Mittwoch, 4. Dezember 2019

Mitgemacht: Weihnachtslieder-TAG



Vorneweg eine zu dieser Jahreszeit typische Szene auf unserem Fensterbrett:
Hier stoßen zwei Dekorationen aufeinander. Maria und Joseph auf dem Weg nach Bethlehem (werden täglich ein paar Zentimeter von K2 verschoben) müssen die Weihnachtsbücher überwinden.


Es gibt ja so viele schöne Adventskalender bei Youtube, z.B. von DIY-, Garten- oder Buchkanälen.
Im Booktube-Adventskalender habe ich heute den Weihnachtslieder-TAG gefunden und einfach mal mitgenommen. In den Antworten hab ich jeweils meine Rezension verlinkt, damit Ihr direkt klicken könnt, um mehr über die Bücher zu erfahren, wenn Ihr mögt.



1. "O Tannebaum"
Er piekst und nadelt. Über welches Buch hast Du Dich dieses Jahr geärgert?

Über einige, aber die habe ich dann abgebrochen und einfach schnell etwas anderes gelesen. Nur über "Kein Wunder" von Frank Goosen hab ich noch geschrieben, allerdings eher aus Versehen.


2. "Stille Nacht"
Ein ruhiges Buch, das Dir dieses Jahr gut gefallen hat? 

"Der Sommer meiner Mutter" von Ulrich Woelk


3. "O du fröhliche"
Welches Buch hat Dich dieses Jahr so richtig zum Lachen gebracht? 

"Früher war mehr Weihnachten" von Horst Evers


4. "Alle Jahre wieder"
Gibt es ein Buch, daß Du häufiger oder vielleicht sogar regelmäßig liest? 



5. "Morgen kommt der Weihnachtsmann"
Auf welche Veröffentlichung/Ankündigung hast du dich dieses Jahr besonders gefreut? 

"Scharnow" von Bela B Felsenheimer


6. "Schneeflöckchen Weißröckchen"
Das romantischste Buch des Jahres? 

"The Bookshop on the corner" von Jenny Colgan (wurde auch als "The Little Shop of Happy Ever After" verlegt)


7. "Morgen Kinder wird's was geben"
Welches Buch hat Dich dieses Jahr so richtig überrascht? 

"Den Absprung wagen" von Fabian Hambüchen


8. "Süßer die Glocken nie klingen"
Hast Du dieses Jahr ein Buch gelesen, in dem Musik eine Rolle spielte?
Welches? Und wenn nein, warum nicht? 

Sogar zwei!
"Keep on dreaming" von Kira Minttu
(Hi hi, da passt sogar der Nachname!)


10. "Lasst uns froh und munter sein"
Hast Du dieses Jahr an Leserunden teilgenommen, mit anderen zusammen gelesen? 

Nein, lesen ist mein Hobby und ich lese spontan, worauf ich Lust habe.


11. "Ihr Kinderlein kommet"
Das Kinder-/Jugendbuch des Jahres? 

"The Truth Pixie" von Matt Haig


12. "Leise rieselt der Schnee"
Kälte, Eis und Schnee. Welches Buch hat Dich dieses Jahr ordentlich frieren lassen? 

"Muttertag" von Nele Neuhaus aus verschiedenen Gründen. Lest lieber NICHT den Klappentext, denn der verrät schon viel zu viel.


13. "Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen"
Welches Buch sollte dieses Jahr unter JEDEM Weihnachtsbaum liegen? 

"Bestimmt wird alles gut" von Kirsten Boie. Aus Gründen.


14. "Fröhliche Weihnacht überall"
Es darf/soll platformübergreifend getaggt werden! Wer soll's sein?!

Wer Lust hat, darf mitmachen!
Ich freu mich über Eure Listen oder Links in den Kommentaren!





Dienstag, 3. Dezember 2019

Gelesen: "The Truth Pixie" von Matt Haig








Titel: The Truth Pixie
Autor: Matt Haig
Verlag: Canongate Books
ISBN: 978-1786894328
119 Seiten
erschienen: 18. Oktober 2018
gebundene Ausgabe
Preis: 9,69 €


Klappentext:
Wherever she is, whatever the day,She only has one kind of thing to say.Just as cats go miaow and cows go moo,The Truth Pixie can only say things that are true.”
A very funny and lovable tale of how one special pixie learned to love herself. The Truth Pixie is an enchanting, rhyming story that will delight younger readers – with words by the bestselling mastermind Matt Haig and pictures by the inky genius Chris Mould.

Meine Meinung:
Dieses Bilderbuch ist so schön geschrieben und mit bezaubernden Bilder illustriert. Die Sprache ist recht einfach, sodass es auch schon von jüngeren Kindern gelesen werden kann, die gerade erst Englisch in der Schule lernen. Vor allem hat das Buch eine sehr wichtige Botschaft.

Montag, 2. Dezember 2019

Gelesen: "Früher war Weihnachten viel später - Hinterhältige Weihnachtsgeschichten"




Titel: Früher war Weihnachten viel später - Hinterhältige Weihnachtsgeschichten
ISBN: 9783257242171
Ausgabe: Taschenbuch
Umfang: 288 Seiten
Verlag: Diogenes
Erscheinungsdatum: 23.10.2012

Klappentext:
Es ist eine Plage: Weihnachten ist ja schon schlimm genug, und zu allem Überfluss wird es immer langwieriger. Um die quälend zähe Vorweihnachtszeit besser zu verkraften, die gefühlt schon am Ostermontag beginnt, gibt es auch in diesem Jahr einen neuen Band mit hinterhältigen Weihnachtsgeschichten. In einer davon kauft sich ein Schauspieler aus einer Laune heraus ein Tannenbäumlein und feiert Weihnachten, mitten im Sommer – und seine Nachbarn machen mit, so mitreißend ist seine schauspielerische Darbietung. Nur die Regie versagt: Es will partout nicht schneien. Bei Martin Suter führt ein Weihnachtsbaum zur Führungskrise im Topmanagement, Daniel Glattauer durchleuchtet die Typologie der Christbaumkäufer (von Baummuffel bis Baumseelsorger), und mit Georg Kreisler kann man sich zu Recht aufregen, denn »Weihnachten bringt alles durcheinander«.

Meine Meinung:
Dies ist eine Sammlung von weihnachtlichen Geschichten von AutorInnen, von denen ich manche schon kannte, andere noch nicht. Manche Geschichten haben mir besser gefallen, manche weniger, einige Geschichten sind Klassiker, die ich schon seit Jahrzehnten kenne.




Freitag, 29. November 2019

Gelesen: "Früher war mehr Weihnachten" von Horst Evers



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Früher war mehr Weihnachten
Autor: Horst Evers
Verlag: rororo
Erscheinungstermin: 20.10.2017
80 Seiten
Hardcover
Preis: 8,00 €
ISBN: 978-3-499-29158-6
E-Book
Preis: 2,99 €
ISBN: 978-3-644-40269-0


Klappentext:
Horst Evers erzählt die schönsten Weihnachtsgeschichten: Er berichtet von traumatischen Erlebnissen mit dem Weihnachtsmann und testet Geschenkideen, von Ich-selbst-ganz-nackig-mit-Schleife bis zur Smartphone-Stirnhalterung. Was nach drei «alkoholfreien Glühwein mit Schuss» auf der Eisbahn passiert, ist so lehrreich wie das, was uns der Romantik-Autodidakt für unsere Liebsten ans Herz legt. Und es bleibt Zeit für etwas Völkerkunde: Warum haben Eskimos dreißig Wörter für Schnee, aber keins für Schadenfreude? So komisch war Weihnachten noch nie – oder, wie Horst Evers es formuliert: «Trotzdem fand ich’s als Erfahrung natürlich super.»

Meine Meinung:
Dieses Büchlein habe ich vor zwei Jahren zu Weihnachten geschenkt bekommen. Es passt in die Handtasche und lässt sich gut unterwegs bei Wartezeiten in Bus & Bahn, im Supermarkt in der der Kassenschlange oder im Wartezimmer beim Arzt lesen.
Enthalten sind lustige, weihnachtliche Geschichten von Horst Evers, die auch schon in anderen Büchern erschienen sind. Also ist es weniger was für Fans, die schon alle Bücher von ihm kennen, aber ein prima Geschenk für alle, die ihn noch nicht (so gut) kennen.


Montag, 25. November 2019

Gelesen: "Coraline" von Neil Gaiman





Dieses Cover mag ich nicht so gern, da gibt es schönere. 
Aber die Ausgabe, die ich gelesen habe, hat nunmal diese Variante hier.


Titel: Coraline
Autor: Neil Gaiman
Verlag: Harper Collins
Taschenbuch
195 Seiten
Preis: 6,99 US$
ISBN 9780060575915
© 2002


Klappentext:
In Coraline's family's new flat are twenty-one windows and fourteen doors. Thirteen of the doors open and close.
The fourteenth is locked, and on the other side is only a brick wall, until the day Coraline unlocks the door to find a passage to another flat in another house just like her own.
Only it's different.
At first, things seem marvelous in the other flat. The food is better. The toy box is filled with wind-up angels that flutter around the bedroom, books whose pictures writhe and crawl and shimmer, little dinosaur skulls that chatter their teeth. But there's another mother, and another father, and they want Coraline to stay with them and be their little girl. They want to change her and never let her go.
Other children are trapped there as well, lost souls behind the mirrors. Coraline is their only hope of rescue. She will have to fight with all her wits and all the tools she can find if she is to save the lost children, her ordinary life, and herself.

Meine Meinung:
Die Geschichten von Neil Gaiman haben eine unglaubliche Sogwirkung auf mich. Die Sprache ist zwar einfach und die Handlung recht simpel, aber das Grauen ist unendlich groß und man begleitet die Heldin auf Schritt und Tritt und betet, dass sie ihr Abenteuer gut übersteht.
Das Ende finde ich ein wenig unbefriedigend, weil das Problem nicht vollkommen beseitigt ist.
Aber ansonsten mag ich das Buch sehr.

Tipp:
Es gibt auch einen Film, aber vorher sollte man unbedingt das Buch lesen.
Eine kostenlose Leseprobe gibt es auch.

Freitag, 15. November 2019

Gelesen: "Ohne Wenn und Abfall" von Milena Glimbovski




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Ohne Wenn und Abfall
Autorin: Milena Glimbovski
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erschienen am: 05.10.2017
304 Seiten

Taschenbuch:
ISBN: 978-3-462-05019-6
Preis: 12,99 € (D), 13,40 € (A)

eBook
ISBN: 978-3-462-31721-3
Preis: 9,99 €


Klappentext:
Verpasst dem Müll eine Abfuhr!
Muss man Käse wirklich dreimal verpackt kaufen? In Folie gehüllte Gurken – ernsthaft? Und für Nüsse und Obst hat doch Mutter Natur schon die perfekte Verpackung entworfen. Kein Wunder, dass die Meere voller Müll sind! Ohne Plastik einfacher, gesünder und natürlicher leben – wie geht das? In den letzten Jahren hat die Autorin Milena Glimbovski durch die Gründung eines Supermarkts ohne Einwegverpackungen genau das gelernt. Mit ihrem Buch zeigt sie, wie einfach es ist, nachhaltig zu leben, und wie gut das tut – der Umwelt, den Mitmenschen und nicht zuletzt einem selbst. Sie erzählt die Geschichte ihrer Idee und gibt Tipps zur Müllvermeidung in allen Lebenslagen: im Haushalt, im Büro und im Kleiderschrank. Und zum Ausmisten, sowohl in den Schränken und Kisten als auch im eigenen Kopf. Denn weniger ist oft mehr! Mit praktischen Anleitungen und Rezepten zeigt dieses Buch, wie man Minimalismus und »Zero Waste« in den eigenen Alltag bringt und dabei auch noch Spaß hat.

Meine Meinung:
Milena Glimbovski hat in Berlin mit "Original unverpackt" den ersten komplett verpackungsfreien Supermarkt eröffnet. In ihrem Buch erzählt sie, wie es dazu kam, welche Hürden sie überwinden musste und welche Überraschungen sie erlebt hat. Anschließend gibt es zu jedem Lebensbereich ein Kapitel mit Tipps, wie man mit wenig Aufwand nachhaltig und ohne Müll leben kann. Vom Leben mit Kindern über Kochen, Kosmetik und Reisen bis hin zum Berufsleben schreibt sie, wie man mit kleinen Schritten anfangen und dann immer größere Veränderungen bewirken kann.
Ich wusste und mache zwar schon viel im Bereich Müllvermeidung, habe aber trotzdem noch ein paar wichtige Dinge gelernt und Denkanstöße bekommen. Das Buch ist vom Anfänger bis zum Zerowasteprofi empfehlenswert.

Tipps:
Es gibt eine kostenlose Leseprobe.
Das Buch gibt es auch in der Onleihe.

Montag, 4. November 2019

Gelesen: "Liebe ist so scheißkompliziert" von Sabine Schoder





Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Titel: Liebe ist so scheißkompliziert
Autorin: Sabine Schoder
400 Seiten
FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch
Erscheinungsdatum: 22.08.2018

Paperback
Preis: 14,00 € (D); 14,40 € (A)
ISBN: 978-3-7335-0406-9
E-Book
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-7336-5046-9

Klappentext:
Auf einer Party stürzt Nele mit Jerome ab, der alles verkörpert, wonach sie sich immer gesehnt hat. Als sie sich zum ersten Mal küssen, hat Nele hunderttausend Schmetterlinge im Bauch. Doch am nächsten Tag kursiert ein Video von ihr im Netz, auf dem sie eindeutig zu wenig anhat. Eigentlich kann nur Jerome dieses Video gemacht haben. Aber Nele ahnt, dass die Wahrheit viel komplizierter ist...

Meine Meinung:
Die ersten 100 Seiten waren wirklich zäh und ich habe mich sehr gequält, bin aber tapfer dran geblieben. Und das hat sich gelohnt, denn danach kam die Geschichte richtig in Fahrt und ich habe den Rest in einem Rutsch ausgelesen..
Sabine Schoder beschreibt Gefühle und Sinneseindrücke mal wieder so intensiv, dass man wirklich gut mitfühlen kann. Besonders der Drogenrausch bzw. Horrortrip ist sehr eindringlich.
Ich mag ihren Humor. Was Sabine Schoder ihren Figuren in der Mund legt, trifft es auf den Punkt und ist dabei hinreißend komisch. "Du kannst Geschichte nicht ernsthaft als Unterricht bezeichnen. Das sind vorgeschriebene Nickerchen mit monotonem Sprechgesang im Hintergrund."
Vor allem die Selbstironie der Figuren ist wunderbar: "So schön, sich passend zu fühlen, als wäre ich kein schlechter Scherz der Evolution, der noch immer auf die Pointe wartet."
Einerseits werden die Probleme der (heutigen) Jugend durch Social Media und den Druck, sexuell attraktiv und aktiv zu sein, dargestellt und am Ende recht kreativ gelöst.
Andererseits wird meiner Meinung nach nicht deutlich genug gezeigt, dass alle sich schuldig machen, die sich an Klatsch und Tratsch beteiligen, über andere lästern, Neuigkeiten im Netz nicht nur selbst begierig lesen, sondern auch immer eifrig mit anderen teilen. Es wird auch nicht deutlich genug gezeigt, dass Mädchen eh immer verlieren, denn entweder sind sie noch Jungfrau, dann gelten sie als unattraktiv und somit wertlos. Oder sie sind es nicht mehr, dann sind sie Schlampen.
Letztendlich hat man in diesem Alter doch wirklich genug Probleme mit sich selbst, mit der Schule und mit den eigenen Eltern oder Geschwistern. Niemand ist so selbstbewusst, wie es nach außen hin wirkt. Die einen verstecken sich hinter dickem Make Up. Die anderen hinter albernen Sprüchen.
An zwei Punkten hat die Autorin leider ganz großen Mist verzapft:
Da wird von einem Betreuer/Sozialarbeiter der Rat gegeben, dass zwei Kondome übereinander besser schützen als eins allein. Das ist falsch!!! Zwei übereinander können sogar schneller reißen, weil sie aneinander reiben. Wie kann man bitte solche Ratschläge in Romane schreiben, die von Teenagern gelesen werden??? Wie kann das einem Jugendbuchverlag passieren???
Da ist fast vernachlässigbar, dass mehrfach behauptet wird, ein brennendes Motorrad könne explodieren. Nein, kann es nicht! Auch brennende Autos explodieren nicht. Ich könnte jetzt weit ausholen und das erklären. Aber Ihr könnt auch einfach z.B. in der Wikipedia nachlesen. Lasst Euch bitte nicht von Hollywood verarschen. Die stopfen jede Menge Sprengstoff in die Autos, damit sie dann im Film so schön explodieren, wenn sie gegen ein Haus fahren oder in eine Schlucht stürzen. Das ist nicht echt!!!


Tipp:
Es gibt die ersten 16 Seiten als kostenlose Leseprobe.

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Gelesen: "Die Wanderhure" von Iny Lorentz




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Tital: Die Wanderhure
Autorin: Iny Lorentz
Verlag: Knaur
Erscheinungstermin: 08.10.2009
624 Seiten
 E-Book: 9,99 €, ISBN: 978-3-426-55569-9
Taschenbuch: 10,99 €, ISBN: 978-3-426-62934-5
gebundene Ausgabe: 19,99 €, ISBN: 978-3-426-66112-3


Klappentext:
Eine Frau kämpft in der grausamen Welt des Mittelalters um ihr Glück. 
Konstanz im Jahre 1410: Als Graf Ruppert um die Hand der schönen Bürgerstochter Marie anhält, kann ihr Vater sein Glück kaum fassen. Er ahnt nicht, dass es dem adligen Bewerber nur um das Vermögen seiner künftigen Frau geht und dass er dafür vor keinem Verbrechen zurückscheut. Marie und ihr Vater werden Opfer einer gemeinen Intrige, die das Mädchen zur Stadt hinaustreibt. Um zu überleben, muss sie ihren Körper verkaufen. Aber Marie gibt nicht auf ...

Meine Meinung:
Eigentlich wollte ich das gar nicht lesen. Schon der Titel ist mir zu demonstrativ mittelalterlich-verrucht. Als diese Filme damals im TV liefen, hing an allen Bushaltestellen die Werbung und ich war froh, dass meine Kinder noch nicht lesen konnten. Zu "Die Rache der Wanderhure" meinte mein Mann damals nur trocken: "Die Wunderhure hurt zurück."
Wie das halt so ist, wenn man Vorurteile hat und dann lästert.
Neulich lag dann dieses Buch in der Stadtbücherei plötzlich vor meiner Nase und irgendwie hab ich es in meinen Korb gelegt und ausgeliehen. Ich wollte das gar nicht. Und mögen wollte ich es auch nicht. Zuhause hab ich dann abends ein wenig reingelesen. Bis nach über 70 Seiten mein Blick auf die Uhr fiel. Ich erzähle lieber nicht, wie spät es da war...
Die Geschichte liest sich einfach gut weg. Sie ist spannend und das Schicksal der Marie hat mich sehr berührt. Dieses Mädchen hat eigentlich alles richtig gemacht und ist trotzdem so tief gestürzt wie man es im Mittelalter nur konnte. Überhaupt das Mittelalter! Also ich fand dieses Schwärmen gewisser Leute für diese Epoche schon immer etwas seltsam. Aber jetzt kann ich darüber nur den Kopf schütteln. Ich rief beim Lesen immer wieder: "Was bin ich froh, NICHT im Mittelalter zu leben. Dieser Dreck! Dieser Mangel an..." Ich wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte. "...einfach allem?", sagte mein Mann mal wieder auf seine trockene Art. Ja, dieser Mangel an Hygiene, Gerechtigkeit, medizinischer Versorgung. Es muss so übel gewesen sein damals!
Umso schöner ist es, in so einem "Historienschinken" (wie manche das abschätzig nennen) zu versinken und dabei den modernen Komfort zu genießen: Zentralheizung, künstliches Licht, fließendes Wasser,...
In diesem Roman folgen wir Marie, wie sie ihr Schicksal annimmt und dann in die eigene Hand nimmt. Sie passt sich an, setzt aber auch Grenzen, sie ist mutig, beharrlich und klug. Sie sammelt Informationen, knüpft Kontakte, spinnt ein feines Netz aus Bündnissen und Verpflichtungen und wartet auf den richtigen Moment, um den raffinierten Intrigen ihres ehemaligen Bräutigams ein Ende zu setzen, ihre Familie zu retten und sich zu rächen.
Das Ende ist nicht so kitschig, wie ich befürchtet hatte. Ich finde es für die Epoche angemessen.
Das Einzige, was ich wirklich kritisieren muss, ist die Sprache. Hat man damals schon "Hallo!" gesagt oder "Scherz beiseite"???
Hinten im Buch gibt es eine Leseprobe vom zweiten Band, aber die hat mich jetzt wirklich nicht angesprochen. Gut so, denn die Reihe besteht aus sieben dicken Wälzern.

Tipp:
Es gibt eine Leseprobe, die aber sehr langsam lädt.


Mittwoch, 30. Oktober 2019

Gelesen: "Nächster Halt: Schweden" von Nadine Haertl




Coverbild von der Homepage der Selbstversorgerfamilie


Titel: Nächster Halt Schweden: Vom Loslassen, Aufbrechen und Ankommen
Autorin: Nadine Haertl
ISBN-13: 978-3752811926
248 Seiten
Verlag: Books on Demand
erschienen: 28. März 2018
Preis: 5,99 € (E-Book), 12,90 € (Taschenbuch)


Klappentext:
Warum alles zurücklassen, was man sich aufgebaut hat? Warum aufbrechen in ein fremdes Land, wenn man doch eigentlich alles hat, wovon man immer träumte? In ihrem Erfahrungsbericht nimmt Nadine Haertl den Leser mit auf die abenteuerlichste Reise ihres Lebens: Wie die Familie fast ihr gesamtes Hab und Gut, ihre Tiere und ihren Hof verkauft, ihre Heimat verlässt und mit dem Wohnwagen durch Deutschland bis nach Italien reist. Wie die Vier anschließend vorübergehend in ihr Ferienhaus ohne Strom und fließend Wasser im Wald von Småland ziehen und bald darauf einen Hof in ihrer neuen Wahlheimat Schweden finden, wo sie sich endlich wieder der Selbstversorgung widmen können.
Mal emotional, mal spannend, mal humorvoll, dabei aber immer ehrlich, zeigt die Autorin schonungslos Höhenflüge und Tiefpunkte ihrer Auswanderung nach Schweden. Wird die Familie am Ende finden, wonach sie gesucht hat?
Nächster Halt: Schweden ist eine Liebeserklärung an das einfache Leben. Es beschreibt den Prozess des Loslassens, das Überbordwerfen von unnötigem Ballast, die Magie von Aufbruch und Neuanfang. Dieser Erfahrungsbericht macht Mut, neue Wege zu gehen, Zweifel hinter sich zu lassen und dem Ruf seiner Träume zu folgen. Dabei geht es vielleicht gar nicht darum, irgendwann anzukommen, sondern nur darum, erst einmal loszugehen.

Meine Meinung:
Nadine Haertl beschreibt, wie sie mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern versucht, naturnah als Selbstversorger zu leben. Sie erzählt, wie sie erst innerhalb von Nordfriesland umgezogen sind, aber die Natur um sie herum immer weiter zurück gedrängt wurde. Die Straßen kamen näher, der Lärm, die Abgase, dazu die vielen Windräder in nächster Nähe.
Auswandern nach Schweden? Oder doch lieber in den Süden? Oder in Deutschland bleiben? Es beginnt eine emotionale Berg- und Talfahrt.
Ich hab diesen Erfahrungsbericht gern gelesen. Die Autorin und ihren Mann kannte ich schon von ihrem Youtube-Kanal "Die Selbstversorger Familie". Die Videos sind eine schöne Ergänzung zum Buch.

Tipp:
Die Selbstversorgerfamilie hat auch ein Blog und einen Youtubekanal.
Kauft das Buch bitte im Buchladen bei Euch um die Ecke, sonst gibt es den bald nicht mehr!

Samstag, 26. Oktober 2019

Gelesen: "Müllkommanix - Ohne Abfall lebt's sich leichter"




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Verena Klaus
Titel: Müllkommanix - Ohne Abfall lebt's sich leichter
208 Seiten
Ersterscheinung: 31.08.2018
Verlag: Bastei Lübbe
E-Book: 9,99 €
ISBN: 978-3-7325-6060-8
Paperback: 12,90 €
ISBN: 978-3-404-61013-6
(auf nachhaltigem Papier gedruckt)

Klappentext:
Mit der Tupperdose zur Käsetheke, mit Jutebeutel zum Bäcker und den Magerquark direkt in das Pfandglas – so sieht ein ganzer normaler Einkauf bei Familie Klaus aus. Ohne jede Tüte, ohne jedes Papierchen, ohne sonstige Verpackung. Denn Verena und Orlando Klaus wollen keinen Müll produzieren – oder zumindest fast keinen. Der Abfall einer Woche passt bei ihnen in ein Marmeladenglas. Aber wie lässt sich so ein Vorhaben realisieren, wenn man noch zwei kleine Kinder im Haus hat? Verena Klaus zeigt in ihrem Buch, wie einfach dies Schritt für Schritt gelingen kann.

Meine Meinung:
Eigentlich wollte ich "Wenn nicht jetzt, wann dann? Handeln für eine Welt, in der wir leben wollen" von Harald Lesch lesen. Aber für mich war das nicht das richtige Buch. Denn es rennt bei mir offene Türen ein. Es ist ein sehr ausführliches Werk, dass zum Nach- und Umdenken anregen kann. Aber das ist ja bei mir gar nicht mehr nötig. Denn ich bin seit den frühen 80er Jahren schon leidenschaftliche Umweltschützerin und mache in meinem Alltag, was ich kann, um Müll zu vermeiden und Ressourcen zu schonen.
In einem Strickpodcast (welcher war es nur?) wurde zur gleichen Zeit "Müllkommanix" empfohlen, also hab ich den Lesch abgebrochen und stattdessen dieses Buch gelesen. Und es ist genau das richtige für mich! Die Autorin schreibt, wie sie zur Müllvermeiderin und Konsumverweigerin wurde, bietet Rezepte und Ideen, aber völlig undogmatisch. Bei manchen Dingen geht sie weiter als ich, bei anderen bin ich ihr voraus. Das ist mir sehr sympathisch und es regt mich an, noch ein paar weitere Dinge auszuprobieren. So mag ich das!

Tipp:
Die ersten 20 Seiten gibt es online als kostenlose Leseprobe.


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