Dienstag, 24. September 2019

Abgebrochen: "Kein Wunder" von Frank Goosen


Ups, eigentlich war das hier nur ein Entwurf, aber nachdem ich den Post versehentlich veröffentlicht habe, schreibe ich ihn mal fertig.

Ich habe das Buch abgebrochen, weil es mich so genervt hat.

Da lebt Förster in einer "Zweizimmerwohnung", aber es gibt nur ein Zimmer.

Rosa sitzt im Frühling 1989 vor dem Tränenpalast auf einem rot-weißen Geländer? Wohl kaum: https://www.welt.de/kultur/history/gallery13601377/Grenzuebergangsstelle-Berlin-Friedrichstrasse.html

Sie gehen im Frühling 1989 in Berlin-Mitte in ein Lokal und suchen sich selbst einen Tisch? Wohl kaum! Damals wurde man platziert.

Die drei Jungs Förster, Fränge und Brocki fühlen sich beim Lesen nicht an, als wären sie Anfang zwanzig, sondern eher um die fünfzig. Ich frag mich auch, was sie verbindet, von der gemeinsamen Kindheit mal abgesehen. Sie nerven einander ununterbrochen.

Es gibt auch ein paar wirklich schöne Stellen in diesem Roman, aber die sind es in meinen Augen nicht wert, das Buch zu Ende zu lesen.

Mittwoch, 11. September 2019

Gelesen: "Mitarbeiter des Monats" von Fil Tägert



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt



Autor: Fil Tägert
Titel: Mitarbeiter des Monats
Verlag: rororo
Erscheinungstermin: 18.08.2017
304 Seiten
ISBN: 978-3-499-27295-0
Preis: 9,99 € (gebundene Ausgabe oder e-Book)

Klappentext:
Westberlin, graue Insel im grauen DDR-Meer, die achtziger Jahre wollen einfach nicht zu Ende gehen. Nick hat einen schrottigen Job bei einer namhaften Hamburger-Braterei. Daneben spielt er in der Band «Adolf and the Peopels», deren Musik nicht viel besser klingt als ihr Name. Endzeitstimmung ist immer noch ziemlich en vogue, trotzdem muss doch irgendwie ein Sinn im Leben zu finden sein. Kunst? Liebe? Kampfsport? Auf einer Party lernt Nick die traurige Frau mit den zwei Katzen kennen. Jacky ist schön, sehr schön. Und rätselhaft, sehr, sehr rätselhaft. Nick schnallt‘s überhaupt nicht mehr. Dabei hatte er doch vorher schon null Durchblick …

Meine Meinung:
Dieses Buch hab ich meiner Schwester zum Geburtstag geschenkt und mir gleich ausgeliehen. Ich kannte vorher Fil nur vom Hörensagen, aber die Geschichte spielt 1985 in Berlin, daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. Fil ging auf dieselbe Schule wie meine älteste Schwester, die auch mit solchen schrägen Gestalten wie denen aus dem Buch befreundet war. Und im Linientreu war ich auch unterwegs, jedoch ein paar Jahre später, aber noch vor seinem Umbau und Imagewechsel (WTF?).
Fil beschreibt das Lebensgefühl der jungen Erwachsenen im West-Berlin der 80er Jahre sehr authentisch und detailgetreu. Es geht dabei teilweise sehr derb zur Sache: Gewalt, Ekel, Sex, Alkohol, Drogen; er lässt fast nichts aus.
Die inneren und äußeren Monologe des Protagonisten kommen mir sehr bekannt vor, aber leider verstehe ich das alles jetzt genauso wenig wie früher. Er stellt aber vieles auch selbst infrage. Die gespielte Gleichgültigkeit, mit der man verbirgt, dass man jemanden mag, sodass die Zuneigung meist auch nicht erwidert wird. Ob nun aus ebenfalls gespielter oder echter Gleichgültigkeit wird man nie erfahren, wenn man sich nicht mal ein Herz fasst und den Mund aufmacht. Daran soll sich ja auch gar nicht viel geändert haben, wie ich aus Rezensionen über das Buch "Gespräche mit Freunden" von Sally Rooney gehört habe. Nur dass man heute per Tinder gleichgültig ist. Früher lehnte man im "Treu" gelangweilt an der Wand, trank sein Bier aus der Flasche und sah gelangweilt an den anderen Leuten vorbei.
Die Szenen in der Burgerbraterei waren mir ebenfalls sehr vertraut, schließlich hab ich da im Studium auch gearbeitet. Allerdings bei der Konkurrenz und ein paar Jahre später. Aber die Beschreibung ist wirklich gut.
Ich empfehle dieses Buch allen, die sich an die 80er Jahre in West-Berlin erinnern oder etwas über das Lebensgefühl von damals erfahren wollen und nicht den Anspruch haben, es zu verstehen.

Tipp:
Die ersten beiden Kapitel gibt es als kostenlose Leseprobe.

Donnerstag, 5. September 2019

WMDEDGT - Tagebuchbloggen am 5. September 2019


Es ist der 5te und Frau Brüllen fragt wie jeden Monat: 

"Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

05:42
Ich wache auf und mir fällt ein, dass K1 nachmittags sagte, dass es einen neuen Karoblock für die Schule braucht. Ich versuche, noch eine kleine Runde zu schlafen, dabei aber nicht den Block zu vergessen. Naja, morgens sind meine Ideen meist nicht so super, denn das klappt natürlich nicht.

06:04
Ich stehe auf, hole einen Karoblock aus dem Vorrat und lege ihn für K1 auf den Esstisch. Ich habe immer einen großen Vorrat an Schreibwaren, allerdings nicht durch Hamsterkäufe, sondern weil ich von Nachbarn, Freunden und Familie die Restbestände bekommen habe, als deren Kinder mit der Schule fertig waren. Was auch meine Kinder nicht mehr brauchen (z.B. Hefte mit Lineatur 1), bringe ich immer zum Tauschtreff.

06:10
Mein Wecker klingelt. Ich hätte ihn ausschalten können, als ich vorzeitig aufgestanden bin, aber dann vergesse ich vielleicht, ihn für morgen wieder einzuschalten. Ich bringe ihn zum Schweigen und will dann ins Bad. Da sitzt aber schon K1 auf dem Klo, also weiche ich ins Gäste-WC aus, wo ich auch alles habe, was ich brauche.

06:15
Während ich mir Kaffee mache, diskutieren mein Mann, der schon frühstückt, und ich, ob wir diese Woche beim Bio-Lieferdienst Lebensmittel bestellen. Dann können wir aber am Samstag wegen der Lieferung nicht (alle) zum Familientreffen gehen.

06:20
Ich ziehe die Jalousien hoch und bin erstaunt, dass der Garten nass ist (was ja für die Natur prima ist). Es war kein Regen angesagt und ich wollte heute eigentlich endlich mal vom Nachbargarten aus unsere Hecke etwas in Form schneiden. Sie wollten mir dafür extra ihr Gartentor aufschließen, bevor sie zur Arbeit gehen. Naja, vielleicht trocknet das in den nächsten zwei Stunden so weit wieder, dass ich mich bei der Arbeit nicht komplett einsaue.

06:25
K1 ist inzwischen fertig angezogen, ich empfehle noch eine Sweatjacke, weil es für kurze Ärmel zu kühl ist. K2 kommt im Schlafanzug angeschlurft. Beide nehmen sich Frühstück und setzen sich an den Tisch. Sie mampfen ohne viel Diskussion (die sie normalerweise selten vermeiden) vor sich hin. Ich trinke meinen Kaffee.

06:30
Mein Mann verabschiedet sich, sucht noch eine Weile seinen Autoschlüssel und fährt dann zur Arbeit. Ich schneide das gestern Abend gebackene Brot in Scheiben und die Kinder packen ihre Brotboxen.

06:40
K2 zieht sich an. K1 geht sich die Zähne putzen, Ohren waschen, Haare kämmen. Ich räume das Geschirr in die Spülmaschine.

06:55
K1 packt die Schultasche um und füllt die Trinkflasche. K2 putzt die Zähne, wäscht die Ohren, kämmt die Haare. Ich räume die Küche auf.

07:05
K1 geht zum Bus.

07:10
K2 geht zur Schule.
Ich öffne alle Fenster, mache die Betten, sammle die Wäsche ein und sortiere sie in unsere Wäschebank. Ich könnte eine Ladung waschen. Aber wenn es noch mehr regnet, kann ich sie nicht draußen trocknen lassen. Ich verschiebe die Entscheidung auf später.

07:30
Ich schließe die Fenster wieder, setze mich hin und schreibe auf, was hier bisher heute so los war. Dann lese ich noch kurz meine Mails.

08:30
Die Sonne scheint und ich beschließe, mich doch um die Hecke zu kümmern. Also ziehe ich mir meine Gartenklamotten an und esse noch zur Stärkung/Motivation ein Brötchen mit veganem weiße-Schokolade-Kokos-Aufstrich (so lecker!!!). Dann hole ich zwei große Eimer, die Leiter, die große Astschere, die kleine Schere und die Handschuhe aus dem Gartenhaus und trage alles in den Nachbargarten. Während ich mich dann durch zwei Meter hohe Brennnesseln, stachelige Ranken und die Hecke kämpfe, lausche ich der "Lage der Nation", "100 Frauen" und "No Niin!". Anfangs schneide ich alles noch klein, um es in den Eimern später in unseren Garten zu tragen. Aber die Eimer sind schnell voll. Also lasse ich das meiste einfach auf unserer Gartenseite am Fuße der Hecke liegen und nenne es "Mulch". Das ist bestimmt gut für kleine Tiere, gibt dem Boden Nährstoffe und verhindert, dass wieder so viele Brennnesseln wachsen.
Ich hab übrigens gestern abend einen einen super Trick gelernt: Wenn man den Brennnesseln zu nahe gekommen ist und die Haut piekt, muss man einfach nur einen Streifen Klebeband auf die Stelle kleben und wieder abziehen. Die Brennhaare bleiben dann am Klebeband kleben und das Pieken in der Haut ist weg wie durch Magie!

12:30
Ich entscheide, dass es jetzt reicht, schiebe so viele Sachen wie möglich durch die Hecke in unseren Garten, trage den Rest außen herum. Ich bürste meine Haare, sodass jede Menge Zeug zu Boden rieselt und gehe anschließend duschen.

13:00
Mit frisch gewaschenen Haaren mache ich mir einen Kaffee und schreibe hier weiter.

13:40
Ankunft K2. Wir reden über die Schule und essen eine Kleinigkeit zusammen.

14:20
K2 geht zum Judo. Ich räume die Küche auf.

15:00
Ankunft K1. K1 hatte Streit mit C. und M. ist irgendwie sauer. Seufz. Irgendwas ist wohl auch mit dem Schulessen schief gegangen. Ich durchsuche meine Mails, frage bei anderen Eltern nach und es stellt sich heraus, dass der Anmeldebogen nie bei mir angekommen ist. Nun gut, die Anmeldung kann ich online nachholen, sodass ab nächster Woche alles wieder läuft.

16:10
Ankunft K2. Meine Bitte, den Rucksack sofort zu versorgen, wird mal wieder ignoriert. Seit Jahren erkläre ich meinen Kindern, dass sie sich bei jeder Ankunft um ihre Taschen kümmern sollen, damit es keine verschimmelten Brotboxen nach den Ferien und ähnliches gibt. Später fällt die Tasche runter und die Trinkflasche poltert. Dasselbe gilt übrigens für Kleidung. Wenn Jacken irgendwie ausgezogen werden, verliert man nächstes Mal beim Losgehen wertvolle Zeit, wenn die Ärmel noch innen sind. Aber ich stoße hier seit Jahren auf taube Ohren.

16:30
Mein Mann kommt nach Hause und ist genervt, weil er 30 Minuten im Stau gestanden hat. Ich bin frustriert wegen siehe oben. Aber wir reden über alles, ohne unseren Frust aneinander auszulassen.

16:40
Die Kinder streiten sich und ringen wegen der Benutzung des Trampolins im Garten. Der Mann klärt die Sache. Ich trinke meinen Nachmittagskaffee und schaue nach, wann heute eigentlich der Elternabend beginnt: um 18 Uhr. Na dann suche ich mal meine Sachen dafür zusammen.

17:30
Auf zum Elternabend. Da fällt mir ein, dass ich die Eltern von M. eigentlich mitnehmen könnte, weil sie auf dem Weg wohnen. Aber ich vergesse immer, das anzubieten. Als ich bei der Schule ankomme, sind schon zwei andere Elternteile da und wir unterhalten uns. Die Tür wird nach einer Weile von innen für uns geöffnet und wir suchen den neuen Klassenraum. Dieser ist so klein, dass die Tische sehr eng stehen und kein Platz für einen Schrank ist. Die Kinder müssen jetzt immer alle Bücher und Hefte mit nach Hause nehmen, was die Taschen sehr schwer macht. Ich sitze mit der Mutter von M. zusammen und wir plaudern, bis es offiziell losgeht. Und natürlich vergesse ich wieder, das mit dem Abholen anzubieten.

18:00
Elternabend. Wer es kennt, braucht keine Beschreibung. Wer es nicht kennt: Seid froh!

20:00
Ende des Elternabends. Ich fahre nach Hause, sage den Kindern gute Nacht, esse noch etwas, schreibe hier und gehe dann auch bald schlafen.

Mittwoch, 4. September 2019

Gelesen: "Yarn Harlot - The Secret Life of A Knitter" von Stephanie Pearl-McPhee






Autorin: Stephanie Pearl-McPhee
Titel: Yarn Harlot - The Secret Life of a Knitter
Paperback $12.99
E-Book $9.99
ISBN: 9780740750373
Publication Date: 9/1/2005
Pages: 240
Andrews McMeel Publishing

Klappentext:
Stephanie Pearl-McPhee's deepest wish is that everyone understand that knitting is at least as fun as baseball and way cooler than the evil looped path of crochet. Every project, from a misshapen hat to the most magnificent sweater, holds a story. Yarn Harlot tells all those stories with humour, insight, and sympathy for the obsessed.
Over 50 million people in America knit. The average knitter spends between $500 and $1,700 a year on yarn, patterns, needles, and books. No longer just a fad or a hobby, knitting has advanced to a lifestyle.
Yarn Harlot: The Secret Life of a Knitter moves beyond instructions and patterns into the purest elements of knitting: obsession, frustration, reflection, and fun. Stephanie Pearl-McPhee's humorous and poignant essays find humor in knitting an enormous afghan that requires a whopping 30 balls of wool, having a husband with size 13 feet who loves to wear hand-knit socks, and earns her "yarn harlot" title with her love of any new yarn--she'll quickly drop an old project for the fresh saucy look of a new interesting yarn.
Since the upsurge in knitting began in the early '90s, the number of women under 45 who knit has doubled. Knitting is no longer a hobby for just grandmothers--women and men of all ages are embracing this art. Describing its allure is best left to Stephanie who explains: "It is a well-known fact that knitting is a sparkling form of entertainment, as spiritual as yoga, as relaxing as a massage, and as funny as Erma Bombeck trapped in a PTA meeting."

Meine Meinung:
Mal lustig, mal nachdenklich schildert die Autorin ihre Gedanken bzw. Gefühle in Bezug auf Handarbeiten. Mir hat's gefallen.

Tipp:
Stephanie Pearl-McPhee bloggt unter http://yarnharlot.ca .

Sonntag, 18. August 2019

Gelesen: "The Bookshop on the corner" von Jenny Colgan




Titel: The bookshop on the corner
Autorin: Jenny Colgan
Verlag: William Morrow Paperbacks
ISBN: 9780062467263
384 Seiten
Erscheinungsjahr: 2016
Preis: 14,00 € als Taschenbuch oder 8,99 € als eBook oder kostenlos ausleihen bei Overdrive

Klappentext:
Nina is a literary matchmaker. Pairing a reader with that perfect book is her passion... and also her job. Or at least it was. Until yesterday, she was a librarian in the hectic city. But now the job she loved is no more. 
Determined to make a new life for herself, Nina moves to a sleepy village many miles away. There she buys a van and transforms it into a bookmobile — a mobile bookshop that she drives from neighborhood to neighborhood, changing one life after another with the power of storytelling. 
From helping her grumpy landlord deliver a lamb, to sharing picnics with a charming train conductor who serenades her with poetry, Nina discovers there's plenty of adventure, magic, and soul in a place that's beginning to feel like home... a place where she just might be able to write her own happy ending.

Meine Meinung:
Über dieses Buch bin ich ganz zufällig gestolpert, als ich bei Overdrive unterwegs war. Das Cover hat mich sofort angesprochen. Klappentexte lese ich ja nicht, weil die meist zu viel verraten. 
Die Hauptfigur Nina war mir sofort sympathisch und die locker im Text eingestreuten Bezüge zu Romanklassikern bereiteten mir viel Vergnügen. Die Personen werden mit wenigen Sätzen umrissen, dabei liegt der Schwerpunkt aber nicht auf Äußerlichkeiten, sondern viel mehr auf ihrem Charakter und Verhalten. Genauso wird auch die schottische Landschaft weniger optisch beschrieben, sondern mehr das Gefühl, dort zu sein. Die Atmosphäre hat mir sehr gefallen, am liebsten würde ich dort sofort Urlaub machen, wenn nicht sogar leben. Ansonsten spielen natürlich Bücher eine große Rolle und die Eisenbahn. 
Nina ist anfangs sehr unsicher und naiv, aber sie hat auch ihren Stolz, ist bereit neue Dinge zu erlernen und sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte sehr. Erst ist sie von der direkten, ehrlichen, um nicht zu sagen grobschlächtigen Art der Schotten etwas irritiert bis beleidigt, aber dann passt sie sich an und genießt es, ihre Meinung auch frei heraus zu sagen. Früher hat sie sich viel in Romane geflüchtet, aber in Schottland lebt sie endlich ihr Leben. Sie begreift das Wunder des Lebens. Sie tanzt wild und ungezähmt, ohne zu überlegen, wie sie dabei wohl aussieht und was andere über sie denken.
Der Gegenpol ist das hektische Leben in der Großstadt Birmingham. Dort hat sie vorher gelebt und dort leben noch ihre Freunde, die in ihren Jobs kaum noch mit ihren eigentlichen Berufen zu tun haben, sondern in langweiligen Meetings sitzen, Papierkram erledigen oder mit ihren Computern kämpfen.
Nina zieht sich mit ihrer Geschäftsidee nicht nur am eigenen Schopf aus dem Loch, in das sie durch ihre Entlassung und die Schließung der Bücherei gefallen ist. Sie bringt ein ganzes Dorf dazu (wieder) Bücher zu lesen. Die Menschen hatten einfach irgendwann damit aufgehört, weil sie dauernd mit Social Media beschäftigt waren und weil sie auch keine anderen lesenden Menschen mehr in der Öffentlichkeit gesehen bzw. erkannt hatten, denn manche waren nur auf digitale Varianten umgestiegen.
Die Liebesgeschichte war mit zu vorhersehbar und am Ende auch unnötig dramatisch. Da war Nina plötzlich wieder unsicher und stellenweise echt pubertär.
Dafür gab es vorher ein paar sehr dramatische Szenen, mit denen ich wirklich nicht gerechnet hatte.
Insgesamt hat mir die Lektüre sehr gefallen und ich habe mir schon ein paar weitere Titel von Jenny Colgan angeschaut. Leider gibt es nur dieses eine Buch bei Overdrive, in der Onleihe findet man sie gar nicht auf englisch.

Tipp:
Jenny Colgan schreibt auch unter dem Pseudonym Jane Beaton.

Montag, 5. August 2019

WMDEDGT - Tagebuchbloggen am 5. August 2019


Es ist der 5te und Frau Brüllen fragt wie jeden Monat:
"Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"

Prolog:
Es ist der letzte Ferientag. Wir packen die Schultaschen und besprechen den morgigen Tag. Ich frage K1, ob wir zusammen K2 zur Schule bringen sollen oder ob K1 morgens allein zuhause bleiben will, um dann später von hier aus zum Gymnasium loszugehen. "Ich steh früh mit euch auf und gehe mit zur Grundschule. Ich stelle meinen Wecker sogar auf 6:50 Uhr, damit ich einen Vorsprung habe!" Dann sage ich noch, dass K1 das Handy aufladen soll.

02:00
Ich wache auf und mir fällt ein, dass ich unbedingt noch Apfelsaft für die Einschulungsfeier der fünften Klassen am Gymnasium am Dienstag kaufen muss. Ich gehe in die Küche und schreibe "Apfelsaft" auf den Einkaufszettel.

05:30
Mein Mann steht auf. Ich höre ihn im Bad und in der Küche rödeln. Irgendwann klappt die Wohnungstür hinter ihm ins Schloss.

07:00
Mein Wecker klingelt. So früh aufzustehen ist für mich echt eine Qual. Und ab morgen muss ich immer sogar noch eine Stunde früher raus. Ich gehe ins Bad und höre, wie K2 aufsteht.

07:10
K1 regt sich noch nicht. Ich gehe nachschauen. K1 pennt. Der Wecker ist aus. Na, das fängt ja gut an. Ich wecke K1 und gehe in die Küche. Kaffee, ich brauche Kaffee! K2 sitzt im Schlafanzug am Esstisch und futtert Müsli.

07:25
Ich schaue nach K1. Das Bett ist leer. Na immerhin. Ich schau im Bad. Da sitzt K1 auf dem Klo. ich bitte um etwas Beeilung.

07:30
K1 kommt im Schlafanzug in die Küche, nimmt sich Müsli und beginnt zu mampfen. Ich schneide Brot in Scheiben.

07:35
K2 zieht sich an, packt die Brotbox, füllt die Trinkflasche. Ich gehe mich auch anziehen. K1 beschließt, noch eine Stulle zu essen.

07:45
K2 geht sich die Zähne putzen, Haare kämmen und Ohren waschen. Ich bitte K1 sich anzuziehen. Ich frage, ob das Handy geladen ist. "Das kann ich dir gleich sagen", ist die Antwort. Was heißt das jetzt? Hat K1 das Handy geladen oder nicht?

07:55
K1 ist jetzt angezogen. Ich frage nach dem Handy. Ach ja, das sei geladen. Und in der Schultasche. Jetzt muss K1 noch die Flasche füllen und die Brotbox packen. Die Frage, welches Obst oder Gemüse heute genehm ist, muss mehrere Minuten überlegt werden. Ein Apfel soll es sein. 

08:00
K2 zieht sich schon die Schuhe an. K1 grübelt noch, welches Messer und welches Brett die beste Wahl zum Apfelschneiden wären. Um dann beim Schneiden theatralisch festzustellen: "Ich kann das nicht! Das ist mir zu schwierig!"
Ich bleibe ruhig und frage, ob K1 jetzt mitkommen will zur Grundschule oder nicht. K1 will nicht mitkommen. Bin ich froh, dass K1 inzwischen groß genug ist, um auch mal allein zuhause zu bleiben. K2 und ich gehen zur Grundschule. Ich gehe heute ausnahmsweise mit, weil K2 neben dem vollen Schulranzen noch eine große Einkaufstasche voll Ablagekörben, Küchenrolle, Taschentücher, Malerkittel etc. tragen muss.

08:15
Ankunft Grundschule. K2 zickt und zappelt herum. Wir stellen fest, dass wir nicht nur selber sehr aufgeregt sind, sondern auch die Aufregung der Kinder und Eltern um uns herum deutlich spüren. Ich bespreche mit K2, dass das für uns Empathen normal ist, wir aber unterscheiden müssen zwischen unseren eigenen Gefühlen und denen der anderen. Sofort ist K2 wieder mein Sonnenschein. Dann plaudern wir noch mit einigen anderen Kindern und deren Eltern, bis wir ins Schulgebäude gehen können.

08:25
Wir finden das Klassenzimmer und begrüßen die neue Klassenlehrerin. K2 hat sich einen schönen Sitzplatz ausgesucht, in der Mitte der zweiten Reihe. K2 ist eher extrovertiert. Ich als introvertierter Mensch hätte mich nie freiwillig so hingesetzt, sondern immer eher an den Rand, gern auch ganz hinten, wo ich nicht so von den Mitschüler*innen gesehen werde, aber alle anderen gut sehen kann.

08:30
Ich gehe Apfelsaft und noch ein paar andere Lebensmittel einkaufen.
An der Kasse reiße ich die Kassiererin mit einem fröhlichen "Einen wunderschönen guten Morgen!" aus ihrer stumpfen Routine. Sie reagiert freudig überrascht und wünscht mir noch einen zauberhaften Tag.

08:40
Als ich die Wohnungstür öffne, begrüßt mich K1 fröhlich kauend. "Plötzlich war es ganz einfach, den Apfel zu schneiden und es ging ganz schnell. Deshalb esse ich ihn jetzt sofort auf." Tja, manchmal platzt so ein Knoten von ganz allein. K1 packt die Schultasche fertig, checkt die Außentemperatur und beschließt, dass bei 20°C keine Jacke nötig ist. Dann noch einmal aufs Klo, Haare kämmen, Ohren waschen und Zähne putzen.

08:55
K1 verlässt gut gelaunt das Haus. Ich reiße alle Fenster auf, mache die Betten, sammle die Wäsche ein und sortiere sie in die Wäschebank. Dann räume ich die Küche auf und die Spülmaschine ein, bringe den Müll raus.

10:00
Kaffeepause. Ich setze mich an den Rechner und sehe, dass es ein wichtiges Systemupdate gibt. Also schließe ich die Backupplatte an, um meine Daten zu sichern. Nebenbei lese ich meine E-Mails. Dann starte ich das Update und gehe in den Garten, um das Grünzeug zwischen den Steinplatten rauszukratzen.

12:30
Ankunft K2. Schule war mal wieder schön. Ich bin ja immer sehr erstaunt, wie gut meinen Kindern die Schule gefällt. Natürlich freue ich mich, aber meine eigene Schulzeit habe ich halt eher als lästig in Erinnerung. Ich lasse mir von Lehrer*innen und Mitschüler*innen erzählen. Einen Stundenplan gibt es noch nicht.
Eigentlich sollen die Kinder in der Schule zu mittag essen, weil das seit heute für alle Berliner Kinder der ersten sechs Klassen kostenlos ist. Das hatte K2 vergessen. Mal abwarten, wie das bei K1 ist.

13:00
K2 sitzt mit dem Atlas am Tisch und schreibt einen Eisenbahnfahrplan für die Strecke Paris-Prag. Ich falte Wäsche und räume sie weg.

14:00
Ankunft K1. Gymnasium war auch schön. Leider wusste K1 nicht, wo es das Mittagessen gibt. Als es die Essensausgabe gefunden hatte, gab es nichts mehr zu essen. Ich frage meinen Mann am Chat, ob er zu mittag gegessen hat. Ja, hat er. Also müssen wir ihn nicht berücksichtigen. Ich lasse die Kinder wählen und sie entscheiden sich für kalte Küche. K1 hat schon einen Stundenplan, den ich mir gleich abschreibe und an die Wohnungstür hänge.

15:00
Die Kinder gehen zur Apotheke, um sich die "Medi Zini" für August zu holen. Dann bauen sie eine Seilbahn aus Fischertechnik, während ich hier schreibe.

16:00
Seit heute dürfen Berliner Schulkinder quasi kostenlos mit dem ÖPNV fahren. K2 will jetzt eine Stadtrundfahrt machen. K1 will mitkommen. Ich handle sie runter auf "mit unserem Bus bis zur Endstation und zurück". Die Kinder stecken ihre Fahrkarten ein (ja, auch wenn es kostenlos ist, muss man sich ein Ticket besorgen), K1 schaltet das Handy ein und steckt es in die Tasche. Als die Kinder losgehen, kommt mein Mann nach Hause. Wir sinken auf das Sofa und genießen die Stille.

16:45
Die Kinder sind wieder da. Sie gehen direkt in den Garten, um noch eine Runde auf dem Trampolin zu hüpfen. Ich lese die letzten zwei Ausgaben der Zeitung meiner Alma Mater. Mein Mann vergnügt sich an seinem Rechner mit dem o.g. Backup und Update.

17:00
Die Kinder kommen wieder rein, räumen ihr Zeug vom Esstisch und essen zu abend.

17:30
Die Kinder machen sich bettfertig. Ich darf Ohren kontrollieren ("Ohren-Trolle nachschauen") und Zähne nachputzen ("nachpupsen"). Anschließend machen die Kinder mit Papa "Abendprogramm": je 30 Minuten am iPad spielen oder Filmchen gucken. Ich setze mich an die Nähmaschine und repariere ein Wäschenetz.

18:30
Die Kinder spielen jetzt noch zusammen, während wir Eltern je eine Folge Gortimer Gibbon und American Housewife gucken.

19:45
Mein Mann guckt noch einen Berg-Film, während ich den Garten gieße.

20:00
Die Kinder sollen jetzt in die Betten gehen. Dort dürfen sie noch eine halbe Stunde lesen. K1 legt sich direkt ins Bett. K2 sucht den Tolino, den wir aus der Bücherei ausgeliehen haben. Angeblich war das Teil zuletzt in der Stofftasche am Bett. Dort ist es aber nicht.

20:20
Nachdem das Schimpfen von K2 sich in verzweifeltes Weinen gewandelt hat, das plötzlich abbrach, ging ich mal nachschauen. Da saß K2 im Bett mit dem Tolino in der Hand. Auf meine Frage, wo der denn nun war, sagte K2 wütend: "Auf dem Fensterbrett!"
Na immerhin ist das Gerät wieder da.

20:25
K1 hat den Zauberquader (2x2x4) gelöst und muss mir unbedingt zeigen, wie das geht. Ich schaue aufmerksam zu, bin aber von der Dreidimensionalität komplett überfordert.

20:30
Ich sage K1 "Gute Nacht!" und gehe dann zu K2. K2 hat Heimweh nach den Bergen und Seilbahnen. Ich tröste und beruhige das Kind, so gut ich kann, lenke es mit der Kuschelkatze und Küsschen ab.

20:45
K2 weint, weil die Berge und Seilbahnen so weit weg sind. Wir kuscheln noch eine Weile und reden über starke Gefühle wie Liebe und Sehnsucht, bis es wieder gut ist. Ich kann das so gut verstehen, allerdings ist es bei mir die Liebe zum Meer. Ich könnte immer mitweinen, weil mir die Nordsee so fehlt.

21:00
Noch den Rest hier schreiben und dann ab ins Bett. Gute Nacht!


Samstag, 3. August 2019

Gelesen: "Den Absprung wagen" von Fabian Hambüchen




Autor: Fabian Hambüchen
Titel: Den Absprung wagen - Stürzen, aufstehen, siegen lernen
Preis: 19,99 € [D], 20,60 € [A], CHF 28,90
Hardcover mit Schutzumschlag
256 Seiten
ISBN: 978-3-424-20173-4
erschienen am 23. Oktober 2017


Klappentext:
Im Sport ist alles möglich - im Leben auch.
2016 war das Jahr des Fabian Hambüchen, auch wenn es alles andere als gut begonnen hatte: Eine Schulterverletzung wirft ihn Anfang des Jahres so weit zurück, dass er nicht mehr trainieren kann – und doch ist er wenige Monate später Olympiasieger. Fabian Hambüchen hat sich vollendet.
Mutig und ehrlich erzählt er über sein Leben und seine Karriere, schildert seine Erfolge und Rückschläge und lässt uns teilhaben an der Kunst, aus Niederlagen gestärkt hervorzugehen. Sein Geheimnis: die mentale Kraft – und die Fähigkeit, im entscheidenden Moment ganz bei sich zu sein. Eine faszinierende Lebensgeschichte, die dazu motiviert, sich nicht mit weniger zufriedenzugeben. Denn du kannst alles erreichen, im Sport wie im Leben.

Meine Meinung:
Fabian Hambüchen hat mich seit der Olympiade 2004 immer wieder mächtig beeindruckt. Da ich früher selbst geturnt habe, konnte ich mir gut vorstellen, wie er sich gefühlt haben muss, wenn er z.B.  mitten im Turnier vom Reck gekracht ist. Deshalb habe ich dieses Buch mit großem Interesse zu lesen begonnen. Den Anfang fand ich etwas anstrengend, weil er sich da ausgerechnet von einer recht unsympathischen Seite zeigt. Aber gerade für diesen Mut, so ehrlich zu sein, habe ich großen Respekt vor ihm. Je länger ich gelesen habe, desto mehr hat mich sein Lebenslauf berührt. Als er gegen Ende von seiner letzten Olympiade 2016 erzählt, hatte ich Tränen in den Augen und musste das Buch für eine Weile weglegen, weil ich so mitgefiebert und mitgefühlt habe, obwohl ich doch schon längst wusste, wie die Sache endet.

Tipp:
Die ersten 25 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.

Samstag, 20. Juli 2019

Gehört: "Der Junge muss an die frische Luft" von Hape Kerkeling




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autor: Hape Kerkeling
Titel: Der Junge muss an die frische Luft - Meine Kindheit und ich
ungekürzte Autorenlesung mit Hape Kerkeling
Preis für die Audio-CD: 15,00 € [D], 16,90 € [A]
Preis für den Download: 12,95 €
8 CDs
465 Minuten Laufzeit
ISBN 978-3-86952-402-3
erschienen am 04.12.2018
Verlag: Osterwold/HörbucHHamburg

Klappentext:
Mit Ich bin dann mal weg hat er Millionen Menschen inspiriert, persönliche Grenzen zu überschreiten. Jetzt spricht Hape Kerkeling über seine Kindheit; entwaffnend ehrlich, mit großem Humor und Ernsthaftigkeit. Über die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher; das Auf und Ab einer dreißigjährigen, turbulenten Karriere – und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können. Über berührende Begegnungen und Verluste, Lebensmut und die Energie, immer wieder aufzustehen.
»Was, um Himmels willen, hat mich bloß ins gleißende Scheinwerferlicht getrieben, mitten unter die Showwölfe? Eigentlich bin ich doch mehr der gemütliche, tapsige Typ und überhaupt keine Rampensau. Warum wollte ich also bereits im zarten Kindesalter mit aller Macht ›berühmt werden‹? Und wieso hat das dann tatsächlich geklappt? Nun, vielleicht einfach deshalb, weil ich es meiner Oma als sechsjähriger Knirps genau so versprechen musste ...«

Meine Meinung:
Hape Kerkeling erzählt von seiner Kindheit einerseits sehr sensibel und berührend, aber andererseits auch voller Lebenslust und Komik. Ich hatte viel Freude beim Hören und kann das Hörbuch nur jedem empfehlen. Nur Menschen, die nicht stabil genug sind, wenn es um die Themen Depression, Selbstmord und Tod geht, sollten hier vorsichtig sein!

Tipp:
Es gibt eine kostenlose Hörprobe.

Mittwoch, 17. Juli 2019

Gelesen: "Fröhlich Fasten" von Susanne Fröhlich



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Susanne Fröhlich
Titel: Fröhlich fasten
Verlag: Gräfe und Unzer
ISBN: 9783833867248
224 Seiten
Pappband
Preis: 17,99 €
Veröffentlicht: 2019

Klappentext:
Alle Welt ist im Fastenfieber. Schließlich soll der beinharte Verzicht auf Nahrung wahre Wunder bewirken. Für die Gesundheit, für den Geist, für die Seele und ganz nebenbei auch für die Figur. Das ist aber auch das Mindeste, was man bei fast null Kalorien und null Genuss erwarten kann, dachte sich Susanne Fröhlich. Aber auch, dass das Fasten die letzte Rettung für ihre Rheumadiagnose sein könnte. Also startete sie mit großen Hoffnungen und einem Einlauf den Fastenselbstversuch. Ihr Ziel: Zu erfahren, was wirklich dran ist am Nichts. Ihre Erfahrung: Zum Glück besitzt auch Humor einigen Nährwert. Aber das bleibt längst nicht die einzig gute Nachricht aus ihrem fröhlichen Fastentagebuch. Mit persönlichen Fastenbeiträgen von Constanze Kleis, Bärbel Schäfer und Gert Scobel sowie Interviews mit den Fastenexperten Prof. Dr. Andreas Michalsen und Dr. Françoise Wilhelmi de Toledo

Meine Meinung:
Nein, ich habe noch nie gefastet und ich habe es auch in der nächsten Zeit nicht vor. Aber ich finde das Thema rein theoretisch interessant. Außerdem mag ich die Art, wie Susanne Fröhlich schreibt. Also habe ich natürlich zugegriffen, als das Buch neulich im Bücherbus bei den Neuerscheinungen stand. Und ich wurde nicht enttäuscht. Susanne Fröhlich hat es wieder einmal geschafft, mir ein Thema auf unterhaltsame Weise und mit persönlicher Note näher zu bringen.
Nur dass dieses Buch vom Verlag als "Anleitungsbuch" beworben wird, finde ich total daneben. Nein, es ist kein Anleitungsbuch. Und das will es auch nicht sein. Susanne Fröhlich erzählt ausführlich, wie und warum sie das erste Mal gefastet hat. Sie beschreibt ihre ganz persönlichen Erfahrungen, auch mit einer Fastenklinik. Dazu hat sie viele Interviews mit Experten geführt und einige Freunde angestiftet, das Fasten auch mal auszuprobieren und davon zu berichten.
Wer sich also mal so ganz unverbindlich für das Thema interessiert, kann mit diesem Buch nichts falsch machen.

Tipp:
Es gibt online eine Leseprobe, die den Anfang, ein Stück aus der Mitte und das Ende des Buches enthält.

Sonntag, 7. Juli 2019

Gelesen: "Nicks Sammelsurium" von Jan Weiler




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autor: Jan Weiler
Titel: Nicks Sammelsurium
Verlag: rororo
Hardcover
Preis: 8 €
Erscheinungstermin: 21.10.2016
64 Seiten
ISBN: 978-3-499-29075-6

Klappentext:
Wie lebt ein Neunjähriger seine Vorliebe für moderne Wehrtechnik aus? Wie geht er im Internet einkaufen, was versteht er unter «zeitgemäßen Kindergeburtstagen»? Und was macht sein Vater, wenn der Sohn abends nicht zur verabredeten Zeit nach Hause kommt?
All das erfährt man bei der Lektüre dieses Buches. Brillante Geschichten von den Abenteuern und Wortgefechten des präpubertären Nick – und ein charmanter Trost für geplagte Eltern und alle anderen sogenannten Autoritätspersonen.

Meine Meinung:
Dies ist sozusagen die Vorgeschichte zu den Pubertier-Büchern. Ich hab mich und meine Kinder in vielem wiedererkannt und viel gelacht. Das kleine Büchlein ist super für die Handtasche, so kann man unterwegs bei Wartezeiten z.B. an der Supermarktkasse oder beim Arzt immer mal ein Kapitel lesen.


Tipp:
Das Vorwort und das erste Kapitel gibt es online als kostenlose Leseprobe.



Gelesen: "Islandsommer" von Kiri Johansson




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Kiri Johansson
Titel: Islandsommer
Verlag: Heyne
Preis: 9,99 € [D], 10,30 € [A], CHF 14,50
Taschenbuch mit Klappenbroschur
384 Seiten
ISBN: 978-3-453-42350-3
Erschienen am 13. Mai 2019


Klappentext:
Als Merit von ihrem Freund verlassen wird, muss die chaotische Lebenskünstlerin sich ein neues Zuhause suchen. Da kommt ihr das Angebot, den Sommer über ein Haus samt Kater zu hüten, gerade recht. Die Sache hat nur einen Haken: Das Haus steht in Reykjavík. Kurz entschlossen verlässt sie Berlin, um in Islands quirlige Hauptstadt zu reisen. Von der Liebe will die talentierte Künstlerin vorerst nichts mehr wissen. Kristján will das auch nicht, denn er hat mit einer anhänglichen Ex und den Dämonen seiner Vergangenheit genug zu tun. Doch nun wirbelt die neue Nachbarin aus Deutschland das ruhige Leben des ordnungsliebenden Piloten mit ihren eigenwilligen Ideen ziemlich durcheinander ...

Meine Meinung:
Für meine Reise Ende Juni nach Hirtshals in Dänemark ist "Islandsommer" das perfekte Buch gewesen. Die Hauptfigur Merit fährt zu Beginn der Geschichte von Berlin nach Hirtshals und weiter mit der Fähre nach Island, um dort den Sommer zu verbringen. Ich mag es, wenn meine Lektüre zu meiner Umgebung passt: die skandinavische Lebensart, die ewig langen Sommernächte, die rauhe Natur. Selbstverständlich ist Dänemark nicht Island und Polartage hatten wir auch nicht. Aber wenn die Nacht nur von Mitternacht bis zwei Uhr dauert und es selbst dazwischen am Horizont noch hell bleibt, passt das schon sehr gut. Jedenfalls besser als am Mittelmeer oder in den Alpen.
Die Geschichte liest sich gut weg, das Buch ist leicht geschrieben und kommt ohne großes Drama aus. Zwar gibt es hier und da Missverständnisse, Schatten der Vergangenheit und Konflikte, aber es ist nicht so nervenzerfetzend und genau das hat mit für den Urlaub gut gefallen.
Das Cover passt leider nicht so gut zur Geschichte, aber die erhabene Schrift bei Titel und Autorin mag ich gern.

Tipp:
Die ersten drei Kapitel (37 Seiten) gibt es online als kostenlose Leseprobe.


Dienstag, 11. Juni 2019

Gelesen: "Keep on dreaming" von Kira Minttu



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt
(Leider passt das Bild nicht richtig zur Geschichte.)


Autorin: Kira Minttu
Titel: Keep On Dreaming
Reihe: 1. Band der "Stay Tuned"-Reihe
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
292 Seiten
eBook: 3,99 €
Klappbroschur: 12,90 €
ISBN 978-3958692787
Verlag: Ink Rebels

Klappentext: (taugt nix, deshalb absichtlich klein)

Woher soll ich wissen, was ich will, wenn der eine nicht mit mir redet und der andere gar nicht da ist?
Eigentlich wollte Katinka mit Keep on Dreaming nur ein Interview für ihren Musikblog machen. Aber dann bringt dieser verfluchte Kuss, der keiner war, alles durcheinander. Und James McMillan, der sexy Frontman der Band, kann ziemlich überzeugend sein.
Wenn Katinka nur ebenso gut wüsste, was sie will …


Meine Meinung:
Diese Geschichte hat mich sehr berührt. Es geht um Katinka (so ein schöner Name!), die 16 Jahre alt ist, zur Schule geht und mit ihren besten Freunden zusammen ein Blog über Rockmusik betreibt. Sie trägt gern Jeans und T-Shirt, macht sich nichts aus Schminke und aufwändigen Frisuren. Sie verbringt ihre Freizeit gern auf dem Rad, auf dem Skateboard, am Badesee und die Nächte in den angesagten Clubs von Frankfurt. Sie pflegt Kontakte zu den Plattenfirmen, interviewt Bands, schreibt  Konzertberichte und Rezensionen über Musik-CDs. Leider wird sie von den Bands und Crews manchmal für ein Groupie gehalten und mit üblen Sprüchen angebaggert. Als ihr bester Freund vorschlägt, ihren festen Freund zu spielen, bringen die beiden damit ungewollt eine Lawine ins Rollen...
Kira Minttu zeichnet alle Figuren von Katinkas kleinem Bruder bis hin zum angeschwärmten Rockstar wunderbar lebensecht, sie beschreibt Situationen und Stimmungen so treffend, dass man in die Geschichte eintauchen und alles um sich herum vergessen kann.
Dieses Buch wirkt auf den ersten Blick vielleicht wie ein lockerer Jugendroman, aber neben Freundschaft, Familie und Liebe geht es vor allem um den allgegenwärtigen Sexismus.
Mich persönlich hat es an die Zeit erinnert, als ich jede Woche auf mehreren großen, kommerziellen Partys war, alle DJs kannte, auf jeder Gästeliste stand und mich im VIP-Bereich aufhielt. Es war eine ähnliche Szene und ich konnte mich deshalb sehr gut in Katinka hineinfühlen.
Die Autorin war auch im Musikbereich unterwegs und weiß, wovon sie schreibt, das merkt man deutlich. Sie ist Mitbegründerin der Ink Rebels, einem beeindruckenden Label.
Die Altersempfehlung ab 14 Jahren finde ich passend.

Tipp:
Es gibt eine Leseprobe.
Bitte kauft das Buch bei Eurem Buchhändler um die Ecke, damit es den noch lange gibt! Danke!
Oder direkt beim Verlag, dort könnt Ihr das Buch auch mit Signatur bestellen.


Montag, 10. Juni 2019

Gehört: "Qualityland" von Marc-Uwe Kling




Coverbild freundlicherweise von HörbucHHamburg zur Verfügung gestellt


Autor: Marc-Uwe Kling
Titel: QualityLand (helle Edition)
ungekürzte Autorenlesung mit Marc-Uwe Kling
7 CDs, 506 Minuten Laufzeit
ISBN 978-3-95713-101-0
Erschienen am 22.09.2017
Preis: 18,00 € [D], 20,20 € [A] als CD oder 14,95 € als Download


Klappentext:
Willkommen in QualityLand! In der Zukunft ist alles durch Algorithmen optimiert: QualityPartner weiß, wer am besten zu dir passt. Das selbstfahrende Auto weiß, wo du hinwillst. Und wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, automatisch zugeschickt. Kein Mensch ist mehr gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen – denn in QualityLand lautet die Antwort auf alle Fragen: o.k.
Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter immer mehr das Gefühl, dass mit dem System etwas nicht stimmt. Warum gibt es Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?
Marc-Uwe Kling hat die Verheißungen und das Unbehagen der digitalen Gegenwart zu einer verblüffenden Zukunftssatire verdichtet. Visionär, hintergründig – und so komisch wie die Känguru-Trilogie. 
Ungekürzter Live-Mitschnitt aus dem Mehringhof-Theater in Berlin.

Meine Meinung:
Am Anfang dachte ich, Qualityland wäre nur eine Aneinanderreihung von lustigen Kurzgeschichten über eine nicht allzu ferne Zukunft. Aber irgendwann fügten sich die Themen und Personen zu einem großen Ganzen zusammen und ein wilder Thriller begann.
Die Absurditäten der digitalen Welt und Social Media sind mir ja heute schon suspekt und mir blieb oft das Lachen im Halse stecken, weil das alles so gruselig, aber doch schon so real ist.
Nur das Ende fand ich etwas schwach, da hätte ich mir mehr erhofft. Es blieben auch zu viele Fragen offen.
Die Geschichte ist aufgrund von Sex und Gewalt nicht jugendfrei, aber ich möchte sie allen Erwachsenen ans Herz legen. Lest sie oder hört sie Euch an und fragt Euch, ob Ihr wirklich so leben wollt.

Tipp:
Es gibt eine kostenlose Hörprobe und eine eigene Internetseite von Qualityland.
Hier erklärt der Autor, warum es zwei verschiedene Versionen (hell und dunkel) gibt und dass man sich aber nicht beide kaufen muss.
Kauft das Buch oder Hörbuch bitte beim Buchladen in Eurer Nähe, damit es den noch lange gibt. Oder direkt bei HörbucHHamburg oder im Shop von Marc-Uwe Kling. Danke!

Mittwoch, 5. Juni 2019

Gelesen: "Der Sommer meiner Mutter" von Ulrich Woelk



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: "Der Sommer meiner Mutter"
Autor: Ulrich Woelk
Verlag: C. H. Beck
Erschienen am 25. Januar 2019
189 S.

Hardcover
ISBN 978-3-406-73449-6
19,95 €

e-Book
ISBN 978-3-406-73450-2
Preis: 15,99 €

Klappentext: (absichtlich klein gedruckt, lieber nicht lesen!)
Sommer 1969. Während auf den Straßen gegen den Vietnamkrieg protestiert wird, fiebert der elfjährige Tobias am Stadtrand von Köln der ersten Mondlandung entgegen. Zugleich trübt sich die harmonische Ehe seiner Eltern ein. Seine Mutter fühlt sich eingeengt, und als im Nachbarhaus ein linkes, engagiertes Ehepaar einzieht, beschleunigen sich die Dinge.
Tobias, eher konservative Eltern freunden sich mit den neuen Nachbarn an, und deren dreizehnjährige Tochter, Rosa, eigenwillig und klug, bringt ihm nicht nur Popmusik und Literatur bei, sondern auch Berührungen und Gefühle, die fast so spannend sind wie die Raumfahrt. Auch die Eltern der beiden verbringen viel Zeit miteinander, zwischen den Paaren entwickelt sich eine wechselseitige Anziehung - "Wahlverwandtschaften" am Rhein. Und während Armstrong und Aldrin sich auf das Betreten des Mondes vorbereiten, erleben Tobias und seine Mutter beide eine erotische Initiation.

Meine Meinung:
Der Klappentext verrät leider schon viel zu viel, dazu ist er auch noch falsch, denn Rosa ist zwölf und nicht dreizehn. Und das Coverbild passt auch nicht. Aber ansonsten ist das eine sehr berührende Geschichte, herzergreifend und eindringlich geschrieben.


Dienstag, 4. Juni 2019

Gelesen: "Muttertag" von Nele Neuhaus




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Autorin: Nele Neuhaus
Titel: Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
Verlag: Ullstein
Hardcover mit Schutzumschlag
560 Seiten
ISBN-13 9783550081033
erschienen: 19.11.2018
Preis: 22,00 € [D], 22,70 € [A]


Klappentext:
Im Wohnhaus einer stillgelegten Fabrik wird eine Leiche gefunden. Es handelt sich um den ehemaligen Betreiber des Werks, Theodor Reifenrath, wie Kriminalhauptkommissarin Pia Sander feststellt. In einem Hundezwinger machen sie und ihr Chef Oliver von Bodenstein eine grausige Entdeckung: Neben einem fast verhungerten Hund liegen menschliche Knochen verstreut und die Spurensicherung fördert immer mehr schreckliche Details zutage. Reifenrath lebte sehr zurückgezogen, seit sich zwanzig Jahre zuvor seine Frau Rita das Leben nahm. Im Dorf will niemand glauben, dass er ein Serienmörder war.
Rechtsmediziner Henning Kirchhoff kann einige der Opfer identifizieren, die schon vor Jahren ermordet wurden. Alle waren Frauen. Alle verschwanden an einem Sonntag im Mai. Pia ist überzeugt: Der Mörder läuft noch frei herum. Er sucht sein nächstes Opfer. Und bald ist Anfang Mai.

Meine Meinung:
Wochenlang habe ich darauf gewartet, diesen Krimi in der Bücherei zu erwischen und nun war es endlich soweit.
Nele Neuhaus schafft es mal wieder, mich mit dieser spannenden Geschichte alles um mich herum vergessen zu lassen, mit den Ermittler*innen mit zu rätseln und mich um den Schlaf zu bringen. Ich hab beim Essen gelesen, beim Zähneputzen, beim Haarefönen, vor dem Schlafengehen, obwohl ich eigentlich keine Krimis im Dunklen lese, weil ich Sorge habe, davon schlecht zu träumen. Aber ich konnte nicht anders und bin mehrfach mit dem Buch in der Hand eingeschlafen.
Zum Inhalt will ich gar nichts weiter verraten, der Klappentext gibt meiner Meinung nach schon zu viel preis. Ich hatte ihn vorher nicht gelesen und bin froh darüber. Aber ich mag sehr gern, dass man im Laufe der Serie immer mehr von den Hauptfiguren und den Menschen in ihrem Umfeld erfährt. Und dass diese Leute sich weiter entwickeln und älter werden, das finde ich sehr authentisch und sympathisch.


Montag, 3. Juni 2019

Gehört/gelesen: "Die Menschheit hat den Verstand verloren" von Astrid Lindgren



Coverbild freundlicherweise von Hörbuch Hamburg zur Verfügung gestellt


Autorin: Astrid Lindgren
Titel: "Die Menschheit hat den Verstand verloren. Tagebücher 1939–1945"
übersetzt aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch, Gabriele Haefs
gelesen von Eva Mattes
5 CDs, 382 Minuten Laufzeit
ISBN 978-3-86909-217-1
Erschienen am 13.01.2017
Preis: 14,00 € (D), 15,70 € (A) oder 11,95 € als Download

Klappentext:
Astrid Lindgren hat unsere Kindheit geprägt. Mit Pippi Langstrumpf und Wir Kinder aus Bullerbühat sie unseren Blick auf die Welt verändert. Ihre Geschichten handeln von Mut, Hoffnung, Liebe und Widerstand. Bevor diese Bücher entstanden, schrieb sie ihre Gedanken über das dunkelste Kapitel des 20. Jahrhunderts nieder: den Zweiten Weltkrieg. In ihren Tagebüchern schildert sie, nachdenklich und betroffen, aber auch mit dem so unverwechselbaren Tonfall, wie Europa von Faschismus, Rassismus und Gewalt vergiftet wird.
Das persönliche Zeitdokument einer sehr klugen Frau, die schon immer den Blick für das große Ganze hatte.

Meine Meinung:
Dieses Hörbuch habe ich in der Bücherei entdeckt, aber nicht gleich gehört. Es gibt so Dinge, die kann ich nicht gut beim Kochen, Putzen oder zum Einschlafen hören, sondern da muss ich auf den richtigen Moment warten. In den letzten Tagen war es soweit. Ich habe die Hecke im Garten geschnitten. Und weil ich das nicht mit der Maschine mache, sondern je nach Anforderung mit der großen Astschere, mit der kleinen Gartenschere oder mit der Grasschere, kann ich dabei gut etwas per Kopfhörer anhören. Die Hecke ist groß, da vergehen mit dem richtigen Hörbuch die Stunden wie im Flug.
Eva Mattes ist eine großartige Sprecherin, ich hab schon viele Hörbücher von ihr gehört und mag ihre Stimme sehr. Als sie jung war, hat sie Pippi Langstrumpf synchronisiert. Heute klingt ihre Stimme natürlich ganz anders, dennoch finde ich es sehr berührend, dass sie hier Astrid Lindgrens Tagebücher hörbar macht, denn der Kinderbuchklassiker ist während des zweiten Weltkriegs entstanden. Besonders gern mag ich ja, wie Pippi im Buch den "starken Adolf" im Zirkus besiegt.
Die Tagebuchaufzeichnungen sind sehr persönlich. Nicht nur, weil Astrid Lindgren viele private Dinge erzählt, sondern auch weil sie ihre ganz subjektive Perspektive zeigt. Sie erzählt, was sie in der Zeitung liest, was sie auf der Arbeit bei der Briefzensur des schwedischen Nachrichtendienstes erfährt, worüber sie sich mit Bekannten unterhält und vor allem, was sie über all diese Dinge denkt. Da schwankt auch schon einmal ihre Haltung, mal verurteilt sie die Deutschen, dann wieder wäre ihr eine Besetzung Schwedens durch die Deutschen lieber als durch die Russen. Sie schimpft auf Soldaten, hat aber auch Mitgefühl mit ihnen. Je nach Tagesform ist sie manchmal sehr distanziert, macht sogar Witze oder wirkt sehr traurig und niedergeschlagen. Es ist halt ein Tagebuch und kein Bericht, Sachbuch oder Roman.
Mir ist beim Hören auch mal wieder klar geworden, wie komplex der zweite Weltkrieg war. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass England auch Russland sowie Frankreich den USA den Krieg erklärt hatten. Ich muss auch zugeben, dass ich vieles bis heute nicht verstehe. Aber das Gefühl, in solch einer Zeit zu leben, kann ich mir jetzt ein wenig besser vorstellen.



Sonntag, 2. Juni 2019

Socken stricken für glückliche Füße mit "Happy Feet"!




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Cathy Carron
Titel: "Happy Feet - Socken mit dem Wow-Effekt stricken"
Preis: 4,99 € [D], 4,99 € [A], CHF 7,50
Originaltitel: Happy Feet
Originalverlag: Sixth Spring Books
Paperback , Klappenbroschur
144 Seiten
durchgehend farbige Abbildungen
ISBN: 978-3-572-08198-1
Erschienen am 31. August 2015


Klappentext:
Socken kann man nie genug haben! Dies beweist diese einzigartige Kollektion von Socken, Kniestrümpfen, Overknees, Stulpen, Puschen und vielen weiteren tollen Ideen, um Füße und Beine warm zu halten. Die Vielfalt an Techniken, Mustern und Formen ist verlockend und reicht von Spiralformen über fersen- oder zehenfreie Modelle bis hin zu toe-up-Socken. Die Projekte sind ideal für alle, die bereits erste oder auch etwas intensivere Strickerfahrungen gesammelt haben.

Meine Meinung:
In diesem Buch ist für jeden Geschmack etwas dabei. Es gibt Hausschuhe, Overkneestrümpfe, einfache und anspruchsvolle Modelle. Schade finde ich, dass es nur ausgeschriebene Anleitungen und keine Charts gibt, dabei bieten die sich für viele Muster wirklich an. Naja, zum Glück komme ich mit mit beiden Anleitungsarten zurecht. Dafür ist die Aufmachung so schön, dass ich immer wieder in diesem Buch blättern und die schönen Bilder anschauen möchte. 


Samstag, 1. Juni 2019

Wie häkle ich um die Ecke? Frag Edie Eckman!



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Autorin: Edie Eckman
Titel: "Häkelbordüren - Kanten, Blenden, Spitzen. 100 perfekte Ränder"
Preis: 9,99 € [D], 9,99 € [A], CHF 14,50
Originaltitel: Around the Corner. Crochet Borders
Originalverlag: Storey
Hardcover, Pappband
224 Seiten
durchgehend farbige Abbildungen
ISBN: 978-3-8094-3162-6
Erschienen am 12. August 2013


Klappentext:
Für den letzten (Häkel-)Schliff.
Eine hübsche Häkelbordüre ist das i-Tüpfelchen an jedem selbst angefertigten Stück, sei es ein Strickschal, eine gehäkelte Babydecke oder ein Tischläufer. Selbst ein einfaches gekauftes Top lässt sich durch eine Häkelblende aufwerten und bekommt eine individuelle Note.
Zur Auswahl stehen 100 fantasievolle Designs, deren Anfertigung inclusive Ecklösungen detailliert beschrieben ist und in Häkelschriften verdeutlicht wird.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist ein Muss für alle, die gern häkeln!
Natürlich kann man selbst so lange rumfriemeln, bis man um die Ecke kommt, ohne dass es sich wellt oder dehnt oder sonstwie doof aussieht. Aber man kann auch dieses Buch lesen, denn im ersten Teil wird genau gezeigt, wie man an vorhandene Teile, egal ob gestrickt, gehäkelt oder aus Stoff, egal ob in Lämgs- oder Querrichtung, eine schöne Häkelkante anfügt.
Im zweiten Teil kann man in den über 100 Mustern suchen, bis man genau die richtige für das jeweilige Projekt findet. Alle Anleitungen sind sowohl in schriftlicher Form als auch mit Charts verfasst, das finde ich super!


Freitag, 31. Mai 2019

Gedanken - schon etwas älter

Diesen Text habe ich vor mehreren Jahren geschrieben, aber erst jetzt beim aufräumen wieder gefunden. Schreibt mir gern Eure Gedanken dazu in die Kommentare.
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Woher kommt all der Hass?
Ich denke, er ist die Folge der großen Unzufriedenheit gewisser Leute, die immer meinen, dass andere es unverdient besser hätten als sie.

Besitz macht nicht glücklich. Geld auch nicht. Es wird immer einen Nachbarn geben, der ein dickeres Auto fährt als man selbst. Oder jemanden, der einen besseren Parkplatz gefunden hat, weil er ein kleineres Auto hat. Dass die ganze Autofahrerei nicht entspannt, sondern eher noch aggressiver macht und es besser wäre, auch mal zu Fuß zu gehen, scheint keiner mehr zu wissen.
Ebenso dass vieles nur Schein ist, Autos nur geliehen oder geleast, das Dekolleté nur upgepusht, die Haare nur gefärbt und die Wimpern nur angeklebt sind, ist egal. Hauptsache man kann neidisch sein, lästern, hetzen und bei passender Gelegenheit schadenfroh lachen, wenn der Beneidete mal Pech hat.

Es ist ja auch viel einfacher, anderen die Schuld zu geben, als das eigene Leben in die Hand zu nehmen. "Wir" und "die anderen" zu definieren, da beginnt Fremdenfeindlichkeit. Egal ob es um Menschen aus einem anderen Stadtbezirk oder Bundesland oder von einem anderen Kontinent geht.

Wenn diese ganze Energie, die derzeit in Kriege, Abschiebungen, Rassismus fließt, mal sinnvoll genutzt würde, ginge es allen besser. Nicht nur, weil es den Ärmsten dieser Welt besser ginge, sondern auch, weil es gerechter zuginge, weniger Unterschiede und dadurch weniger Neid gäbe. Und weil es immer gut ist, anderen zu helfen, das macht nämlich wirklich glücklich!
Aber helfen, das ist ja so anstrengend! Wirklich? Nein, ist es nicht. Oft ist es nur, mal eine Tür aufzuhalten oder ein Lächeln zu verschenken. Oder abgelegte Kleidung.

Da wollen Leute "unser Land und Volk" zurück haben. Ähm, welches jetzt genau? Im Laufe der letzten Jahrtausende hat es so viele Völkerwanderungen, Vertreibungen und Grenzverschiebungen gegeben, dass diese Leute möglicherweise irgendwo landen würden, wo sie vielleicht selber gar nicht hinwollen.

Und es ist doch auch gar nicht so einfach. Meine Kinder z.B. haben Vorfahren aus Deutschland, Österreich, Litauen, Tschechien und Polen. Und diese Vorfahren waren jüdisch, katholisch und evangelisch.

Überhaupt kommt es doch gar nicht darauf an, was diese Vorfahren getan und wo sie gelebt haben. Es geht doch darum, was der einzelne erreicht im Leben, wie er oder sie sich benimmt. Und genauso ist es doch völlig egal, wie jemand aussieht. Ob helle oder dunkle Haut, groß, klein, dick, dünn, Locken oder glatte Haare: die Persönlichkeit, den Verstand und die Haltung eines Menschen kann man von außen nicht unbedingt sehen.

Diese Generation "ich und mein Magnum" geht mir schon lange auf den Geist. Es wird geshoppt, es wird konsumiert und es wird in den Müll geworfen. Aber ach, die armen Kinder in Bangladesh! Es wird mit dicken Autos durch die Gegend gefahren, es wird bei jeder Gelegenheit geflogen, aber oje, die schlimmen Stürme! Im Winter geht man ins Tropical Island, im Sommer in die Ski-Halle, aber ach, die armen Eisbären!
Ja, wenn man vom Leid anderer hört oder einen Film über das Artensterben sieht, ist man immer sehr betroffen und zeigt mit dem Finger auf "die da oben" und auf die Industrie. Wer wählt denn die da oben? Wer kauft denn die Konsumgüter?

Es geht doch nur noch ums Aussehen, um Titel und Statussymbole. Wann hat man zuletzt jemanden schwärmen gehört vom Verstand oder Charakter eines Menschen?

Donnerstag, 16. Mai 2019

Gelesen: "Scharnow" von Bela B Felsenheimer



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autor: Bela B Felsenheimer
Titel: Scharnow
Erscheinungstermin: 25. Februar 2019
416 Seiten
Preis: 20,00 € [D], 20,60 € [A], CHF 28,90
Originalausgabe
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-453-27136-4


Klappentext:
In Scharnow, einem Dorf nördlich von Berlin, ist der Hund begraben. Scheinbar. Tatsächlich wird hier gerade die Welt gewendet: Schützen liegen auf der Lauer, um die Agenten einer Universalmacht zu vernichten, mordlustige Bücher richten blutige Verheerung an, und mittendrin hat ein Pakt der Glücklichen plötzlich kein Bier mehr. Wenn sich dann ein syrischer Praktikant für ein Mangamädchen stark macht, ist auch die Liebe nicht weit.

Meine Meinung:
Dieser Roman ist ein buntes Feuerwerk aus sehr vielen skurrilen Figuren und wilden Ereignissen. Die Perspektiven sind durchweg einfühlsam gezeichnet, die Geschichte mäandert durch verschiedenste Themen und Genres. Sogar das Verknüpfen verschiedener Handlungsstränge, die sich erst nach sehr langer Zeit überraschend begegnen, was ich sonst eigentlich nicht leiden kann (z.B. in den verkrampften "Stadtgeschichten" von Armistead Maupin), ergibt sich in Scharnow ganz entspannt und natürlich. Von lautem Krawall über Humor und sanfte Zwischentöne bis hin zu zarter Liebe beherrscht Bela B Felsenheimer das gesamte Repertoire der Literatur. Lediglich im erotischen Bereich gibt es noch Luft nach oben, da war mir einiges zu sachlich geschildert, hier dürfte gern mit mehr Wumms und Leidenschaft beschrieben werden, was in den Betten, auf den Sofas oder am Küchentisch so passiert. Das Ende einiger Ebenen habe ich nicht so ganz verstanden, aber vielleicht klärt sich das, wenn ich das Hörbuch gehört habe.
Die Aufmachung gefällt mir sehr: vom Coverbild über den schwarzen Schnitt und das quer abgedruckte Manifest bis hin zur Übersichtskarte der Handlungsorte.
Sensationell finde ich, dass ich keinen einzigen Schreibfehler finden konnte. Kompliment an den Autor und das Korrektorat!
Zum Schluss bleibt mir nur noch der Hinweis, dass dieser Roman nichts für zartbesaitete Gemüter ist, was Gewalt und Erotik betrifft.

Freitag, 10. Mai 2019

Gehört: "Lieber einmal mehr als mehrmals weniger" von Dieter Moor






Titel: "Lieber einmal mehr als mehrmals weniger"
Autor: Dieter Moor
Autorenlesung
Universal Music
Veröffentlichung: 2012
Spieldauer: 300 min.

Klappentext:
In dem von unbeugsamen Brandenburgern bevölkerten Dörfchen Amerika scheint sich alles zum Guten gefügt zu haben: Die alpenländischen Aliens, die Moors, sind in die Gemeinschaft der Einheimischen aufgenommen und die anfänglichen Probleme um den Hof gelöst. Doch da gibt der geliebte Hürlimann-Traktor den Geist auf, und auf einmal steht nicht nur der häusliche Friede, sondern auch die Ehre des Neubauern auf dem Spiel. Helfen kann nur Hürli-Gott Jakob aus der Schweiz, auch wenn Bauer Müsebeck, Teddy und Krüpki so ihre Zweifel haben. Als dann auch noch ein Bayer im hellblauen Tangaslip die ersten Wasserbüffel nach Amerika bringt, stehen neue, skurrile und anrührende Herausforderungen ins Haus.

Meine Meinung:
Wie schon beim ersten Teil "Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht" haben mir die Geschichten über das Leben auf dem Land in Brandenburg viel Spaß gemacht. Vor allem das Drama um den Traktor ist phantastisch erzählt. Besonders schön finde ich, mit welcher Liebe Dieter Moor von seinem Hof, seiner Wahlheimat und seinen Tieren und mit wie viel Respekt er von seiner Frau spricht.


Donnerstag, 9. Mai 2019

Gehört: "Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht!" von Dieter Moor






Autor: Dieter Moor
Titel: "Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht"
Autorenlesung
Laufzeit: ca. 230 Minuten
Veröffentlichung: 2010
Universal Music


Klappentext:
Freunde und Bekannte sind fassungslos, als Dieter Moor und seine Frau Sonja eröffnen, dass sie ihr Haus in der Schweizer Postkartenidylle verkauft haben, um nach Brandenburg zu ziehen. Im Dörfchen Amerika möchten sie ihren Traum vom eigenen Bauernhof verwirklichen. Tatsächlich sind die neue Heimat, die neuen Nachbarn und das neue Leben für allerlei ungeahnte Herausforderungen, komische Missgeschicke und skurrile Situationen gut. Warum Dieter Moor dennoch sein Herz an Land und Leute verloren hat – davon erzählt er in diesem Buch. Eine charmante und witzige Liebeserklärung an eine verkannte Region.

Meine Meinung:
Dieter Moor erzählt vom einfachen Leben auf dem Land, von kauzigen Nachbarn mit Herz, vom üblichen Umzugschaos, aber mit Hunden, Pferden, Eseln und zwar nicht ins Nachbardorf, sondern von der Schweiz nach Brandenburg. Und er liest es mit seiner wunderbaren Stimme, der ich so gern zuhöre. Herrlich!


Donnerstag, 2. Mai 2019

Gelesen: "Die Schwestern vom Ku'damm - Jahre des Aufbaus" von Brigitte Riebe



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Brigitte Riebe
Titel: "Die Schwestern vom Ku'damm - Jahre des Aufbaus"
Verlag: Wunderlich
Erscheinungstermin: 23.10.2018
432 Seiten
ISBN: 978-3-8052-0337-1
gebundene Ausgabe: 19,95 €
eBook: 16,99 €


Klappentext:
Wirtschaftswunder, Kaufrausch, Träume in Pastell - drei Schwestern und ein Kaufhaus am Ku'damm.
Der Auftakt der großen 50er-Jahre-Trilogie von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe.
Berlin im Mai 1945: Es ist die Stunde Null, die Stadt liegt ebenso in Trümmern wie die Seelen der Menschen. Auch das Kaufhaus Thalheim am Ku'damm ist zerstört. Fassungslos stehen die drei Schwestern Rike, Silvie und Florentine vor der Ruine des einst so stolzen Familienunternehmens. Doch Rike, die Älteste, hat einen Traum: Sie will das Kaufhaus wieder aufbauen und mit raffinierten Stoffen und neuesten Modekreationen Farbe in das triste Nachkriegsberlin bringen. Nach der Währungsreform scheint es tatsächlich aufwärts zu gehen, die Menschen hungern nach Konsum und schönen Dingen. Doch die neuen Zeiten bringen neue Probleme. Als ein dunkles Geheimnis zutage tritt, das ein unrühmliches Licht auf das Kaufhaus und seine Geschichte wirft, müssen die Schwestern erkennen, dass die Vergangenheit noch immer lebendig ist…

Meine Meinung:
Dieses Buch hab ich zufällig in der Stadtbücherei entdeckt. Da ich Kaufhausserien wie "The Paradise" und "Mr. Selfridge" ebenso die Serie "Ku'damm 56" sehr mag, habe ich es ausgeliehen. Der Roman ist für die heutige Zeit eher ungewöhnlich geschrieben: Einzelne Momente werden sehr detailliert beleuchtet, als würde man in Zeitlupe mit einem Vergrößerungsglas auf die Situation schauen, dann wird ein großer Zeitsprung gemacht und knapp zusammengefasst, was in der Zwischenzeit geschah. Das gibt der Geschichte einen interessanten Rhythmus. Sie beginnt 1932 und endet 1951. Wir erleben Berlin kurz vor der Machtergreifung durch die Nazis in einer Art Prolog, dann geht es direkt nach der Kapitulation weiter. Wir erleben die Soldaten der Siegermächte, die Arbeit der Trümmerfrauen, den ewigen Hunger, die Lebensmittelmarken, den Schwarzmarkt, die Kälte, die Währungsreform, die Blockade usw.
Im Gegensatz zu vielen Serien und Filmen der letzten 10 Jahre wird dabei aber auf allzu großes Drama und Gewalt verzichtet. Es wird zwar angedeutet, was alles schlimmes passiert ist, aber es passiert nicht den Thalheim-Schwestern. Die drei angeblich dunklen Geheimnisse, hab ich mir schon im Prolog gedacht, aber mich hat mehr das Lokal- und Zeitkolorit interessiert. Nur schade, dass die Mode, die Schnitte, die Stoffe keine so große Rolle spielen, wie man aufgrund des Klappentextes erwarten könnte. Dafür ist die Hauptfigur Rike eine sehr patente, selbstbewusste Frau, die sich nicht einfach die Butter vom Brot nehmen lässt, nicht einmal von ihrem eigenen Vater.

Tipp:
Vom Hörverlag gibt es das Hörbuch, gelesen von Katharina Thalbach. Ich werde mal schauen, ob ich das auch ausleihen kann.


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