Dienstag, 21. April 2026

Noch mehr abgebrochene Bücher



1. "Robuste Herzen" von Volker Jarck
Das Setting mag ich und manche Formulierungen sind sehr gelungen, aber die meiste Zeit fand ich den Schreibstil holperig. Die Story plätschert so dahin, die Figuren bleiben mir fremd.



2. "Else" von Jasna Fritzi Bauer und Katharina Zorn
Die Idee hat mir gut gefallen, aber die Umsetzung ist leider wirklich schwach.
Mitten in den Rückblenden wird immer wieder erklärt, dass es damals z.B. keine Sicherheitsgurte im Auto gab und dass immer und überall geraucht wurde. Das hätte man nebenbei einbauen können, aber doch bitte nicht so oberlehrerhaft! Dazu kommen einige Details, die für mich nicht in die Zeit passen. Mag sein, dass es 1968 vereinzelt Spülmaschinen gab, auch in Sportvereinen, aber selbst in den 1980er Jahren waren sie noch eher selten und ich habe in den 1990ern noch in der Kneipe von Hand gespült. Aber gut, vielleicht gab es in elitären Tennisclubs schon Spülmaschinen. Dann trinken die Frauen in der Gastronomie dieses Tennisclubs mitgebrachten Prosecco. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ohne Korkengeld geduldet wurde. Außerdem gibt es Prosecco zwar schon seit Jahrhunderten, aber erst seit den 1990ern wurde er in Deutschland zum Trendgetränk. Aber gut, vielleicht war das in Frankfurt anders. Abgebrochen habe ich die Lektüre, als der Queen "Was auch immer Liebe bedeutet" in den Mund gelegt wird. 1968. Also bitte, das hat Prinz Charles (jetzt König) 1981 anlässlich seiner Verlobung mit Lady Diana Spencer gesagt.
Die beiden Autorinnen sind eine ganze Ecke jünger als ich, aber heutzutage kann man solche Dinge recherchieren. Ich kann auch nicht verstehen, wie so etwas dem Lektorat durchrutschen kann. Das ist peinlich!



3. "Pi mal Daumen" von Alina Bronsky
Ich hatte mich so sehr auf dieses Buch gefreut, aber leider mag ich es nicht. Keine der Figuren ist mir sympathisch. Moni ist total übergriffig und mit über 50 sollte sie ihre rosarote Brille abgesetzt und gelernt haben, Grenzen zu ziehen. Oscar ist mir zu arrogant und oberflächlich. Außerdem ist sein Charakter unrund. Alina Bronsky wollte da gern einen autistischen Mathe-Nerd erschaffen, aber es kommt mir vor, als hätte sie ein paar Folgen TBBT geguckt und ein paar Mathe-Studenten befragt, wie das Studium so ist. Herausgekommen ist eine mäandernde Story voller Klischees, die sich einfach nicht echt anfühlt, sondern planlos durch verschiedene Probleme ruckelt. Ich bin selber 50 Jahre alt und habe eine große Begabung für Mathematik, die oft dazu führt, dass ich Menschen über Dinge zutexte, die kein Wort verstehen und mich anschließend seltsam finden. Meine Kinder haben diese Begabung auch geerbt.
Man sollte eben nicht über Dinge schreiben, zu denen man selbst absolut keinen Bezug hat.

Samstag, 18. April 2026

Comic: "Revenge of the Librarians" von Tom Gauld













Coverbild vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Revenge of the Librarians
Autor: Tom Gauld
Verlag: Drawn & Quarterly
Pages : 180

Hardcover
ISBN : 9781770466166

eBook
ISBN : 9781770466562


Klappentext:
Confront the spectre of failure, the wraith of social media, and other supernatural enemies of the author.
Tom Gauld returns with his wittiest and most trenchant collection of literary cartoons to date. Perfectly composed drawings are punctuated with the artist’s signature brand of humor, hitting high and low. After all, Gauld is just as comfortable taking jabs at Jane Eyre and Game of Thrones.
Some particularly favored targets include the pretentious procrastinating novelist, the commercial mercenary of the dispassionate editor, the willful obscurantism of the vainglorious poet. Quake in the presence of the stack of bedside books as it grows taller! Gnash your teeth at the ever-moving deadline that the writer never meets! Quail before the critic’s incisive dissection of the manuscript! And most important, seethe with envy at the paragon of creative productivity!
Revenge of the Librarians contains even more murders, drubbings, and castigations than The Department of Mind-Blowing Theories, Baking with Kafka, or any other collections of mordant scribblings by the inimitably excellent Gauld.

Meine Meinung:
Manche Witze waren vielleicht in der Pandemie lustig. Andere verstehe ich nicht, vermutlich weil ich den Klassiker nicht gelesen habe, auf den sie sich beziehen. Aber viele sind wirklich umwerfend komisch. Ich habe das Buch im Wartezimmer beim Arzt gelesen und wurde immer wieder neugierig von anderen Wartenden beäugt, weil ich ständig gekichert habe. Als ich aufgerufen wurde, hat sich die MTA entschuldigt, dass ich so lange warten musste. Ich habe breit gegrinst und gesagt, dass ich das gar nicht gemerkt habe, weil ich ein lustiges Comicbuch gelesen habe. Sie guckte daraufhin etwas irritiert. Scheint nicht so oft zu passieren. Dabei soll doch Humor die beste Medizin sein. Ich wäre dafür, dass in Wartezimmern statt der üblichen Zeitschriften, die darauf abzielen, dass Frauen sich selbst hässlich finden und als Abhilfe viel Geld ausgeben, lieber solche Bücher liegen sollten.

Tipps:
Es gibt unterschiedliche Leseproben beim Verlag und bei Ecolibri.
Das Buch ist auf deutsch unter dem Titel "Die Rache der Bücher" erschienen. Aber wenn das schon im Titel so schlampig übersetzt ist, sollte man wirklich besser das Original lesen.



Mittwoch, 15. April 2026

Mein Leben ist zu kurz für diese Bücher



1. "Unser Sommer am See" von Nikola Huppertz. 
Die Geschichte ist von "Ferien auf Saltkrokan" von Astrid Lindgren abgeschrieben. Dazu kommen noch ein schlechter Schreibstil und unverantwortlicher, verstörender Umgang mit Tieren. Ich hatte mich auf eine schöne Sommergeschichte gefreut und bin wirklich erschüttert, was für Bücher heutzutage so verlegt werden.



2. "Tales of the City" von Armistead Maupin
In den 1990ern habe ich mit einem Mann zusammengelebt, der diese Reihe im Regal stehen hatte. Damals gab es noch keine eBooks und kaum Hörbücher. Neue Bücher waren für mich als Studentin unerschwinglich. Bibliotheken hatten selten geöffnet und wenig Auswahl.  Daher hatte ich nur drei Optionen, an neues Lesefutter zu kommen. Ich konnte ins Antiquariat gehen (wir hatten eins im Haus, wunderbar), mein Wunschzettel für Geburtstag und Weihnachten war immer gut gefüllt und ich lieh mir gern Bücher von Menschen aus meinem Umfeld. Also las ich auch, was da eh schon in unseren Wohnzimmer stand. Nach ein paar Kapiteln hatte ich den ersten Band abgebrochen. Ich mochte den Stil nicht. Jetzt ist mir die Reihe bei Libby wieder über den Weg gelaufen und ich habe ihr eine zweite Chance gegeben, denn vielleicht lag es ja damals an der Übersetzung? Nein, auch im Original mag ich sie nicht. Flache Charaktere in einer Seifenoper mit faden Beschreibungen, dafür aber haufenweise Namedroppings, die mir nichts sagen und die ich aber auch nicht nachschlagen will. Die Sache hat damals bestimmt gut funktioniert als Fortsetzungsroman in einer Zeitung in San Francisco. Aber mit zeitlichem und räumlichem Abstand funktioniert sie für mich leider nicht.




3. "Wenn die Tage länger werden" von Anne Stern
Ich mag die Fräulein-Gold-Reihe von Anne Stern sehr, deshalb dachte ich, mit dieser Autorin kann ich nichts falsch machen. Da habe ich mich wohl geirrt. Ich habe nichts gegen träge Sommergeschichten und sie dürfen auch gern ernste Themen enthalten. Aber das hier war so zäh und schwer, zu viele eigentlich wichtige Themen, die dann aber leider nur gestreift wurden. Die Protagonistin blieb mir fremd, sie war mir einfach unsympathisch.


Sonntag, 12. April 2026

Gelesen: "Märchenland für alle"

 


Coverbild findet man leider nicht mehr beim Verlag, obwohl es das Buch noch zu kaufen gibt.


Titel: Märchenland für alle
ISBN 978-3-8310-4509-9
180 Seiten
Übersetzer'innen: Christina Kunze, Timea Tankò, Tünde Malomvölgyi
Altersempfehlung: ab 6 Jahren
herausgegeben von Boldizsár Nagy M.
Illustrationen: Lilla Bölecz
Preis: 16,95 €


Klappentext:
So bunt und vielfältig ist das Märchenland!
Es war einmal ein Prinz, der den Prinzen seines Herzens suchte, ein Hase mit drei Ohren und eine Königstochter, die lieber Abenteuer erlebte, anstatt zu heiraten. Traditionelle ungarische Märchen neu erzählt – das ist die Idee hinter diesem besonderen Kinderbuch. Und so versammelt es 17 fabelhafte Geschichten, in denen ungarische Autor*innen wie Judit B. Tóth, Zoltán Csehy Petra Finy und Dóra Gemesi von diversen Held*innen und ihren märchenhaften Erlebnissen berichten.
Moderne Märchen-Interpretation für Kinder und Erwachsene.
Ob groß oder klein – das Märchenbuch ab 6 Jahren zeigt uns allen, wie vielfältig die Welt ist und wie wir offen und tolerant mit unseren Mitmenschen umgehen. Das Buch hilft sowohl Kindern als auch ihren Eltern, sich für mehr Diversität, Gleichberechtigung und gegen festgefahrene Rollenbilder einzusetzen und fördert Selbstvertrauen und Toleranz. Ein märchenhaftes Buch mit echtem Happy End. In Ungarn hat das Buch im Sommer 2021 hohe gesellschaftspolitische Wellen geschlagen und wurde gegen alle Widerstände ein Bestseller.

Meine Meinung:
Ich höre sie schon jammern, die ewig Gestrigen: "Wo kommen wir denn da hin? Das haben wir doch noch nie so gemacht! Das haben wir schon immer so gemacht! Das wäre ja noch schöner! Macht uns nicht auch noch die Märchen kaputt!"
Mich hat schon als Kind gestört, dass die Figuren in Märchen immer so stereotyp sind. Auch wenn ich dieses Wort damals natürlich noch nicht kannte. Vor ein paar Jahren habe ich die "Gender Swapped Fairy Tales" gelesen und war sehr verzaubert. "Märchenland für alle" finde ich genauso schön. Genau solche Geschichten brauchen wir: voller Magie, Abenteuer und Vielfalt!

Tipps:
Statt einer richtigen Leseprobe gibt es immerhin ein paar Seiten zum Anschauen: Beispiel 1, Beispiel 2, Beispiel 3.
Das Hörbuch ist bei "Der Audio-Verlag" erschienen. Dort gibt es eine Hörprobe.

Donnerstag, 9. April 2026

Gelesen: "Wir werden jung sein" von Maxim Leo

 


Coverbild vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Wir werden jung sein
Autor: Maxim Leo
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Veröffentlichung: 7. März 2024
eBook
ISBN: 978-3-462-31069-6 
304 Seiten


Klappentext:
Ihr Leben gerät aus den Fugen, als die Teilnehmer einer Medikamentenstudie an der Berliner Charité plötzlich jünger werden. Jakob ist gerade seiner ersten Liebe begegnet und verliert auf einmal jegliche Lust. Jenny wünscht sich seit vielen Jahren vergeblich ein Kind und wird plötzlich schwanger. Wenger, ein schwerkranker Immobilienpatriarch, verabschiedet sich mit einem rauschenden Fest von der Welt, um kurz darauf – zur Verzweiflung seiner Erben – wieder aufzublühen. Und Verena, die zweifache Olympiasiegerin über 100 Meter Freistil, hat ihre Profizeit längst hinter sich, als sie bei einem Schaukampf der Ex-Stars überraschend neue Rekorde aufstellt. Als die Öffentlichkeit von ihrer Verjüngung erfährt, überschlagen sich die Ereignisse. 

Meine Meinung:
Von der Idee her sehr interessant. Die Geschichte verläuft auch ganz unterhaltsam. Aber die Figuren werden alle sehr nüchtern beschrieben, keine war mir wirklich nah. Spannende Situationen werden zu schnell aufgelöst. Ich brauche kein großes Drama, aber ein wenig mehr Handlung hätte es gern sein dürfen. Von den vielen Enden haben mir manche gefallen, andere nicht. Insbesondere dass die große moralische und ethische Problemstellung nur dargelegt wird, ist sehr unbefriedigend. Und auch, dass nicht erkannt wird, dass wir bereits jetzt schon fast dieselben Probleme haben und diejenigen, die sie lösen könnten, dies nicht tun. Stattdessen sind sie selbst die Ursache für die meisten Probleme.

Tipps:
Es gibt eine kostenlose Leseprobe.
Das Hörbuch ist bei Argon erschienen.
Dort gibt es eine kostenlose Hörprobe.




Montag, 6. April 2026

Gelesen: "Nie war früher schöner als jetzt" von Oliver Kalkofe



Coverbild vom Verlag zur Verfügung gestellt

Titel: Nie war früher schöner als jetzt
Autor: Oliver Kalkofe
Verlag: Knaur
eBook 
Veröffentlichung: 03.11.2025 
ISBN: 978-3-426-56883-5 
240 Seiten


Klappentext:
Wir hatten zwar nix, aber davon viel mehr. Eigentlich war es doch eine wunderschöne Zeit.
Stimmt das wirklich? Oder haben unsere gnädigen Hirne aus dem Erinnerungsalbum namens »Die gute alte Zeit« einfach nur ein paar unschöne Details von der mentalen Festplatte gelöscht? Wie zum Beispiel die körperlich spürbare Langeweile, den Zigarettenqualm im tierisch engen Urlaubsauto, Vokuhila und Dauerwelle auf allen Köpfen, miefig vertäfelte Partykeller, Mettigel als Haustier und nur zwei Fernsehprogramme mit Sendeschluss.
In seinem neuen Buch öffnet Oliver Kalkofe sein Boomer-Herz und seine persönlichen Fotoalben. Er nimmt uns mit auf eine Zeitreise in die eigene Jugend und fragt sich im Namen aller Babyboomer: War früher wirklich mehr Lametta? Was hat die Vergangenheit mit der Gegenwart zu tun – und lässt sich die Gegenwart ohne die Vergangenheit überhaupt verstehen?
Oliver Kalkofe analysiert die vermeintlich goldenen Boomer-Zeiten mit bewährt drastischer Komik und raffinierter Wortkunst. Dabei stellt er sich selbst und eine ganze Generation vor den Spiegel: Waren die Blöden damals wirklich noch schlauer als heute? Saufen wir uns die 70er, 80er und die Jahre drum herum letztlich nur schön – oder hatten wir das Glück, in den besten Jahrzehnten überhaupt groß zu werden?

Meine Meinung:
Wenn ich meinen Kindern davon erzähle, wie wir früher von der Telefonzelle aus jemanden angerufen haben, wie wir unsere Uhren mit Hilfe der Zeitansage gestellt haben und dass wir eine Woche lang auf die nächste Folge unserer Lieblingsserie warten mussten und dass man diese nur zu einem festen Termin sehen konnte, aber nur wenn man die Zimmerantenne nicht versehentlich einen Millimeter bewegt hatte, komme ich mir immer vor wie ein Dinosaurier. Ja, es hat schon vorher solche Bücher über diese Zeit gegeben, z.B. "Generation Golf". Aber niemand schreibt über die "gute alte Zeit" so witzig wie Oliver Kalkofe. Und außerdem war es ja auch die beste aller Zeiten, davon bekommt man ja eh nie genug. Erinnert Euch nur mal an den kalten Krieg, den sauren Regen, das Waldsterben, Tschernobyl und die Abwesenheit jeglicher Pflanzenmilch und für die Herstellung von Tofu kam man damals angeblich sogar in den Knast...

Tipps:
Die ersten 33 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe
Das Hörbuch, gelesen vom Autor, gibt es bei Argon. 
Dort gibt es eine kostenlose Hörprobe.



Freitag, 3. April 2026

Hörbuch: "Wer Angst hat, soll zuhause bleiben - Poesie gegen Populismus" von Sarah Bosetti

 


Coverbild vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Wer Angst hat, soll zuhause bleiben - Poesie gegen Populismus
Autorin: Sarah Bosetti
Autorinnenlesung
Verlag: Argon
Downdoad
ungekürzte Fassung
Preis: 15,95 €
Veröffentlichung: 04.04.2023 
Laufzeit: 2 Stunden 41 Minuten 
ISBN: 978-3-7324-0814-6 


Klappentext:
Sarah Bosetti hat einen Weg gefunden, die Demokratie zu retten: mit Poesie gegen Populismus! Wohin man schaut: Weltuntergang. Doch Klimawandel, Krieg und Krisen wären zu meistern, wenn die Menschen ihnen mit ehrlicher Vernunft begegnen würden. Im Kampf gegen Fake News, Diskriminierung und Diskursverschiebung nimmt Sarah Bosetti sich einige der schönsten, schlimmsten oder absurdesten populistischen Aussagen bekannter Persönlichkeiten vor – von Alice Schwarzer über Olaf Scholz bis Wladimir Putin – und beantwortet sie mit klugen, bissigen und witzigen Gedichten

Meine Meinung:
Sehr frech, oft süffisant, aber immer extrem klug antwortet Sarah Bosetti mit Poesie auf Aussagen von Politikern und anderen Menschen in der Öffentlichkeit, die bitte endlich mal Hirn und Herz einschalten sollen. Danke, Frau Bosetti!

Tipps:
Beim Argon-Verlag gibt es eine kostenlose Hörprobe.
Die Printausgabe ist bei Rowohlt erschienen.
Dort gibt es eine kostenlose Leseprobe.



Dienstag, 31. März 2026

Hörbuch: "Die Känguru-Offenbarung" von Marc-Uwe Kling



Coverbild vom Verlag zur Verfügung gestellt

 
Titel: Die Känguru-Offenbarung
Autor: Marc-Uwe Kling
Reihe: Känguru, Teil 3
Verlag: HörbuchHamburg
Laufzeit: 460 Minuten
ISBN: 978-3-8449-0843-5
Veröffentlichung: 10.03.2014


Klappentext:
Endlich: Es geht weiter! Nach dem Manifest folgt die Offenbarung! Hier kommt die fulminante Fortsetzung der Fortsetzung: der »Känguru-Chroniken« dritter Teil. Das Beuteltier und der Kleinkünstler auf der Jagd nach dem mysteriösen Pinguin. Haltet euch bereit: »Dies ist die Offenbarung des Kängurus, dem Asozialen Netzwerk zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll; und sie wurde gesandt durch eine E-Mail zu seinem Knecht Marc-Uwe, der bezeugt hat das Wort des Kängurus und das Zeugnis vom Asozialen Netzwerk, was er gesehen hat. Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung, denn die Zeit ist nahe.« Halleluja.

Meine Meinung:
Ich höre die Geschichten vom Känguru immer abends zusammen mit Kind 2, ein liebgewonnenes Ritual. Dieser dritte Teil der inzwischen fünfbändigen Trilogie ist leider nicht so großartig wie der zweite, aber dennoch ist es natürlich das Känguru und damit noch immer um Klassen besser als so viele andere Werke dieser Art. Vor allem "Blutig" (siehe Hörprobe) und "Ich vermisse nichts" haben uns so gut gefallen, dass wir sie mehrmals gehört haben und dabei kichernd unterm Tisch lagen.

Tipps:
Bei Hörbuch Hamburg gibt es eine kostenlose Hörprobe.
Die Printausgabe ist beim Ullstein-Verlag erschienen. Bei Ecolibri gibt es die ersten 58 Seiten als kostenlose Leseprobe.



Samstag, 28. März 2026

Mein Leben ist zu kurz für diese Bücher


1. "Sonne und Beton" von Felix Lobrecht
Einen Roman in Umgangssprache zu schreiben ist keine neue Idee. Man kann das mögen oder ablehnen. Ich habe kein Problem damit, aber es ist nicht abendfüllend. In dieser Geschichte passiert fast nichts. Ein paar Jungs aus Berlin kiffen, saufen und klauen. Hauptsächlich sind sie damit beschäftigt, ihre vermeintliche Coolness zu pflegen. Die Jungs verachten ihre Eltern, vor allem die Väter, die keine richtige Arbeit haben, saufen, vor der Glotze hängen und keine Verantwortung übernehmen, aber sie selber übernehmen auch keine Verantwortung für das eigene Leben und für ihre eigene Zukunft. Es ist eine Dokumentation über eine bestimmte Gesellschaftsschicht und vielleicht wird man das in 50 Jahren so lesen wie man heute Bilder von Zille anschaut. Aber mir ist das zu wenig. Sowohl das Buch als auch die Graphic Novel gibt es bei Libby.



2. "Immer muss man selber feiern" von Ellen Berg
Dies ist die Fortsetzung von "Alles muss man selber machen" und ich hatte mich so darauf gefreut, weil mir der erste Teil wirklich super gefallen hat. Aber den zweiten musste ich abbrechen, weil ich nicht ertragen habe, wie Nick Nele behandelt. Er redet so respektlos mit ihr und erwartet, dass sie einsieht, dass seine Meinung die Wahrheit ist. Er lädt seine Eltern zu Weihnachten ein, ohne dass mit ihr abzusprechen. Er bestimmt, dass es Weihnachten Sauerbraten gibt, weil das in seiner Familie immer so gemacht wird. Als sie sagt, wie sie immer Weihnachten feiert, bügelt er das ab. Und sie himmelt ihn trotzdem an, weil er ja so toll aussieht und so gut riecht. Kleiner Tipp: So einen Mann kann man sich ab und zu ins Bett holen, aber man muss doch nicht mit ihm leben! Ich hab ans Ende geblättert und die letzten zwei Kapitel gelesen. Es ist haarsträubend und fußnägelhochrollend. Zum Glück habe ich kein Geld für diesen Mist ausgegeben, sondern das eBook in der Onleihe gelesen.



3. "Das Licht in den Birken" von Romy Fölk
Nachdem mir "Die Rückkehr der Kraniche" so gut gefallen hat, wollte ich gern noch mehr von Romy Fölk lesen. Aber dieses Buch hier musste ich abbrechen, weil mich vor allem die Wiederholungen von Wörtern oder Satzteilen so genervt haben. "Juli hob den Blick und blickte durch die Baumriesen", merkt das niemand im Lektorat? Ich habe kein Problem damit, dass das Buch seicht bis kitschig und der Plot vorhersehbar ist. Aber sprachlich finde es es unerträglich. Und die Figuren sind auch nicht stimmig.


Mittwoch, 25. März 2026

Comic: "Touché 9000" und "Touché 9500" von Tom




Titel: Tom Touché 9000
Autor: Thomas Körner
Erscheinungstermin: 28. Juli 2023
512 Seiten
ISBN 978-3-8303-8048-1
Preis: 14,00 € (D), 14,40 €(A), 20,90 CHF(CH)
Reihe: TOM Touché




Titel: Tom Touché 9500
Autor: Thomas Körner
Erscheinungstermin: 31. Juli 2025
512 Seiten
ISBN 978-3-8303-8049-8
Preis: 14,00 € (D), 14,40 €(A), 20,90 CHF(CH)
Reihe: TOM Touché


Klappentext:
©TOM ist Langstreckenmeister. Seit über 32 Jahren zeichnet er für jede taz-Ausgabe einen Strip von Touché. Jetzt hat er die 9.500 erreicht. Die unerschütterliche Post-Oma ringt mit dem Postbeamten, der Junge dirigiert vom Fahrradrücksitz aus die Welt, der wortlose Junge im Sandkasten hat nach wie vor Superkräfte bei der Verteidigung seiner Burg und der Frisör hat für jeden Kundenwunsch eine Lösung parat. Jede Geschichte ist neu und aktuell. Wie macht ©TOM das? Wer es nicht in der Zeitung gelesen hat, der kann das hier tun, im frisch gebrannten 9.000er-/9.500er-Ziegel.

Meine Meinung:
Langsam wird es eng in meinem Regal. Da stapeln sich die Ziegelsteine von Tom Körner und es wird noch genau einer in die letzte Lücke passen. Im Vorwort steht, dass Tom voraussichtlich vor dem 10.000sten Comicstrip in Rente gehen wird. Aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er diese Reihe nicht vollmachen wird. Ich kann mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, dass es bald keine neuen Geschichten mehr von der Postoma, dem fiesen Kind im Sandkasten, dem Kind auf dem Rücksitz, der Baumumarmerin, den Bademeistern, dem rauchendem Ralf und den Weltuntergangsdamen geben soll. Sie sind liebgewonnene alte Bekannte, die einfach zu meinem Leben dazu gehören. Die Geschichten haben manchmal einen sehr aktuellen Bezug, vieles ist aber wunderbar zeitlos und hinreißend lustig. Sie werden mir fehlen. Auch wenn da jetzt schon 9500 von ihnen in meinem Regal stehen. Ich hätte wirklich gern noch einen 10.000er Band!


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