Dienstag, 11. November 2014

Basteln: kostenlos und umweltfreundlich




Meine Kinder haben je eine Bastelmappe, in der sie alles sammeln dürfen, was sie zum Basteln schön finden. Das können Bonbonpapiere sein, Treuepunkte aus dem Supermarkt, Geschenkpapierreste, Verpackungsschnüre, Aufkleber aus Zeitschriften, Sammelsticker, Geschenkbandreste usw.


Damit können sie dann nach Herzenslust basteln.
Als Unterlage dienen Fehldrucke (die mein Mann gelegentlich von der Arbeit mitbringt), Umverpackungen von Lebensmitteln oder auch Malbücher. Wir haben mal von unseren Lieblingsnachbarn einen ganzen Stapel benutzter Malbücher geschenkt bekommen, die uns schon sehr viel Freude bereitet haben. Entweder die Kinder bestaunen die Malkünste der inzwischen jugendlichen Nachbarskinder oder sie malen die Bilder weiter oder sie bekleben sie.

Die Mappen selbst sind übrigens Werbemappen.
Eigentlich wollte ich sie schön bekleben, z.B. mit benutztem Geschenkpapier oder mit dünnem Stoff. Aber immer wenn ich die Mappen anfasse, wollen die Kinder sie sofort haben und basteln, sodass ich sie nicht bekleben kann. Naja auch egal, sie scheinen ja ihren Zweck zu erfüllen.

Diese Idee macht mit bei:



Montag, 10. November 2014

An der 10%-Hürde gescheitert: "In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Eugen Ruge






So langsam habe ich den Verdacht, dass Bücher, die den Deutschen Buchpreis bekommen haben oder auch nur auf der Longlist standen, nichts für mich sind:
- Gut gegen Nordwind*
- Die Mittagsfrau*

Und jetzt auch "In Zeiten des abnehmenden Lichts".

Auf diesen DDR-Roman wurde ich aufmerksam, weil er im Rahmen der Buchmesse damals (2011?) auf allen Kanälen gelobt wurde. Neulich fiel er mir in der Bücherei in die Hände, also lieh ich ihn aus. Aber schon auf den ersten Seiten hat mir das Buch nicht gefallen, sowohl die Form als auch den Inhalt empfinde ich als lieblos. Das mag daran liegen, dass die Geschichte damit beginnt, wie ein krebskranker Mann seinen demenzkranken, pflegebedürftigen Vater besucht und sich einfach nur blöd benimmt und blöde Gedanken hat. Wenn man wie ich beide Krankheitsbilder samt Pflegebedürftigkeit in der Familie erlebt hat, kann man über das, was der Autor da seine Figuren denken und sagen lässt, nur den Kopf schütteln. Hinzu kommt die äußere Form: Wieso kann man wörtliche Rede nicht so kennzeichnen, wie man es in der Schule gelernt hat? 

- Ja, sagte Kurt und stand auf.

Soll das besonders künstlerisch oder intellektuell sein? Mich nervt das nur.

Ich habe bis Seite 50 von 426 durchgehalten, jetzt kommt es zurück in die Bücherei.

Wer hat das Buch auch gelesen und mag hier seine/ihre Meinung schreiben?

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*Diese Bücher fand ich so schlimm, dass ich nicht einmal 10 % gelesen habe.


Dienstag, 4. November 2014

Kaffee für unterwegs


Da schrieb ich gestern noch von Konsumsünden und dabei begehe ich eine ganz schlimme Konsumsünde täglich!
Kaffee! Ich brauche morgens Kaffee!
(Aber wenigstens nicht aus Kapseln oder Pads.)
Und weil es über eine Stunde dauert, bis ich die Kinder per Pedes und Bus auf Kita und Schule verteilt habe, muss ich unterwegs auch welchen haben. Als mir das klar wurde, überlegte ich, wie ich das möglichst ohne Umweltsünde bewerkstellige. Unterwegs einen zu kaufen kommt natürlich gar nicht infrage, wegen Papp- oder gar Styroporbecher, logo. Einen Thermobecher wollte ich nicht kaufen. Warum muss man überhaupt immer etwas kaufen? Da war doch diese hübsche kleine Glasflasche mit Schraubdeckel. Ich glaube, da war mal Salatsoße drin. Die Größe passt gut, wie der direkte Vergleich mit einer meiner zurzeit häufig genutzten Tassen zeigt.


Und damit die Glasflasche vor Bruch geschützt ist, habe ich ihr flink eine Hülle aus Wollresten gestrickt.


Bündchen in eins rechts eins links, dann den Rest glatt rechts. Ich habe mit doppeltem Faden gestrickt: einmal rosa Baumwolle (mercerisiert), einmal jeansblaue Sockenwolle. Geht schneller, schützt noch besser vor Bruch, hält den Kaffee länger warm und sieht auch noch hübsch aus.


Zum Trinken schiebe ich die Kaffeesocke einfach ein Stück runter und schraube den Deckel ab.


So passt mein Kaffee für unterwegs sogar in meine Umhängetasche.
So platz- und farbtechnisch.

Dieses Werk macht bei folgenden Linkpartys mit:



Montag, 3. November 2014

Nicht ausgelesen: "Selbst denken - Eine Anleitung zum Widerstand" von Harald Welzer





Letzten Frühling sah ich ein Interview mit Harald Welzer, das mich sehr beeindruckt hat. Sein Buch stand seither auf meiner Wunschliste und als ich es neulich in der Bücherei stehen sah, habe ich es mir sofort ausgeliehen. Leider schreibt er ganz anders, als er spricht. Beispielsatz: "Denn mit der funktionalen Differenzierung von Gesellschaften, die arbeitsteilig organisiert sind, ist ein höchst flexibler Subjekttypus entstanden, der in der Lage ist, wechselnde und oft sogar höchst widersprüchliche Rollenanforderungen in Familie, Beruf, Verein, Freundschaftsbeziehungen usw. geschmeidig zu bewältigen." Geht es noch geschraubter? Tut mir leid, ich habe von jeher eine Aversion gegen unnötig komplizierte Texte. Ich habe immer das Gefühl, ich soll möglichst beeindruckt sein, wenn sich jemand so umständlich und mit vielen Fremdwörtern und Fachbegriffen ausdrückt. Ich verstehe zwar jedes Wort und begreife auch den Sinn, aber es ist so anstrengend zu lesen. Das macht doch keinen Spaß. Für mich ist es auch viel beeindruckender, wenn jemand mit einfachen Worten und kurzen Sätzen die Dinge auf den Punkt bringt. Aber ich gehöre wohl einfach nicht zur Zielgruppe. Wie diese genau aussehen soll, ist mir allerdings nicht klar, denn der Autor spricht seine Leser immer wieder direkt an, z.B. "So wie Sie sich Ihren Lebensraum mit Produkten vollstellen, von denen Sie bis vor kurzem gar nicht wussten, dass Sie sie jemals haben wollen würden, so wenden Sie immer mehr Zeit dafür auf, sich in diesem Konsumuniversum für oder gegen irgendetwas zu entscheiden: Sie lesen Tests und Erfahrungsberichte, arbeiten sich durch Bedienungsanleitungen und Updates, rufen Preisvergleiche ab, schließen Verträge aller Art ab - weshalb Sie immer mehr kaufen, aber immer weniger konsumieren, was Sie gekauft haben." Mach ich doch gar nicht*! Aber die Leute, die das machen, wollen sicher nicht mit solchen Bandwurmsätzen kritisiert werden.

In der Energiezukunft habe ich neulich einen Artikel gelesen, der eigentlich dieselbe Botschaft hat, aber viel mehr nach meinem Geschmack ist. Verständlich formuliert, mit dem Fokus auf Lösungen macht er einfach gute Laune und Lust, selbst auch etwas bzw. noch mehr in dieser Richtung zu machen.

*In dem wirklich sehenswerten Interview wird der TV-Beitrag "Die 20 größten Konsumsünden" erwähnt. Die meisten dieser Sünden begehe ich nicht, habe sie teilweise noch nie begangen. Und wenn doch, dann selten oder bio oder fair.

Und Du?



Mittwoch, 29. Oktober 2014

Me Made Mittwoch: seltsame Farbkombination




Manchmal muss es morgens schnell gehen, dann greife ich nach den Teilen, die im Schrank zuoberst liegen. Gestern waren das mein Drachenshirt und mein Hauch von nichts. Dazu ein geerbtes Fransentuch, das halt gerade neben der Handtasche lag. Eine für mich sehr wilde Kombination. Aber je länger ich mir das Foto so ansehe, desto besser gefällt sie mir. Das ist spannend. Tja, ohne den MMM hätte ich kein Foto gemacht und mich wohl nicht weiter damit beschäftigt.

Ob im gewohnten Farbschema oder weit ab der Komfortzone, was die anderen Damen heute selbst gemachtes tragen, sehen wir im MMM-Blog.


Dienstag, 28. Oktober 2014

Mit Jersey-Resten gerettet


Wer hier schon lange mitliest und ein sehr gutes Gedächtnis hat, erinnert sich an dieses Langarmshirt. Es hatte ein Loch und ich habe versucht, es mit einer gestickten Eule zu reparieren. Leider gaben die Fasern rings um die Eule im Laufe der Zeit immer weiter auf und es bildeten sich viele neue, kleine Löcher. Außerdem hatten die weißen Ärmel ein paar Flecken, die auch nach vielen Wäschen hartnäckig an Ort und Stelle blieben.


Also habe ich die Ärmel herausgetrennt und durch Ärmel von diesem Shirt, das ich neulich gezeigt habe, ersetzt. Den unteren Teil des Shirts habe ich abgeschnitten und durch ein Patchwork aus Jersey-Quadraten ersetzt. Diese Quadrate stammen von intakten Stücken des abgeschnittenen Teils, von eben jenem neulich recycelten Shirt und anderen ausgeschlachteten Kleidungsstücken.


Ich habe einfach die Quadrate unter Beachtung des Fadenlaufs (sagt man so eigentlich bei Jersey? Ich würde das eher "Maschenverlauf" nennen) zu zwei Streifen aneinander genäht, die Streifen zu Ringen geschlossen und dann nacheinander unten an das Shirt angenäht. Zuletzt habe ich mit der Zwillingsnadel den Saum genäht.

Schönes Shirt gerettet, Upcycling-Reste verwertet und es sieht viel aufwändiger aus, als es ist. So mag ich das!


Dieses Werk macht bei folgenden Linkpartys mit:



Mittwoch, 22. Oktober 2014

Me Made Mittwoch mit neuem Schultertuch





Zuerst einmal das Gesamt-Outfit:
mein lila Rock
und als Accessoire das Tuch
(und natürlich die geliebten roten Schuhe)

Das Foto ist vom Wochenende, als es mittags noch warm genug für nackte Unterarme war.


Das Tuch habe ich im Sommerurlaub abends gestrickt, teilweise während der Fußball-WM, denn meine Decke habe ich natürlich nicht mit in die Alpen genommen. Der graue Teil ist nach der Anleitung "Black Death" (Ravelry-Link) von Hoxton Handmade gestrickt.



Den Rand habe ich in "Die ganze Welt des Strickens" (ein Schachenmayer-Sammelordner von meiner Mutter) gefunden. Es heißt "Gerippte Wellen".



Das blaue Garn ist namenlose Sockenwolle aus meinem Stash.
Das graue Garn stammt von dem 80er-Jahre-Ungetüm aus dem Paket von der Rügenfrau.

Was die anderen Damen heute selbst gemachtes tragen, sehen wir im MMM-Blog.



Dienstag, 21. Oktober 2014

Uralte Granny-UFOs


Wir sind noch immer dabei, den Nachlass meiner Mama zu ordnen und uns mit den Ämtern rumzuplagen. Manchmal denke ich echt, wir sind im falschen Film. Es gibt zwar nichts zu erben, aber das Nachlassgericht wollte allen Ernstes Geburts- und Sterbeurkunden unserer Urgroßeltern haben! Hallo? Es geht dabei um Leute, die um ca. 1870 geboren wurden. In der Zwischenzeit hat es zwei Weltkriege gegeben und der deutsch-französische Krieg ist auch nicht spurlos gewesen. Evakuierung, Flucht und Vertreibung, dazu etliche Nachkommen, wie können die erwarten, dass wir da im Besitz von Originalurkunden sind???
Ich könnte das ja verstehen, wenn es um Millionen ginge oder um Urheberrechte von Bestsellern.
Sorry, das musste jetzt mal raus.


Beim Wühlen im Nachlass habe ich jedenfalls diese zwei Granny Squares von ca. 40 x 40 cm gefunden. Etwas gelbes Acrylgarn und ein paar rote Knöpfe hatte ich auch noch da.


Ich habe die beiden Teile mit einer Runde Stäbchen verbunden, das hat den Vorteil, dass ich für die kleinen Knöpfe keine Knopflöcher arbeiten musste, denn sie passen einfach so zwischen die Maschen.


Die Rückseite sieht ein wenig anders aus.
Wer findet die Unterschiede? ;-)



Mal die Knöpfe aus der Nähe.



Das große Kind hat sich das Kissen sofort unter den Nagel gerissen.
Schließlich hat das kleine Kind das erste Granny-Ufo bekommen.


Als Inlet habe ich ein Stück vom Sofa-Überwurf (Klick führt Euch zu allen Projekten, die ich bisher aus dem Ding genäht habe) verarbeitet und mal wieder mit Schnipseln von Garn und Stoffen gefüllt. Ich finde, so ein dunkelblaues Inlet bietet einen interessanten Kontrast zum Bezug. Wer sagt denn, dass Inlets immer weiß sein müssen?

Das Granny-Ufo macht mit bei:



Freitag, 17. Oktober 2014

Gelesen: "Ich, mein Karma und Er" von Anne Cushman




Leider kein Coverbild, weil der Titel anscheinend nicht mehr verlegt wird. 
Man kann es aber noch gebraucht kaufen.

Dieses Buch hat mir meine Schwester geliehen. Wir bringen uns ab und zu gegenseitig Bücher mit, die wir selber gut finden. In diesem Fall wirklich eine tolle Sache, denn selber hätte ich mir das Buch sicher nicht ausgesucht. Der Titel ist so doof, schon allein dass die Aufzählung mit "Ich" beginnt. "Der Esel geht immer voran", kann ich da nur sagen. Der Klappentext ist auch nicht so ansprechend, den erspare ich Euch lieber. Beides hat nämlich nicht so richtig etwas mit dem Inhalt zu tun. Im Original heißt das Buch "Enlightenment for Idiots", also wörtlich übersetzt "Erleuchtung für Idioten". Und das trifft es viel besser. Es geht um eine Frau, die einen Ratgeber bzw. Reiseführer mit dem Titel "Erleuchtung für Anfänger" schreiben soll und deswegen nach Indien reist. Dort lebt sie in Ashrams, meditiert, macht Yoga, sucht immer wieder vielversprechende Gurus an den entlegendsten Orten auf und trifft dabei auf eine bunte Mischung aus Lehrern, Betrügern, Suchenden, Erleuchteten, Armen und Reichen.

Ich habe mich am Anfang etwas schwer getan, weil es zunächst nur darum geht, was für ein Versager die Hauptfigur zu sein glaubt und was in ihrem Leben alles blöd gelaufen ist. Aber zum Glück habe ich ja meine 10%-Regel und nach etwa 9 % begann das Buch, für mich spannend zu werden. Zwischendrin habe ich ab und zu gedacht: "Ach nöööö, bitte nicht jetzt dieses Klischee" oder "Muss das sein, dass sie doch zu diesem Mann zurück kehrt?" Aber ein paar Seiten später machte die Geschichte eine scharfe Kurve, ich war versöhnt und es ging spannend weiter.

Zu beginn jedes Kapitels gibt es immer ein buddhistisches oder hinduistisches Zitat und die Beschreibung einer Yoga-Übung, auch in den Kapiteln wird viel über Yoga und Meditation geredet. Aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Autorin das alles immer ernst meint oder ob es Satire sein soll. Vielleicht ist sie da selbst nicht so sicher. Um Karma geht es jedenfalls NICHT. Wer hat nur dieses Marketing verbrochen???

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Man muss es nicht gelesen haben und ich werde es sicher kein zweites Mal lesen. Aber wenn es Euch z.B. auf einem Flohmarkt oder im Antiquariat in die Hände fällt, könnt Ihr es ruhig kaufen. Und wenn Ihr jemanden kennt, der/die gern Yoga macht, Räucherstäbchen abbrennt, meditiert oder buddhistische Weisheiten zitiert, ist das Buch sicher auch ein passendes Geschenk.


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