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Dienstag, 12. März 2019

Garngeflüster: Viele viele bunte Reste


Neulich saß ich so strickend am Abend und hörte einen Podcast, als ich plötzlich ein drängendes Flüstern aus meinem Wollvorrat vernahm. Und was macht man, wenn die Wolle ruft?
Ich sprang auf und suchte im Stash, bis ich die Tüte mit den Merinoresten fand. Sie stammen von meinen eigenen Projekten und von der Schwiegercousine, die mir alle paar Jahre ihre Reste, Stashleichen und Ufos schenkt. Diese Merinoreste wollten nun dringend ein Dreieckstuch im Mock Fisherman's Rib-Muster werden.


Ich sortierte die Reste nach Farben und dann nach Garnmenge. Leider gab es da mehrere Grautöne, die sich recht ähnlich sahen, aber doch so unterschiedlich sind, dass man es deutlich sehen konnte. Rückblickend würde ich sie vielleicht trotzdem zusammen verarbeiten und einfach "faden", so nennt man ja seit einiger Zeit das abwechselnde Stricken mit zwei Knäulen.


Ich habe also ein Dreieckstuch gestrickt, in der Mitte der langen Seite angefangen und an den Rändern in jeder Reihe zugenommen, in der Mitte nur in jeder vierten Reihe. Mit dem Ergebnis bisn ich sehr zufrieden, vor allem die Form und die Struktur sind großartig. Durch das Rippenmuster schmiegt es sich wunderbar um die Schultern. Und mit knapp 2 Metern Spannweite lässt es sich auch sehr gut als Schal um den Hals wickeln. Zurzeit pfeift ja doch teilweise ein eisiger Wind.




Mittwoch, 5. Oktober 2016

Me Made Mittwoch: Longpulli und Kuscheltuch (Garngeflüster Nr. 3)



Diesen Raglan habe ich im Sommerurlaub gestrickt (mal wieder mit den Schrägen vom Simple Summer Dingens). Diesmal mit V-Ausschnitt, an den ich in einer Kontrastfarbe ein Bündchen stricken wollte. Aber welche Farbe? Die dunklen Farben waren mir eigentlich zu langweilig, die hellen zu schrill. Na gut, also doch schwarz.


Die Länge hat sich aus der Garnmenge ergeben. Ich habe einfach alles verbraucht. Das Garn ist übrigens gefachte Wolle, die mir mal vor Jahren eine liebe Blogleserin geschenkt hat. Leider weiß ich nicht mehr, wer das war. Falls Du hier noch mitliest: Vielen lieben Dank!!!

Und weil mich auch im letzten Kitajahr die Kinderkeime wieder fest im Griff haben und meine Bronchien bei jedem Atemzug rasseln, aber eine Hausfrau nicht krankgeschrieben werden kann, wickle ich mich in meinen neuen Puschelschal, der vor wenigen Tagen fertig geworden ist.


Das Garn hat mir meine Schwester, die inzwischen jenseits der Stadtgrenze wohnt, aber leider jener am anderen Ende der Stadt, letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt.
Es ist "Peppina - Microfaser mit Merinowolle" von Lana Grossa.
60 % Polyamid
25 % Schurwolle
15 % Polyacryl
Lauflänge: 85 m auf 50 g
Ich hab je 50 g in den Farben 002, 004 und 020 verstrickt.

Meine Schwester hatte tolle Designideen, z.B. es für Pulloverbündchen zu verwenden oder als Akzent eine einzelne Reihe im Vorderteil eines Pullovers damit zu stricken, das habe ich auch alles versucht, aber Peppina hat mir schon beim ersten Anfassen zugeflüstert: "Ich will Dein Schal sein!"
Wann lerne ich es endlich? Man muss auf Garngeflüster hören!


Es ist ein langes Dreieck, das je nach Wickeltechnik mal die eine und mal die andere Farbe mehr zeigt. An den Füßen trage ich wieder meine Lochmusterstulpen.


Mehr selbstgeamchte Kleidung an echten Erwachsenen seht Ihr auf dem MMM-Blog. Dort zeigt Susanne alias Sujuti heute unter anderem eine wunderbare Hose, die zwar unauffällig, aber dadurch umso alltagstauglicher ist und vom Stehempfang bis zur Hängematte bestimmt alles mitmacht.


Dienstag, 19. Mai 2015

Garngeflüster Nr. 2


Im Nachlass meiner Mutter waren noch 200 g von der furchtbar filzenden Sockenwolle "Sirmione". Nach dem Reinfall mit den Socken, die ich daraus gestrickt hatte, wollte ich diesmal etwas daraus machen, was nicht viel gewaschen werden muss. Oder etwas, was absichtlich gefilzt werden soll. Ohne eine konkrete Idee zu haben, habe ich erstmal eine Maschenprobe gestrickt. Und da ist es wieder passiert: Garngeflüster!

"Das ist nicht Dein Farbschema," flüsterte Sirmione kritisch.
Ich antwortete: "Ich will aber was aus Dir stricken. Mir egal, für wen. Meine Wollkisten quellen über und in den Müll kommst Du nicht! Meine Mama hat Geld für Dich bezahlt und sie war immer knapp bei Kasse."
Sirmione schlug vor: "Dann strick aus mir etwas für Deine Schwägerin! Die hat schon so viel für Dich getan, da kannst Du ihr doch mal etwas stricken. Außerdem sind das genau ihre Farben." 

Nach meiner ersten Erfahrung mit Garngelüster weiß ich, dass man auf das Garn hören sollte. Okay, also habe ich bei der nächsten Gelegenheit die Maschenprobe meiner Schwägerin gezeigt und ihr auch die Geschichte mit den gefilzten Socken erzählt. Sie hat auch ganz deutlich das Garn ihren Namen flüstern gehört und sich ein Schultertuch gewünscht, ganz schlicht in kraus rechts als rechtwinkliges Dreieck.


Heute habe ich es abgekettet. Es ist an der langen Seite etwa 1,70 m lang, das passt gut, denn meine Schwägerin ist viel größer als ich.
Nein, ich habe es nicht gewaschen und gespannt. Ich finde einfach Wäscheleinenfotos aus dem Garten so nett und wollte auch mal ein Tuch so ablichten. Ist aber gar nicht so einfach, denn im grellen Sonnenlicht sind die Farben zu blass und im Schatten sehen sie auch doof aus. Mal sehen, vielleicht ist morgen das Licht besser, dann mach ich neue Fotos.


Der Farbverlauf verliert sich nach oben hin natürlich immer mehr. Aber gerade das finde ich ganz reizvoll. Hier noch einmal das Kissen, das ich mit den verfilzten Socken verziert habe. Ich hoffe, die Schwägerin wäscht das Tuch nur ganz vorsichtig mit der Hand oder am besten gar nicht. Wolle kann man doch auch lüften, sie reinigt sich selbst. Und so ein Tuch wird ja normalerweise auch nicht wirklich schmutzig.

Das Tuch macht mit bei:




Mittwoch, 16. Januar 2013

Garngeflüster Nr. 1





Vor ein paar Wochen hat mir meine Mutter eine Tüte mit Wollresten mitgebracht. Dabei waren auch zweieinhalb Knäule dieses Chenille-Garns aus Poly und Poly. Die Menge war genau richtig für einen Schal. Aber ich dachte: "Ich brauche keinen Schal. Eine Mütze wäre nett."
"Ich will aber ein Schal sein." flüsterte Oslo uni. 
"Ach was, du wirst eine Mütze", sagte ich.
"Pah, mach doch mal eine Maschenprobe! Wirst schon sehen, was du davon hast", erwiderte Oslo uni beleidigt. Ich machte und ich sah. Dieses Chenille-Garn ist so plusterig, dass sich die Maschen und Reihen ganz schlecht zählen lassen.



"Na gut, dann stricke ich einen Schal. Vielleicht kann ich den verschenken."
"Ich will aber dein Schal sein", flüsterte Oslo uni.
Ich ignorierte das Geflüster und strickte kraus rechts, das geht prima vor dem TV, an der Bushaltestelle und in der Kita beim Warten, bis das große Kind endlich fertig mit puzzeln/spielen/essen ist.



Als der Schal fertig war, habe ich ihn einmal anprobiert, um zu sehen, ob Länge und Breite gut sind. Und sofort war ich verliebt! Er ist so kuschelig und warm, hat genau die richtigen Maße für mich und die Farbe steht mir auch ganz gut. "Siehst du, jetzt bin ich dein Schal", flüsterte Oslo uni zufrieden und schmiegte sich an meinen Hals. Tja, nun habe ich zwei Lieblingsschals, sodass ich sie abwechselnd tragen und waschen kann. (Meinen ersten Lieblingsschal habe ich neulich hier gezeigt.)


Außerdem trage ich meine Weste, die ich letzte Woche schon gezeigt habe. (Ich trage sie fast jeden Tag bei dieser Kälte, inzwischen sogar mit Langarmshirt darunter.) Den Schal darf ich nämlich nur zeigen, weil er Teil eines Gesamt-Outfits ist. So sind die MMM-Regeln. Schal und Weste ergänzen sich prima.


Noch mehr Selbstgemachtes an echten Frauen gibt es hier beim Me Made Mittwoch. 
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