Die Geschichte ist von "Ferien auf Saltkrokan" von Astrid Lindgren abgeschrieben. Dazu kommen noch ein schlechter Schreibstil und unverantwortlicher, verstörender Umgang mit Tieren. Ich hatte mich auf eine schöne Sommergeschichte gefreut und bin wirklich erschüttert, was für Bücher heutzutage so verlegt werden.
2. "Tales of the City" von Armistead Maupin
In den 1990ern habe ich mit einem Mann zusammengelebt, der diese Reihe im Regal stehen hatte. Damals gab es noch keine eBooks und kaum Hörbücher. Neue Bücher waren für mich als Studentin unerschwinglich. Bibliotheken hatten selten geöffnet und wenig Auswahl. Daher hatte ich nur drei Optionen, an neues Lesefutter zu kommen. Ich konnte ins Antiquariat gehen (wir hatten eins im Haus, wunderbar), mein Wunschzettel für Geburtstag und Weihnachten war immer gut gefüllt und ich lieh mir gern Bücher von Menschen aus meinem Umfeld. Also las ich auch, was da eh schon in unseren Wohnzimmer stand. Nach ein paar Kapiteln hatte ich den ersten Band abgebrochen. Ich mochte den Stil nicht. Jetzt ist mir die Reihe bei Libby wieder über den Weg gelaufen und ich habe ihr eine zweite Chance gegeben, denn vielleicht lag es ja damals an der Übersetzung? Nein, auch im Original mag ich sie nicht. Flache Charaktere in einer Seifenoper mit faden Beschreibungen, dafür aber haufenweise Namedroppings, die mir nichts sagen und die ich aber auch nicht nachschlagen will. Die Sache hat damals bestimmt gut funktioniert als Fortsetzungsroman in einer Zeitung in San Francisco. Aber mit zeitlichem und räumlichem Abstand funktioniert sie für mich leider nicht.
Ich mag die Fräulein-Gold-Reihe von Anne Stern sehr, deshalb dachte ich, mit dieser Autorin kann ich nichts falsch machen. Da habe ich mich wohl geirrt. Ich habe nichts gegen träge Sommergeschichten und sie dürfen auch gern ernste Themen enthalten. Aber das hier war so zäh und schwer, zu viele eigentlich wichtige Themen, die dann aber leider nur gestreift wurden. Die Protagonistin blieb mir fremd, sie war mir einfach unsympathisch.


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