Donnerstag, 18. Januar 2024

Gelesen: "Und sie bewegt sich doch! Bahngeschichten"

 



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Verlag: Rowohlt Berlin
Erscheinungstermin: 13.06.2023
Lieferstatus: Verfügbar
240 Seiten
Autor:innen: Horst Evers, Cordula Stratmann, Dietmar Wischmeyer und andere

Paperback
Preis: 16,00 €
ISBN: 978-3-7371-0172-1

eBook
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-644-01644-6


Klappentext:
Sie wird von der Politik kaputtgespart und gleichzeitig als Klimaretter gepriesen, und vielleicht teilen wir ja alle dieses sonderbare Verhältnis zwischen Geringschätzung und Zuneigung, wenn es um dieses gute alte Verkehrsmittel geht: die Bahn. Wer hätte nicht schon geflucht, wenn sie mal wieder Nena-Style fährt (irgendwo, irgendwie, irgendwann) oder uns mangels erreichbarer Anschlusszüge in Elsterwerda übernachten lässt? Und wer fühlte, andererseits, nicht auch tiefe Verbundenheit, sei es aus Gründen des Komforts (alles nichts gegen eine Flugreise vom Berliner BER) oder der Nostalgie (Klassenfahrt im Nachtzug)? Vor allem aber ist die Bahn einer der allerletzten Orte, an dem alle Milieus, Klassen, Stile und Weltanschauungen ganz hart und direkt aufeinandertreffen. Wo sonst erlebt man heute noch so viele unvermutete Begegnungen, mit Leuten, die man nie kennenlernen wollte, und Personen, deren Intimstes man schutzlos erfährt – aber auch zauberhafte Momente mit besonderen, gar reizvollen Menschen?
Von alldem lässt sich wunderbar erzählen, und das tun in diesem Buch Autorinnen und Autoren auf herrlich komische Weise. Ein Buch voller Geschichten, die man nicht erfinden könnte – Geschichten, wie sie nur die Bahn schreibt.

Meine Meinung:
Je nachdem, wer die jeweilige Geschichte verfasst hat, fand ich sie lustig oder nicht. Aber das ist ja normal bei solchen Sammlungen. Insgesamt kommt aber die Bahn leider nicht gut weg, das finde ich schade, denn natürlich ist es einfach über die Probleme bei Bahnreisen zu schreiben. Aber man muss ja nicht immer den einfachen Weg gehen. Und die Bahn ist nunmal umweltfreundlicher als Auto und Flugzeug.

Tipp:
Die ersten 25 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.

Montag, 15. Januar 2024

Gelesen: "Der Tod hält keinen Winterschlaf" von Susanne Hanika

 


Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Susanne Hanika 
Titel: Der Tod hält keinen Winterschlaf
Reihe: Sofia und die Hirschgrund-Morde, Band 21
Verlag: Lübbe/beTHRILLED
Altersempfehlung: ab 16 Jahren 
211 Seiten
Ersterscheinung: 28.07.2023

Taschenbuch
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-7413-0383-8
Veröffentlichung: 30.10.2023

eBook
Preis: 5,99 €
ISBN: 978-3-7517-4285-6
Veröffentlichung: 1.11.2023

Hörbuch-Download
Preis: 4,99 €
ISBN: 978-3-7540-0934-5
Veröffentlichung: 1.11.2023
Laufzeit: 319 Minuten


Klappentext:
Winteridylle am Hirschgrundsee? Von wegen! Eine Folge der beliebten Soap "Atemlos - Zeit der Leidenschaft" soll auf dem Campingplatz gedreht werden. Doch die anfängliche Euphorie der Hirschgrundis schlägt schnell ins Gegenteil um. Denn mit dem Filmteam reisen auch wahnsinnig viele Fans an und überrennen den Campingplatz. Als jedoch rauskommt, dass das ultimative Traumpaar in der Serie entzweit werden soll, gibt es bei den Anhängern ordentlich Krawall. Ausgerechnet der Serienfiesling Markus drängt sich zwischen die beiden. Und dann fällt bei den Filmaufnahmen auch plötzlich noch ein Schuss – der stand zwar im Drehbuch, aber nicht, dass Markus wirklich tot umfällt. Alle glauben an einen tragischen Unfall. Doch nicht Sofia und ihre Hirschgrundis! 

Meine Meinung:
Auch im Winter geht es auf dem Campingplatz mal wieder turbulent zu. Evelyn hat immer sehr kreative Ideen, wie man aus neuen Situationen Kapital schlagen kann. Der Hetzenegger darf ganz viele Wohnmobile auf einmal enparken. Die Vroni kocht und backt Riesenmengen für alle (wann eröffnet die wohl endlich ihre eigene Küche auf dem Platz?). Und Sophia wagt wilde Stunts, nackt im Schnee. Der Fall ist raffiniert und die Auflösung ist brandaktuell. Die Hirschgrund-Krimis sind einfach immer am Puls der Zeit, unterhaltsam und spannend! 

Tipp:
Es gibt beim Verlag eine kostenlose Hörprobe und bei Ecolibri eine kostenlose Leseprobe.


Freitag, 12. Januar 2024

Gelesen: "Lessons in Chemistry" von Bonnie Garmus

 




Titel: Lessons in Chemistry
Autorin: Bonnie Garmus
Verlag: Penguin
Veröffentlicht: 2022
ISBN: 9781804990926
Taschenbuch
400 Seiten
Preis: 9,75 €


Klappentext:
Chemist Elizabeth Zott is not your average woman. In fact, she would be the first to point out that there is no such thing. But it's the early 1960s and her all-male team at Hastings Research Institute take a very unscientific view of equality. Forced to leave her job at the institute, she soon finds herself the reluctant star of America's most beloved cooking show, Supper at Six. But as her following grows, not everyone is happy. Because as it turns out, Elizabeth Zott isn't just teaching women to cook. She's daring them to change the status quo. One molecule at a time.

Meine Meinung:
Kaum zu glauben, dass dies ein Debut ist. Dieser Roman ist großartig! Es geht um so viele Themen (Liebe, Freundschaft, Familie, Gesellschaft, Fernsehen, Naturwissenschaft, Ernährung, Gleichberechtigung) und die Geschichte ist dabei extrem spannend und amüsant. 
Auf dem Buch basierend gibt es eine TV-Serie, die auch absolut sehenswert ist, obwohl es teilweise starke Abweichungen zur Romanvorlage gibt, die aber genau richtig sind. Deshalb kann man auch gut erst die Serie schauen und dann das Buch lesen, so habe ich es auch gemacht.
Trigger-Warnung: Im Buch passiert sexualisierte Gewalt und in der Serie kommen noch Polizeigewalt und Rassismus dazu.

Tipps:
Auf der Seite des Penguin-Verlags gibt es eine kostenlose Lese- und Hörprobe. Auf deutsch heißt das Buch "Eine Frage der Chemie". Aber wie gut die Übersetzung ist, kann ich leider nicht sagen.


Dienstag, 9. Januar 2024

Gelesen: "Die Ärzte. 100 Seiten" von Stephan Rehm Rozanes

 





Autor: Stephan Rehm Rozanes
Titel: Die Ärzte. 100 Seiten
Verlag: Reclam
100 Seiten

Broschiert 
ISBN: 978-3-15-020583-9
Preis: 10,00 €

eBook
ISBN: 978-3-15-961899-9
Preis: 6,99 €


Klappentext:
»Die beste Band der Welt? Vielleicht.
Die beste Band Deutschlands? Wahrscheinlich.
Die originellste und freiste Band Deutschlands? Ganz bestimmt!«
»Westerland«, »Schrei nach Liebe«, »Männer sind Schweine« oder »Junge«: Die Ärzte zählen zu den erfolgreichsten deutschen Bands, sind seit Jahrzehnten Kult. Oder anders gesagt: »Es gibt nur einen Gott: BelaFarinRod.« Doch wie konnte es der Band immer wieder gelingen, neue Fangenerationen für sich zu gewinnen? 
Stephan Rehm Rozanes hat Die Ärzte mehrfach zu Gesprächen getroffen. Er porträtiert die Band, widmet sich ihrem politischen Engagement und klärt die alles entscheidende Frage: Ist das noch Punkrock?

Meine Meinung:
Letzten Februar habe ich ja bereits eine Biografie über die Beste Band Der Welt rezensiert. Jetzt bin ich in der Onleihe über dieses Büchlein hier aus dem Reclam-Verlag gestolpert. Den Reclam-Verlag fand ich schon immer gut, darüber habe ich sogar mal ein Seminar besucht inklusive Exkursion nach Leipzig, das war echt interessant. Das Buch liest sich am Anfang etwas sperrig, mir scheint, der Autor musste sich erst ins Thema reinschreiben. Oder ich habe mich an seinen Stil gewöhnt, keine Ahnung. Nach einer Weile hat es sich also locker weggelesen. Natürlich wusste ich vieles schon, das bleibt nicht aus, wenn man schon so lange Fan ist. Aber ich habe tatsächlich ein paar neue Sachen erfahren. Und die beiden Interviews lohnen sich auch. Insgesamt finde ich dieses Werk also besser als das, was ich im Februar gelesen habe. Aber das Meerschwein liegt hier immer noch, das muss ich wirklich mal endlich lesen. Vielleicht baut mir eins der Kinder ja einen Kran zum Halten...

Tipp:
Es gibt eine kostenlose Leseprobe.


Samstag, 6. Januar 2024

Hörbuch: "Miss Merkel - Mord auf hoher See" von David Safier

 


Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt



Autor: David Safier
Titel: Miss Merkel - Mord auf hoher See
Verlag: Argon
Reihe: Merkel Krimi, Band 3
gelesen von Nana Spier
Veröffentlichung: 12.12.2023

Download / Streaming
ungekürzt
Preis: 20,95 €
ISBN: 978-3-7324-2057-5
Laufzeit: 9 Stunden 11 Minuten

Download / Streaming
gekürzt
Preis: 16,00 €
ISBN: 978-3-7324-7261-1
Laufzeit: 8 Stunden 41 Minuten

MP3-CD
gekürzt
20,00 €
ISBN: 978-3-8398-2057-5
Laufzeit: 8 Stunden 41 Minuten


Klappentext:
Urlaub von der Rente.
Eine Seefahrt, die ist lustig. Diese Seefahrt, die bringt Tod.
Seit über einem Jahr gibt es in dem beschaulichen Klein-Freudenstadt keine ungeklärten Todesfälle mehr. Eigentlich eine gute Nachricht für alle Bewohner des Örtchen in der Uckermark, nur für Angela Merkel nicht. Sie sehnt sich nach dem Thrill der Ermittlung, denn nichts hatte der Rentnerin so viel Freude bereitet wie die Detektivarbeit. In ihrer Verzweiflung hat sich Angela ein neues Hobby gesucht, von dem sie allerdings noch nicht einmal ihrem Ehemann Achim erzählt hat. Die gebuchte Ostsee-Kreuzfahrt soll etwas Abwechslung verschaffen – und ganz nebenbei Erkenntnisse für ihr neues Hobby liefern. Denn Angela und ihre Begleiter machen nicht irgendeine Kreuzfahrt, sondern eine Krimi-Kreuzfahrt. Dementsprechend sind neben der Ex-Kanzlerin, Achim und dem geliebten Mops auch diverse Krimiautoren unterschiedlichster Couleur mit an Bord. Als jedoch kurz nach dem Auslaufen der Megastar des deutschen Thrillers unerwartet zu Tode kommt, läuft Angela zu neuer Höchstform auf.
Ihr dritter und verzwicktester Fall bringt Miss Merkel in tödliche Gefahr.

Meine Meinung:
David Safier hat zwar damals beim ersten Band gesagt, dass das bestimmt keine Reihe wird, aber schon da war mir das riesige Potential der Kunstfigur "Miss Merkel" klar. Und jetzt haben wir schon den dritten Band vorliegen. Allein der liebevolle Blick auf eine Politikerin, die 16 Jahre lang die meisten Probleme wie ihr Vorbild Helmut Kohl einfach nur ausgesessen hat, sodass ein solcher Reformstau angewachsen ist, dass wir bis heute eine extrem schlechte Infrastruktur beim ÖPNV und beim Internet haben und die  Digitalisierung der Verwaltung sowie der Ausbau erneuerbarer Energien noch immer in den Kinderschuhen stecken, ist eine Meisterleistung. Man mag plötzlich Miss Merkel und ihren Mann, den sie mal zärtlich, mal mahnend Puffel nennt. Der Hund heißt jetzt nicht mehr Putin sondern Pupsi, das ist zum Kringeln. Aber das Wichtigste ist, dass der Kriminalfall wirklich intelligent eingefädelt und gleichzeitig die ganze Geschichte eine Hommage an Agatha Christie, Alfred Hitchcock, Dorothy L. Sayers und bestimmt noch viele weitere große Autor'innen dieses Genres ist. Mal wieder von den 10 Regeln des Detection Club zu hören hat mich sehr erfreut, denn darüber habe ich damals in meiner Abiturprüfung in Englisch gesprochen und seitdem ich wieder Krimis lese, habe ich mich schon manchmal gefragt, ob die überhaupt allen modernen Krimi-Autor'innen bekannt sind. Mir hat die Geschichte großen Spaß gemacht und ich habe gespannt verfolgt, wie Miss Merkel Motive analysiert, Alibis abgleicht und zur Not auch einfach mal blufft. Nana Spier verleiht allen Figuren eigene Stimmen, das macht die Geschichte besonders lebendig. Ich freue mich schon auf Teil 4.

Tipp:
Es gibt eine kostenlose Hörprobe.




Mittwoch, 3. Januar 2024

Gelesen: "Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten?" von Sara Weber

 



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten?
Autorin: Sara Weber
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungstermin: 12.01.2023
240 Seiten

Taschenbuch
ISBN: 978-3-462-00415-1
Preis: 18,00 €

eBook
ISBN: 978-3-462-31122-8
Preis: 16,99 €


Klappentext:
Im März 2020 änderte sich alles. Homeoffice war plötzlich die neue Norm. Alle mussten sich digitalisieren und transformieren – ob sie wollten oder nicht. Die Arbeit drängte weiter ins restliche Leben, zur Erwerbsarbeit kam noch mehr Carearbeit. Die Schere zwischen systemrelevanten Berufen und Bürojobs ging weiter auf. Covid hat uns gezeigt, was in der Arbeitswelt nicht mehr funktioniert.
Und da ist nicht nur die Pandemie. Überschwemmungen, Waldbrände, Inflation, Krieg – unsere Welt steht in Flammen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und wir? Brennen aus, um bloß keine Deadline zu reißen. Was zur Hölle machen wir da eigentlich? Warum tun wir uns das an?
Immer mehr Menschen stellen sich diese Fragen, einige ziehen Konsequenzen. In den USA hat der Trend sogar schon einen Namen: „The Great Resignation“, das große Kündigen. Es bricht eine neue Ära an, aber weder durch agile Methoden noch durch Yoga im Alltag wird es gelingen, ein für uns alle und für den Planeten verträgliches Wirtschaften zu realisieren. Wir müssen uns überlegen, wie Arbeit heute und morgen wirklich funktionieren kann – mit einem Fokus auf Gerechtigkeit, Zukunftsfähigkeit und den Menschen.

Meine Meinung:
Sara Weber hat mich erst sehr überrascht und dann schnell überzeugt. Was wir brauchen ist nicht immer mehr Arbeit und immer mehr Geld für immer mehr Wirtschaftswachstum und Wohlstand. Wir brauchen weniger von allem. Nur der Wohlstand wird dann sogar mehr, weil wir endlich mal Zeit haben, das Leben zu genießen, uns um unsere Familie, Gesundheit und Freunde zu kümmern, endlich mal ehrenamtlich das zu tun, was wir wichtig finden. Wenn alle weniger arbeiten, brauchen wir auch automatisch weniger Kinderbetreuung und Pflege, weil wir uns selber mehr um unsere Kinder kümmern und weil wir weniger krank sind. Und das Geld? Das reicht auch so, wenn wir es gerechter verteilen. Momentan strampeln sich nämlich viele total ab und kommen auf keinen grünen Zweig, während es gleichzeitig immer mehr Milliardäre gibt. Wie sagt man doch so schön: Ein Hamsterrad sieht von innen auch wie eine Karriereleiter aus. Es ist Zeit, aus dem Hamsterrad auszusteigen!


Tipp:
Die ersten 25 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe. Das Hörbuch ist bei Argon erschienen.


Montag, 1. Januar 2024

Neues Jahr, neues Glück, neue gute Vorsätze?

Ich finde, man kann an jedem Tag im Jahr etwas ändern. Meistens klappt es dann sogar besser, wenn man etwas sofort ändert, als wenn man auf den Neujahrstag wartet, an dem man verkatert bis mittags im Bett liegt. Andererseits ist jeder Tag ein guter Tag um etwas zu ändern, also warum nicht heute?

Ich war neulich krank und hab mich mal durch die Mediatheken geklickt und bin in ein Kaninchenloch aus Plastik gefallen. Vor allem die Doku "Plastik - die Recycling-Lüge" finde ich erschütternd. Es gibt sie auch bei Youtube (klick), falls Ihr mit der Mediathek nicht klarkommt oder sie inzwischen depubliziert wurde. Schaut Euch das bitte mal an. Und dann macht bitte was! Fangt einfach irgendwo an! Kauft keine Getränke mehr oder wenn schon, dann bitte in Mehrwegflaschen, am besten aus Glas! Kauft Euer Obst und Gemüse lose. Kauft feste Kosmetikprodukte statt flüssige in Plastikflaschen. Oder wenn schon Zeug in Plastik, dann nur, wenn das Plastik aus Recyclat besteht. Es reicht nicht, wenn dadrauf steht, dass die Verpackung recyclingfähig ist. Es müsste sowieso recyclebar heißen, denn die Pullen recyceln sich nicht selber oder gegenseitig, das wäre ja schön.

Recycling funktioniert nicht, wenn der Müll in Wahrheit einfach nur verbrannt oder ins Ausland verschifft wird, wo er in der Landschaft und von dort im Meer landet. Ihr kennt alle die Bilder. Es ist auch keine Lösung, wenn man aus den Verpackungen neue Blumentöpfe oder Eisenbahnschwellen herstellt. Die Menschen werfen jeden Tag so viele Tonnen Plastik weg, so viele Blumentöpfe und Bahnschwellen braucht kein Mensch. Wir müssen weg von der Illusion, dass sich schon irgendwer darum kümmert oder dass arme Länder in Asien dankbar sind für unseren Müll. Nein es fällt uns alles auf die Füße. Wir haben Mikroplastik im Wasser, im Boden, in der Luft und im Essen. Wir essen jede Woche so viel Plastik wie eine Kreditkarte groß ist. Das macht uns alle krank!

Das kommt dabei raus, wenn man dem Markt das Regeln überlässt. Da geht es nur um Profitmaximierung, aber auf keinen Fall darum dass es der Menschheit oder den Planeten gut geht. Es geht nur noch um sogenannten Wohlstand. Und Wirtschaftswachstum. Aber wo soll die Wirtschaft eigentlich noch hin wachsen? Wir haben auf diesem Planeten einen endlichen Raum. Da kann es kein unendliches Wachstum geben. Und mit dem Wachstum wächst auch der Müll, der Energieverbrauch und die Ausbeutung.

Ist Verschwendung Wohlstand? Hängt unser Wohlstand wirklich davon ab, dass wir uns mit parfümiertem Duschgel mit kleinen Plastikkugeln drin und flüssigem Plastikschleim für sanfte Cremigkeit den Ar... Arm waschen? Ist es Wohlstand, wenn immer mehr Menschen Allergien und Krebs haben, weil wir immer mehr Plastik im Körper anreichern? Ist es Wohlstand, wenn Strände voller Müll sind? Ist es Wohlstand, wenn das Klima immer wärmer wird? Ist es Wohlstand, wenn es Krieg gibt?

Kapitalismus und Krieg sind, wenn man es mal runterbricht, Konkurrenz. Konkurrenz ist aber kein effizientes Konzept für die Menschheit. Stellt Euch mal vor, zehn Leute bauen um die Wette Häuser. Da klauen sie sich gegenseitig das Material, sparen an Qualität und am Ende stehen da zehn mäßig gute, kleine Häuser und alle Teilnehmer sind erschöpft. Und jetzt stellt Euch mal vor, diese zehn Leute bauen gemeinsam ein richtig gutes Haus. Oder zehn kleine, gute Häuser, aber halt gemeinsam. Das nennt man Kooperation. Das ist es, was wir brauchen: Kooperation. Und Solidarität. Denn es ist längst nicht an alle gedacht, wenn jeder nur an sich denkt. Wir müssen zusammenhalten und einander helfen. Nur so haben wir eine Zukunft.

Es ist Zeit, sich den Problemen unserer Zeit und unserer Welt zu stellen. Hört auf, Euch mit Netflix oder Daddeleien abzulenken. Macht was! Engagiert Euch ehrenamtlich! Geht in die Politik, das kann auf der kleinsten Ebene sein. Redet miteinander! Tut Euch zusammen, kauft für die Nachbarn mit ein, wenn Ihr eh zum Unverpacktladen geht. Unterstützt die Deutsche Umwelthilfe DUH durch eine Mitgliedschaft oder wenigstens eine Spende und lest den Newsletter. Helft im Wildtierschutz in Eurer Gemeinde. Dreht die Heizung runter. Duscht kürzer, seltener und kälter. Esst weniger tierische Produkte.

Wenn Ihr nicht wisst, wo Ihr anfangen sollt, empfehle ich Euch, einfach bei jeder Entscheidung, die Ihr den Tag über so trefft, zwei Kriterien zu berücksichtigen:

1. Ächtet Gewalt. Kauft z.B. nichts, das mit Gewalt erzeugt wurde. Und seid dabei ehrlich. Das Schnitzel ist nicht freiwillig vom Schwein gefallen. Das Kind in Bangladesh näht nicht aus Spaß im Akkord billige T-Shirts, statt zur Schule zu gehen.

2. Ächtet Verschwendung. Benutzt Dinge, solange sie benutzbar sind. Wenn Ihr etwas anschaffen wollt, kauft es gebraucht oder leiht es aus oder verzichtet. Und statt die Freundin oder den Nachbarn für eine Neuanschaffung zu bewundern ("Neue Hose? Neues Auto? Wie toll!"), kritisiert die Verschwendung. Lobt lieber, wenn jemand etwas seit Jahren hegt und pflegt: "Das ist wirklich eine gute Qualität! Wie schön, dass du den Pullover so gern trägst."

Es ist 2024. Die Welt steht in Flammen. Aber wir können was tun. Jetzt. Heute. Oder wenigstens diese Woche, falls Ihr heute noch dringend auf dem Sofa liegen müsst. Aber dann schaut wenigstens die Doku, die ich verlinkt habe.

Und wenn Ihr noch weiter schauen wollt:

Der Kunststoff-Wahn

Klima-Ballerina

Amerikas Plastik-Lüge - Profit statt Recycling

Wie geht das? Auf Plastik verzichten

Unverpackt - nachhaltig leben ohne Plastik




Ihr werdet Euch selbst dankbar sein!

Sonntag, 31. Dezember 2023

Gelesen: "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch" von Michael Ende

 



Titel: Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
Autor: Michael Ende
Illustratorinnen: Irmela Schautz und Regina Kehn
Verlag: Thienemann-Esslinger
Altersempfehlung: ab 10 Jahren
240 Seiten
Veröffentlichung: 1989

gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3-522-18520-2
Preis: 15 €

eBook
ISBN: 978-3-522-61045-2
Preis: 11,99 €


Klappentext:
Es ist Silvesterabend: Der geheime Zauberrat Beelzebub Irrwitzer und seine Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl, haben ein Problem. Sie haben ihr Jahressoll an bösen Taten noch lange nicht erfüllt. Nur ein besonders gemeiner Plan kann ihnen jetzt noch helfen, sonst werden sie in die Hölle verbannt. Können sie mit Hilfe des satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsches ihren Rückstand bis Mitternacht noch aufholen? Doch die beiden haben nicht mit dem räudigen Raben Jakob und dem Straßenkater Maurizio gerechnet. Die beiden sind Spione des hohen Rates der Tiere und werden alles tun, um den magischen Plan zu verhindern.

Meine Meinung:
Die Geschichten von Michael Ende begleiten mich seit meiner Kindheit. Als erstes trat Jim Knopf in mein Leben, wobei ich mich nicht erinnern kann, ob das in Buchform oder mit der Augsburger Puppenkiste war. Mit etwa 11 Jahren hat mir eine Schulfreundin "Momo" empfohlen und dieses Buch hat mich extrem geprägt. Dieselbe Freundin empfahl mir ein paar Jahre später dann den Wunschpunsch, aber zu der Zeit habe ich wenig gelesen und mehr Zeit in der Disco verbracht. Als nun mein erstes Kind anfing Bücher zu lesen, habe ich natürlich alle meine Lieblingsbücher aus dem Regal geholt. Und nachdem Jim Knopf und Momo auch hier ein Hit waren, habe ich noch den Wunschpunsch dazu gekauft. Das Kind hat ihn sofort gelesen und war sehr begeistert. Über mehrere Jahre sagte es immer wieder zu mir: "Hast du schon den Wunschpunsch gelesen? Den musst du unbedingt lesen!" Aber wie das so ist: so viele Bücher, so wenig Zeit...
Aber jetzt war es endlich so weit und natürlich hatten sowohl mein Kind als auch meine Schulfreundin Recht: Dieses Buch ist großartig! Es ist ein spannendes Abenteuer voller Witz und Magie. Es geht um nichts Geringeres als um die Vernichtung oder Rettung der Welt. Die Aktualität der Geschichte ist verblüffend. Sie spielt am Silvesterabend, sowohl das eBook als auch das Hörbuch sind sofort lieferbar, also könnt Ihr es heute noch lesen oder hören! Ihr werdet es nicht bereuen!

Tipp:
Die ersten 21 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Freitag, 29. Dezember 2023

Gelesen: "Die Familien der anderen - Mein Leben in Büchern" von Christine Westermann



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Die Familien der anderen - Mein Leben in Büchern
Autorin: Christine Westermann
Veröffentlichung: 3. November 2023
Verlag: Kiepenheuer&Witsch
Erscheinungstermin: 03.11.2022
224 Seiten

gebundene Ausgabe
Preis: 23,00 €
ISBN: 978-3-462-00301-7

eBook
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-462-30448-0


Klappentext:
Christine Westermann, preisgekrönte Journalistin und Bestsellerautorin, genießt mit ihren Buchempfehlungen großes Vertrauen bei einem breiten Publikum. Bücher sind aus ihrem heutigen Leben nicht wegzudenken, sie sind für sie Fenster in ein fremdes Leben. Dabei war ihr Weg zu den Büchern kein selbstverständlicher, eher ein Hindernislauf. Elegant, ehrlich und mit wunderbarer Selbstironie erzählt Christine Westermann, wie sie zu den Büchern (und Thomas Mann) fand – und begibt sich dabei auf eine fesselnde Zeitreise in ihre eigene, von Brüchen gezeichnete Familiengeschichte.
Eine Bibliothek mit Leiter wünscht sich Christine Westermann. Damit sie auch mal an die Bücher in der obersten Reihe kommt. An den Zauberberg von Thomas Mann aus dem Regal der Eltern zum Beispiel, an den sie sich lange nicht gewagt hat. Mit welchen Büchern ist sie aufgewachsen, welche sind noch heute eng mit ihrem Leben verknüpft? Warum hat Lesen lange Zeit nur eine kleine Rolle in ihrem Leben gespielt? Warum ist sie aus allen Wolken gefallen, als sie gefragt wurde, ob sie Lust habe, Buchempfehlungen fürs Radio zu machen? Wie schreibt man eine Empfehlung und warum soll es bei ihr nie ein Verriss sein?
Christine Westermann schreibt über die Lust zu lesen. Und damit eng verbunden über die Neugier auf das Leben der anderen. Mit ihrem neuen Buch erlaubt sie einen Einblick ins eigene Leben. Und in die vielen Bücher, die darin vorkommen. 

Meine Meinung:
Nachdem ich dieses Jahr einfach nur gelesen habe, wozu ich Lust hatte, passt sowohl das Buch von Elke Heidenreich, dass ich vor ein paar Tagen rezensiert habe, als auch dieses hier von Christine Westermann gut, um mein Lesejahr abzuschließen. Ich kannte Christine Westermann zunächst von "Zimmer frei!". Dort war sie mir sofort sympathisch und mich hat oft geärgert, wie ihr Götz Alsmann über den Mund gefahren ist oder sich über sie lustig gemacht hat. Irgendwann habe ich dann bemerkt, dass sie im Fernsehen und auch im Radio gelegentlich über Bücher spricht. Ihre Tipps höre ich mir immer gern an und viele der von ihr empfohlenen Bücher habe ich gelesen und sehr gemocht, zuletzt "22 Bahnen" von Caroline Wahl. 
In ihrem Buch "Die Familien der anderen" erzählt sie davon, was sie normalerweise liest und wie und warum. Anhand von Thomas Manns "Der Zauberberg" redet sie auch über sogenannte Klassiker und da geht es mir wie ihr: Manche sind einfach überschätzt. Nur dass die höfliche Frau Westermann das so nie sagen würde. Sie redet eigentlich möglichst immer nur über Bücher, die sie mag. Sie will sich nicht anmaßen, ein Buch schlecht zu bewerten, nur weil es ihr nicht gefällt. Schließlich könnte es ja sein, dass es einer anderen Person sehr gut gefällt und sie es vielleicht sogar dringend braucht. Da will sie nicht im Wege stehen. Aber es ist schon amüsant zu lesen, wie sie sich an diesem angeblichen Klassiker abarbeitet. Mir genügt inzwischen der Wikipedia-Artikel, wenn mir ein Klassiker nicht gefällt, damit ich wenigstens weiß, worum es geht. Das Leben ist zu kurz, um sich mit blöden Büchern zu quälen. Die Zeit reicht doch eh schon nicht, um alle guten, schönen oder wichtigen Bücher zu lesen!
"Die Familien der anderen" hat mir sehr gefallen, ich mag einfach, wie Christine Westermann über Bücher oder auch über andere Dinge redet. Ihr Buch zu lesen ist wie mit einer Freundin den ganzen Tag zu verbringen und die ganze Zeit über Gott und die Welt zu reden.

Tipp:
Die ersten 23 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Dienstag, 26. Dezember 2023

Gelesen: "Hier geht's lang! Mit Büchern von Frauen durchs Leben" von Elke Heidenreich

 




Autorin: Elke Heidenreich
Titel: Hier geht's lang! Mit Büchern von Frauen durchs Leben
192 Seiten
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag und Lesebändchen
Preis: 26,00 € (D), 26,80 € (A)
ISBN: 978-3-96161-120-1
Erschienen am 24. September 2021
Verlag: Eisele


Klappentext:
Es waren Bücher von Frauen, die Elke Heidenreich geprägt haben, von frühester Jugend an. Später machte sie das Reden und Schreiben über Bücher zu ihrem Beruf. Und wurde, wie sie heute ist, durch Bücher: Denn Lektüre und Persönlichkeitsentfaltung bedingen einander, das Lesen durchdringt das Leben. Bücher von Frauen gaben ihr das Rüstzeug für alles, was sie heute macht, für die lebenslange Freude an Auseinandersetzungen, schwierigen Lektüren, am immer Weitermachen. Lesen macht glücklich und ist der rote Faden im Leben der Elke Heidenreich. Sie schreibt dieses Buch, um nachzuvollziehen, wie Bücher von Frauen uns zu dem machen, was wir sind, um zu verstehen, was Literatur bedeutet, und um ihren Leserinnen Anregungen zum eigenen Lesen und Leben zu geben.

Meine Meinung:
Elke Heidenreich begleitet mein Lesen schon fast mein ganzes Leben. Als ich klein war, flogen bei uns zuhause die Else-Stratman-Bücher herum. Ihre "Also..."-Kolumne in der Brigitte habe ich schon gelesen, als mich der Rest dieser Zeitschrift noch nicht und später nicht mehr interessierte. Mittlerweile hieß sie "Also dann..." und war eine Art Briefwechsel mit Till Raether. Vor etwa 20 Jahren durfte ich beide mal auf einer Lesung erleben, da mutierte ich plötzlich zum hibbeligen Fangirl mit galoppierendem Herzklopfen. Mal mag ich ihre Bücher und mal weniger, aber gelesen habe ich sie fast alle. Ihre Büchersendung im ZDF "Lesen!" mit Ausrufezeichen (!) fand ich großartig. Dabei ging es mir weniger um die Bücher, die sie dort empfahl. Denn da habe ich schnell gemerkt, dass die mir oft gar nicht gefallen. Nein, ich war fasziniert davon, wie sie über Bücher und über das Lesen sprach. Diese Begeisterung, diese Leidenschaft! Gern wurde sie auch mal heftig ausfallend (oder war das erst später im Literaturclub, als sie mit Büchern warf?) und manchmal haut sie echt daneben. Nicht nur, wenn's um Bücher geht. Aber auch in ihren Büchern gibt es immer wieder mal Momente, in denen sie mich erschreckt und ich zögere, weil ich verunsichert bin, ob diese Frau vielleicht doch nicht mehr geht, z.B. wenn sie sich im Radio über das Gendern lustig macht oder Whitesplaining betreibt. In "Hier geht's lang!" (wieder mit Ausrufezeichen!) gab es auch so eine Stelle (die mit dem Diamantring), an der ich fast abgebrochen hätte. Ja, es war nicht ihre Aussage und sie war wahrscheinlich genauso schockiert wie ich. Aber sie hat es da kommentarlos zitiert, vermutlich weil es selbstverständlich ist, wie sie dazu steht. Aber ich finde, das muss kommentiert und eingeordnet werden. Ich habe dann doch weitergelesen. Das Buch ist quasi eine Autobiographie ihres Leselebens. Banale Dinge wie Hochzeiten und Scheidungen werden im Nebensatz erwähnt, aber über Autorinnen, die sie geprägt haben, schreibt sie mit viel Liebe zum Detail. Und das ist es ja, was uns oder zumindest mich interessiert. Vieles habe ich schon längst gelesen (z.B. Vom Winde verweht, A Room of One's Own, Die Wand), aber vieles eben auch nicht und meine Leseliste ist jetzt wieder gut gefüllt.

Tipp:
Die ersten 19 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


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