Sonntag, 24. Mai 2026

Gelesen: "Thüringer Teufelswerk" von Julia Bruns


Coverbild vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Thüringer Teufelswerk
Autorin: Julia Bruns
Reihe: Thüringen-Krimi, Band 4
Verlag: Emons
E-Book
288 Seiten
ISBN 978-3-96041-327-1
Preis: 9,49 € (D) 9,49 € (AT)
Veröffentlichung: 15. März 2018


Klappentext:
Spielleute, Gaukler und Ritter in Bad Langensalza: Die Kurstadt feiert das legendäre Mittelalterstadtfest. Für einen der Teilnehmer ist es allerdings das letzte historische Spektakel. Beim »Teufelswerk«, einem allseits gefürchteten Spiel, findet man einen verstümmelten Toten. Auf der Suche nach dem Mörder tauchen die Kommissare Bernsen und Kohlschuetter tief ins dunkle Zeitalter ein, als drakonische Strafen noch an der Tagesordnung waren und man Recht und Gesetz in die eigenen Hände nahm ...

Triggerwarnung:
Folter, Vergewaltigung, Kastration

Meine Meinung:
Diesmal ermitteln die Kriminalkommissare Bernsen und Kohlschuetter in Bad Langensalza, obwohl sie dort gar nicht zuständig sind. Aber Kohlschuetter war zufällig gerade privat da und Bernsen nutzte die Gelegenheit, von Zuhause abzuhauen. Es ist mal wieder alles sehr verwirrend, mehrere Fälle greifen ineinander, es gibt viele Zeugen, Indizien, Verdächtige und mögliche Motive. Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und vor allem macht sie Lust darauf, dort einmal Urlaub zu machen. (Die Autorin könnte eigentlich vom Tourismusverband Thüringen oder so gesponsort werden.)

Tipps:
Es gibt eine kostenlose Leseprobe.
Auf der Homepage der Autorin gibt es mehr Infos zu Bad Langensalza, Fotos der im Buch erwähnten Sehenswürdigkeiten, Parks und Plätze sowie ein Interview mit der Autorin.


Donnerstag, 21. Mai 2026

Gelesen: "Äpfel und Dirnen" von Julia Bruns




Autorin: Julia Bruns
Titel: Äpfel und Dirnen
Reihe: Thüringen-Krimi, Band 3
Verlag: Emons
E-Book
272 Seiten
ISBN 978-3-96041-192-5
Preis: 10,99 € (D), 10,99 € (AT) 
Veröffentlichung: 23. März 2017


Klappentext:
Die Kleinstadt Kindelbrück erlebt die schlimmste Mordserie ihrer Geschichte – gleich drei Leichen werden in dem sonst so ruhigen Städtchen im Thüringer Becken entdeckt.
Das Kuriose: Die Toten stammen allesamt aus dem Nachbarort Bilzingsleben, sind splitternackt – und ihre Mägen mit Apfelsaft gefüllt. Die Kommissare Bernsen und Kohlschuetter glauben zunächst an einen verrückten Serientäter mit Vorliebe für Fruchtsäfte. Doch die Wahrheit erweist sich als weitaus pikanter...

Meine Meinung:
Julia Bruns hat eine besondere Gabe: Sie hat zwei Kriminalkommissare erschaffen, die ich eigentlich sehr unsympathisch finde, über die ich mich aber wunderbar amüsieren kann und die ich am Ende des Buches sogar doch irgendwie mag. Bei jedem Schlagabtausch der beiden - ein alter Wessi und ein jüngerer Ossi - werden viele Vorurteile beleuchtet und infrage gestellt, das macht mir großen Spaß. Außerdem hat sie mich neugierig auf die beschriebenen Orte in Thüringen gemacht. Auf ihrer Homepage findet man übrigens weitere Informationen zu diesen Schauplätzen und ein Interview.
Der Krimi hat mich sehr gut unterhalten und ich habe eifrig mitgeraten, was hinter diesen seltsamen Morden steckt. Es ist zwar der dritte Teil einer Reihe, aber auch gut ohne Vorkenntnisse lesbar. Nur eine Frage blieb bei mir offen, die vielleicht in den ersten Teilen beantwortet wurde: Warum nennt Bernsen seine Frau immer "Rotfeder"?

Tipp:
Die ersten 30 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.




Montag, 18. Mai 2026

Gelesen: "Emotional Load - Wie Mütter frei von emotionaler Überlastung werden" von Susanne Mierau




Titel: Emotional Load - Wie Mütter frei von emotionaler Überlastung werden
Autorin: Susanne Mierau
Illustrationen: Johanna Augustin
BELTZ Verlag
Preis: 19,99 €
eBook
ISBN: 978-3-407-86834-3
Veröffentlichung: 20.02.2025
256 Seiten


Klappentext:
Mütter sind heute emotional extrem gefordert. Während eine Krise der nächsten folgt, versuchen sie, die Gefühle ihrer Kinder zu verstehen und zu regulieren - obwohl viele dies in der eigenen Kindheit nicht lernen durften. Sie moderieren Großelternkonflikte, sorgen für Harmonie in der Partnerschaft und das gute Klima bei der Arbeit. Susanne Mierau, Expertin für bedürfnisorientiertes Familienleben, zeigt Wege, wie Mütter emotionalen Ballast abwerfen, umverteilen und einen gefühlsmäßig gesünderen Familienalltag leben können. Für mehr Leichtigkeit und Freude statt emotionaler Überlastung.
»Brauchen wir wirklich noch einen weiteren Begriff, um die Erschöpfung von Müttern zu beschreiben? Unbedingt. Emotional Load ist die emotionale Last, die Mütter jeden Tag mit sich herumtragen: durch Diskriminierung bis Misogynie, durch Lasten aus der eigenen Kindheit und insbesondere durch die anhaltende Zuständigkeit für all die Gefühlsthemen in Familie, Partnerschaft und Job. Wir schauen uns genau an, wo von uns mehr emotionale Arbeit erwartet wird als von Männern und wir in eine scheinbar selbstverständliche Verantwortung gedrängt werden. Der Weg zum emotionalen Wohlbefinden bedeutet nicht, dass wir uns noch mehr optimieren müssen. Der Weg raus aus dem Emotional Load beginnt mit einem Blick auf dich, deinen Rucksack, den du individuell trägst, und deine emotionale Muskelmasse. Wir werden ergründen, wie über Generationen aufgebaute Lasten um und in uns abgebaut werden und wie wir das ganz konkret in den Bereichen Erziehung, Familie, Partnerschaft und Beruf umsetzen können.« Susanne Mierau

Meine Meinung:
Ist Euch auch manchmal alles zu viel? Warum wird eigentlich von Frauen immer erwartet, dass sie für Harmonie sorgen, die Emotionen aller Familienmitglieder managen und selbst stets ausgeglichen sind? Dieses Buch erklärt, was alles von uns erwartet wird und was daran das Problem ist. Und vor allem ist es ein richtiges Arbeitsbuch mit Aufgaben, die dabei helfen, dass wir lernen, Grenzen zu setzen und wieder unsere eigenen Gefühle wahrzunehmen. Ich habe sehr viel gelernt und möchte das Buch allen Frauen ans Herz legen.

Tipps:
Die ersten 65 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe. Das ist mehr als ein Viertel des Buches. Reinlesen lohnt sich!
Das Hörbuch ist bei Argon erschienen.
Dort gibt es eine kostenlose Leseprobe.

Freitag, 15. Mai 2026

Gelesen: "Wohnen" von Doris Dörrie



Titel: Wohnen
Autorin: Doris Dörrie
eBook
Preis: 14,99 €
Hanser Verlag
Erscheinungsdatum: 15.04.2025
ISBN 978-3-446-28399-2
128 Seiten


Klappentext:
Doris Dörrie, die gefeierte Filmemacherin und Autorin, erzählt ihr Leben als Wohnende und fragt, wie und mit wem wir wohnen wollen – eine unendliche Vielfalt des Wohnens tut sich auf.
Doris Dörrie ist eine Wohnende wider Willen. Nie wollte sie sich niederlassen, fest einrichten, Wurzeln schlagen, aber wie andere wohnen, hat sie immer schon fasziniert. In Kalifornien geht sie zu Hausbesichtigungen, nur um sich andere Leben in anderen Räumen auszumalen. Auf ihren unzähligen Reisen nach Japan, Mexiko, Marokko, Amerika und Südeuropa sieht sie, wie eng das Wohnen an die jeweilige Kultur geknüpft ist. Und bei ihrer Arbeit als Filmemacherin wird sie zur Expertin für das Erschaffen künstlicher Wohnwelten. Doch während sie ihr eigenes Elternhaus beschreibt, die Studentenbuden, Wohngemeinschaften und das versuchsweise Leben auf dem Land, drängt sich ihr eine Frage immer wieder auf: Wo ist eigentlich in all diesen Häusern und Wohnungen der Raum für die Frauen geblieben? Könnte es etwa sein, dass aus der Hausfrau nur eine Frau im Haus mit anderen geworden ist? Doris Dörrie ist fest entschlossen: Sie will ihre ganz eigene Art des Wohnens finden.

Meine Meinung:
Doris Dörries Gedanken über das Wohnen und das Leben, das Zuhause und die Heimat, über Räume und Einrichtungen, und wie die Kultur, aber auch die Geschichte der Menschen die Architektur beeinflussen, finde ich sehr interessant und spannend. Entlang dieser Themen erzählt sie von ihrem eigenen Leben und Wohnen. Oder ist es umgekehrt? Mir hat das Buch auf jeden Fall sehr gefallen.

Tipps:
Die ersten 15 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.
Das Hörbuch ist bei Tacheles! erschienen. Dort gibt es eine kostenlose Hörprobe.

Dienstag, 12. Mai 2026

Gelesen: "Der Pinguin, der fliegen lernte" von Dr. med. Eckart von Hirschhausen



Titel: Der Pinguin, der fliegen lernte
Autor: Dr. med. Eckart von Hirschhausen
Verlag: dtv
eBook
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-423-40078-7
Veröffentlichung: 13.02.2025
168 Seiten


Klappentext:
Eine Geschichte über das Leben, die Liebe und das Glück.
Eine Begegnung, die Millionen Menschen bewegt hat.
Eckart von Hirschhausen begegnet einem Pinguin. Und hält ihn für eine absolute Fehlkonstruktion: dicker Bauch, kann nicht fliegen, und dann hat die Natur auch noch die Knie vergessen. Doch als er den Pinguin schwimmen sieht, ändert sich seine Perspektive: auf das Leben und den Umgang mit den eigenen Unzulänglichkeiten. Denn mit dem Sprung ins Wasser zeigt der Pinguin, was er wirklich kann – sobald er in seinem Element ist.
Vieles wird leichter, sobald du in deinem Element bist.

Meine Meinung:
Nachdem ich zuletzt diesen üblen Krimi/Thriller gelesen hatte, brauchte ich etwas Schönes, da kam dieses Buch gerade recht.
Ich kenne diese Geschichte schon sehr lange, aber sie ist immer wieder schön. Wenn man sich als Pinguin unter lauter Giraffen wie im falschen Film fühlt, ist das nicht die schuld der Giraffen. Dann hilft es aber, einfach die Umgebung zu wechseln.
Dieses Buch geht aber weit über die kleine Anekdote hinaus, die Eckart von Hirschhausen früher gern als Zugabe in seinen Shows erzählt hat. Es ist nachdenklich, lustig und die Fotos sind absolut bezaubernd! Das Buch ist prima zum Verschenken, zum Selberlesen und auch zum gemeinsamen Angucken mit Kindern geeignet. Ich habe auch in das Hörbuch reingehört, das ist auch schön, aber leider ohne Bilder. 

Tipps:
Es gibt eine kostenlose Leseprobe.
Das Hörbuch ist bei Herbert Management erschienen.
Es gibt eine kostenlose Hörprobe.



Samstag, 9. Mai 2026

Gelesen: "Küstenmord - Spur ins Dunkel" von Eva Jensen



Titel: Spur ins Dunkel
Reihe: Küstenmord, Band 5
Autorin: Eva Jensen
Verlag: Lübbe
375 Seiten
ISBN 978-3-7517-7434-5
Veröffentlichung: 01.06.2025
Preis: 6,99 €


Klappentext:
Sie ist verschwunden. Ohne ein Wort. Ohne eine Spur.
Vanessa Meier war immer zuverlässig. Doch eines Abends taucht sie nicht zu einer Verabredung mit ihrer besten Freundin Luisa auf. Kein Anruf, keine Nachricht. Luisa alarmiert die Polizei. Kommissarin Katja Greve und ihr Kollege Daniel Kowalski wittern, dass hier mehr dahintersteckt - in Vanessas Wohnung sprechen die vertrockneten Pflanzen und der überquellende Briefkasten eine unheilvolle Sprache. Während sie Nachbarn und Freunde befragen und sich durch ein Netz aus Hinweisen graben, kämpft Vanessa in einem dunklen Raum ums Überleben. Ein unheimlicher Fremder stellt ihr Fragen, die harmlos scheinen, aber immer näher an ihre Grenzen führen...

Meine Meinung:
Puh, das ist eher ein Thriller als ein Krimi. Mir persönlich ist das zu heftig. Aber es war spannend und wirklich gut geschrieben. Aber eigentlich vertrage ich solche Geschichten mit Gewalt und Folter nicht. Aber ich war schon mittendrin und musste wissen, wie es ausgeht. Ich hoffe, die nächsten Teile sind wieder etwas harmloser. Und überhaupt, kann bitte mal jemand solche Geschichten darüber schreiben, dass Männer auf diese Art gequält werden? Es gibt schon genug Geschichten über gequälte Frauen auf dieser Welt. Das wird auch eher Nachahmer erzeugen als bei irgendeinem Mann Empathie auszulösen. Wenn aber ein Mann mal das Opfer wäre, würden vielleicht die männlichen Leser begreifen, wie übel solche Verbrechen sind.

Tipps:
Die ersten 70 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.
Das Hörbuch ist bei Lübbe Audio erschienen.
Es gibt eine kostenlose Hörprobe.



Mittwoch, 6. Mai 2026

Gelesen: "Nordrache" von Ella Hansen und Tom Hansen



Coverbild stammt von der Homepage der Autor'innen

Titel: Nordrache
Reihe: Inselpolizei Amrum-Föhr, Band 3
Autor'innen: Ella Hansen, Tom Hansen
independendly published
328 Seiten
Paperback
Preis: 12,99 €
ISBN 979-8355171834
Veröffentlichung: 28. September 2022


Klappentext:
Mit blutverschmiertem Hemd wacht Hauptkommissar David Kern auf dem Utersumer Strandparkplatz auf. Gleichzeitig entdecken Hilla und das Team der Inselpolizei Amrum-Föhr in der Arrestzelle der Polizeistation die Leiche eines Verdächtigen. Getötet durch einen Schuss, der aus Davids Dienstwaffe abgefeuert wurde. 
Für David beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um seine Unschuld zu beweisen. Doch ihm fehlt jede Erinnerung an die vergangene Nacht.
Hillas Loyalität wird auf eine harte Probe gestellt, denn wie gut kennt sie ihren neuen Chef wirklich?

Meine Meinung:
Obwohl ich von Anfang an wusste, wer die Tat wie begangen hat, habe ich diesen Krimi atemlos verschlungen. Die Perspektiven von Hilla und David wechseln immer wieder und man kann sehr gut mitfühlen, wie sie angestrengt versuchen, dem jeweils anderen zu vertrauen. Dabei weiß David nicht einmal, ob er sich selbst vertrauen kann. Besonders schön fand ich, dass die Geschichte diesmal nicht nur auf Föhr spielt, sondern auch auf Amrum, in Flensburg und Kiel. Am Strand, in den Dünen, im Watt, auf der Fähre, auf der Landstraße, im Hafen und in den Städten suchen Hilla und David verzweifelt nach Antworten.
Dieser Kriminalfall hat viel mit dem vorhergehenden in Band 2 zu tun, deshalb sollte man diesen unbedingt vorher gelesen haben.

Tipp:
Eine Leseprobe konnte ich leider nicht finden, aber zum Hörbuch, das bei Audio-To-Go erschienen ist, gibt es eine kostenlose Hörprobe.

Sonntag, 3. Mai 2026

Gelesen: "Nordopfer" von Ella Hansen und Tom Hansen



Coverbild stammt von der Homepage der Autor'innen


Titel: Nordopfer
Reihe: Inselpolizei Amrum-Föhr, Band 2
Autor'innen: Ella Hansen, Tom Hansen
independendly published
318 Seiten
Paperback
Preis: 12,99 €
ISBN 979-8840101483
Veröffentlichung: 9. Juli 2022


Klappentext:
Im einsamen Föhrer Vogelschutzgebiet wird ein gestohlenes Ruderboot angetrieben, darin liegt eine nackte Frauenleiche. Auf dem Kopf trägt sie eine Dornenkrone.
Hilla Petersen und David Kern von der Inselpolizei Amrum-Föhr stehen vor einem Rätsel: Wer ist die unbekannte Tote? Und warum wurde sie wie ein bizarres Kunstwerk präsentiert? Niemand scheint die junge Frau zu kennen, oder hat der Spanner in den Dünen etwas beobachtet?
Obwohl der anwesende Inselarzt einen natürlichen Tod attestiert, sind die Ermittler sicher, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handelt. Als das Team endlich eine heiße Spur verfolgt, überschreitet Hilla sämtliche Grenzen und bringt sich damit in Lebensgefahr. Hat es der Mörder nun auf sie abgesehen?

Meine Meinung:
Spannender Krimi mit vielen Spuren und möglichen Motiven. Ich wusste zwar recht früh, wer den Mord begangen hat, lag aber beim Motiv falsch.
Die Geschichte spielt Anfang Mai auf der nordfriesischen Insel Föhr.

Tipp:
Eine Leseprobe konnte ich leider nicht finden, aber zum Hörbuch, das bei Audio-To-Go erschienen ist, gibt es eine kostenlose Hörprobe.

Donnerstag, 30. April 2026

Gelesen: "Nordgift" von Ella Hansen und Tom Hansen




Titel: Nordgift
Reihe: Inselpolizei Amrum-Föhr, Band 1
Autor'innen: Ella Hansen, Tom Hansen
independendly published
294 Seiten
Paperback
Preis: 12,99 €
ISBN 9798814846921
Veröffentlichung: 1. Mai 2022


Klappentext:
Nach einem illegalen Fugu-Essen bricht der angehende Sternekoch Simon Meister tot zusammen. Der Inselarzt attestiert einen Herzinfarkt, aber wie ist der hochgiftige Kugelfisch überhaupt nach Föhr gekommen?
Polizistin Hilla Petersen wittert ein Verbrechen.
Im ersten Fall des neuen Ermittlerduos prallen Welten aufeinander. David Kern, Kriminalkommissar aus Flensburg, und die Inselpolizistin halten zunächst wenig voneinander. Dann jedoch bleibt ihnen nichts anderes übrig, als gemeinsam sämtliche Zuständigkeiten zu überschreiten, um einen perfiden Mord aufzudecken.

Meine Meinung:
Solider Krimi mit zwei sympathischen Ermittler'innen. 
Die Geschichte spielt um den 1. Mai herum auf der nordfriesischen Insel Föhr.

Tipp:
Eine Leseprobe konnte ich leider nicht finden, aber zum Hörbuch, das bei Audio-To-Go erschienen ist, gibt es eine kostenlose Hörprobe.




Montag, 27. April 2026

Gelesen: "Menomorphosen" von Jule Ronstedt


Blogger zickt mal wieder rum und ich kann leider keine Coverbilder einfügen. 


Titel: Menomorphosen 
Autorin: Jule Ronstedt
240 Seiten
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
Preis: 23,00 € (D)
ISBN: 978-3-96161-270-3
Veröffentlichung: 25. September 2025
Verlag: Eisele


Klappentext:
Die Wechseljahre stellen alles auf den Kopf: Beziehungen, die als unzertrennlich galten; den Körper, den man doch erst jetzt richtig kennengelernt hat; Lebenspläne, an denen man festhielt. Wie gut, dass in diesen Umbrüchen auch so manche Chance liegt.
Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin Jule Ronstedt steckt selbst mittendrin: die Gefühlsachterbahn, die körperlichen Zipperlein, die Trennung nach 23 Jahren Ehe, das Loslassen des erwachsen gewordenen Kindes. Mit ihren Menomorphosen will sie diese Themen aus dem Tabu herausreißen und erzählt in 26 Monologen von A bis Z (Annemarie, Berta, Cora, Doris, Elli, Frida …) die Geschichten, die uns Frauen ab Ende vierzig bewegen. Jede Frau wird sich in der ein oder anderen Situation wiederfinden. Sich verstanden, gemeint und bestärkt fühlen.

Meine Meinung:
Laut Beschreibung geht es zwar um Frauen in den Wechseljahren, aber ich finde, es ist ein Buch für alle Frauen. Und für alle Männer, wenn sie sich dafür interessieren, was in Frauen so vorgeht. Es geht um Liebe, Lust, Freundschaft, Krankheit, Tod, Trauer, Wut, Scheidung, Armut, Familie, Mütter, Töchter,...
Die Geschichten sind mal nachdenklich, mal melancholisch, dann wieder herrlich schräg oder boshaft oder einfach nur lustig. Man kann die Geschichten einzeln lesen und auch einzelne überblättern, wenn man gerade nicht in Stimmung für das Thema ist. Sie hängen zwar ganz lose zusammen, aber das ist eigentlich nicht wichtig. Sie ergeben ein sehr buntes Gesamtbild und zeigen, dass Frauen so unterschiedlich sein können wie Blumen. Ein Gänseblümchen, eine Rose und eine Sonnenblume scheinen auf den ersten Blick wenig gemeinsam zu haben. Und man kann eine schöner finden als die andere. Aber man kann nicht verlangen, dass alle gleich sind, das wäre ja auch langweilig.

Triggerwarnung:
Tod, Krebs, psychische Gewalt, Übergriffigkeit in der Medizin

Tipps:
Die ersten 46 Seiten (zwei Kapitel) gibt es als kostenlose Leseprobe.
Das Hörbuch ist ebenfalls bei Eisele erschienen.
Es gibt eine kostenlose, 15 Minuten lange Hörprobe und das ist ein anderes Kapitel als in der Leseprobe, deshalb lohnt es sich, beiden Links zu folgen.

Freitag, 24. April 2026

Gelesen: "Der Tod tanzt gern zu Rockmusik" von Susanne Hanika



Titel: Der Tod tanzt gern zu Rockmusik
Autorin: Susanne Hanika
Reihe: Sofia und die Hirschgrund-Morde, Band 28
Verlag: Lübbe
200 Seiten
eBook
ISBN 978-3-7517-9422-0
Veröffentlichung: 01.04.2026
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Preis: 6,99 €


Klappentext:
Sofia genießt ihren Urlaub: drei Wochen Sonne, Strand und Meer - und endlich mal kein Mord! Doch kaum ist sie zurück am Hirschgrundsee, wartet schon der nächste Fall: Der Wohnwagen der Hetzeneggers ist verschwunden! 
Sofort begeben sich die Hirschgrundis auf die Suche. Als sie das gute Stück endlich wiederfinden, ist die Freude schnell vorbei - denn direkt neben dem Wohnwagen liegt ein toter Rocker! Der Verdacht fällt auf die Hetzeneggers, und ausgerechnet die schöne Kommissarin Kiesewetter ist für den Fall zuständig. Doch statt Spuren zu sichern, flirtet die lieber unentwegt mit Jonas. 
Na, das kann ja heiter werden, denkt sich Sofia und übernimmt kurzerhand selbst die Ermittlungen. Schließlich geht es um die Unschuld ihrer Dauercamper. Und darum, wer hier die bessere Kommissarin ist!

Meine Meinung:
Vorneweg: In diesem Krimi geht es weder um Musik noch ums Tanzen.
Stattdessen wird ständig hin und her gefahren, viele Personen tauchen auf und es ist alles sehr verwirrend. Bei mir kam diesmal kein richtiges Hirschgrund-Feeling auf. Aber Evelyn als Heldin im Glitzerbikini mit wehendem Bademantel reißt am Ende alles raus. Und ich freue mich auf den nächsten Fall.

Tipps:
Die ersten 44 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe. Das Hörbuch ist bei Lübbe Audio erschienen und es gibt eine kostenlose Hörprobe.


Dienstag, 21. April 2026

Noch mehr abgebrochene Bücher



1. "Robuste Herzen" von Volker Jarck
Das Setting mag ich und manche Formulierungen sind sehr gelungen, aber die meiste Zeit fand ich den Schreibstil holperig. Die Story plätschert so dahin, die Figuren bleiben mir fremd.



2. "Else" von Jasna Fritzi Bauer und Katharina Zorn
Die Idee hat mir gut gefallen, aber die Umsetzung ist leider wirklich schwach.
Mitten in den Rückblenden wird immer wieder erklärt, dass es damals z.B. keine Sicherheitsgurte im Auto gab und dass immer und überall geraucht wurde. Das hätte man nebenbei einbauen können, aber doch bitte nicht so oberlehrerhaft! Dazu kommen einige Details, die für mich nicht in die Zeit passen. Mag sein, dass es 1968 vereinzelt Spülmaschinen gab, auch in Sportvereinen, aber selbst in den 1980er Jahren waren sie noch eher selten und ich habe in den 1990ern noch in der Kneipe von Hand gespült. Aber gut, vielleicht gab es in elitären Tennisclubs schon Spülmaschinen. Dann trinken die Frauen in der Gastronomie dieses Tennisclubs mitgebrachten Prosecco. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ohne Korkengeld geduldet wurde. Außerdem gibt es Prosecco zwar schon seit Jahrhunderten, aber erst seit den 1990ern wurde er in Deutschland zum Trendgetränk. Aber gut, vielleicht war das in Frankfurt anders. Abgebrochen habe ich die Lektüre, als der Queen "Was auch immer Liebe bedeutet" in den Mund gelegt wird. 1968. Also bitte, das hat Prinz Charles (jetzt König) 1981 anlässlich seiner Verlobung mit Lady Diana Spencer gesagt.
Die beiden Autorinnen sind eine ganze Ecke jünger als ich, aber heutzutage kann man solche Dinge recherchieren. Ich kann auch nicht verstehen, wie so etwas dem Lektorat durchrutschen kann. Das ist peinlich!



3. "Pi mal Daumen" von Alina Bronsky
Ich hatte mich so sehr auf dieses Buch gefreut, aber leider mag ich es nicht. Keine der Figuren ist mir sympathisch. Moni ist total übergriffig und mit über 50 sollte sie ihre rosarote Brille abgesetzt und gelernt haben, Grenzen zu ziehen. Oscar ist mir zu arrogant und oberflächlich. Außerdem ist sein Charakter unrund. Alina Bronsky wollte da gern einen autistischen Mathe-Nerd erschaffen, aber es kommt mir vor, als hätte sie ein paar Folgen TBBT geguckt und ein paar Mathe-Studenten befragt, wie das Studium so ist. Herausgekommen ist eine mäandernde Story voller Klischees, die sich einfach nicht echt anfühlt, sondern planlos durch verschiedene Probleme ruckelt. Ich bin selber 50 Jahre alt und habe eine große Begabung für Mathematik, die oft dazu führt, dass ich Menschen über Dinge zutexte, die kein Wort verstehen und mich anschließend seltsam finden. Meine Kinder haben diese Begabung auch geerbt.
Man sollte eben nicht über Dinge schreiben, zu denen man selbst absolut keinen Bezug hat.

Samstag, 18. April 2026

Comic: "Revenge of the Librarians" von Tom Gauld













Coverbild vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Revenge of the Librarians
Autor: Tom Gauld
Verlag: Drawn & Quarterly
Pages : 180

Hardcover
ISBN : 9781770466166

eBook
ISBN : 9781770466562


Klappentext:
Confront the spectre of failure, the wraith of social media, and other supernatural enemies of the author.
Tom Gauld returns with his wittiest and most trenchant collection of literary cartoons to date. Perfectly composed drawings are punctuated with the artist’s signature brand of humor, hitting high and low. After all, Gauld is just as comfortable taking jabs at Jane Eyre and Game of Thrones.
Some particularly favored targets include the pretentious procrastinating novelist, the commercial mercenary of the dispassionate editor, the willful obscurantism of the vainglorious poet. Quake in the presence of the stack of bedside books as it grows taller! Gnash your teeth at the ever-moving deadline that the writer never meets! Quail before the critic’s incisive dissection of the manuscript! And most important, seethe with envy at the paragon of creative productivity!
Revenge of the Librarians contains even more murders, drubbings, and castigations than The Department of Mind-Blowing Theories, Baking with Kafka, or any other collections of mordant scribblings by the inimitably excellent Gauld.

Meine Meinung:
Manche Witze waren vielleicht in der Pandemie lustig. Andere verstehe ich nicht, vermutlich weil ich den Klassiker nicht gelesen habe, auf den sie sich beziehen. Aber viele sind wirklich umwerfend komisch. Ich habe das Buch im Wartezimmer beim Arzt gelesen und wurde immer wieder neugierig von anderen Wartenden beäugt, weil ich ständig gekichert habe. Als ich aufgerufen wurde, hat sich die MTA entschuldigt, dass ich so lange warten musste. Ich habe breit gegrinst und gesagt, dass ich das gar nicht gemerkt habe, weil ich ein lustiges Comicbuch gelesen habe. Sie guckte daraufhin etwas irritiert. Scheint nicht so oft zu passieren. Dabei soll doch Humor die beste Medizin sein. Ich wäre dafür, dass in Wartezimmern statt der üblichen Zeitschriften, die darauf abzielen, dass Frauen sich selbst hässlich finden und als Abhilfe viel Geld ausgeben, lieber solche Bücher liegen sollten.

Tipps:
Es gibt unterschiedliche Leseproben beim Verlag und bei Ecolibri.
Das Buch ist auf deutsch unter dem Titel "Die Rache der Bücher" erschienen. Aber wenn das schon im Titel so schlampig übersetzt ist, sollte man wirklich besser das Original lesen.



Mittwoch, 15. April 2026

Mein Leben ist zu kurz für diese Bücher



1. "Unser Sommer am See" von Nikola Huppertz. 
Die Geschichte ist von "Ferien auf Saltkrokan" von Astrid Lindgren abgeschrieben. Dazu kommen noch ein schlechter Schreibstil und unverantwortlicher, verstörender Umgang mit Tieren. Ich hatte mich auf eine schöne Sommergeschichte gefreut und bin wirklich erschüttert, was für Bücher heutzutage so verlegt werden.



2. "Tales of the City" von Armistead Maupin
In den 1990ern habe ich mit einem Mann zusammengelebt, der diese Reihe im Regal stehen hatte. Damals gab es noch keine eBooks und kaum Hörbücher. Neue Bücher waren für mich als Studentin unerschwinglich. Bibliotheken hatten selten geöffnet und wenig Auswahl.  Daher hatte ich nur drei Optionen, an neues Lesefutter zu kommen. Ich konnte ins Antiquariat gehen (wir hatten eins im Haus, wunderbar), mein Wunschzettel für Geburtstag und Weihnachten war immer gut gefüllt und ich lieh mir gern Bücher von Menschen aus meinem Umfeld. Also las ich auch, was da eh schon in unseren Wohnzimmer stand. Nach ein paar Kapiteln hatte ich den ersten Band abgebrochen. Ich mochte den Stil nicht. Jetzt ist mir die Reihe bei Libby wieder über den Weg gelaufen und ich habe ihr eine zweite Chance gegeben, denn vielleicht lag es ja damals an der Übersetzung? Nein, auch im Original mag ich sie nicht. Flache Charaktere in einer Seifenoper mit faden Beschreibungen, dafür aber haufenweise Namedroppings, die mir nichts sagen und die ich aber auch nicht nachschlagen will. Die Sache hat damals bestimmt gut funktioniert als Fortsetzungsroman in einer Zeitung in San Francisco. Aber mit zeitlichem und räumlichem Abstand funktioniert sie für mich leider nicht.




3. "Wenn die Tage länger werden" von Anne Stern
Ich mag die Fräulein-Gold-Reihe von Anne Stern sehr, deshalb dachte ich, mit dieser Autorin kann ich nichts falsch machen. Da habe ich mich wohl geirrt. Ich habe nichts gegen träge Sommergeschichten und sie dürfen auch gern ernste Themen enthalten. Aber das hier war so zäh und schwer, zu viele eigentlich wichtige Themen, die dann aber leider nur gestreift wurden. Die Protagonistin blieb mir fremd, sie war mir einfach unsympathisch.


Sonntag, 12. April 2026

Gelesen: "Märchenland für alle"

 


Coverbild findet man leider nicht mehr beim Verlag, obwohl es das Buch noch zu kaufen gibt.


Titel: Märchenland für alle
ISBN 978-3-8310-4509-9
180 Seiten
Übersetzer'innen: Christina Kunze, Timea Tankò, Tünde Malomvölgyi
Altersempfehlung: ab 6 Jahren
herausgegeben von Boldizsár Nagy M.
Illustrationen: Lilla Bölecz
Preis: 16,95 €


Klappentext:
So bunt und vielfältig ist das Märchenland!
Es war einmal ein Prinz, der den Prinzen seines Herzens suchte, ein Hase mit drei Ohren und eine Königstochter, die lieber Abenteuer erlebte, anstatt zu heiraten. Traditionelle ungarische Märchen neu erzählt – das ist die Idee hinter diesem besonderen Kinderbuch. Und so versammelt es 17 fabelhafte Geschichten, in denen ungarische Autor*innen wie Judit B. Tóth, Zoltán Csehy Petra Finy und Dóra Gemesi von diversen Held*innen und ihren märchenhaften Erlebnissen berichten.
Moderne Märchen-Interpretation für Kinder und Erwachsene.
Ob groß oder klein – das Märchenbuch ab 6 Jahren zeigt uns allen, wie vielfältig die Welt ist und wie wir offen und tolerant mit unseren Mitmenschen umgehen. Das Buch hilft sowohl Kindern als auch ihren Eltern, sich für mehr Diversität, Gleichberechtigung und gegen festgefahrene Rollenbilder einzusetzen und fördert Selbstvertrauen und Toleranz. Ein märchenhaftes Buch mit echtem Happy End. In Ungarn hat das Buch im Sommer 2021 hohe gesellschaftspolitische Wellen geschlagen und wurde gegen alle Widerstände ein Bestseller.

Meine Meinung:
Ich höre sie schon jammern, die ewig Gestrigen: "Wo kommen wir denn da hin? Das haben wir doch noch nie so gemacht! Das haben wir schon immer so gemacht! Das wäre ja noch schöner! Macht uns nicht auch noch die Märchen kaputt!"
Mich hat schon als Kind gestört, dass die Figuren in Märchen immer so stereotyp sind. Auch wenn ich dieses Wort damals natürlich noch nicht kannte. Vor ein paar Jahren habe ich die "Gender Swapped Fairy Tales" gelesen und war sehr verzaubert. "Märchenland für alle" finde ich genauso schön. Genau solche Geschichten brauchen wir: voller Magie, Abenteuer und Vielfalt!

Tipps:
Statt einer richtigen Leseprobe gibt es immerhin ein paar Seiten zum Anschauen: Beispiel 1, Beispiel 2, Beispiel 3.
Das Hörbuch ist bei "Der Audio-Verlag" erschienen. Dort gibt es eine Hörprobe.

Donnerstag, 9. April 2026

Gelesen: "Wir werden jung sein" von Maxim Leo

 


Coverbild vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Wir werden jung sein
Autor: Maxim Leo
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Veröffentlichung: 7. März 2024
eBook
ISBN: 978-3-462-31069-6 
304 Seiten


Klappentext:
Ihr Leben gerät aus den Fugen, als die Teilnehmer einer Medikamentenstudie an der Berliner Charité plötzlich jünger werden. Jakob ist gerade seiner ersten Liebe begegnet und verliert auf einmal jegliche Lust. Jenny wünscht sich seit vielen Jahren vergeblich ein Kind und wird plötzlich schwanger. Wenger, ein schwerkranker Immobilienpatriarch, verabschiedet sich mit einem rauschenden Fest von der Welt, um kurz darauf – zur Verzweiflung seiner Erben – wieder aufzublühen. Und Verena, die zweifache Olympiasiegerin über 100 Meter Freistil, hat ihre Profizeit längst hinter sich, als sie bei einem Schaukampf der Ex-Stars überraschend neue Rekorde aufstellt. Als die Öffentlichkeit von ihrer Verjüngung erfährt, überschlagen sich die Ereignisse. 

Meine Meinung:
Von der Idee her sehr interessant. Die Geschichte verläuft auch ganz unterhaltsam. Aber die Figuren werden alle sehr nüchtern beschrieben, keine war mir wirklich nah. Spannende Situationen werden zu schnell aufgelöst. Ich brauche kein großes Drama, aber ein wenig mehr Handlung hätte es gern sein dürfen. Von den vielen Enden haben mir manche gefallen, andere nicht. Insbesondere dass die große moralische und ethische Problemstellung nur dargelegt wird, ist sehr unbefriedigend. Und auch, dass nicht erkannt wird, dass wir bereits jetzt schon fast dieselben Probleme haben und diejenigen, die sie lösen könnten, dies nicht tun. Stattdessen sind sie selbst die Ursache für die meisten Probleme.

Tipps:
Es gibt eine kostenlose Leseprobe.
Das Hörbuch ist bei Argon erschienen.
Dort gibt es eine kostenlose Hörprobe.




Montag, 6. April 2026

Gelesen: "Nie war früher schöner als jetzt" von Oliver Kalkofe



Coverbild vom Verlag zur Verfügung gestellt

Titel: Nie war früher schöner als jetzt
Autor: Oliver Kalkofe
Verlag: Knaur
eBook 
Veröffentlichung: 03.11.2025 
ISBN: 978-3-426-56883-5 
240 Seiten


Klappentext:
Wir hatten zwar nix, aber davon viel mehr. Eigentlich war es doch eine wunderschöne Zeit.
Stimmt das wirklich? Oder haben unsere gnädigen Hirne aus dem Erinnerungsalbum namens »Die gute alte Zeit« einfach nur ein paar unschöne Details von der mentalen Festplatte gelöscht? Wie zum Beispiel die körperlich spürbare Langeweile, den Zigarettenqualm im tierisch engen Urlaubsauto, Vokuhila und Dauerwelle auf allen Köpfen, miefig vertäfelte Partykeller, Mettigel als Haustier und nur zwei Fernsehprogramme mit Sendeschluss.
In seinem neuen Buch öffnet Oliver Kalkofe sein Boomer-Herz und seine persönlichen Fotoalben. Er nimmt uns mit auf eine Zeitreise in die eigene Jugend und fragt sich im Namen aller Babyboomer: War früher wirklich mehr Lametta? Was hat die Vergangenheit mit der Gegenwart zu tun – und lässt sich die Gegenwart ohne die Vergangenheit überhaupt verstehen?
Oliver Kalkofe analysiert die vermeintlich goldenen Boomer-Zeiten mit bewährt drastischer Komik und raffinierter Wortkunst. Dabei stellt er sich selbst und eine ganze Generation vor den Spiegel: Waren die Blöden damals wirklich noch schlauer als heute? Saufen wir uns die 70er, 80er und die Jahre drum herum letztlich nur schön – oder hatten wir das Glück, in den besten Jahrzehnten überhaupt groß zu werden?

Meine Meinung:
Wenn ich meinen Kindern davon erzähle, wie wir früher von der Telefonzelle aus jemanden angerufen haben, wie wir unsere Uhren mit Hilfe der Zeitansage gestellt haben und dass wir eine Woche lang auf die nächste Folge unserer Lieblingsserie warten mussten und dass man diese nur zu einem festen Termin sehen konnte, aber nur wenn man die Zimmerantenne nicht versehentlich einen Millimeter bewegt hatte, komme ich mir immer vor wie ein Dinosaurier. Ja, es hat schon vorher solche Bücher über diese Zeit gegeben, z.B. "Generation Golf". Aber niemand schreibt über die "gute alte Zeit" so witzig wie Oliver Kalkofe. Und außerdem war es ja auch die beste aller Zeiten, davon bekommt man ja eh nie genug. Erinnert Euch nur mal an den kalten Krieg, den sauren Regen, das Waldsterben, Tschernobyl und die Abwesenheit jeglicher Pflanzenmilch und für die Herstellung von Tofu kam man damals angeblich sogar in den Knast...

Tipps:
Die ersten 33 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe
Das Hörbuch, gelesen vom Autor, gibt es bei Argon. 
Dort gibt es eine kostenlose Hörprobe.



Freitag, 3. April 2026

Hörbuch: "Wer Angst hat, soll zuhause bleiben - Poesie gegen Populismus" von Sarah Bosetti

 


Coverbild vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Wer Angst hat, soll zuhause bleiben - Poesie gegen Populismus
Autorin: Sarah Bosetti
Autorinnenlesung
Verlag: Argon
Downdoad
ungekürzte Fassung
Preis: 15,95 €
Veröffentlichung: 04.04.2023 
Laufzeit: 2 Stunden 41 Minuten 
ISBN: 978-3-7324-0814-6 


Klappentext:
Sarah Bosetti hat einen Weg gefunden, die Demokratie zu retten: mit Poesie gegen Populismus! Wohin man schaut: Weltuntergang. Doch Klimawandel, Krieg und Krisen wären zu meistern, wenn die Menschen ihnen mit ehrlicher Vernunft begegnen würden. Im Kampf gegen Fake News, Diskriminierung und Diskursverschiebung nimmt Sarah Bosetti sich einige der schönsten, schlimmsten oder absurdesten populistischen Aussagen bekannter Persönlichkeiten vor – von Alice Schwarzer über Olaf Scholz bis Wladimir Putin – und beantwortet sie mit klugen, bissigen und witzigen Gedichten

Meine Meinung:
Sehr frech, oft süffisant, aber immer extrem klug antwortet Sarah Bosetti mit Poesie auf Aussagen von Politikern und anderen Menschen in der Öffentlichkeit, die bitte endlich mal Hirn und Herz einschalten sollen. Danke, Frau Bosetti!

Tipps:
Beim Argon-Verlag gibt es eine kostenlose Hörprobe.
Die Printausgabe ist bei Rowohlt erschienen.
Dort gibt es eine kostenlose Leseprobe.



Dienstag, 31. März 2026

Hörbuch: "Die Känguru-Offenbarung" von Marc-Uwe Kling



Coverbild vom Verlag zur Verfügung gestellt

 
Titel: Die Känguru-Offenbarung
Autor: Marc-Uwe Kling
Reihe: Känguru, Teil 3
Verlag: HörbuchHamburg
Laufzeit: 460 Minuten
ISBN: 978-3-8449-0843-5
Veröffentlichung: 10.03.2014


Klappentext:
Endlich: Es geht weiter! Nach dem Manifest folgt die Offenbarung! Hier kommt die fulminante Fortsetzung der Fortsetzung: der »Känguru-Chroniken« dritter Teil. Das Beuteltier und der Kleinkünstler auf der Jagd nach dem mysteriösen Pinguin. Haltet euch bereit: »Dies ist die Offenbarung des Kängurus, dem Asozialen Netzwerk zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll; und sie wurde gesandt durch eine E-Mail zu seinem Knecht Marc-Uwe, der bezeugt hat das Wort des Kängurus und das Zeugnis vom Asozialen Netzwerk, was er gesehen hat. Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung, denn die Zeit ist nahe.« Halleluja.

Meine Meinung:
Ich höre die Geschichten vom Känguru immer abends zusammen mit Kind 2, ein liebgewonnenes Ritual. Dieser dritte Teil der inzwischen fünfbändigen Trilogie ist leider nicht so großartig wie der zweite, aber dennoch ist es natürlich das Känguru und damit noch immer um Klassen besser als so viele andere Werke dieser Art. Vor allem "Blutig" (siehe Hörprobe) und "Ich vermisse nichts" haben uns so gut gefallen, dass wir sie mehrmals gehört haben und dabei kichernd unterm Tisch lagen.

Tipps:
Bei Hörbuch Hamburg gibt es eine kostenlose Hörprobe.
Die Printausgabe ist beim Ullstein-Verlag erschienen. Bei Ecolibri gibt es die ersten 58 Seiten als kostenlose Leseprobe.



Samstag, 28. März 2026

Mein Leben ist zu kurz für diese Bücher


1. "Sonne und Beton" von Felix Lobrecht
Einen Roman in Umgangssprache zu schreiben ist keine neue Idee. Man kann das mögen oder ablehnen. Ich habe kein Problem damit, aber es ist nicht abendfüllend. In dieser Geschichte passiert fast nichts. Ein paar Jungs aus Berlin kiffen, saufen und klauen. Hauptsächlich sind sie damit beschäftigt, ihre vermeintliche Coolness zu pflegen. Die Jungs verachten ihre Eltern, vor allem die Väter, die keine richtige Arbeit haben, saufen, vor der Glotze hängen und keine Verantwortung übernehmen, aber sie selber übernehmen auch keine Verantwortung für das eigene Leben und für ihre eigene Zukunft. Es ist eine Dokumentation über eine bestimmte Gesellschaftsschicht und vielleicht wird man das in 50 Jahren so lesen wie man heute Bilder von Zille anschaut. Aber mir ist das zu wenig. Sowohl das Buch als auch die Graphic Novel gibt es bei Libby.



2. "Immer muss man selber feiern" von Ellen Berg
Dies ist die Fortsetzung von "Alles muss man selber machen" und ich hatte mich so darauf gefreut, weil mir der erste Teil wirklich super gefallen hat. Aber den zweiten musste ich abbrechen, weil ich nicht ertragen habe, wie Nick Nele behandelt. Er redet so respektlos mit ihr und erwartet, dass sie einsieht, dass seine Meinung die Wahrheit ist. Er lädt seine Eltern zu Weihnachten ein, ohne dass mit ihr abzusprechen. Er bestimmt, dass es Weihnachten Sauerbraten gibt, weil das in seiner Familie immer so gemacht wird. Als sie sagt, wie sie immer Weihnachten feiert, bügelt er das ab. Und sie himmelt ihn trotzdem an, weil er ja so toll aussieht und so gut riecht. Kleiner Tipp: So einen Mann kann man sich ab und zu ins Bett holen, aber man muss doch nicht mit ihm leben! Ich hab ans Ende geblättert und die letzten zwei Kapitel gelesen. Es ist haarsträubend und fußnägelhochrollend. Zum Glück habe ich kein Geld für diesen Mist ausgegeben, sondern das eBook in der Onleihe gelesen.



3. "Das Licht in den Birken" von Romy Fölk
Nachdem mir "Die Rückkehr der Kraniche" so gut gefallen hat, wollte ich gern noch mehr von Romy Fölk lesen. Aber dieses Buch hier musste ich abbrechen, weil mich vor allem die Wiederholungen von Wörtern oder Satzteilen so genervt haben. "Juli hob den Blick und blickte durch die Baumriesen", merkt das niemand im Lektorat? Ich habe kein Problem damit, dass das Buch seicht bis kitschig und der Plot vorhersehbar ist. Aber sprachlich finde es es unerträglich. Und die Figuren sind auch nicht stimmig.


Mittwoch, 25. März 2026

Comic: "Touché 9000" und "Touché 9500" von Tom




Titel: Tom Touché 9000
Autor: Thomas Körner
Erscheinungstermin: 28. Juli 2023
512 Seiten
ISBN 978-3-8303-8048-1
Preis: 14,00 € (D), 14,40 €(A), 20,90 CHF(CH)
Reihe: TOM Touché




Titel: Tom Touché 9500
Autor: Thomas Körner
Erscheinungstermin: 31. Juli 2025
512 Seiten
ISBN 978-3-8303-8049-8
Preis: 14,00 € (D), 14,40 €(A), 20,90 CHF(CH)
Reihe: TOM Touché


Klappentext:
©TOM ist Langstreckenmeister. Seit über 32 Jahren zeichnet er für jede taz-Ausgabe einen Strip von Touché. Jetzt hat er die 9.500 erreicht. Die unerschütterliche Post-Oma ringt mit dem Postbeamten, der Junge dirigiert vom Fahrradrücksitz aus die Welt, der wortlose Junge im Sandkasten hat nach wie vor Superkräfte bei der Verteidigung seiner Burg und der Frisör hat für jeden Kundenwunsch eine Lösung parat. Jede Geschichte ist neu und aktuell. Wie macht ©TOM das? Wer es nicht in der Zeitung gelesen hat, der kann das hier tun, im frisch gebrannten 9.000er-/9.500er-Ziegel.

Meine Meinung:
Langsam wird es eng in meinem Regal. Da stapeln sich die Ziegelsteine von Tom Körner und es wird noch genau einer in die letzte Lücke passen. Im Vorwort steht, dass Tom voraussichtlich vor dem 10.000sten Comicstrip in Rente gehen wird. Aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er diese Reihe nicht vollmachen wird. Ich kann mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, dass es bald keine neuen Geschichten mehr von der Postoma, dem fiesen Kind im Sandkasten, dem Kind auf dem Rücksitz, der Baumumarmerin, den Bademeistern, dem rauchendem Ralf und den Weltuntergangsdamen geben soll. Sie sind liebgewonnene alte Bekannte, die einfach zu meinem Leben dazu gehören. Die Geschichten haben manchmal einen sehr aktuellen Bezug, vieles ist aber wunderbar zeitlos und hinreißend lustig. Sie werden mir fehlen. Auch wenn da jetzt schon 9500 von ihnen in meinem Regal stehen. Ich hätte wirklich gern noch einen 10.000er Band!


Sonntag, 22. März 2026

Not all men...

Wenn Frauen über Misogynie, Femizide usw. reden, gibt es bei Männern drei typische Antworten.

1. "Ich bin einer von den Guten."

Woran erkennt man das?

Hilfst du Frauen, die in deiner Gegenwart beleidigt, betatscht, erniedrigt, deren Körper ungefragt kommentiert werden? 

Sagst du deinen Kumpels klar und deutlich, dass misogyne Sprüche das Ende eurer Freundschaft sind?

Sagst du in der Werkstatt, dass der Kalender an der Wand Frauen objektifiziert?

Ja? Dann lass uns Freunde sein. Nein? Dann bist du keiner von den Guten!


2. Not all men

Klar gibt es da verschiedene Gruppen:

  • Täter. Müssen wir nicht diskutieren. Täter sind schuldig.
  • Männer, die keine aktiven Täter sind, aber vom System profitieren und daran nichts ändern wollen. Mit schuldig.
  • Männer, die sich nicht trauen, gegen Frauenhass anzugehen aus Sorge, Privilegien zu verlieren. Mit schuldig.
  • Männer, die das alles Schei§e finden, aber tatsächlich Angst vor Gewalt haben, wenn sie versuchen, das System zu bekämpfen. Sie sind Opfer.
  • Männer, die das System tatsächlich bekämpfen. Das sind Helden.

Wenn Du sagst: "Not all men", zu welcher Gruppe gehörst Du dann?

3. Was soll der Männerhass?

Hasse ich Männer, wenn ich meinen Vater hasse, der meine Mutter geprügelt und gedemütigt hat? 

Wenn ich meinen Exfreund hasse, der Sprüche wie "Frau am Steuer, ungeheuer" normal fand und wenn ich das kritisiert habe, mich als humorlos bezeichnet hat? 

Wenn ich den Exfreund meiner Mutter hasse, der in seiner Wut nachts die Stereoanlage so laut aufgedreht hat, dass mir im Kinderzimmer die Ohren weh taten?

Wenn ich Merz hasse, der 1997 dagegen war, dass die Vergewaltigung in der Ehe als Straftat gesehen werden muss?

Wenn ich Putin hasse, weil er nicht nur das ukrainische Volk und das russische Volk, sondern die ganze Welt terrorisiert?

Wenn ich Epstein hasse, weil er mit dem Missbrauch von Kindern  Geld verdient hat?

Wenn ich Trump hasse für den Hass, den er verbreitet und für einfach alles, was er sagt und tut?

Wenn ich alle Politiker hasse, die ihre Macht missbrauchen, anstatt Verantwortung zu übernehmen und die Welt im Rahmen ihrer enormen Möglichkeiten besser zu machen?

Wenn ich Politiker hasse, die noch immer am §218 StGB festhalten, obwohl die Mehrheit in Deutschland für die Abschaffung ist und obwohl Kanada zeigt, dass das sinnvoll ist?

Wenn ich Ärzte hasse, die mich begrapscht und/oder meinen Körper ungefragt kommentiert haben?

Wenn ich all die Lehrer und Dozenten hasse, die meine Leistungen mit dem Zusatz "für ein Mädchen" bzw. "als Frau" abgewertet haben?

Wenn ich es hasse, dass ich von klein auf gewarnt wurde, nicht mit fremden Männern mitzugehen, nicht allein in den Park zu gehen, nie zu fremden ins Auto zu steigen, nie mein Glas unbeaufsichtigt zu lassen, mich nicht zu aufreizend anzuziehen, nicht zu aufreizend zu tanzen, nicht meine langen Haare schwungvoll über die Schulter zu werfen?

Wenn ich es hasse, wie mir männliche Gesprächspartner permanent auf die Brüste starren, selbst wenn ich einen weiten, dicken Winterpullover oder einen zugeknöpften, locker sitzenden Laborkittel trage?

Das sind doch alles Einzelfälle. 
Also hasse ich diese Männer alle einzeln, aber NICHT ALLE MÄNNER. 
Oder könnte es doch ein System sein, das ich hasse? 
Aber dann sind alle Männer das Problem.
Und dann hasse ich alle Männer. Nur nicht die Helden und die Opfer.

Gelesen: "The Maid's Secret" von Nita Prose




Titel: The Maid's Secret
Autorin: Nita Prose
Reihe: Molly the Maid, Band 3
Verlag: Ballantine Books
Veröffentlichung: 08.04.2025
352 Seiten
eBook
ISBN 9780593875421


Klappentext:
Molly Gray’s life is about to change in ways she could never have imagined. As the esteemed Head Maid and Special Events Manager of the Regency Grand Hotel, two good things are just around the corner—a taping of the hit antiquities TV show Hidden Treasures and, even more exciting, her wedding to Juan Manuel. 
When Molly brings in some old trinkets to be appraised on the show, one item is revealed to be a rare and coveted artifact worth millions. Molly becomes a rags-to-riches sensation, and a media frenzy swirls as she prepares to sell her priceless treasure. Then, on auction day, the treasure suddenly vanishes. and Molly and her friends find themselves at the center of the boldest art heist in recent memory. 
But the key to this mystery lies in the past, in a long-forgotten diary written by Molly’s Gran. For the first time ever, Molly learns about her grandmother’s secrets: how she was born into a wealthy family and fell head-over-heels in love with a young man her parents deemed below her. As fate would have it, Gran’s greatest love was someone Molly knows quite well.

Meine Meinung:
Achtung, vor diesem Buch muss man die vorherigen Bände der Reihe gelesen haben, sonst versteht man vieles nicht. Endlich erzählt Mollys Großmutter ihre Geschichte. Das ist sehr berührend und man versteht vieles besser. Das Ende klingt ein wenig, als ob die Reihe jetzt abgeschlossen wäre, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Autorin trotzdem noch weitere Bände schreibt. Ich mag Mollys Charakter und das Setting im Hotel.

Tipp:
Leseprobe und Hörprobe gibt es beim Verlag.


Donnerstag, 19. März 2026

Gelesen: "Frisch ermittelt: Der Fall Hartnagel" von Cornelia Kuhnert und Christiane Franke




Titel: Frisch ermittelt: Der Fall Hartnagel
Reihe: Ein Heißmangel-Krimi, Band 3
Autorinnen: Cornelia Kuhnert und Christiane Franke
Erscheinungstermin: 01.10.2024
288 Seiten
Verlag: Rowohlt E-Book
ISBN: 978-3-644-02015-3
Preis: 9,99 €


Klappentext:
An einem Spätsommertag liegt der angesehene Arzt Doktor Rudolf Hartnagel, Leiter des Kindererholungsheims in der Evenburg, tot im Klinikgarten. Durch die blau gefärbte Zunge wird rasch eine Zyankali-Vergiftung diagnostiziert. Die Polizei geht von Suizid aus und will den Fall zu den Akten legen. Doch Heißmangel-Betreiberin Martha Frisch gibt sich damit nicht zufrieden und geht der Sache nach. Gemeinsam mit Karl, dem Volontär der Leeraner Zeitung, kommt sie den verborgenen Seiten in Hartnagels Leben auf die Spur, die von Homosexualität in biederen Zeiten bis hin zu NS-Euthanasievorwürfen reichen. Eins ist klar: Umgebracht hat Hartnagel sich nicht. Und jemand ist mit seinem Racheplan längst noch nicht fertig.

Meine Meinung:
Zuerst fällt auf, dass das Coverbild nicht zu den ersten beiden Bänden passt. Ein Blick ins Impressum zeigt: Da wurde eine andere Agentur beauftragt, die sich offensichtlich nicht am Stil der vorangegangenen Teile orientieren wollte. Nunja.
Andere Rezensent'innen loben, wie gut über die damalige Zeit recherchiert worden sei. In weiten Teilen stimmt das auch. Aber ein paar Fehler haben sich dennoch eingeschlichen:
1. Der inzwischen zum Glück abgeschaffte unsägliche Paragraph 175 über sexuelle Handlungen zwischen erwachsenen Männern stand nicht im BGB, sondern im StGB. Es war eine Straftat!
2. "Pling" machen Schreibmaschinen nicht etwa beim Zeilenwechsel des Schlittens, sondern fünf Zeichen vorher, damit man weiß, dass man ein neues Wort besser in die nächste Zeile schreibt oder ein langes Wort ggf. jetzt trennen muss.
3. Die Ausstrahlung von "Die Tote im Hafenbecken" der damals beliebten TV-Serie "Stahlnetz" fand am 22. August statt. Es muss sich um die Erstausstrahlung handeln, sonst würde Karl darüber keinen Zeitungsartikel schreiben. Allerdings planen Martha und Annemieke eine Fahrt nach Bremerhaven, um die Ankunft von Elvis Presley zu sehen, die entsprechend den Zeitangaben im Roman am 3. September hätte stattfinden müssen, allerdings in Wirklichkeit am 1. Oktober stattfand. Das lässt sich alles mit wenigen Klicks recherchieren. Natürlich kann man als Autor'in solche Dinge verändern, das nennt sich künstlerische Freiheit. Aber dann muss man darüber in einem Nachwort aufklären. Und das war hier nicht der Fall.
4. Ein rein sprachlicher Fehler: "Meines Wissens nach war sie nicht verheiratet." Urgs, bitte entscheiden Sie sich zwischen "Meines Wissens war sie nicht verheiratet" oder "Meiner Meinung nach...". Aber bitte nicht kombinieren. Das ist so furchtbar wie die Wortverhunzung "zumindestens".
Das alles hätte ein gutes Lektorat/Korrektorat bemerken können. Oder bin ich die einzige, der solche Fehler auffallen?
Kommen wir zum Inhalt: Der Fall ist sehr interessant, allerdings wird das Thema "Misshandlung von Kindern in sogenannten Erholungsheimen" zurzeit überall verwendet. Ja, es ist wichtig, diese Verbrechen aufzuarbeiten. Aber nach dem x-ten Krimi darüber habe ich davon jetzt wirklich genug gelesen. Schade, dass die Autor'innen nicht stattdessen den Schwerpunkt auf die Euthanasie-Fälle gelegt haben.
Ich wusste leider schon nach der Hälfte des Buches, wer die Morde begangen hat und warum. Zu lesen, dass viele Straftaten am Ende nicht verfolgt werden, ist kaum zu ertragen. Und was Holger genau für ein Problem mit einer bestimmten Person hat, wird nicht aufgeklärt.
Sehr eindringlich ist mal wieder, wie sehr die Sprüche aus der Nazizeit noch immer bemüht werden: Väter sollen keine Zärtlichkeiten mit ihren Kindern austauschen, die verweichlichen sonst. Sie sollen schließlich "zäh wie Leder, hart wie Krupp-Stahl" werden. Da wird mir wirklich übel. Und es gibt ja viele, die heute noch so denken und reden. Beobachtet mal, wie Männer andere Menschen umarmen, egal ob andere Männer, ihre Kinder, ihre Schwestern oder ihre Mütter. Spätestens nach drei Sekunden ist Schluss. Und damit es bloß nicht zu zärtlich ist, wird immer dreimal fest auf den Rücken des anderen geklopft. Da ist noch viel zu tun! 
Besonders traurig fand ich die Bemerkung der Hauswirtschafterin:
"Na hören Sie mal, dem ist die Frau gestorben. Da soll ein Mann wohl traurig sein. Immerhin hat sie ihn versorgt, seine Wäsche gemacht, sein Essen gekocht, das musste er nun alles allein machen." Dass der Mann seine Frau vielleicht geliebt hat und sie vermisst, kommt ihr gar nicht in den Sinn. Eine Ehefrau ist in ihren Augen offenbar nur eine Kombination aus Putzfrau und Köchin.
Interessant fand ich, wie viel Jugendliche und junge Erwachsene damals am Nachmittag und an den Wochenenden unternommen haben: den Eltern auf der Baustelle helfen, im Geschäft der Eltern mitarbeiten, die Oma unterstützen, in der Kirchengemeinde beim Frühschoppen Getränke ausschenken,...
Vielleicht tue ich der heutigen Jugend Unrecht, aber mir scheint, alle starren nur noch auf Bildschirme und füllen damit ihre Freizeit komplett aus.
Insgesamt hat mir dieser Krimi gut gefallen, wenn auch nicht so gut wie die ersten beiden. Hoffentlich geht es bald weiter, denn Heißangelbetreiberin Martha Frisch hat noch eine Rechnung offen!

Tipp:
Die ersten 30 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.

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