Dienstag, 26. April 2016

Die traditionellen Keksbüchsen



Das kleine Kind hatte letzte Woche Geburtstag und für die Kitafreunde gab es mal wieder die traditionellen Erdnussbutterbüchsen* (wie schon 2013, 2014 und 2015), diesmal mit überzähligen Sammelstickern der letzten Jahre beklebt und mit spontan selbst kreierten Keksen gefüllt. Und weil die so lecker sind, habe ich mal das Rezept für Euch aufgeschrieben.
Es ergibt ca. 160 Kekse. Wir haben davon 100 auf die Büchsen verteilt und den Rest eingefroren bzw. ein paar natürlich auch selbst genascht.

*Lieber würde ich ja Erdnussbutter im Glas kaufen, aber die ist in unseren Bio- und Supermärkten immer mit Palmfett und das hat drei Nachteile: Es schadet dem Regenwald, ist ungesund und schmeckt (uns) nicht. Für Hinweise, wo es Bio-Erdnussbutter im Glas und ohne Palmfett gibt, wäre ich sehr dankbar!


Zutaten:
250 g Zucker (bei mir war's Rohrohrzucker)
500 g Butter
200 ml Milch
300 g Beeren-Knuspermüsli
400 g Mehl (bei mir war's Dinkelmehl)
1 Tütchen Backpulver
200 g Sonnenblumenkerne
100 g Mehrkornmischung
150 g bunte Zuckerstreusel

Zubereitung:
Die Butter schmelzen (in der Mikrowelle oder auf dem Herd),
mit Milch und Zucker mischen und
rühren, bis der Zucker vollständig gelöst ist.
Mehl mit Backpulver zusammen sieben und dazu geben.
Müslis, Körner und Kerne vorsichtig unterrühren.
Zum Schluss die Streusel vorsichtig unterheben.
Mit zwei Teelöffeln kleine Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben,
dabei viel Abstand lassen, denn der Teig läuft sehr in die Breite.
Bei 160 °C im vorgeheizten Umluftofen ca. 15 Minuten backen.




Anmerkungen:

  • Das Rezept wird vegan, wenn man statt der Butter ein pflanzliches Fett nimmt und die Milch durch Soja-, Hafer-, Mandel- oder sonst eine vegane "Milch" ersetzt.
  • Man kann die Kombination von Müsli, Körnern und Kernen beliebig variieren. Bei uns musste halt das Beerenmüsli weg, weil es seit Wochen keiner morgens essen wollte. Aber in den Keksen ist es sehr lecker.
  • Statt der Zuckerstreusel kann man auch Schokostreusel, Krokantstreusel oder normalen Zucker nehmen. Hier mussten die bunten Dinger weg, die standen schon ewig im Schrank.
  • Den Teig hat meine Küchenmaschine gerührt. Mit dem Rührgerät oder Löffel geht es bestimmt auch, dann ist es gleich ein intensives Muskeltraining.
  • Müsli, Kerne und Streusel wirklich nur vorsichtig unterheben, damit sie nicht geschreddert werden.
  • Ich benutze ein Backofenthermometer, weil die meisten Öfen gar nicht so heizen, wie man es eigentlich einstellt. Ich bin schon so oft umgezogen und jeder Ofen ist anders. Durch mein Thermometer hatte ich nie Probleme, meine bewährten Rezepte weiter zu verwenden.
  • Der Teig war leider eher grau und sah deshalb gar nicht lecker aus, aber das kommt davon, wenn man lila (von den Blaubeeren im Müsli) und gelb (von der Butter) mischt. Nach dem Backen waren die Kekse aber schön braun und sehr lecker!






Damit beim Kindergeburtstag die kleinen Gäste ein Behältnis haben, in welchem sie ihre Gewinne sammeln und später nach Hause transportieren können, durften sie leere Kaffeebüchsen (die gleichen wie wir für das Büchsenwerfen verwenden) nach Lust und Laune verzieren. Ich habe einfach eine Kiste mit Stiften, Stempeln und Stickern (alles aus dem Fundus, nichts neu gekauftes) auf den Tisch gestellt und die Kinder basteln lassen. Das haben sie mit überraschender Ausdauer und Hingabe gemacht. Jedes Kind hatte danach eine ganz individuelle Dose, die es später auch stolz nach Hause getragen hat. Aber vorher haben wir natürlich Kuchen und Eis gegessen, Büchsenwerfen und Topfschlagen gespielt. Schön war's!

Weitere Ideen z.B. für Stoffbeutel hatte ich 20122013 und 2014, Spiele und Deko 2015, Einladungskarten, Schatzkiste und Papiertüten 2014 und weitere Ideen von 2015.

Die Büchsen machen mit bei:


Heute vor 30 Jahren...


...wurde uns allen klar, wie gefährlich Atomkraftwerke sind.
Warum gibt es immer noch welche?

Ich habe jetzt seit vier Jahren Strom aus regenerativen Quellen.

Wenn Du noch Atomstrom hast:
Wechseln ist ganz einfach.
Heute wäre doch ein guter Tag dafür!


Meinen Wechsel habe ich damals gebloggt und wir sind noch immer bei diesem Anbieter. Aber es gibt bestimmt auch andere gute. Hauptsache, regenerativ!


Samstag, 23. April 2016

Lieblingsspiel "Fahrzeug in der Waschanlage"


Meine Kinder spielen gern und je weniger Zubehör sie dazu brauchen, desto schöner ist es. Für dieses Spiel braucht man nur eine Sitzgelegenheit, z.B. einen Stuhl, Sessel oder ein Sofa. Das eine Kind spielt die Waschanlage, es sitzt ganz normal z.B. auf dem Sofa, die Beine etwas auseinander und die Arme angewinkelt vor dem Körper. Das andere Kind spielt ein beliebiges Fahrzeug. Eine Dampflok erkennt man z.B. daran, dass sich die Arme seitlich wie Pleuelstangen bewegen. Eine E-Lok erkennt man am Stromabnehmer: Das Kind hält beim Fahren die Arme über den Kopf. Der Phantasie sind wie immer keine Grenzen gesetzt, die Kinder verwandeln sich in Kranwagen, Betonmischer, Müllautos usw.
So kommt also das Fahrzeug angefahren und parkt rückwärts vor der Waschanlage ein. Die Waschanlage schließt die Schranken, d.h. sie legt die Arme um den Bauch Fahrzeugs. Nun kann das Fahrzeug fragen: "Welche Programme gibt es?" und die Waschanlage antwortet z.B.: "Vollwäsche, Kitzeln, Drehen." Das Fahrzeug wählt ein Programm, z.B. durch Ansagen: "Einmal Vollwäsche, bitte!" oder auch per Knopfdruck und Münzeinwurf auf dem Arm der Waschanlage und schon geht es los. Kitzeln sollte klar sein. Drehen bedeutet, dass das Fahrzeug im Stehen um die eigene Achse, also linksrum oder rechtsrum gedreht wird. Dazu fasst die Waschanlage das Fahrzeug mit den Händen am Bauch und bewegt es sanft in die gewünschte Richtung. Zum Waschen wird imaginierter Seifenschaum mit den Händen auf dem Fahrzeug verteilt und dann verrieben, danach abgespült und trocken gepustet. Die Geräusche (brummen, blubbern, zischen, klingeln,...) machen dabei mindestens die Hälfte des Vergnügens!
Man kann auch bei den Programmen die Optionen "spar, normal oder intensiv" anbieten.
Manchmal ist auch die Waschanlage kaputt, dann klemmt die Schranke oder geht immer wieder auf und zu, piept dabei und sagt mit mechanischer Stimme: "Error, Anlage defekt. Bitte rufen Sie den Kundendienst!" Da kann man sich dann weitere Varianten ausdenken, z.B. dass da an der Anlage eine Gegensprechanlage angebracht ist.


Tzsch! Die Schranke schließt sich.
Gleich wird gekitzelt.


Das Schöne ist, dass man dieses Spiel wirklich fast überall spielen kann, wo die Kinder sich ein wenig bewegen können, einer sitzen kann und sie nicht leise sein müssen (z.B. an der Bushaltestelle). Die Waschanlage bietet nur Programme an, die sie auch mit dem Fahrzeug machen will. Und das Fahrzeug wählt, was ihm gefällt. Und wenn es als Programm nur Kitzeln oder Kuscheln gibt, und das Fahrzeug das gerade nicht möchte, kann es einfach "Nein, Danke!" sagen und wieder wegfahren. Nach einer Weile wechseln meine Kinder immer von selbst, weil jedes eine Idee hat, was man in der anderen Rolle noch Neues machen könnte. So beschäftigen sie sich miteinander, haben auch teilweise intensiven Körperkontakt und sind kreativ. Zwei weitere Vorteile: Das Spiel kostet nichts und man muss hinterher nichts aufräumen!

P.S. Einzelkinder können das natürlich auch mit ihren Eltern spielen!

Donnerstag, 21. April 2016

Gelesen: "625 Jahre Lichtenrade" von Wilfried Postier



Coverbild freundlicherweise vom Westkreuz-Verlag zur Verfügung gestellt

Autor: Wilfried Postier
Titel: 625 Jahre Lichtenrade
Verlag: Westkreuz-Verlag
Erscheinungsjahr: 2000 (#goldenbacklist)
ISBN: 978-3-929592-57-3
Preis: 12,50 EUR
132 Seiten, 66 Abbildungen
Hardcover

Klappentext:
Dieses Buch versucht, ein Porträt von Berlin-Lichtenrade zu zeichnen. Anlass dafür ist die Erstnennung des Ortes im Landbuch Kaiser Karl IV. im Jahre 1375. Verlorenes und Verdrängtes soll in diesem Buch wieder lebendig werden. Systematisch arbeitende Chronisten werden eine präzise zeitliche und räumliche Darstellung vermissen. Dies war nicht Ziel und Aufgabe dieses Buches. So wie ein Künstler ein Porträt erstellt, soll hier ein geschichtliches Porträt eines Ortes aufgezeigt werden.
Um es gleich zu sagen: Lichtenrade hat Besonderes, Einmaliges und sogar Geheimnisvolles. Der Ort kann auf eine interessante und bewegte Geschichte zurückblicken.

Meine Meinung:
Neulich bin ich zufällig in der Heimatkunde-Abteilung der Bücherei gelandet und da dachte ich mir, dass ich nach fast sechs Jahren doch mal etwas mehr über diesen südlichen Berliner Ortsteil lernen könnte. Also habe ich mir dieses Buch ausgeliehen und gelesen. Es ist gut geschrieben, enthält viele interessante Bilder und erzählt die Besonderheiten im Laufe der Geschichte von Lichtenrade.
Wer sein ganzes Leben immer an demselben Ort lebt, weiß vielleicht schon längst alles darüber. Aber ich bin im Laufe meines bisherigen Lebens schon zehn mal umgezogen und habe dabei acht verschiedene Berliner Ortsteile bewohnt. Jeder ist anders, hat eine eigene Struktur und Geschichte. Und ich finde es jedesmal spannend, das alles zu entdecken.
Unser Berliner "Arm, aber sexy"-Ex-Bürgermeister kommt übrigens aus Lichtenrade. Wer hätte das gewusst? Oder dass die emanzipierte Künstlerin Hermione von Preuschen um die vorletzte Jahrhundertwende Lichtenrade zum kulturellen Mittelpunkt Berlins gemacht hat (obwohl es damals noch nicht einmal zu Berlin gehört hat)? Sie veranstaltete Ausstellungen und hielt Vorträge über ihre Weltreisen vor Gästen aus der "höheren" Gesellschaft aus Berlin, New York, Tokio, Caracas und Afrika.
Ich bin sehr beeindruckt!

Dienstag, 19. April 2016

Schneller Wäschesack


Das Schulkind ist diese Woche auf Klassenreise. Beim Packen am Sonntag nachmittag fiel mir auf, dass es gar keinen Wäschesack hat. Natürlich kann man die Schmutzwäsche auch in eine Plastiktüte stopfen, aber schön ist das nicht. In so einer Tüte müffelt die Wäsche viel mehr und die Tüte ist auch nicht so haltbar.


Aus einem Stück Auto-Stoff vom Maybachufer (vor einigen Jahren gemeinsam mit dem Kind gekauft, als Belohnung für die nette Begleitung zum Markt), einem Stück Kopfkissen (hellblau mit "Reifenspuren") für den Boden und einem alten Zugband unbekannter Herkunft habe ich schnell einen Beutel genäht. Jetzt kann das Kind die Wäsche stilvoll sammeln und mir bei der Rückkehr "am Stück" überreichen. Ich freu mich drauf.

Jetzt fehlt nur noch ein Wäschesack für das Kitakind. Dem Mann habe ich vor vielen Jahren einen ganz einfachen dunkelblauen genäht und meinen eigenen könnt Ihr hier (*klick*) anschauen.

Der Wäschesack macht heute mit bei:
Kiddikram
Crealopee
Meertje
DienstagsDinge
Handmade On Tuesday
Creadienstag


Montag, 18. April 2016

Hörbuch: "Liebe ist was für Idioten. Wie mich." von Sabine Schoder, gelesen von Sascha Icks




Ich finde dieses Cover sensationell!
Für Rezensionen wurde die Abbildung 
freundlicherweise vom Argon Verlag zur Verfügung gestellt.


Autorin: Sabine Schoder
Titel: Liebe ist was für Idioten. Wie mich.
gelesen von Sascha Icks
Regie: Lena Lindenbauer
Laufzeit 7 Stunden, 23 Minuten
4 CDs
autorisierte Lesefassung
Altersempfehlung: 14 - 17 Jahre
ISBN 978-3-8398-4108-2
Erscheinungstermin: 23. Juli 2015
Preis: 19,95 €

Klappentext:
Optimistisch gesehen ist Vikis Leben eine Vollkatastrophe. Ihre Mutter: tot. Ihr Vater: ständig besoffen. Ihr Herz: gebrochen. Da kann auch die stärkste Überlebenskämpferin mal schwach werden, ein paar Tüten zu viel rauchen und mit einem Typen im Bett landen, den sie eigentlich total bescheuert findet. Aus tief empfundener Abneigung wird plötzlich Liebe. Doch kaum traut Viki ihrem Glück, erfährt sie etwas über Jay, das ihr den Boden unter den Füßen wegzieht – und den Hörern gleichermaßen ... 

Info:
Sascha Icks ist Theaterschauspielerin und Hörbuchsprecherin und ist eine Meisterin der spröden Stärke und der intensiven Emotionen. Ihre Lesungen wurden bereits mehrfach von der hr2-Hörbuchbestenliste und mit dem BEO ausgezeichnet. Mit ihrer Lesung von Kiki von Antje Damm war sie für den Deutschen Hörbuchpreis 2014 nominiert.

Meine Meinung:
Diese Geschichte ist der Wahnsinn! Ein Feuerwerk unerwarteter Wendungen, Poesie, Tragik, Erotik und schwärzestem Humor.
Nachdem ich inzwischen ja schon einige Hörbücher gehört habe, die Sascha Icks eingelesen hat, bin ich ein ganz großer Fan von ihr. Sie liest diese Geschichte mit vollem Körpereinsatz.
Im Trailer heißt es: "Eine Liebesgeschichte, so echt, dass sie weh tut - und so berauschend, dass sie süchtig macht." Dem kann ich nichts hinzufügen.
Nur der Altersempfehlung kann ich mich nicht anschließen. Es gibt sicher schon 13-jährige, die alt genug sind, aber auch 17-jährige, die noch zu jung sind. Es kommt eher drauf an, wie weit die Metamorphose zum Pubertier vorangeschritten ist und wie sie sich auswirkt. Kids, die im Nachtleben unterwegs sind, sich verlieben oder neugierig auf die Wirkung gewisser Substanzen sind, sollten diese Geschichte unbedingt kennen. Man beachte das kleine Wörtchen "oder"!
Zu alt kann man für diese Geschichte nicht sein!

Tipp:
Auf der Homepage des Argon Verlags gibt es eine Hörprobe.


Freitag, 15. April 2016

Zwischen Traum, Erinnerung und Realität



Coverbild freundlicherweise vom Eichborn Verlag zur Verfügung gestellt

Autor: Neil Gaiman
Titel: Der Ozean am Ende der Straße
Originaltitel: The Ocean at the End of the Lane
Übersetzer: Hannes Riffel
Umschlagmotive: Anke Koopmann
Illustrationen: Jürgen Speh
eBook: 8,49 €
Taschenbuch: 11,00 €
Hardcover: 18,00 €
Verlag: Eichborn
238 Seiten
Altersempfehlung: ab 16
ISBN: 978-3-8479-0579-0
Erscheinungstermin: 08.10.2014

Klappentext:
Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen ... 

Meine Meinung:
Dieses Buch fiel mir in der Bücherei ganz zufällig auf. Den Titel hatte ich in irgendeiner Büchersendung gehört, ich wusste aber sonst nichts mehr darüber. Ich nahm es mit nach Hause und fing abends (als die Kinder im Bett waren) an zu lesen. Die Geschichte hatte schon nach wenigen Seiten eine solche Sogwirkung, dass ich alles um mich herum vergaß und erst wieder nach etwa 100 Seiten mal wieder auf die Uhr gesehen habe. Ich schreib lieber nicht, wie spät in der Nacht es bereits war...
Ich bin froh, dass ich den Klappentext nicht gelesen habe, denn ich finde ihn nicht besonders ansprechend. Ich will aber auch nicht zu viel verraten. Es geht um Kindheit, Erwachsene, Freundschaft, Glauben, Hoffnung und Vertrauen.
Müsste ich das Buch interpretieren, würde ich darin eine Hommage an alle Frauen sehen, vom Mädchen bis zur Greisin. Frauen, die Macht haben, die schützen, umsorgen, trösten, geheimnisvoll sind und einfach die nötige Arbeit erledigen ohne viel Aufhebens davon zu machen.
Ein wunderbares Buch: mystisch, verstörend, spannend und mit bezaubernden Illustrationen, die an den Stil meiner Fünf-Freunde-Bücher erinnern.
Tipp:Schaut unbedingt mal die Leseprobe an.

Dienstag, 12. April 2016

Stash-Abbau: dünnes Baumwoll-Garn


"Man könnte ja meinen, dass die Wolle Junge bekommt, wenn man nicht hinsieht. Dagegen spricht aber, dass nie die richtige Wolle da ist, wenn man welche sucht. Dafür spricht, dass auf jeder halbwegs freien Fläche und auch auf Flächen, die alles andere als frei sind, Wolle liegt." 

In meinem Leben habe ich bisher kaum Garn gekauft. Meine Mutter kaufte früher gern Dinge, die im Sonderangebot waren und wenn sie sie selbst nicht brauchte oder ihr die Farbe nicht gefiel, schenkte sie sie mir. So lernte ich schon früh, aus dem Stash zu stricken.


Andere Frauen schenkten mir dann auch noch ihre Wollreste bzw. ihre gesamte Wolle, weil sie nicht mehr stricken konnten oder wollten. Vor zwei Jahren ist dann meine Mutter gestorben und ich habe ihren Stash geerbt. So kommt es, dass ich im Gegensatz zu anderen nicht überlege: "Was brauche ich? Welches Strickmuster gefällt mir?" und passend dazu Wolle kaufe, sondern ich schaue in den Stash und lasse mich inspirieren, was ich daraus machen könnte. Andere fänden es bestimmt schlimm, so "fremdbestimmt" zu sein, aber ich kenne es kaum anders und bin eher überfordert, wenn ich quasi ohne Einschränkungen aus allen Garnsorten und Anleitungen frei wählen könnte.


Mein Woll-Stash ist in zwei würfelförmigen Stoffkisten (DRÖNA vom Hackbällchen-Möbelhaus) im Regal gelagert. Darin habe ich die Garne in Plastiktüten sortiert: Baumwolle, Poly, tierische Fasern (Wolle, Alpaka) und die Sockenwolle. Diese Tüten sind mit Gefrierbeutelklammern verschlossen. Motten gab es in meinem Stash noch nie.
In den letzten Monaten habe ich die Tüte mit den Baumwollgarnen immer nur von einer Seite zur anderen geräumt, weil ich im Winter natürlich eher die tierischen Garne brauchte. Auf die Dauer hat mich das genervt und weil wir ruhig noch mehr Waschhandschuhe gebrauchen können, habe ich alle vierfädigen Knäuel aussortiert und daraus Waschhandschuhe gestrickt.


Dabei war auch ein Knäuel mit Banderole, bei mir aufgrund der Stash-Zusammensetzung eher eine Seltenheit. Darauf steht "Baumwolle-Glanz-Effekt" und auf der Rückseite "das glanzvolle Garn für effektvolle und modische Handarbeiten ein echtes Naturprodukt!" (Das Design und die mangelhafte Zeichensetzung sind mir direkt peinlich, aber anscheinend konnte man in den 80er Jahren auch so Geld verdienen.)
50 g auf 120 m, 
76% Baumwolle und 24 % Viskose (Glanz)


Mit Nadelstärke 3,0 mm habe ich 56 Maschen per Estonian Cast On angeschlagen (das ist so schön elastisch) und 8 Runden 1 rechts 1 links in der Hauptfarbe gestrickt. Dann habe ich im Muster immer jeweils zwei Runden in einer Farbe gearbeitet, angefangen mit der Kontrastfarbe. Das Muster ist ganz einfach:
1. Runde: alle rechts
2. Runde: *1 rechts 3 links* immer wiederholen bis zum Rundenende

Nach dreizehn Ringeln in der Kontrastfarbe habe ich noch eine Runde glatt rechts in der Hauptfarbe gestrickt und dann im Maschenstich glatt rechts abgekettet.


Das Gestrick ist schön locker, sodass der Waschhandschuh schön locker auf der Hand sitzt. Außerdem kann es so ruhig noch ein wenig in Waschmaschine und Trockner einlaufen, ohne dabei zu eng und zu hart zu werden. Das Rippenmuster finde ich beim Waschen sehr angenehm, weil es quasi einen sanften Peeling-Effekt eingebaut hat, ganz ohne Mikroplastik!

Nun ist mein dünnes Baumwollgarn bis auf einen sehr kleinen Rest verbraucht und ich habe 5 schöne, neue Waschhandschuhe, die sich sogleich bei folgenden Linkparties einreihen:





Samstag, 9. April 2016

"Jane Eyre" von Charlotte Brontë als Hörspiel




Coverbild freundlicherweise vom Hörverlag zur Verfügung gestellt

Autorin: Chalotte Brontë
Titel: Jane Eyre
Regie: Christiane Ohaus
3 CDs
Laufzeit: 230 Minuten
ISBN: 978-3-8445-2067-5
Preis: € 19,99 [D], € 19,99 [A], CHF 28,50
Verlag: der Hörverlag
Erscheinungsdatum: 25.01.2016

Klappentext:
„Ich bin kein Vogel, und kein Netz umgarnt mich, ich bin ein freier Mensch mit einem freien Willen – das werde ich zeigen, indem ich Sie verlasse“, sagt Jane Eyre zu dem Mann, den sie liebt. Christiane Ohaus hat den romantischen Klassiker in ein akustisches Universum verwandelt, mit genialer Leichtigkeit greifen Musik, Geräusche und schauspielerische Gestaltung ineinander. Mit Sascha Icks als Jane Eyre, die sich zwischen ihrer Liebe und ihrer Selbstständigkeit entscheiden muss, mit Christian Redl als mürrisch-liebenswertem Landedelmann und Sylvester Groth als seinem Konkurrenten bleibt auch der kleinste Zwischenton von Charlotte Brontës großem Roman bewahrt.

Meine Meinung:
Ich hatte mal wieder Lust, meine Zeit einem Klassiker zu widmen, dessen Titel ich schon seit meiner Kindheit kenne und der mir auch in diversen Formaten (als Buch, Film oder TV-Serie, auf englisch oder auf deutsch) schon flüchtig begegnet ist, dessen Handlung ich aber nicht einmal in groben Zügen kannte. Eine Verfilmung hatte ich mal zu sehen angefangen, aber nach wenigen Minuten abgebrochen, weil sie mir zu anstrengend war. Manchmal muss man halt ein paar Varianten eines Klassikers ausprobieren, bis man die richtige gefunden hat. Bei mir war es die Hörspielfassung vom Hörverlag. Wer mein Blog schon länger liest, weiß, dass ich die Produktionen des Hörverlags (bis auf wenige Ausnahmen) sehr schätze, weil sie liebevoll produziert und technisch einfach perfekt sind.
Das Hörspiel kommt in einer hübschen Papphülle daher mit einem netten Booklet, in welchem die Geschichte der Entstehung des Buches sowie Kurzbiografien der Sprecher und der Regisseurin abgedruckt sind. Die Biografie Charlotte Brontës kann man direkt auf der Hülle nachlesen. Leider ist das Booklet aus recht dünnem Papier und die CDs werden seitlich in die Pappfächer geschoben, auf die Dauer zerkratzen sie vermutlich. Da gäbe es elegantere Lösungen.
Der Titel und das Thema klangen für mich irgendwie immer wie ein Werk von Jane Austen (nicht nur wegen des Vornamens). Was ich in den wenigen Minuten der Filmfassung gesehen hatte, erinnerte mich an die Werke von Charles Dickens. Jane Eyre hat auch von beiden was, aber diese Geschichte hat noch so viel mehr! Sie wird nie langweilig, es gibt immer wieder überraschende Wendungen und auch wenn jede Reaktion der Hauptfigur logisch nachvollziehbar ist, wusste ich bis zum Ende nicht, worauf die Geschichte wohl hinaus laufen würde. Was will Jane? Was würde sie glücklich machen? Wie wird sie sich entscheiden?
Ich bin sehr beeindruckt von Charlotte Brontë, die mit Jane Eyre eine Figur erschaffen hat, die viel emanzipierter ist, als die meisten Frauen heutzutage und dabei gleichzeitig einerseits so logisch, kalt und streng, aber andererseits voller Liebe und Vergebung ist. Und der Hörverlag hat diese großartige Geschichte in ein wunderbares Hörspiel verwandelt. Danke!

Tipp1:
Auf der Homepage des Hörverlags gibt es eine Hörprobe.

Tipp2:
Außerdem sind dort die Kurzbiografien von Charlotte Brontë, einiger Sprecher und der Regisseurin zu lesen.


Dienstag, 5. April 2016

Tagebuchbloggen am 5ten


Heute fragt Frau Brüllen wieder: "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?"

06:15 Ich wache auf, obwohl der Wecker noch keinen Piep gesagt hat. Aber da ich gestern abend vergessen habe, die Kinder zu fragen, was ich in ihre Brotboxen tun soll, muss ich das heute früh erledigen und umsetzen, da ist es vielleicht ganz gut, etwas Vorsprung zu haben.
Ins Bad, Kaffee, Anziehen.

06:35 Nachsehen, wie weit die Kinder sind. Das große Kind heult, weil die Zahnfee anscheinend den Ausfall von Milchzahn Nummer vier am gestrigen Tag vergessen hat, aber wir finden die ersehnte Münze halb unter dem Bett. Tja, die ist der Zahnfee bestimmt runtergefallen und sie wollte nachts nicht lange suchen, um das Kind nicht zu wecken.

06:40 Das Kitakind möchte Brot mit Butter und Salami, dazu Apfelspalten in die Box.

06:45 Das Schulkind möchte Brot mit Frischkäse und Zimt, dazu ebenfalls Apfelspalten.

06:50 Kinder mit Milch und Müsli bzw. Cerealien versorgen.

06:55 Während die Kinder futtern, räume ich ein wenig die Küche auf, sammle die Wäsche ein und sortiere sie.

07:10 Alle putzen die Zähne.

07:15 Alle kämmen sich die Haare.

07:20 Allgemeines Anziehen von Jacken, Schuhen, Schirmmützen. An den Turnbeutel denken! Das Schulkind hat ja heute Sport.

07:25 Das Schulkind eine Ecke vor der Schule absetzen. Es ist ja noch Zeit bis zum Klingeln, das Kind kann ruhig ein paar Schritte zu Fuß gehen und außerdem ist direkt vor der Schule immer so ein Verkehrschaos. Ich erinnere es beim Abschied daran, dass es heute mit M. nach Hause geht.

07:30 Noch mal kurz nach Hause, weil ich erst unterwegs gesehen habe, dass das Kitakind einen total bekleckerten Pullover anhat. Somit fällt der gemeinsame Besuch im Supermarkt aus.

07:35 Dem Kind erklären, dass es heute sehr warm wird, sogenanntes T-Shirt-Wetter. Hurra, es darf das neue Star-Wars-Shirt anziehen. Aber für draußen bitte noch eine Fleecejacke drüberziehen.

07:55 Ankunft bei der Kita. Ich erinnere das Kind daran, dass es heute mit M. nach Hause geht. M. und M. sind Geschwister und mit meinen Kindern befreundet, sehr praktisch.

08:00 Einer anderen Mutter eine Sitzschale zurückgeben, die sie mir gestern geliehen hat, weil mein einer Kindersitz im Auto meines Mannes vergessen worden war. Noch kurz plaudern.

08:10 Ankunft beim Supermarkt. Einkaufen.

08:30 Warum dauert ein normaler Einkauf bei mir nur immer so lange? Ich habe eine Liste, ich weiß, was wo steht, aber trotzdem laufe ich immer wie ein kopfloses Huhn völlig planlos hin und her.

08:35 Einkauf in den Kofferraum wuchten und ab nach Hause.

08:45 Lebensmittel ins Haus schleppen und auf Kühlschrank und Schränke verteilen.

08:55 Die Kindersitze aus dem Auto holen und in der Wohnung abstellen. Heute brauche ich eine große Ladefläche.

09:05 Hunger! Ich mache mir ein Brot und rufe den Stiefpapa an, um zu sagen, dass ich bald losfahre, aber noch meine Schwester anrufen muss.

09:10 Schwester anrufen. Sie kann grad nicht, ruft mich gleich zurück.
Ich lese meine Mails und verlinke meinen heutigen Blogpost mit der Schultüte bei diversen Linkparties.

09:20 Der Rückruf. Wir besprechen diverses, ich erzähle, was ich heute vorhabe, sie will mitmachen.

10:00 Ich stelle das Telefon in die Ladeschale, weil der Akku leer ist, mache mir einen Kaffee für unterwegs und fahre los gen Norden.

11:00 Ankunft beim Stiefpapa. Er will Ballast abwerfen, darunter viel Zeug von unserer Mutter. Wir plaudern kurz, ich streichle diejenigen Katzen, die das zulassen.

11:10 Ankunft meiner Schwester. Wir begrüßen uns, tauschen diverse Dinge aus und fangen an, den Inhalt der Kisten zu sichten und in mein Auto zu laden. Dazwischen hopst ihr kleiner Hund herum und wird auch ab und zu gestreichelt oder mit einem Ball bespaßt.

13:00 Das Auto ist voll bis zum Rand, aber noch verkehrssicher. Ich fahre los und das Geschirr klappert bei jedem Abbiegemanöver und Kopfsteinpflaster. Wie wohl das Auto der Schwester klingt, das mit Altmetall vollgestopft ist und jetzt zum Schrotthändler fährt?

13:45 Nach Umfahrung einiger Staus (heute haben hier alle wohl einen Sonnenstich, so wie die fahren), komme ich beim Gebrauchtwarenhaus an. Die Leute dort sind sehr nett, sie freuen sich über die Spende und helfen mir beim Ausladen.

14:15 Ich verabschiede mich von den netten Leuten und erledige den zweiten Supermarktbesuch. Es wäre doch schön, einen Laden zu haben, wo ich alles bekomme. Aber ich muss leider immer drei bis vier verschiedene Läden besuchen, um die Lieblingserdnussbutter, die Lieblingsmaiswaffeln, das Lieblingsklopapier und den Lieblingsjoghurt zu kaufen. Verwöhne ich meine Familie zu sehr?

14:45 Nach dem gleichen planlosen Herumgeirre wie am Vormittag lade ich die Lebensmittel in das nun wieder leere Auto.

15:20 Ankunft zuhause, Einkauf Nummer zwei ausladen, ins Haus tragen und verräumen.

15:40 Ich räume die Spülmaschine ein, schalte sie an. Mit der Waschmaschine mache ich dasselbe.

15:50 Lüften und alle Betten aufschütteln.

16:00 Hunger! Wie gut, dass da noch Nudeln von gestern im Kühlschrank stehen. Ich fülle einen Teller und stelle ihn in die Mikrowelle.

16:20 Der Mann kommt nach Hause. Er schraubt den einen Jalousienkasten auf, während ich die Leiter festhalte. Die Jalousie klappert nämlich seit Wochen beim Hoch- und Runtermachen. Wir fürchten eine teure Reparatur, aber es ist zum Glück nur eine Kleinigkeit. Er schraubt, ich reiche Werkzeug an. Dann saugt er noch den Kasten sauber, während ich den Staubsauger hoch- und gleichzeitig die Leiter festhalte.

16:45 Noch schnell die Wäsche von gestern falten und in die Schränke räumen.

17:00 Weil das Wetter so schön ist und ich heute noch nicht genug Bewegung hatte ;-) gehe ich die Kinder zu Fuß vom Chor abholen.

17:10 Bis die Kinder, die heute nach der Probe noch für eine Seniorengruppe gesungen haben, fertig sind, ihren Belohnungskuchen zu essen, plaudere ich mit M., dem Vater von M. und M.

17:30 Die Kinder sind fertig mit Singen und Kuchen essen. Und auch sonst. Es war ein langer Tag. Wir gehen zu Fuß nach Hause, verabschieden uns auf halbem Weg von den drei Ms. Die Kinder laufen um fast jede Laterne dreimal im Kreis und halten sich dabei immer mit einer Hand daran fest. Wie nennt man das? Poledance?
Ich trage die Kitatasche, den Schulranzen und die Jacken. Meine Beine sind müde.

17:40 Ankunft zuhause. Allgemeines Schuheausziehen und Händewaschen.

17:50 Nach dem Kuchen haben die Kinder natürlich keinen richtigen Hunger, essen nur eine Kleinigkeit und machen sich bettfertig.

18:00 Ich putze den Kindern die Zähne nach und kontrolliere, ob die Ohren sauber sind.

18:10 Der Mann spielt mit den Kindern noch eine Runde, während ich die Wäsche aus der Maschine nehme, den Großteil in den Trockner fülle und ihn anschalte. Der Rest hänge ich auf die Leine.

18:25 Ich hole die Brotboxen aus Kitatasche und Schulranzen, kontrolliere das Hausaufgabenheft und den Postordner. Zum Glück gab es heute keine Hausaufgaben.

18:30 Die Kinder schlüpfen in die Betten, ich gebe dem einen noch zwei LTBs, dem anderen die Musikbüchse, auf der ich "Urmel aus dem Eis" abspiele, decke sie zu und sage ihnen gute Nacht.

18:40 Noch schnell den Tisch abräumen und sauber wischen.
Danach sitze ich auf dem Sofa und beschließe, erst wieder aufzustehen, wenn der Versicherungsmann klingelt. Warum habe ich den Termin eigentlich ausgerechnet auf heute abend gelegt? Ich bin so müde und unkonzentriert und will nur noch ins Bett fallen.

19:00 Ankunft des Versicherungsmannes. Wir reden mit ihm über diverse Versicherungen. Ich ertappe mich wiederholt dabei, dass ich einfach gar nichts denke und auch nicht zuhöre, nur mechanisch nicke. Hoffentlich hat der Mann aufgepasst.

20:40 Der Versicherungsmann geht und wir sacken erschöpft aufs Bett. Noch kurz reden, dann geht der Mann ins Bad. Ich schreibe hier noch kurz und gehe dann auch schlafen. Äh, naja kurz war wohl eher eine Illusion. Na wenigstens habe ich nebenbei eine halbe Dose Cashewkerne geknabbert, die sollen ja gut für die Nerven sein.

Jetzt ist es 23:15 und ich gehe auch ins Bett. Gute Nacht!

Edit: Irgendwann habe ich auch den Briefkasten geleert, Müll rausgebracht und ein Paket angenommen, aber ich weiß nicht mehr, wann. Und da waren bestimmt noch ein paar andere Sachen.


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