Samstag, 7. November 2020

Gelesen: "Staubgeboren" von Fabio Geda und Marco Magnone





Autoren: Fabio Geda und Marco Magnone
Titel: Staubgeboren - Die Stadt der Vergänglichen
Verlag: Ueberreuter
Originaltitel: Berlin - 1. I fuochi di Tegel
Aus dem Italienischen von Christiane Burkhardt
Seitenzahl: 224
Lesealter: ab 12 Jahre

Hardcover
Preis: 14,95
ISBN: 978-3-7641-7067-7

eBook
€ 12,99
ISBN eBook: 978-3-7641-9160-3

Klappentext:
Das Spiel um Leben und Tod.
Berlin, 1978: Ein mysteriöses Virus hat alle Menschen über 18 Jahre ausgelöscht. Innerhalb der Mauern von West-Berlin kämpfen die Kinder und Jugendlichen auf sich alleingestellt ums nackte Überleben. Aufgeteilt in vier Clans – die friedliche Havel-Gruppe, die solidarisch-kooperative Gropiusstadt-Gruppe, die anarchistische Reichstag-Gruppe und die nihilistisch-gewalttätige Tegel-Gruppe -, versucht jede Gruppe für sich das Beste aus ihrer verbleibenden Zeit zu machen, ohne sich in die Quere zu kommen. Dies ändert sich schlagartig, als der zweijährige Theo aus der Havel-Gruppe von Mitgliedern der radikalen Tegel-Gruppe entführt wird. Um ihn zu retten, müssen sich die Havel-Mädchen auf feindliches Terrain begeben, denn sie wissen: In Tegel sollen die Todesspiele gefeiert werden und Theo ist in größter Gefahr! Doch ehe sie sich’s versehen, findet sich das Rettungskommando als Hauptattraktion inmitten der tödlichen Spiele wieder, der Einsatz nicht weniger als das Leben …

Meine Meinung:
In diesem Roman geht es um Berlin im Jahre 1978. Ein Virus hat alle Erwachsenen getötet, die Kinder sind in der geteilten Stadt allein. Es haben sich verschiedene Gruppen mit sehr unterschiedlichen Konzepten gebildet. Eine wohnt im Flughafen Tegel, eine auf der Pfaueninsel, eine im Reichstagsgebäude usw. Manche setzen auf Solidarität, andere auf Anarchie oder Autokratie.
Die Geschichte erinnert natürlich an "Der Herr der Fliegen", aber auch an die Star Trek Episode "Miri" (Staffel 1, Folge 8).
Aber vor allem: Dies ist das perfekte Buch für jetzt!
Wir haben eine Pandemie, ein Virus tötet vor allem alte Menschen. 
Außerdem wurde gerade der Flughafen TXL in Rente geschickt.
Kann bitte jemand dieses Buch verfilmen? Der TXL ist doch jetzt frei!
Ich bin so froh, dass Christiane Burkhardt dieses Buch übersetzt hat, die auch schon "Der Sommer am Ende des Jahrhunderts" aus dem Italienischen ins Deutsche übertragen hat. (Vielleicht könnte sie bitte "Ein Sonntag mit Elena" neu übersetzen? Dann gefällt mir das Buch bestimmt auch.)
Man kann "Staubgeboren" gut als einzelne Geschichte lesen, allerdings ist es der Beginn einer Reihe, von der bisher leider nur dieser erste Band auf deutsch erschienen ist. Ich kann das gar nicht verstehen. Die Story ist spannend, es ist eine zeitlich und räumlich sehr interessante Dystopie, es gibt starke Mädchen und starke Jungen, es geht um Freundschaft, um Familie, ums Überleben.

Tipp:
Die ersten 33 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Donnerstag, 5. November 2020

Gelesen: "Moral - Wie man richtig gut lebt" von Rainer Erlinger






Titel: Moral - Wie man richtig gut lebt
Autor: Rainer Erlinger
ISBN: 978-3-596-18852-9
Taschenbuch
9,99 €
Erscheinungstermin: 23.08.2012
Fischer Verlag
368 Seiten

Klappentext:
Wir alle wollen gute Menschen sein. Wir alle wissen eigentlich, was dafür zu tun wäre. Doch dann wird es konkret: Darf ich lügen, wenn es die Situation erfordert? Wie viel Rücksicht muss ich auf meine Nachbarn nehmen? Muss ich mein Geld ethisch anlegen? Rainer Erlinger, Moralinstanz und Autor der inzwischen als Klassiker geltenden Kolumne ›Die Gewissensfrage‹ im Magazin einer großen Münchner Zeitung, kennt wie kein anderer die konkreten moralischen Probleme, die uns alle bewegen. Nun hat er endlich seinen großen Entwurf einer Moral für unsere Zeit vorgelegt – alltagstauglich, beispielgesättigt, philosophisch begründet, leicht verständlich und unterhaltsam.

Meine Meinung:
Der Autor zitiert in etwas kleinerer Schrift immer wieder lange Abschnitte u.a. von Philosophen, vor allem Kant, um sie danach zu interpretieren oder zu erklären. Hierfür nimmt er sich wirklich viel Zeit. Es geizt auch nicht mit Beispielen für die jeweiligen Themen wie Höflichkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Sex, Umweltschutz usw.
Aber wenn es dann darum geht, ein Thema wirklich von allen Seiten zu beleuchten, macht er eigentlich nur seine eigene Meinung deutlich. Beim Sex z.B. schreibt er zwar immer wieder von der "seelischen und körperlichen Verletzlichkeit der anderen Person", aber die Risiken von Schwangerschaft oder übertragbaren Krankheiten erwähnt er mit keiner Silbe.
Dieses Buch kann als Ausgangspunkt für Diskussionen genutzt werden. Allerdings gibt es dafür sicher auch genügend kostenlose Listen im Internet.


Sonntag, 1. November 2020

Gelesen: "Ein Sonntag mit Elena" von Fabio Geda





Autor: Fabio Geda
Titel: Ein Sonntag mit Elena
übersetzt aus dem Italienischen von Verena von Koskull
Erscheinungsdatum: 17.08.2020
240 Seiten
Verlag: hanserblau

Fester Einband
ISBN 978-3-446-26795-4
Preis: 20,00 € (D), 20,60 € (AT)

eBook
ISBN 978-3-446-26879-1
Preis: 15,99 €

Klappentext:
Einst reiste er als Ingenieur um die Welt und baute riesige Brücken. Nach dem Tod seiner Frau aber ist es still geworden in der Turiner Wohnung am Fluss. Sein Sohn lebt in Finnland, mit der jüngeren Tochter hat er keinen Kontakt, nur die älteste sieht er ab und zu mit ihrer Familie. An einem Sonntag kocht der ältere Mann ein traditionelles Mittagessen für sie. Doch sie sagt kurzfristig ab. Im Park lernt er Elena und ihren Sohn kennen und lädt sie spontan zum Essen zu sich ein. Diese zufällige Begegnung wird alle drei für immer verändern.

Meine Meinung:
Von Fabio Geda hatte ich vor ein paar Jahren "Der Sommer am Ende des Jahrhunderts" gelesen und war sehr begeistert. Als ich neulich in einer Büchersendung im Radio von "Ein Sonntag mit Elena" hörte, habe ich mich gefreut und mir das Buch in der Onleihe sofort vorgemerkt. Nachdem ich es gelesen habe, bin ich froh, dass ich es nur geliehen und nicht gekauft habe. Dieser Roman funktioniert für mich nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich eine Abneigung gegen selbstmitleidige alte Männer habe. Vielleicht liegt es an der Übersetzung? Vielleicht liegt es an dieser merkwürdigen Erzählperspektive? Vielleicht liegt es daran, dass Fabio Geda zwar wunderbar über Frauen schreiben kann, aber nicht aus ihrer Sicht erzählen sollte? Ich weiß es nicht. 

Samstag, 31. Oktober 2020

Gelesen: "Die Schokoladenvilla - Zeit des Schicksals. Die Vorgeschichte" von Maria Nikolai


 
Autorin: Maria Nikolai
Titel: Die Schokoladenvilla - Zeit des Schicksals. Die Vorgeschichte zu Band 3
gratis eBook
ISBN: 978-3-641-27122-0
Erschienen am 31. August 2020
46 Seiten
Penguin Verlag


Klappentext:
Die Vorgeschichte zum großen Finale der Schokoladen-Saga.
Bestsellerautorin Maria Nikolai schenkt uns exklusiv einen Blick in die Vorgeschichte von »Zeit des Schicksals«, Band 3 der opulenten Saga um die Schokoladenfabrikantenfamilie Rothmann. Schon über 350.000 mal haben sich Maria Nikolais Romane rund um die Stuttgarter »Schokoladenvilla« verkauft – Tore auf für das große Finale!

Meine Meinung:
Ich hatte eigentlich schon angefangen, den dritten Band zu lesen, als ich erfahren habe, dass es da noch eine Vorgeschichte gibt! Sie ist sogar kostenlos und nur als eBook erhältlich.
Über den Inhalt möchte ich nichts verraten, nur so viel, dass es sich lohnt!
Nur ein Detail hat mir nicht gefallen: Viktoria trägt Hosen. Das kann ich mir kaum vorstellen, denn nicht nur wäre das 1934 in Deutschland ungewöhnlich gewesen, denn die lockeren 20er Jahre waren vorbei und mit den Nazis kam ein neues Frauenbild, das sich sehr auf die Rolle als Hausfrau und Mutter beschränkt hat. In Frankreich, wo sich Viktoria mit ihren Hosen in der Öffentlichkeit bewegt, war es Frauen meines Wissens sogar gesetzlich verboten, Hosen zu tragen. Dieses Verbot wurde übrigens erst 2013 in Paris für ungültig erklärt.


Freitag, 30. Oktober 2020

Gehört: "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten" von Alice Hasters

 



Autorin: Alice Hasters
Titel: "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten"
ISBN 978-3-86484-649-6
Erschienen am: 21.02.2020
Herausgeber: Tacheles!
ungekürztes Hörbuch
gelesen von der Autorin
Dauer: 06:44:13

Klappentext:
Warum ist es eigentlich so schwer, über Rassismus zu sprechen? 
»Darf ich mal deine Haare anfassen?«, »Wo kommst du her?« Wer solche Fragen stellt, meint es meist nicht böse. Aber dennoch: Sie sind rassistisch.
Warum, das wollen weiße Menschen oft nicht hören. Alice Hasters erklärt es trotzdem. Eindringlich und geduldig beschreibt sie, wie Rassismus ihren Alltag als Schwarze Frau in Deutschland prägt. Dabei wird klar: Rassismus ist nicht nur ein Problem am rechten Rand der Gesellschaft. ...

Meine Meinung:
Alice Hasters erzählt sehr einfühlsam von (für sie) alltäglichen rassistischen Erfahrungen, erklärt historische, wirtschaftliche und politische Zusammenhänge, beschreibt scheinbar banale Probleme, die sie als Schwarze in dieser eurozentrischen Welt oft hat. Und bei alldem bleibt sie ruhig und freundlich, macht uns Hoffnung, dass die Welt sich ändern kann, dass wir uns ändern können. Denn selbst wenn wir Rassismus eigentlich ablehnen, haben wir trotzdem manchmal rassistische Impulse und Vorurteile. Wir haben die Wahl, ob wir Teil des Problems oder Teil der Lösung sein wollen. Ich möchte Teil der Lösung sein und unsere Welt zu einem besseren Ort für alle machen. Wenn Du das auch willst, dann lies bzw. hör dieses Buch!


Mittwoch, 28. Oktober 2020

Gehört/gelesen: "Frankenstein" von Mary Shelley

 





Autorin: Mary Shelley
Titel: Frankenstein
Gesprochen von Josh Smith
Herausgeber: FrontPage Publishing
ISBN: 9782291041627
Dauer: 07:17:18
ungekürztes Hörbuch
Sprache: englisch

Klappentext:
Swiss student Victor Frankenstein uncovers the secret to bringing life to what is lifeless, and in assembling body parts to create a monster, ultimately sets the stage for his own destruction and that of everything he loves when the monster is rejected by society. Penned as part of a competition between Mary Shelley, Lord Byron, and John Polidori to see who could write the best horror story, Frankenstein is resonant with themes of love, friendship, hubris, and fear. It presents the epic battle between man and monster, showing that man is not always capable of controlling that which he creates.

Meine Meinung:
Natürlich habe ich schon oft von dieser Geschichte gehört und gelesen, es wird auch in vielen anderen Büchern und Filmen darauf Bezug genommen. Nachdem Luna neulich "Frankenstein" wärmstens empfohlen hat, wollte ich diese Bildungslücke also endlich mal schließen.
Die Geschichte ist so unglaublich berührend und spannend aus der Perspektive dreier sehr unterschiedlicher Männer geschrieben, dass ich mir kaum vorstellen konnte, wie das ein 19-jähriges Mädchen schaffen konnte. Aber dann habe ich den Wikipedia-Eintrag über Mary Shelley gelesen und seither kann ich es mir durchaus vorstellen. Ihre eigene Geschichte liest sich ähnlich dramatisch!

Dienstag, 27. Oktober 2020

Gelesen: "Auf sie mit Gebrüll!" von Hasnain Kazim

 



Autor: Hasnain Kazim
Titel: "Auf sie mit Gebrüll! … und mit guten Argumenten. Wie man Pöblern und Populisten Paroli bietet"
Preis: 13,00 € [D], 13,40 € [A], CHF 18,90
Klappenbroschur
208 Seiten
ISBN: 978-3-328-10493-3
Erschienen am 10. Februar 2020


Klappentext:
Lernen vom Profi: Hasnain Kazim zeigt, wie man Paroli bietet.
Man muss sich wirklich nicht alles sagen lassen! Mit seinem neuen Buch macht Bestsellerautor Hasnain Kazim Lust darauf, sich mal wieder richtig zu fetzen. Viele begeisterte Leser von »Post von Karlheinz« wissen, wie unterhaltsam und gewinnbringend die heftigen Auseinandersetzungen sein können, die Kazim ständig führt, nun gibt er auf vielfachen Wunsch konkrete Tipps fürs richtige Streiten. Dabei darf es gerne laut, hart und lustig zugehen: Hauptsache, man hat die richtigen Argumente parat, um dumpfem Hass und platten Parolen Einhalt zu gebieten. Eine dringend benötigte Anleitung für all die Diskussionen, denen wir sonst lieber aus dem Weg gehen – und verdammt unterhaltsam noch dazu.

Meine Meinung:
Wie ist das mit der Meinungsfreiheit?
Was darf man sagen und was nicht?
Darf man widersprechen?
Oder nicht?
Oder muss man sogar widersprechen?
Und wenn ja, wie?
Soll man Leute im Netz blocken?
Soll man den Kontakt zu Bekannten abbrechen, wenn sie Corona leugnen oder rassistische Witze machen?
Dieses Buch ist zwar keine konkrete Anleitung à la "Wenn jemand dies sagt, dann musst du das sagen", aber ich habe trotzdem viel gelernt und fühle mich jetzt nicht mehr so hilflos, verwirrt und vor allem sprachlos.
Danke, Hasnain Kazim! ❤️

Tipp:
Es gibt eine kostenlose Leseprobe.

Montag, 26. Oktober 2020

Gelesen: "Zwischen dir und der Dunkelheit" von Antonia Neumayer

 


Autorin: Antonia Neumayer
Titel: Zwischen dir und der Dunkelheit
Erscheinungstermin: 12. Oktober 2020
384 Seiten
Preis: 14,99 € [D], 15,50 € [A], CHF 21,90
Klappenbroschur


Klappentext:
Ihre Youtube-Videos über die Sagen und Mythen Bayerns sind so beliebt, dass Sera, Jo und Mark die Genehmigung erhalten, nachts in der Münchner Frauenkirche zu drehen. Als sie sich dem berühmten Teufelstritt im Steinboden nähern, geschieht das Unfassbare: Der Fußabdruck beginnt zu leuchten, und ein unheimlicher Wind fegt durch die Kathedrale. Obwohl die drei alles auf Video festhalten, ernten sie nur Hass und den Spott ihrer Follower, was vor allem Sera nahe geht. Hat sie sich alles nur eingebildet? Oder gibt es in der Frauenkirche, von der sie Nacht für Nacht träumt, wirklich übernatürliche Phänomene? Schnell stellt Sera fest, dass sie nicht die einzige ist, die dem Rätsel auf den Grund gehen will: die schöne Lily und der geheimnisvolle Elias bieten ihr ihre Hilfe an. Doch die beiden verfolgen ihre eigenen Ziele – und sind bereit, dafür über Leichen zu gehen ...

Meine Meinung:
Ich lese selten Fantasy-Romane, aber hier hat mich der Klappentext neugierig gemacht. Ich las also die Leseprobe und war am Haken. Sera und ihre Freunde waren mir gleich sympathisch. Den Youtubekanal von den dreien würde ich mir bestimmt auch anschauen, wenn es ihn wirklich gäbe und ich in München lebte. Historische Gebäude und Orte sowie Sagen und Mythen können ja sehr spannend sein. 
Das Buch ist wunderschön gestaltet: Die Schrift und die Schnörkel auf dem Cover sind erhaben und glänzen wie Kupfer. Klappt man die Broschur auf, findet man vorn und hinten einen Stadtplan von München, einmal von heute und einmal von 1488. Ich mag so liebevolle Details!
Leider sind die Karten relativ nutzlos, denn viele der Orte, die im Roman erwähnt werden (Augustinerkirche, Liebfrauenstraße, Färbergraben, Altheimer Eck, Marienplatz, Hackenviertel,...), sind dort leider gar nicht eingezeichnet.
Die Geschichte ist gut geschrieben, man bleibt gern am Ball, fast wirkt der Roman wie die Vorlage für einen Kinofilm. Sera hat immer wieder Visionen, die nur kurz aufblitzen, aber gleich wieder vorbei sind, das ließe sich bestimmt gut darstellen. Ihr trockener Humor hat mich immer wieder auflachen lassen. Sie ist mir allerdings ein wenig zu naiv. Lily sagt ihr bei der ersten Begegnung ganz deutlich, dass sie zusammen einen sehr mächtigen Dämon beschwören wollen. Und Sera wurde von ihrer Großmutter früher immer wieder gewarnt, KEINE Dämonen zu beschwören. Sie denkt aber, sie hätte alles im Griff und willigt ein, mit ihr völlig fremden Leuten diese Dämonenbeschwörung durchzuführen. Lily verlangt, dass Sera KEINE religiösen Symbole tragen darf, aber Sera trägt natürlich ihr Kreuz. Das begreife ich nicht: Sie selbst glaubt daran, dass sie einen Dämon beschwören wird, trägt aber ein Symbol, dass ihn verärgern könnte. Denkt sie im Ernst, dass der Dämon das Kreuz unter ihrer Jacke nicht entdeckt? Und als es dann soweit ist, ist sie entsetzt, dass es kein kleines, harmloses Dämönchen ist und dass diese fremden Leute sie belogen haben. Na, so eine Überraschung!
Ich will nicht zu viel verraten, aber es geht um Gott, Teufel, Engel, Prediger, Geister und Dämonen. Allerdings verstehe ich einiges nicht. Da heißt es, Engelsseelen hätten alle ihre Kräfte aufgegeben und seien deshalb leichte Beute für den Teufel, der sich ihre Kräfte dann einverleibt. Aber wie geht das, wenn sie doch keine Kräfte mehr haben, weil sie sie aufgegeben haben???
Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, also ist die Hauptfigur die Erzählerin. Sie redet über eine andere Person, die ich mal Tessa nenne, um nichts zu verraten. Sie nennt sie also viele Seiten lang Tessa, dann nennt sie sie plötzlich Teresa. Okay, dachte ich, Tessa ist wohl die Kurzform von Teresa. Dann nennt sie sie wieder Tessa, bis sie entdeckt, dass Tessa in Wirklichkeit Teresa heißt. Hä?
Auch die Sache mit dem Teufel ist verwirrend. Er kann nur erscheinen, wenn ihm jemand im Diesseits ein Portal öffnet. Nun hat sich jemand mit dem Teufel für Mitternacht verabredet, aber der Teufel lässt ausrichten, dass er tagsüber kommen wird. Da habe ich zwei Fragen: Wie teilt er das mit? (Per Fax vielleicht? Mit Schrift an der Wand?) Und wie kann er das entscheiden, wenn er doch selber gar keine Portale öffnen kann?
Aber ich wollte trotzdem wissen, wie die Geschichte weitergeht. Und es war wirklich spannend und interessant. Vor allem der Showdown hatte wieder Kinofilmpotential! Leider bleiben am Ende ein paar Fragen offen. Gibt es vielleicht eine Fortsetzung?
Wer sich über die von mir oben aufgezählten Dinge ärgern könnte, sehr auf Logik bedacht und pingelig ist (auch was ausgelassene Wörter und die falsche Verwendung von "als" und "wie" betrifft), sollte dieses Buch lieber nicht lesen.
Aber wer über solche Dinge hinwegsehen bzw. -lesen kann und Lust auf einen etwas anderen Fantasy-Roman hat, kann mit diesem Buch viel Vergnügen haben.


Samstag, 24. Oktober 2020

Gelesen: "Rose Royal" von Nicolas Mathieu

 



Autor: Nicolas Mathieu
Titel: Rose Royal
übersetzt aus dem Französischen von Lena Müller, André Hansen
Erscheinungsdatum: 20.07.2020
96 Seiten
Verlag: Hanser Berlin

Fester Einband
ISBN 978-3-446-26785-5
Deutschland: 18,00 €
Österreich: 18,50 €

E-Book
ISBN 978-3-446-26873-9
Preis: 13,99 €


Klappentext:
Rose ist fast fünfzig, als sie Luc kennenlernt. Sie hat eine Ehe überstanden und zwei Kinder zur Welt gebracht, hat Liebschaften erlebt, Jobwechsel, Schicksalsschläge und Trauerfälle. Das Leben hat sie stark gemacht. In ihrer Handtasche steckt ein Revolver, der sie gegen die vielen Dreckskerle dieser Welt beschützen soll. Doch Luc ist anders, das spürt sie sofort. So charmant und zurückhaltend. Seit sie ihn kennt, liegt in ihren Augen ein neuer Glanz. Bis er sich eines Tages in seinem männlichen Stolz gekränkt fühlt und zuschlägt. 

Meine Meinung:
Die Geschichte fängt sehr vielversprechend an, lässt aber schnell stark nach und endet sehr unbefriedigend. Symbolisch passt das für das, was die Hauptfigur erlebt, allerdings sehr gut.


Donnerstag, 15. Oktober 2020

Gelesen: "Über Leben" von Dirk Steffens und Fritz Habekuss

 


Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autoren: Dirk Steffens, Fritz Habekuß
Titel: Über Leben. Zukunftsfrage Artensterben: Wie wir die Ökokrise überwinden
Hardcover, Pappband mit Schutzumschlag
240 Seiten
ISBN: 978-3-328-60131-9
Erschienen am 18. Mai 2020
Preis: 20,00 € [D], 20,60 € [A], CHF 28,90


Klappentext:
»Wir befinden uns mitten im sechsten Massenartensterben und erleben den größten Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier. Der Mensch hat ihn ausgelöst und nur er kann ihn stoppen.« Der bekannte Naturfilmer und Terra-X-Moderator Dirk Steffens engagiert sich seit Jahren für den Artenschutz. Gemeinsam mit dem Wissenschaftsjournalisten Fritz Habekuß zeigt er, wie in der Natur alles mit allem zusammenhängt und warum der Erhalt der Artenvielfalt überlebensnotwendig für die Menschheit ist. Die beiden schlagen Maßnahmen vor, um das Artensterben zu stoppen: drastisch, aber nicht unmöglich – und mit der Chance, unser Verhältnis zur Natur zu revolutionieren.

Meine Meinung:
Artenschutz und Klimaschutz sichern unsere Freiheit und unser Überleben!
In diesem Buch geht es um Zusammenhänge zwischen Natur, Wirtschaft, Gesetzen und vielen mehr. Es wird ein weiter Bogen geschlagen zwischen der Tatsache, dass die Natur uns einfach gut tut über den Schaden, den Regenwürmer in Kanada anrichten, den Syrienkrieg, die Frage, warum Flüsse keine Rechte haben und keine Industriebetriebe verklagen können, wenn diese ihr Wasser verschmutzen, bis hin zur Corona-Pandemie und was wir aus ihr lernen können.
Ich habe sehr viel gelernt und ich finde, dass ALLE dieses Buch lesen sollten, egal wie viel oder wenig sie schon über die Ökokrise wissen, egal ob sie sich bereits für Umweltschutz engagieren oder ob sie noch ganz am Anfang stehen.


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