Titel: Man vergisst nicht, wie man schwimmt
Autor: Christian Huber
Preis: 13,00 €
Taschenbuch
Verlag: dtv
ISBN : 978-3-423-21856-6
Veröffentlichung: 20.04.2023
400 Seiten
Klappentext:
31. August 1999. Sengende Hitze liegt über Bodenstein, dem Heimatkaff des 15-jährigen Pascal. Es sind die großen Ferien, und eigentlich könnte der Junge den Sommer genießen. Den Skatepark. Die Partys der Oberstufler. Das Freibad mit den besten Pommes des Planeten. Doch seit er nicht mehr schwimmen kann, mag Pascal den Sommer nicht mehr. Warum das so ist, das kann er nicht erzählen. Ebenso wenig, wieso ihn alle Krüger nennen. Und erst recht nicht, warum er sich unter keinen Umständen verlieben darf. Lieber träumt er vor sich hin und schreibt Geschichten. Dann kracht Jacky in seine Welt. Ein geheimnisvolles Mädchen aus dem Zirkus. Mit roten Haaren, wasserblauen Augen und keiner Angst vor nichts. Zusammen verbringen sie einen flirrenden, letzten Sommertag, der alles für immer verändert ...
Meine Meinung:
Triggerwarnung: In diesem Roman gibt es häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder, dazu noch Alkohol, Nikotin und andere Drogen, sowie Nazi-Parolen gegen Zirkusleute.
Diese Geschichte ist in manchen Dingen wunderschön, in anderen wirklich furchtbar. Mal ist sie herrlich poetisch, dann hat sie wieder unerträgliche Längen. Der Sommer, die Jugend, die späten 1990er Jahre, Freibadpommes, das ist alles großartig beschrieben. Aber die ganze Zeit geht es darum, dass Jungs um jeden Preis cool sein müssen. Um jeden Preis müssen sie verhindern, dass sie ausgelacht werden oder nicht dazu gehören. Niemals darf man(n) über Gefühle oder Ängste reden. So saufen, rauchen, kiffen und klauen diese 15-jährigen Jungs, dass mir die Haare zu Berge stehen. Ständig müssen sie "coole" Sprüche produzieren und mit passenden Gesten untermalen ("Schnipsinger"). Toxische Männlichkeit hat schon für Mädchen und Frauen üble Folgen, aber was das auch mit Jungs macht, ist wirklich traurig. Und dieses Problem wird in der Geschichte nicht überwunden oder erkannt. Es existiert halt und ist nicht zu ändern.
Das Ende finde ich sehr schwach. Und auch, dass man die Vorgeschichte von Jacky nicht erfährt. Da hat der Autor es sich wirklich zu leicht gemacht.
Tipps:
Die ersten 40 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.
Das Hörbuch ist bei DAV erschienen. Es gibt eine kostenlose Hörprobe.
