasche. Meine Kaffeeflasche für unterwegs mag ich sehr.

Unser alter Wasserkocher war zum größten Teil aus Plastik. Neulich habe ich gelesen, wie viele Mikroplastikpartikel sich jedes Mal davon lösen, wenn man so Wasser kocht. Und die trinken wir dann im Tee mit? Nein danke! Es gibt Wasserkocher ganz ohne Plastik. Wir haben uns für einen Kompromiss entschieden, dessen Griff aus Plastik ist, aber der Wasserbehälter ist komplett aus Edelstahl.

Im Gäste-WC, wo die Kinder und ich hauptsächlich die Hände waschen, gibt es schon lange keine Flüssigseife mehr. Bei der festen Seife achte ich jetzt immer darauf, welche ohne Palmfett zu kaufen. Außerdem kaufe ich kein Duschgel, Shampoo etc. in Plastikflaschen mehr. Ich habe eine Weile No-Poo versucht (Haare waschen nur mit Wasser), aber das funktioniert bei mir leider nicht. Dann habe ich Roggenmehl ein paar Wochen lang getestet, das ist mir leider auch zu umständlich in der Handhabung. Ich habe jetzt eine Seife gefunden, die ohne Plastikverpackung, Palmfett und Avocado auskommt. Damit wasche ich mich von oben bis unten. Die Haare bekommen anschließend eine "saure Rinse", also eine Spülung aus stark verdünntem Essig. Und eine erfreuliche Nebenwirkung ist, dass mir viel weniger Haare beim Waschen und Kämmen ausgehen als früher.

Putzmittel kaufe ich auch kaum noch. Für vieles genügt Essig, Natron/Soda, Zitronensäure, Salz, Alkohol und Spülmittel (da gibt es eins im Supermarkt, dessen Plastikflasche aus recyceltem Plastik gemacht wird). Aus den Schalen von Zitrusfrüchten mache ich einen prima Allzweck- und Kalkreiniger. Viele tolle Anleitungen für solche Putzmittel gibt es auf http://smarticular.net . 

Überhaupt sammle ich Schraubgläser, denn in denen kann man viele Dinge aufbewahren, z.B. schäle ich gern Knoblauch auf Vorrat und friere ihn ein - im Schraubglas!

Meine Kinder essen gern Schokomüsli. Neulich ist ihnen aufgefallen, dass das ja in eine Plastiktüte verpackt ist. Also haben sie mich beauftragt, eins ohne Plastik zu kaufen. Da ich keins gefunden habe, mischen wir es jetzt einfach selber. 4-Kornmüsli gibt es nämlich in Papiertüten. Schokolade gibt es in Papier. Ich hacke also die Schokolade, fülle sie ins Schraubglas und die Kinder geben einen Teelöffel voll davon auf ihr Müsli. "Mama, das schmeckt jetzt viel besser als früher!"

Obst und Gemüse kaufe ich schon lange ohne diese dünnen Plastiktütchen. Das meiste lege ich einfach lose in meinen Einkaufswagen und auf das Kassenband. Für kleine oder empfindliche Dinge wie z.B. Weintrauben nehme ich eine Papiertüte. Einkaufstaschen habe ich noch nie gekauft. Irgendwie waren immer schon welche da und wir benutzen sie halt. Manche habe ich etwas aufgehübscht.

Brot, Kuchen und Kekse backen wir ja schon lange selber, mein Mann backt sogar Brötchen, denn er verträgt keinen Weizen und "normale" Schrippen aus Dinkelmehl gibt es in unserer Gegend leider nicht.

Ich bin seit über 11 Jahren nicht mehr geflogen. Und als ich mich entschieden habe, mir ein Auto zu kaufen, weil ich die vielen Termine der Kinder anders nicht koordinieren kann, war mir besonders wichtig, dass es einen geringen Kraftstoffverbrauch hat. Und ich fahre auch nicht wegen jeder Kleinigkeit los, sondern verbinde immer mehrere Erledigungen, um Sprit zu sparen.

Unsere Putzlappen, Servietten und Baumwollpads sind aus Stoff, die Spüllappen sind gehäkelt. Taschentücher sind teilweise Tuch an Tuch in der Pappbox und teilweise aus Stoff, darüber habe ich noch gar nicht gebloggt. Ich nähe sie aus alter Bettwäsche, die ist schön weich und hautfreundlich. Meine Monatshygiene (bäh, was für ein blödes Wort!) besteht aus Stoffbinden (Ärmel von schwarzen Baumwoll-T-Shirts) und einem Moon Cup. Wir kaufen nur noch Recyclingklopapier. 

Als nächstes will ich Deo selber machen. Das wollte ich schon lange und mein aktueller Deoroller ist bald leer. Eine leere Cremedose aus Metall habe ich schon aus meinem Fundus gekramt.

Falls Du auch auf dem Weg zu einem Leben mit weniger Plastik und Müll bist, würde ich mich freuen, wenn Du mir schreibst, was Du bisher so umgesetzt hast und was Deine nächsten Schritte sind!

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Gelesen: "Silber. Die Hochzeit. Ein Bonuskapitel" von Kerstin Gier




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Kerstin Gier
Titel: Silber. Die Hochzeit. Ein Bonuskapitel
E-Book
Preis: 0,99 € (D)
ISBN: 978-3-10-490876-2
FISCHER digiBook

Klappentext:
Ein Muss für alle Fans der Silber-Trilogie von Kerstin Gier

Meine Meinung:
Naja, man hat nicht wirklich etwas Wesentliches verpasst, wenn man dieses Bonuskapitel nicht gelesen hat, aber es ist nett, noch ein wenig weiter zu lesen über Mia, Liv, Henry, das Bocker und die restliche Verwandtschaft.

Tipp:
Ich hab dieses Buch bzw. Bonuskapitel bei der Onleihe gelesen.

Gelesen: "Jungs sind wie Kaugummi - süß und leicht um den Finger zu wickeln" von Kerstin Gier





Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Jungs sind wie Kaugummi - süß und leicht um den Finger zu wickeln
Verlag: Arena
Autorin: Kerstin Gier
Erscheinungsjahr: 2007
Alter ab: 12 Jahre
Seitenzahl: 200

eBook
ISBN 978-3-401-80100-1
Preis: 5,99 € [D], 5,99 € [A]
Taschenbuch
978-3-401-06093-4
Preis: 9,95 € [D], 10,30 € [A]


Klappentext:
Sissi ist dreizehn, ziemlich frech, gnadenlos schlecht in Mathe – und unsterblich verliebt! Doch leider hat ihr Traumprinz nur Augen für ältere Mädchen „mit Erfahrung“. Also setzt sie Himmel und Erde und dazu noch ihren Sandkastenfreund Jacob in Bewegung, um sich a tempo gefühlsechte Informationen zum Thema zu beschaffen.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist meiner Meinung nach das ehrlichste Buch von Kerstin Gier. Während die Protagonistinnen ihrer späteren Jugendbücher für meinen Geschmack immer ein wenig unrealistisch nett und clean sind, kann ich mich gut erinnern, dass ich damals auch ein wenig wie Sissi war.
Die Geschichte ist eigentlich nichts Besonderes, aber man kann sie durchaus lesen, entweder um zu verstehen, was gerade mit den eigenen pubertierenden Kindern los ist, oder um froh zu sein, dass man aus dem Alter wirklich raus ist. Puh, was bin ich glücklich, nicht mehr zur Schule zu gehen und mit diesem blöden Monstergeodreieck Sachen an die Tafel zeichnen oder zwischen den Stunden vom Container oder aus der Filiale rüber ins Hauptgebäude hetzen zu müssen.

Tipp:
Die ersten 33 Seiten gibt es als Leseprobe.
Und das ganze Buch gibt es bei der Onleihe.


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