1. "Margo's got Money Troubles" von Rufi Thorpe
Wer noch nicht weiß, welche Blüten die Kombination aus Patriarchat und Kapitalismus heutzutage treiben, findet diese Geschichte vielleicht interessant. Ich finde das Thema zum Gähnen langweilig. Der ständige Wechsel der Erzählperspektive ist da auch nicht hilfreich, im Gegenteil er nervt. Kann mal bitte jemand sich eine neue Geschichte ausdenken, nicht immer dieses: Er ist verheiratet und ihr Professor, sie haben eine Affäre ohne Verhütung (Krankheiten sind offenbar kein Thema mehr?) und natürlich wird die junge Frau schwanger. Sie hat kein Geld, muss aber die Miete bezahlen, also prostituiert sie sich bzw. macht Online-Pornografie. Diese Geschichte ist so alt wie das Patriarchat, also ca. 10.000 Jahre. Wie wäre es denn mal mit jungen Frauen, die nicht so naiv sind? Wobei ich auch diesen Vorwurf unfair finde, denn von klein auf wird uns mit Märchen und Rom-Coms, mit Sprüchen und Erwartungen aus der Familie ein bestimmtes Verhalten und vor allem viele Tabus eingebläut. Ich habe es so satt! Denkt Euch doch mal eine andere Story aus und andere Lösungen!
2. "Staying Alive - kein Arztroman" von Eva Mirasol
Dieses Buch nennt sich Roman, liest sich aber wie ein Blog. Es ist eine Aneinanderreihung von Anekdoten, die ich weder lustig noch berührend fand, dazu ist der Stil zu kühl, man erfährt auch nichts über die Figuren. Ich habe nach 10% aufgegeben.
3. "Still Life" von Louise Penny
Dieser cozy Krimi spielt in Kanada. Das Setting und die Sprache gefallen mir gut. Ich finde auch die Hintergründe interessant. Bisher wusste ich nicht viel über die Spannungen zwischen den frankophonen und anglophonen Teilen der Bevölkerung. Aber leider sind die Figuren kaum ausgearbeitet. Die Namen rauschen nur so an mir vorbei, ich kann mir nicht merken, wer nun wer ist und welche Vorgeschichte hat. Sie blieben mir alle fremd.

