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Montag, 6. Februar 2023

Was lange währt, wird endlich fertig

 

Na, wer liest hier schon so lange mit, dass er/sie sich an mein "Projekt Knüpfteppich" erinnert?


Ich habe in den vergangenen acht Jahren, seitdem ich das Projekt im Rahmen der Stoffspielereien vorgestellt habe, immer mal wieder ein paar Reihen geknüpft, bis ich keine Lust mehr hatte.


Aber ich bin dran geblieben und so ist der Teppich Stück für Stück gewachsen.



Ein 500er-Pack Fäden war immer für ca. 5,5 Reihen ausreichend. Gegen Ende konnte ich absehen, dass ich nicht genug Fäden haben würde. Ich hatte 29 Päckchen, das ist schon eine komische Zahl. Vielleicht ist eins irgendwann bei einem der vielen Umzüge verloren gegangen? Na Hauptsache, ich finde es nicht nächste Woche irgendwo. In meinem Vorrat hatte ich noch ein Knäuel handgesponnene Bergschafwolle, die so kratzig ist, dass ich sie auf keinen Fall für Kleidung, aber auch nicht einmal für eine Decke verwenden wollte. Aber für diesen Teppich war sie genau richtig. Ich habe mit Hilfe eines Kartonstreifens die Fäden passend zugeschnitten. Die naturgraue Farbe fügt sich an der Stelle auch gut ein.


Und so sehen die Streifen aus.


Nahaufnahme.


Ursprünglich wollte ich den Teppich unter meinen Nähtisch legen, aber da hatte ich mich mit der Breite irgendwie vermessen und außerdem weiß ich nicht, ob ich in den dicken Fäden den Fußanlasser der Nähmaschine finde. Unter meinem Sessel, in dem ich stricke, wärmt er mir prima die Füße und er schützt gleichzeitig den Holzboden vor Kratzern. 


Die Hüllen der Fadenpäckchen habe ich inzwischen in den Müll geworfen und die Kiste ist jetzt anderweitig gefüllt. Aber ich bin echt froh und auch stolz, dass ich diese 15.000 Fäden zu einem Teppich verarbeitet habe. Durchhalten kann ich, nur dauert es halt manchmal eine Weile.


Dienstag, 31. Mai 2016

Stoffspielerei im Mai: Schrift auf Stoff


Mal wieder bin ich spät dran mit meinem Beitrag zur Stoffspielerei. Hoffentlich darf ich trotzdem noch mitmachen...


Dieser Stoffbeutel hatte eine Werbung aufgedruckt, die ich nicht spazieren tragen wollte. Also habe ich zuerst einen passenden Jerseyrest darüber gesteppt. Die Stricklieselschlange habe ich vor Jahren mal aus herumfliegenden Garnresten produziert, einfach so, ohne Ziel. Seither lag sie hier herum.


Jetzt habe ich sie von Hand unsichtbar auf die Tasche genäht. So trage ich sie gern spazieren.

Viele weitere gute Ideen, wie man Schrift auf Stoff bringt, werden bei Karen -Feuerwerk by KaZe gesammelt. Vielen Dank für den Anstoß!

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Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.  



Außerdem macht die Tasche mit bei:
einfach.nachhaltig.besser.leben

Montag, 30. März 2015

Stoffspielerei: Seltene Techniken


Im Nachlass meiner Mutter befand sich eine Kiste mit einem Teppichknüpfset, das sie vermutlich in den frühen 80er Jahren oder noch davor gekauft haben muss. Denn zum Einen lag dieses Set immer im Keller oder auf dem Dachboden, solange ich mich erinnern kann. Zum Anderen schreien es die Farben ganz deutlich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass meine Mutter keine Herbstfarben mochte (jedenfalls nicht bei Textilien).


Jedenfalls nahm ich die Stoffspielerei im März als Anlass, um mich endlich mal mit diesem Set zu beschäftigen. Der Rand des Stramins war schon ein Stückchen umnäht, aber mir gefiel weder das kratzige Material noch die Farbe. Außerdem waren schon ein paar Fäden geknüpft, aber so durcheinander hatte das was von Erbsensuppe. Also zuerst einmal alles auseinandernehmen.


Den Rand habe ich mit schwarzem Garn umhäkelt und dabei an den Ecken angefangen.


Dann habe ich die Seiten umhäkelt. Das allein hat schon einige Stunden gedauert und danach brauchten meine Hände eine lange Pause.


Die Knüpffäden sind in solchen Päckchen gebündelt mit jeweils 500 Stück gleicher Farbe.


Sie sind aus 60% Wolle und 40 % Nylon. Dass sie wirklich "moth proofed" sind, erkennt man daran, dass sich in all den Jahrzehnten keine Motte daran gütlich getan hat.


Manche der Farben finde ich sehr schön, andere weniger. Aber wahrscheinlich ist das wie beim Fair Isle Stricken, in die Mischung muss immer auch wenigstens eine Ekelfarbe.


Ich hätte mich jetzt natürlich hinsetzen und ein Bild oder ein abstraktes Muster entwerfen können, aber mit Streifen kann man ja nicht viel falsch machen. Nachdem ich die Farben eine Stunde lang hin und her geschoben habe, fand ich diese Reihenfolge am besten. (Es sind drei Päckchen helleres Orange und eins in dunklerem Orange. Leider sieht das hier gleich aus.)


Wie man knüpft, hat mir meine Mama in den 80ern beigebracht. Damals gab es manchmal bei ALDI (?) solche Sets für Knüpfkissen mit Tiermotiven (Ich hatte z.B. eins mit Elefant). 
Und los geht's: Den Knüpfhaken unter einem Straminsteg durchschieben und das Häkchen öffnen. Mit etwas Übung passiert das automatisch.


Einen Faden unter den Griff legen.


Die beiden Enden zusammen fassen


und über das Häkchen legen.


Den Knüpfhaken ziehen, dabei schließt sich automatisch das Häkchen.


Weiter ziehen, es bildet sich ein Knoten.


Echte Streber knüpfen so, dass beide Enden eines Fadens gleich lang sind.


Man beginnt natürlich nicht mitten auf dem Stramin, sondern am Rand.
So, nun das ganze nur noch 13.706 Mal wiederholen, dann habe ich bald einen 125 x 72 cm großen Teppich. Das wird zwar wahrscheinlich ein paar Jahre dauern, aber dann werde ich einen Wollteppich haben, der ohne Kinderarbeit gefertigt wurde. Ich werde ihn stolz unter meinen Nähtisch legen, damit er mir im Winter beim Nähen die Füße wärmt. Außerdem ist das die einzige Stelle, wo niemand darauf herumtrameln wird, womöglich noch mit Schuhen...

Vielen Dank an Suschna! Sie hatte die Idee zu diesem Thema und bei ihr findet Ihr die Verlinkung zu den anderen Beiträgen der März Stoffspielerei.



Sonntag, 31. August 2014

Stoffspielerei im August: Gewebtes


Frau Nahtzugabe lud zur Stoffspielerei ein und diesmal war das Thema "Weben und verwandtes". Da mir vor Kurzem im Keller meiner Mutter ein alter Schulwebrahmen in die Hände gefallen ist - nicht mein Webrahmen übrigens, aber den werde ich dort sicher auch irgendwann finden - mache ich diesmal einfach mal mit.

Um mich ein wenig einzustimmen, habe ich den oben verlinkten Blogpost aufmerksam gelesen und habe auch die empfohlenen Internetseiten besucht, unter anderem ein Pinterestboard, auf dem ich gesehen habe, dass man auch im Pappkarton weben kann. Bisher hatte ich mit Pappkartons hauptsächlich verbunden, dass Katzen gern darin sitzen, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls habe ich den Schulwebrahmen dem großen Kind überlassen, das damit ab und zu ein wenig webt. Es interessiert sich sehr für Handarbeiten, wühlt mit mir gern in Stoffen und Garnen und führt schon einige kleine Handgriffe selbständig aus. Bisher geht es dabei auch nicht um ein Endprodukt, sondern nur um die Tätigkeit an sich. Das finde ich prima, schließlich soll Handarbeit ja auch Spaß machen und der meditative Nebeneffekt ist auch willkommen.


Aber zurück zum Thema. Ich nahm also einen Karton, eine Schere, ein Lineal und ein Knäuel Baumwolle und werkelte drauflos. Schnell war der Rahmen geschärt.


Jetzt fehlte noch das Schussmaterial (klingt irgendwie nach Munition ;-)). Da der Abstand der Kettfäden mit 1 cm recht groß ist, nahm ich Bänder, Jeansnähte, Saumstreifen und Webkanten, also allerlei Streifen, die ich im Laufe der Zeit gesammelt habe, weil ich wusste, dass ich sie bestimmt noch gut gebrauchen kann. Die Gabel dient übrigens nicht zum Aufwickeln à la Spaghetti, sondern sie ersetzt beim Weben den Kamm, um die Schussfäden fest aneinander zu schieben.


Für den besseren Überblick habe ich die Streifen mal geordnet.


Mit einer sehr großen Nadel, deren Spitze flach und gebogen ist (weiß jemand, was das für eine Nadel ist???) habe ich die Streifen durch die Kette gefädelt. Das ging recht gut. Ich war nämlich zu faul, mir aus Pappe einen Gatterkamm zu schneiden. Vielleicht bastle ich mir mal einen Webstab, das ist vielleicht nicht ganz so aufwändig.


Da die Streifen nur jeweils für einen Schuss ausgereicht haben (das klingt jetzt nach Drogen ;-/), war es ein wenig fummelig, das Gewebe am Ende vom Rahmen zu lösen, ohne dass alles gleich wieder auseinander fällt. Um den Rand zu definieren, habe ich links und rechts je noch einen Stoffstreifen wie einen Kettfaden eingewebt und mit der Nähmaschine festgenäht. Die Kettfäden aus dem Baumwollgarn habe ich auf der Unterseite paarweise verknotet. Ich mag nämlich keine Fransen.


Die Enden der Schussfäden  bzw. -streifen sowie die Kettfransen habe ich auf der Unterseite mit einem Häkelhaken verwoben.


Das Ergebnis ist ein Untersetzer, der mein altes Nähtischchen vor Kaffeeflecken und ähnlichem schützt. Er ist so dick, dass man ihn auch als Topfuntersetzer benutzen könnte. Oder als Topflappen. Mit einem größeren Karton und längeren Stoffstreifen könnte man sogar eine Fußmatte weben. Oder Bauteile für eine Umhängetasche. Auf jeden Fall hat die Sache viel Upcyclingpotential.

So, die Stoffspielerinnen ... oder heißt das Stoffgespielinnen? ...jedenfalls treffen sich alle, die sich mit Webereien beschäftigt haben, heute bei Frau Nahtzugabe. Vielen Dank für die Aktion und die Inspiration!

Und weil der Karton und die Stoffstreifen in anderen Haushalten im Müll gelandet wären, nehme ich mit diesem Projekt auch am Upcycling-Dienstag teil.




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