Titel: Bis die Sonne scheint
Autor: Christian Schünemann
Verlag: Diogenes
eBook
256 Seiten
Veröffentlichung: 26. Februar 2025
ISBN 978-3-257-61559-3
Preis: 21.99 € (D), 21.99 € (A), 28.00 sFr
Klappentext:
Es ist das Jahr 1983. Daniel steht kurz vor seiner Konfirmation und träumt von blauem Samtsakko und grauer Flanellhose. Doch seit er die Eltern belauscht hat, schwant ihm, dass daraus nichts wird. Hormanns sind pleite und wissen nicht mehr, wie sie die sechsköpfige Familie über die Runden bringen sollen. So erfinderisch die Eltern auch sind, eines können sie nicht: mit Geld umgehen. Was sie dagegen beherrschen: den Schein wahren, selbst als der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht.
Die Idee war genial: Eine eigene Firma gründen und mit einem Selbstbau-Verfahren kleinen Leute helfen, den Traum vom eigenen Haus wahr zu machen. So konnte Siegfried sich und seiner sechsköpfigen Familie ein Leben im Wohlstand aufbauen. Doch in Zeiten der Wirtschaftsschwäche fehlen die Aufträge. Siegfried versucht es als Vertreter von Wasserfiltern, Mutter Marlene eröffnet einen Wollladen – doch es reicht nicht. Vor den Großmüttern muss man verbergen, dass die Konten gesperrt sind und das Haus unter den Hammer kommt. Aber die Hormanns haben ein Talent: Auch wenn alles zusammenbricht, Ruhe bewahren und das Leben genießen. Ins Auto steigen, losfahren – so lange, bis die Sonne scheint. Eine Familiengeschichte wie eine Achterbahnfahrt und ein fesselndes Zeitpanorama – vom Kriegsende bis zu den Achtzigerjahren.
Meine Meinung:
Dieses Buch ist wie ein Flashback in meine eigene Kindheit. Wir waren zwar "nur" drei Kinder und unsere Eltern waren geschieden. Aber wir lebten beim neuen Mann unserer Mutter, der auch zwei Kinder hatte. Er war Bauunternehmer und hatte sein Haus teilweise selbst gebaut. Das Dach war undicht und bei Regen verteilten wir Tupperschüsseln und Kochtöpfe im ganzen Haus. Der Pool wurde nie fertig, die Fußbodenheizung und der Geschirrspüler waren ständig kaputt. Das Geld reichte vorne und hinten nicht, aber der Schein wurde immer gewahrt, selbst als der Gerichtsvollzieher kam. Meine Geschwister nahmen am Schüleraustausch in englisch und französisch teil, während im Bad die Fliesen von der Wand fielen. Die Geschichten der Großmütter findet vermutlich jeder in irgendeiner Form in seiner Familie wieder. Und auch wenn alles zusammenbricht, geht es immer irgendwie weiter. In unserem Fall dann ohne den Mann...
Ich kann nicht sagen, ob dieses Buch eine typische Kindheit in den 80er Jahren zeigt, aber meiner ist es erschreckend ähnlich.
Tipps:
Für die Leseprobe beim Verlag muss man Marketing-Cookies akzeptieren. Lest lieber die Leseprobe (immerhin 47 Seiten! Das ist fast ein Fünftel des ganzen Buches!) bei Ecolibri. Das Hörbuch ist auch bei Diogenes erschienen. Bei Ecolibri könnte ihr auch ohne Cookies reinhören.
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