Donnerstag, 8. September 2016

Gelesen: "Rosen, Tulpen, Nelken" von Heike Wanner



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.


Ullstein Verlag
Taschenbuch, Broschur
320 Seiten
ISBN-13 9783548285726
Erschienen: 11.10.2013
€ 9,99 [D] € 10,30 [A]

Klappentext:
Die Physikerin Sophie Lensing staunt, als sie plötzlich das Poesiealbum ihrer früh verstorbenen Mutter in den Händen hält. Jahrzehntelang hatte es unbemerkt im Keller gelegen. Als Sophie neugierig darin blättert, stellt sie fest, dass sie keinen der Namen darin kennt. Wieso hatte ihre Mutter offenbar alle Kontakte abgebrochen? Mit ihren besten Freundinnen Vanessa und Sandra macht Sophie sich im Wohnmobil auf eine Spurensuche quer durch Deutschland. Sie ahnt nicht, wie sehr die Reise ihr eigenes Leben verändern wird … Ein hinreißender Roman über Mütter und Töchter und die Geheimnisse, die sie bewahren.

Meine Meinung:
Ich lese die Romane von Heike Wanner zwischendurch sehr gern. Sie sind unterhaltsam und haben meist einen pfiffigen Aufhänger für die Story. Mal geht es um alte Tagebücher (darüber hab ich hier geschrieben), mal um alte Briefe (hier schrieb ich davon). Diesmal geht es um ein Poesiealbum.
Zwar ist die Geschichte teilweise sehr vorhersehbar, aber es gibt auch Wendungen, mit denen ich nun wirklich nicht gerechnet habe.
Die Stadt Berlin in den 80er Jahren und heute spielt eine große Rolle, aber da hätte die Autorin lieber etwas mehr recherchieren sollen. Die UdK hieß damals noch HdK. Und man fährt von Niedersachsen aus mit dem Auto bzw. Wohnmobil wohl kaum über Landstraßen nach Berlin. Dort parkt man auch nicht am Funkturm, um dann mal eben zu Fuß (!) in Mitte shoppen zu gehen.
Aber wenn man sich hier nicht auskennt oder über diese Details hinwegsehen kann, ist das Buch eine durchaus nette Lektüre.

Mittwoch, 7. September 2016

Gelesen: "Glück reimt sich nicht auf Leben. Naja, so ist das eben" von Bjarne Mädel



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


KiWi-Taschenbuch
ISBN: 978-3-462-04316-7
Erschienen am: 19.05.2011
128 Seiten, Broschur
Preis: 6,99 € [D], 7,20 € [A]

Klappentext:
»Es ist doch wirklich wie ein Fluch, jeder Promi schreibt ein Buch.«
Alles fing mit einem einsamen, verregneten Urlaub in Thailand an. Anstatt am Traumstrand in der Sonne zu liegen, saß Bjarne Mädel bei strömendem Regen in einem indischen Lokal und dachte sich: »Is ja kindisch, ich sitz’ in Thailand und ess’ indisch!«.

Meine Meinung:
Ich habe geschmunzelt und gekichert. Dabei lese ich sonst nie Gedichte. Aber Bjarne Mädel hat Humor ganz nach meinem Geschmack.

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Weil das Buch etwas über fünf Jahre alt ist, macht es bei der #goldenbacklist Challenge mit.


Montag, 5. September 2016

Tagebuchbloggen am fünften - oder: WMDEDGT?


Frau Brüllen fragt auch heute mal wieder: "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

07:00 Der Wecker piept. Aufstehen, ab ins Bad. Heute ist der erste Schultag nach den Sommerferien.

07:10 Das Schulkind ist bereits angezogen und liest Comics. Das Kitakind muss ich wecken und ins Bad schicken.

07:15 Frühstück. Wir diskutieren ein wenig, wie viel Müsli man morgens essen darf (50g) und ob man bei dieser Menge dann Körner vom Teller gegen Schokostückchen aus der Packung austauschen darf (nein). Wer noch Hunger hat, darf so viele ungesüßte Cornflakes essen, wie er mag.

07:30 Zähne putzen. Danach gehe ich mich anziehen, während die Kinder noch dringend was aus Lego bauen.

07:45 Sporttasche packen. Ich muss dringend eine Liste schreiben, was da rein muss. Zum Glück haben wir den Schulranzen gestern abend schon gepackt und Kleidung für die Kinder rausgelegt.

08:00 Schuhe anziehen. Es regnet, also Gummistiefel. Hab mir welche in Dänemark gekauft. Wasserdicht und bequem.


08:05 Alle Fenster schließen, Wohnungstür abschließen. Merken, dass Trinkflasche und Brotbox vom Schulkind fehlen. Also noch mal aufschließen, Flasche füllen, Brotbox aus dem Kühlschrank holen (die habe ich zum Glück schon gestern abend gefüllt). Noch schnell die zwei gestrickten Wickeljäckchen greifen, von denen sich eine befreundete Kitamama eins für ihr neues Baby aussuchen darf. Und das Freundebuch vom Kitakind. Raus, wieder abschließen.



08:20 Schulkind an der Schule absetzen. Wir haben vereinbart, dass es Dienstag bis Freitag morgens zu Fuß geht. Montags ist ab nächste Woche Schwimmunterricht und Schultasche plus Schwimmtasche ist noch etwas zu viel zu tragen. Und heute ist der Ranzen auch schwer, weil zwei Paar Hausschuhe (je eins für Klassenzimmer und Hort), Tuschkasten und so weiter zusätzlich zum üblichen Krempel transportiert werden müssen.

08:30 Kitakind gerade noch rechtzeitig in der Kita abliefern. Festellen, dass wir mal wieder kein Spielzeug dabei haben. Montag ist Spielzeugtag, wahrscheinlich werde ich das erst kurz vor den nächsten Sommerferien auf die Reihe kriegen, nach dann sieben Jahren. *seufz*

08:45 Ankunft beim Fitness-Center. Ein anderes Auto parkt gerade aus, was für ein Glück. Ich schnappe mir den Parkplatz, greife meine Sporttasche aus dem Kofferraum. Schlau gemacht: Der Eingang ist in der dritten Etage, wenn ich oben bin, schnaufe ich schon wie eine Dampflok. Meine Kinder hätten ihre helle Freude...

08:55 Vor mir muss ein Bus angekommen sein, da stehen zehn Leute, die alle einen Spindschlüssel haben wollen. Als ich endlich meinen habe, gehe ich mich umziehen. Flasche, Handtuch und Schlüssel nehmen und ab in den "Cardio-Bereich".

09:00 Ich strample auf dem Liegerad und höre dabei einen wunderbaren Näh-Podcast. Dabei kann ich die großen TV-Bildschirme nur schwer ignorieren. Weiß nicht, was ich ekliger finde: das Wahlergebnis in Meck-Pomm oder diese Musikvideos, in denen Frauen abwechselnd ihren Po in die Kamera recken und ihre Brüste unten aus den knappen Shirts raushängen lassen.

09:30 Genug gestrampelt, ab zum Zirkeltraining. Hab mal wieder meinen Trainingsplan in der Tasche vergessen, aber mit Trial & Error finde ich schon die richtigen Gewichte.

10:00 Nachdem alle Muskeln was tun durften und ich sie auch alle brav gedehnt habe, gehe ich auf den Crosstrainer.

10:15 Mein Fuß tut weh, ich hab genug für heute. Ab unter die Dusche.

10:20 Fühle mich hier wohl zwischen Frauen jeden Alters und jeder Größe. Alle strahlen diese Zufriedenheit aus, die ich auch empfinde, wenn ich Sport gemacht habe.

11:00 Noch schnell im Supermarkt einkaufen.

11:45 Zuhause Lebensmittel verräumen und schnell eine Kleinigkeit essen.

12:10 Schulkind abholen. Auf der Fahrt zur Kita hören wir "Peter und der Wolf", weil wir das gestern live in der Bibliothek im Schloss erleben durften.

12:30 Kitakind abholen.

13:00 Zuhause. Hände waschen. Kuschelhosen anziehen. Ich packe endlich die Sporttasche aus und gleich wieder frische Sachen rein, sortiere die Wäsche, schalte die Waschmaschine an. Sage dem Schulkind, dass es die Brotbox in die Küche bringen, die Trinkflasche nachfüllen und den Postordner checken soll. Hausaufgaben gab es heute noch keine.

13:30 Im Postordner war ein Brief der Schwimmlehrerin mit genauen Anweisungen. Also packen wir mal die Schwimmtasche. Ich schreibe den Namen des Kindes auf Duschgel und Badelatschen. Weil wir gerade so schön dabei sind, packen wir noch den Turnbeutel für den Schulsport und die Judotasche. Und wo lagern wir nun diese vielen Taschen???

14:00 Stelle fest, dass noch kein Mittagessen gekocht wurde. Die Kinder wollen kalte Küche. Okay, einmal pro Woche machen wir das.

14:30 Weil die Judotasche ein Zugband hat, üben wir mal wieder, mit Schnürsenkeln eine Schleife zu binden. Und nach ein paar frustrierten Versuchen funktioniert es plötzlich! Hurra!


15:00 Spülmaschine einräumen, trockene Wäsche abnehmen, falten und verräumen. Müll rausbringen. Mails beantworten.

16:00 Der Mann kommt nach Hause. Gibt mir seine Bürotasse und sein Bürohandtuch, damit ich die Sachen in den Abwasch bzw. in die Wäsche bringe. Er hat den Glasmüll weggebracht und drückt mir die versiffte Kiste in die Hand. Ich reinige sie.

16:30 Der Mann wird seit einiger Zeit im Büro von Hornissen belästigt, die durchs Fenster kommen. Ich nähe ihm also mehrere Stücke Fliegengitter zusammen, weil wir kein ausreichend großes Stück im Hause haben.

17:00 Die Waschmaschine ist fertig. Weil es heute regnet, stopfe ich die Wäsche in den Trockner und starte gleich eine weitere Ladung, um später beide zusammen zu trocknen.

17:25 Suche Schuhe im Netz. War schon in drei Läden, habe in einem ein Paar gesehen, das mir gefällt, aber aus Velours und somit nicht wasserfest ist. Fragte, wie diese Form heißt. Bekam drei Antworten: "Ballerina, Mokkassin, Pumps". Aha. Finde auch im Netz nichts. Kann mir jemand helfen? Ich suche Halbschuhe ohne Riemen, ohne Verzierungen, mit Blockabsatz, runder Kappe und geradem Ausschnitt wie Espandrilles.

18:00 Abendessen. Danach machen sich die Kinder bettfertig. Ich räume die Küche auf. Ermahne die Kinder, vor dem Schlafengehen ihre Zimmer so weit aufzuräumen, dass sie nachts ohne Hindernisse ins Bad finden.

18:30 Die zweite Ladung Wäsche ist fertig. Ich stopfe alles in den Trockner, was da rein darf, schalte ihn an und hänge den Rest auf den Wäscheständer im Bad.

18:45 Kontrolliere die Kinderzimmer. Weise das Kitakind an, den Weg vom Bett zur Zimmertür großräumig freizuräumen. Fordere beide Kinder auf, die Schmutzwäsche zur Wäschebank zu bringen.

19:00 Sage den Kindern gute Nacht. Das dauert immer eine Weile, weil sie plötzlich noch sooo viel zu erzählen haben. Und dann müssen wir uns noch ganz viel umarmen und Kusshände zuwerfen.

19:30 Sitze mit dem Mann auf dem Sofa und höre zu, was er von der Arbeit erzählt. Er hat sich einen Holzsplitter in den Finger gerammt. Ich gehe meine Pinzette holen. Danach gucken wir drei Folgen Gilmore Girls.

21:45 Der Mann geht ins Bett. Ich schreibe hier noch und gehe dann auch schlafen. Da ich vorhin vergessen habe, die Kinder nach ihren Brotboxbefüllungswünschen zu fragen, müssen wir das wohl morgen früh erledigen. Gute Nacht!


Freitag, 15. Juli 2016

Lebenszeichen und Sommerpause


Ja, es gibt mich noch, aber das Leben quillt mal wieder über und die Tage fühlen sich zwar an, als hätten sie 50 Stunden, aber die sind bis zum Rand gefüllt. Wenn mal keine Termine anstehen, sind wir viel im Garten, außerdem nähe und stricke ich ganz viel. Leider kann ich davon nichts zeigen, weil meine Kamera nach fünf Jahren so langsam aber sicher schlapp macht. Und die Fotos, die ich mit meinem Klapphandy machen könnte, wollt Ihr nicht sehen.

Also melde ich mich hiermit kurz und wünsche Euch einen schönen Sommer!

Freitag, 24. Juni 2016

Sommer, Sonne, Sonnenschutz für Kinder (und Erwachsene)


Solange ich mit Baby zuhause war, brauchte ich keine Sonnencreme. Im Sommer sind wir früh morgens und am späten Nachmittag unterwegs gewesen. In den Mittagsstunden mit hoher UV-Strahlung waren wir im Haus. Das Kind hat eh lange Mittagsschlaf gemacht und ich brauchte auch eine Pause, da kann man die Mittagshitze gut nutzen.

Aber wenn man dann mal als Familie Sommerurlaub macht und der Mann sich diesem Rhythmus nicht anpassen will, weil die Urlaubstage dafür zu kostbar sind, braucht man Sonnencreme. Oder spätestens wenn das Kind in die Kita kommt, weil dort natürlich in der Mittagshitze bevorzugt im Garten gespielt wird.

Ich selbst habe sehr (sonnen-) empfindliche Haut, d.h. ich bekomme sehr schnell Sonnenbrand, vertrage aber leider auch viele Kosmetika nicht. Also habe ich die eierlegende Wollmilchsau unter den Sonnencremes gesucht. Sie sollte bitte sanft zur zarten Babyhaut und zu meiner empfindlichen Haut sein, aber gleichzeitig maximal vor UV-Strahlung schützen, dabei wasserfest und nicht so teuer sein. Okay, der letzte Punkt ist nice to have, aber nicht der wichtigste. Und nach einer Weile habe ich eingesehen, dass guter Sonnenschutz halt auch was kostet.

Beim Sonnenschutz gibt es ja zwei Möglichkeiten:

1. "Organischer" Sonnenschutz
"Organisch" steht in diesem Fall leider nicht für "bio", sondern für "organische Chemie". Und das hat nichts mit "natürlich" oder so zu tun, sondern es geht um chemische Verbindungen, die auf Kohlenstoff basieren. Man könnte also auch "chemischer Sonnenschutz" schreiben, aber damit würden die Firmen weniger Geld verdienen. Diese Chemikalien dringen in die Haut ein und wandeln die UV-Strahlung in der Haut in Wärme um. Das ist ein chemischer Prozess. Der Vorteil ist: Die Creme zieht ein und ist dann von außen nicht mehr zu sehen oder zu fühlen. Der Nachteil ist: Die Chemie dringt in die Haut, also in den Körper ein und stellt dort unter Umständen Dinge an, die nicht so gesund sind. Es findet eine chemische Reaktion im Körper statt, bei dem der Wirkstoff nach und nach verbraucht wird. Es gibt Reaktionsprodukte im Körper, die auf ihn einwirken können (Sonnenallergie ist z.B. eine Nebenwirkung von Sonnencreme). Ein wichtiger Bestandteil dieser Sonnencremes ist Oxybenzon, das leider Allergien auslösen kann und vor allem Korallenriffe und damit den Lebensraum vieler Meeresbewohner zerstört. Jedes Jahr gelangen weltweit 4000 bis 6000 Tonnen Sonnencreme zu den Korallenriffen. Ein Tropfen Oxybenzon genügt, um so viel Wasser zu vergiften, wie in ein Sportschwimmbecken passt.

2. "Mineralischer Sonnenschutz"
Klingt irgendwie nach Mineralöl, hat aber damit nichts zu tun. Es geht vielmehr um Mineralien, z.B. Titandioxid oder Zinkoxid. Diese legen sich beim Eincremen auf die Haut und reflektieren das Sonnenlicht wie viele kleine Spiegel, sodass die UV-Strahlung gar nicht bis zur Haut kommt und daher auch keine Schäden verursachen kann. Weil die Haut das Sonnenlicht reflektiert, sieht man mit dieser Creme aber etwas blass aus.

Die beste Sonnencreme, die ich damals gefunden habe, wurde leider gerade vom Markt genommen. Es war die Weleda Edelweiß Sonnencreme, die sich gut verteilen ließ, uns gut vor Sonnenbrand bewahrt hat, uns nicht so kalkweiß aussehen ließ und einen unaufdringlichen zitronigen Duft hatte. Schnell habe ich noch die Restbestände aus einigen Berliner Apotheken aufgekauft, denn ein großer Vorteil bei dieser Art Sonnenschutz ist, dass er viele Jahre haltbar ist, wenn man die Creme gut lagert und aufpasst, dass man keine Keime in die Tube oder Flasche bringt (einfach nicht die Öffnung anfassen und diese gelegentlich mit einem sauberen Tuch abwischen). Wenn sich die Bestandteile der Creme trennen, kann man die Flasche oder Tube einfach kräftig schütteln, dann verteilen sie sich wieder.

Dieser Vorrat ist leider schon lange aufgebraucht. Wir haben inzwischen viele Produkte getestet und sind jetzt bei zwei Marken angekommen, die wir ganz okay finden. Wenn Ihr wissen wollt, was ich für mich und meine Kinder benutze, schreibt mir einen Kommentar oder eine Mail (Adresse steht im Impressum). Ich will ja keine unerwünschte Werbung machen.


Der beste Sonnenschutz:
Im Schatten bleiben, lange, lockere Kleidung tragen und einen Hut mir Krempe aufsetzen 



Mittwoch, 22. Juni 2016

Me Made Mittwoch: Ceci n'est pas une Kittelschürze


Nein, es ist keine Kittelschürze, ich schwöre.
Es ist das Augenschmerzenkleid.


Heute mittag war es so warm, dass ich keine Ärmel mehr ertragen konnte, also habe ich dieses Kleid angezogen.


Es passt zwar immer noch gut, aber es ist leider ein Stehkleid. Sobald ich laufe oder mich hinsetze, krumpelt es ganz arg, zieht den Rock hoch und wirft wilde Falten.

Wie alltagstauglich selbstgenähte Kleidung sein kann, sehen wir beim Me Made Mittwoch. Dort zeigt  Tina Blogsberg heute eine schöne Kombination aus Rock und Top, die im Sitzen und Stehen gleichermaßen prima aussieht. ;-)



Dienstag, 21. Juni 2016

Täschchen über Täschchen


Neulich ist hier mal wieder ein kleiner Stapel Täschchen entstanden.
Der Auslöser war, dass ich meine Stickdateien geordnet habe. Dabei fiel mir auf, dass ich dieses hübsche Haus noch gar nicht getestet habe.


Das Sticken dauert recht lange, weil das Haus aus vielen kleinen Stoffstückchen besteht: Erst wird die Basis appliziert, dann Keller, Dach und Schornstein, als letztes die Fenster. Hier kann man endlich mal all die vielen kleinen Schnipsel verarbeiten, denn jedes Fenster wird einzeln gestickt. Mir war das aber zu fummelig, deshalb habe ich lieber einen einzelnen gemusterten Stoffrest für alle Fenster zusammen benutzt, das ergibt einen netten Effekt.


Das Abschneiden entlang der Fenster ist auch so schon eine langwierige Fitzelarbeit.


Ganz zum Schluss werden Dachziegel und Fensterkreuze aufgestickt.


Natürlich habe ich nur Stoffreste und Upcyclingmaterial verwendet. Das Futter bei diesem Täschchen hier gehört zu dem Satintop, aus dem ich einst die Schienen für das Bahnübergangskostüm genäht habe. Die Außenseite ist ein Rest von einer Hose, aus der ich damals die Käferhose genäht habe.
Gefüllt ist es mit den Frisierwerkzeugen meiner Schwester, der ich es geschenkt habe. Sie ist zwar keine gelernte Friseurin, schneidet aber meinen Kindern die Haare.


Dann hatte ich noch Kuhfellimitatreste, die stammen auch von einem Faschingskostüm.


Wenn man den "Strich" beachtet, klemmt es auch nicht im Reißverschluss ein.


Die Kuhtäschchen sind teilweise mit dem Satintop...


...und teilweise mit der Bespannung eines kaputten Regenschirms gefüttert, den mir mal meine Schwester überlassen hat.


Dann war da noch ein gelber Tischdeckenrest, der bei der Beutelnäherei übrig blieb. Den hab ich mit der süßen Schnecke bestickt, die ich auch schon zur Jeansrettung benutzt habe. Der Sternchenjeans stammt von einem Kinderhosen-Ufo der Schwiegercousine.
Dieses Täschchen habe ich zu Ostern einer lieben Freundin geschenkt.
Uff, so lange ist das schon her!


Auch mit Regenschirm gefüttert.

Die Täschchen machen mit bei:



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Dienstag, 14. Juni 2016

Kindlicher Patriotismus, aber nur in Maßen


Die Sonnenuntergangssocken sind nach über drei Jahren an mehreren Stellen kaputt und außerdem beiden Kindern zu klein. Also habe ich sie aufgetrennt. Das bunte Garn werde ich später verwenden. Rot und gelb kommen direkt wieder zum Einsatz.


Diese Deutschland-Socken* hat meine Mutter noch kurz vor ihrem Tod dem großen Kind gestrickt. Es liebt diese Socken sehr und trägt sie sehr oft. Leider musste ich sie schon entsprechend oft stopfen und inzwischen werden sie auch langsam zu kurz. Also habe ich erstens die Spitzen aufgetrennt und die Strümpfe etwas länger gestrickt. Zweitens habe ich die Fersenmaschen rundherum auf eine Rundstricknadel gefasst, die alte Ferse aufgetrennt und quasi als After-Thought-Heel mit doppeltem Faden neu gestrickt.


(Klick macht die Fotos größer!)

Nebenbei sind noch drei Armbänder in eins rechts / eins links entstanden (eins hängt am schlafenden Kinderarm und ist deshalb nicht im Bild). Darin habe ich diverse Reste verstrickt. Aber wie Ihr seht, habe ich noch genug Garn, vermutlich für einen ganzen Kinderpullover. Aber das wäre mir zu viel Patriotismus.

*Meine Mutter hat damals ganz viele Flaggen-Socken gestrickt: Griechenland, Litauen, Norwegen uvm., die hier ebenso gern getragen werden, aber jetzt zur Fußball-EM wollen meine Kinder schwarz-rot-gelb und ich finde das okay. Sie wissen auch gut bescheid über die deutsche Geschichte, über unsere privilegierte Lage und die Not der Flüchtlinge. Und ich finde es gefährlicher, bei Kindern das unschuldige Bedürfnis nach ein wenig Patriotismus zu unterdrücken, als sie mal drei Wochen lang mit solchen Armbändern und Socken herumlaufen zu lassen. Und wenn schon, dann finde ich diese Billig-T-Shirts in Trikotform viel schlimmer. Was glaubt Ihr wohl, wo und von wem die genäht wurden? Wir haben hier zwar auch ein paar solche Shirts, aber die haben wir gebraucht geschenkt bekommen und stammen von früheren Turnieren. Ich kaufe sowas nicht.

Und jetzt noch schnell ab damit zu:

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Dienstag, 7. Juni 2016

Upcycling: T-Shirts zu Servietten


Wenn T-Shirts nicht mehr schön genug sind, um die Wohnung verlassen zu dürfen, trage ich sie noch lange zum Schlafen. Aber wenn sie selbst dafür zu unansehnlich sind, müssen sie meinen Schrank verlassen. Und weil die Kinder inzwischen zu groß für Lätzchen sind (ist ja auch peinlich, wenn Besuch da ist), aber immer noch viel krümeln und kleckern, mussten große Servietten her, die man notfalls auch mal in den Ausschnitt stopfen kann.


(Ich weiß übrigens nicht, von welcher Grausamkeit der internationalen Tierschutz-Funds hier die Rede ist. Aber die Kinder lieben diese Robben seit Jahren.)


Ich habe einfach aus Vorder- und Rückenteil je ein 40 x 40 cm großes Quadrat ausgeschnitten... 


...und mit Zickzack gesäumt. Vier T-Shirts hab ich so zu acht Servietten verarbeitet. Und das ging wirklich schnell.

Die Kinder lieben die Servietten. Sie legen sie stilvoll auf den Schoß und wischen nach der Mahlzeit den Mund damit ab. Ich mag, dass sie ihre Kleidung weniger bekleckern und ich keine Papierservietten kaufen muss.

Nur mein Mann ist immer etwas irritiert, wenn er meine Schlafshirts auf dem Esstisch sieht. Aber das wird sich im Laufe der Zeit bestimmt geben.

Heute mache ich mit bei:


Mittwoch, 1. Juni 2016

Kinderbuch: "Robert und die Ritter - Das Zauberschwert" von Anu Stohner



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Autorin: Anu Stohner
Titel: Robert und die Ritter 1. Das Zauberschwert
Illustrationen: Jörg Mühle
Verlag: dtv Reihe Hanser
Hardcover
Originalausgabe
160 Seiten
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
ISBN 978-3-423-62479-4
Erscheinungsdatum: 1. Mai 2011
ISBN 978-3-423-62479-4
Preis: 12,95 € [D], 13,40 € [A] inkl. MwSt

Klappentext:
Vorwärts, Ritter von der Wackerburg!
Natürlich wäre es zu alldem nicht gekommen, wenn Robert von seinem Onkel nicht ein Zauberschwert geschenkt bekommen hätte, mit dem man Zeitreisen machen kann. So landen Robert und sein Freund Tim im Mittelalter, auf der Wackerburg. Dort leben die kleinen Ritter mit den kleinen Raubrittern von der Burg Wolfeck in einer Dauerfehde. Kann ja Robert nicht wissen. Aber wo Robert ist, da ist auch Chaos. Und tatsächlich, kaum stehen Tim und Robert auf dem Burghof, kommt ein Handschuh über die Mauer geflogen. Und eh man es begreift, hat ihn Robert schon in der Hand, den Fehdehandschuh.
Die wilden Wölfe haben endlich ihr Ziel erreicht. Endlich gibt es Keile für die Wackerburger! Oje! Müssen die netten kleinen Ritter gegen die Übermacht der Raufritter kämpfen? Und wenn ja, wie sehen sie hinterher aus? Robert und Tim wollen helfen. Aber wie?

Meine Meinung:
Robert und Tim sind eigentlich ganz normale Jungen, mit denen man sich gut identifizieren kann. Robert ist im normalen Leben ein gutmütiger, selbstbewusster Tollpatsch mit vielen lustigen Ideen, sein Freund Tim, der die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, ist im normalen Leben etwas vernünftiger, vorsichtiger und ängstlicher. Bei ihren Reisen in die Ritterzeit ändern sich aber ihre Eigenschaften: Tim ist auf einmal ungeschickter und Robert hat plötzlich alles im Griff. Das macht die Geschichte neben dem eigentlichen Abenteuer sehr interessant, weil doch jedes Kind gern gelegentlich anders wäre.
Die Illustrationen sind wirklich schön. Das Cover könnt Ihr ja hier oben sehen. Vorn im Buch sind alle wichtigen Personen in Farbe abgebildet, hinten im Buch gibt es eine farbige Landkarte mit den Burgen sowie dem umliegenden Gelände. Den Text begleiten Zeichnungen in schwarz-weiß, die mich vom Stil her an die Geschichten vom Kleinen Nick erinnern (schaut einfach mal in die unten verlinkte Leseprobe).
Wir hatten viel Spaß beim Lesen und haben gerade den zweiten Band angefangen. (Insgesamt gibt es bisher vier Bände.) Die Altersempfehlung finde ich angemessen.

Tipp 1:
Auf der Homepage des Verlags gibt es eine Leseprobe.

Tipp 2:
Der dtv hat extra eine eigene Seite über "Robert und die Ritter" eingerichtet.
Dort gibt es unter anderem Vorlagen und eine Bastelanleitung für coole Ritterschilde und ein Wörterbuch für mittelalterliche Begriffe und Gegenstände.

Tipp 3:
Auf der Homepage der dtv-Kinderbücher gibt es oben rechts einen witzigen "Bücherautomaten", mit dessen Hilfe man Kinderbücher Bücher z.B. als Geschenk aussuchen kann.

Das Buch ist (gerade so) älter als fünf Jahre, deshalb macht es bei der #GoldenBacklist Challenge 2016 mit.


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