Dienstag, 11. Juni 2019

Gelesen: "Keep on dreaming" von Kira Mittu



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt
(Leider passt das Bild nicht richtig zur Geschichte.)


Autorin: Kira Minttu
Titel: Keep On Dreaming
Reihe: 1. Band der "Stay Tuned"-Reihe
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
292 Seiten
eBook: 3,99 €
Klappbroschur: 12,90 €
ISBN 978-3958692787
Verlag: Ink Rebels

Klappentext: (taugt nix, deshalb absichtlich klein)

Woher soll ich wissen, was ich will, wenn der eine nicht mit mir redet und der andere gar nicht da ist?
Eigentlich wollte Katinka mit Keep on Dreaming nur ein Interview für ihren Musikblog machen. Aber dann bringt dieser verfluchte Kuss, der keiner war, alles durcheinander. Und James McMillan, der sexy Frontman der Band, kann ziemlich überzeugend sein.
Wenn Katinka nur ebenso gut wüsste, was sie will …


Meine Meinung:
Diese Geschichte hat mich sehr berührt. Es geht um Katinka (so ein schöner Name!), die 16 Jahre alt ist, zur Schule geht und mit ihren besten Freunden zusammen ein Blog über Rockmusik betreibt. Sie trägt gern Jeans und T-Shirt, macht sich nichts aus Schminke und aufwändigen Frisuren. Sie verbringt ihre Freizeit gern auf dem Rad, auf dem Skateboard, am Badesee und die Nächte in den angesagten Clubs von Frankfurt. Sie pflegt Kontakte zu den Plattenfirmen, interviewt Bands, schreibt  Konzertberichte und Rezensionen über Musik-CDs. Leider wird sie von den Bands und Crews manchmal für ein Groupie gehalten und mit üblen Sprüchen angebaggert. Als ihr bester Freund vorschlägt, ihren festen Freund zu spielen, bringen die beiden damit ungewollt eine Lawine ins Rollen...
Kira Minttu zeichnet alle Figuren von Katinkas kleinem Bruder bis hin zum angeschwärmten Rockstar wunderbar lebensecht, sie beschreibt Situationen und Stimmungen so treffend, dass man in die Geschichte eintauchen und alles um sich herum vergessen kann.
Dieses Buch wirkt auf den ersten Blick vielleicht wie ein lockerer Jugendroman, aber neben Freundschaft, Familie und Liebe geht es vor allem um den allgegenwärtigen Sexismus.
Mich persönlich hat es an die Zeit erinnert, als ich jede Woche auf mehreren großen, kommerziellen Partys war, alle DJs kannte, auf jeder Gästeliste stand und mich im VIP-Bereich aufhielt. Es war eine ähnliche Szene und ich konnte mich deshalb sehr gut in Katinka hineinfühlen.
Die Autorin war auch im Musikbereich unterwegs und weiß, wovon sie schreibt, das merkt man deutlich. Sie ist Mitbegründerin der Ink Rebels, einem beeindruckenden Label.
Die Altersempfehlung ab 14 Jahren finde ich passend.

Tipp:
Es gibt eine Leseprobe.
Bitte kauft das Buch bei Eurem Buchhändler um die Ecke, damit es den noch lange gibt! Danke!
Oder direkt beim Verlag, dort könnt Ihr das Buch auch mit Signatur bestellen.


Montag, 10. Juni 2019

Gehört: "Qualityland" von Marc-Uwe Kling




Coverbild freundlicherweise von HörbucHHamburg zur Verfügung gestellt


Autor: Marc-Uwe Kling
Titel: QualityLand (helle Edition)
ungekürzte Autorenlesung mit Marc-Uwe Kling
7 CDs, 506 Minuten Laufzeit
ISBN 978-3-95713-101-0
Erschienen am 22.09.2017
Preis: 18,00 € [D], 20,20 € [A] als CD oder 14,95 € als Download


Klappentext:
Willkommen in QualityLand! In der Zukunft ist alles durch Algorithmen optimiert: QualityPartner weiß, wer am besten zu dir passt. Das selbstfahrende Auto weiß, wo du hinwillst. Und wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, automatisch zugeschickt. Kein Mensch ist mehr gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen – denn in QualityLand lautet die Antwort auf alle Fragen: o.k.
Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter immer mehr das Gefühl, dass mit dem System etwas nicht stimmt. Warum gibt es Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?
Marc-Uwe Kling hat die Verheißungen und das Unbehagen der digitalen Gegenwart zu einer verblüffenden Zukunftssatire verdichtet. Visionär, hintergründig – und so komisch wie die Känguru-Trilogie. 
Ungekürzter Live-Mitschnitt aus dem Mehringhof-Theater in Berlin.

Meine Meinung:
Am Anfang dachte ich, Qualityland wäre nur eine Aneinanderreihung von lustigen Kurzgeschichten über eine nicht allzu ferne Zukunft. Aber irgendwann fügten sich die Themen und Personen zu einem großen Ganzen zusammen und ein wilder Thriller begann.
Die Absurditäten der digitalen Welt und Social Media sind mir ja heute schon suspekt und mir blieb oft das Lachen im Halse stecken, weil das alles so gruselig, aber doch schon so real ist.
Nur das Ende fand ich etwas schwach, da hätte ich mir mehr erhofft. Es blieben auch zu viele Fragen offen.
Die Geschichte ist aufgrund von Sex und Gewalt nicht jugendfrei, aber ich möchte sie allen Erwachsenen ans Herz legen. Lest sie oder hört sie Euch an und fragt Euch, ob Ihr wirklich so leben wollt.

Tipp:
Es gibt eine kostenlose Hörprobe und eine eigene Internetseite von Qualityland.
Hier erklärt der Autor, warum es zwei verschiedene Versionen (hell und dunkel) gibt und dass man sich aber nicht beide kaufen muss.
Kauft das Buch oder Hörbuch bitte beim Buchladen in Eurer Nähe, damit es den noch lange gibt. Oder direkt bei HörbucHHamburg oder im Shop von Marc-Uwe Kling. Danke!

Mittwoch, 5. Juni 2019

Gelesen: "Der Sommer meiner Mutter" von Ulrich Woelk



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: "Der Sommer meiner Mutter"
Autor: Ulrich Woelk
Verlag: C. H. Beck
Erschienen am 25. Januar 2019
189 S.

Hardcover
ISBN 978-3-406-73449-6
19,95 €

e-Book
ISBN 978-3-406-73450-2
Preis: 15,99 €

Klappentext: (absichtlich klein gedruckt, lieber nicht lesen!)
Sommer 1969. Während auf den Straßen gegen den Vietnamkrieg protestiert wird, fiebert der elfjährige Tobias am Stadtrand von Köln der ersten Mondlandung entgegen. Zugleich trübt sich die harmonische Ehe seiner Eltern ein. Seine Mutter fühlt sich eingeengt, und als im Nachbarhaus ein linkes, engagiertes Ehepaar einzieht, beschleunigen sich die Dinge.
Tobias, eher konservative Eltern freunden sich mit den neuen Nachbarn an, und deren dreizehnjährige Tochter, Rosa, eigenwillig und klug, bringt ihm nicht nur Popmusik und Literatur bei, sondern auch Berührungen und Gefühle, die fast so spannend sind wie die Raumfahrt. Auch die Eltern der beiden verbringen viel Zeit miteinander, zwischen den Paaren entwickelt sich eine wechselseitige Anziehung - "Wahlverwandtschaften" am Rhein. Und während Armstrong und Aldrin sich auf das Betreten des Mondes vorbereiten, erleben Tobias und seine Mutter beide eine erotische Initiation.

Meine Meinung:
Der Klappentext verrät leider schon viel zu viel, dazu ist er auch noch falsch, denn Rosa ist zwölf und nicht dreizehn. Und das Coverbild passt auch nicht. Aber ansonsten ist das eine sehr berührende Geschichte, herzergreifend und eindringlich geschrieben.


Dienstag, 4. Juni 2019

Gelesen: "Muttertag" von Nele Neuhaus




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Autorin: Nele Neuhaus
Titel: Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
Verlag: Ullstein
Hardcover mit Schutzumschlag
560 Seiten
ISBN-13 9783550081033
erschienen: 19.11.2018
Preis: 22,00 € [D], 22,70 € [A]


Klappentext:
Im Wohnhaus einer stillgelegten Fabrik wird eine Leiche gefunden. Es handelt sich um den ehemaligen Betreiber des Werks, Theodor Reifenrath, wie Kriminalhauptkommissarin Pia Sander feststellt. In einem Hundezwinger machen sie und ihr Chef Oliver von Bodenstein eine grausige Entdeckung: Neben einem fast verhungerten Hund liegen menschliche Knochen verstreut und die Spurensicherung fördert immer mehr schreckliche Details zutage. Reifenrath lebte sehr zurückgezogen, seit sich zwanzig Jahre zuvor seine Frau Rita das Leben nahm. Im Dorf will niemand glauben, dass er ein Serienmörder war.
Rechtsmediziner Henning Kirchhoff kann einige der Opfer identifizieren, die schon vor Jahren ermordet wurden. Alle waren Frauen. Alle verschwanden an einem Sonntag im Mai. Pia ist überzeugt: Der Mörder läuft noch frei herum. Er sucht sein nächstes Opfer. Und bald ist Anfang Mai.

Meine Meinung:
Wochenlang habe ich darauf gewartet, diesen Krimi in der Bücherei zu erwischen und nun war es endlich soweit.
Nele Neuhaus schafft es mal wieder, mich mit dieser spannenden Geschichte alles um mich herum vergessen zu lassen, mit den Ermittler*innen mit zu rätseln und mich um den Schlaf zu bringen. Ich hab beim Essen gelesen, beim Zähneputzen, beim Haarefönen, vor dem Schlafengehen, obwohl ich eigentlich keine Krimis im Dunklen lese, weil ich Sorge habe, davon schlecht zu träumen. Aber ich konnte nicht anders und bin mehrfach mit dem Buch in der Hand eingeschlafen.
Zum Inhalt will ich gar nichts weiter verraten, der Klappentext gibt meiner Meinung nach schon zu viel preis. Ich hatte ihn vorher nicht gelesen und bin froh darüber. Aber ich mag sehr gern, dass man im Laufe der Serie immer mehr von den Hauptfiguren und den Menschen in ihrem Umfeld erfährt. Und dass diese Leute sich weiter entwickeln und älter werden, das finde ich sehr authentisch und sympathisch.


Montag, 3. Juni 2019

Gehört/gelesen: "Die Menschheit hat den Verstand verloren" von Astrid Lindgren



Coverbild freundlicherweise von Hörbuch Hamburg zur Verfügung gestellt


Autorin: Astrid Lindgren
Titel: "Die Menschheit hat den Verstand verloren. Tagebücher 1939–1945"
übersetzt aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch, Gabriele Haefs
gelesen von Eva Mattes
5 CDs, 382 Minuten Laufzeit
ISBN 978-3-86909-217-1
Erschienen am 13.01.2017
Preis: 14,00 € (D), 15,70 € (A) oder 11,95 € als Download

Klappentext:
Astrid Lindgren hat unsere Kindheit geprägt. Mit Pippi Langstrumpf und Wir Kinder aus Bullerbühat sie unseren Blick auf die Welt verändert. Ihre Geschichten handeln von Mut, Hoffnung, Liebe und Widerstand. Bevor diese Bücher entstanden, schrieb sie ihre Gedanken über das dunkelste Kapitel des 20. Jahrhunderts nieder: den Zweiten Weltkrieg. In ihren Tagebüchern schildert sie, nachdenklich und betroffen, aber auch mit dem so unverwechselbaren Tonfall, wie Europa von Faschismus, Rassismus und Gewalt vergiftet wird.
Das persönliche Zeitdokument einer sehr klugen Frau, die schon immer den Blick für das große Ganze hatte.

Meine Meinung:
Dieses Hörbuch habe ich in der Bücherei entdeckt, aber nicht gleich gehört. Es gibt so Dinge, die kann ich nicht gut beim Kochen, Putzen oder zum Einschlafen hören, sondern da muss ich auf den richtigen Moment warten. In den letzten Tagen war es soweit. Ich habe die Hecke im Garten geschnitten. Und weil ich das nicht mit der Maschine mache, sondern je nach Anforderung mit der großen Astschere, mit der kleinen Gartenschere oder mit der Grasschere, kann ich dabei gut etwas per Kopfhörer anhören. Die Hecke ist groß, da vergehen mit dem richtigen Hörbuch die Stunden wie im Flug.
Eva Mattes ist eine großartige Sprecherin, ich hab schon viele Hörbücher von ihr gehört und mag ihre Stimme sehr. Als sie jung war, hat sie Pippi Langstrumpf synchronisiert. Heute klingt ihre Stimme natürlich ganz anders, dennoch finde ich es sehr berührend, dass sie hier Astrid Lindgrens Tagebücher hörbar macht, denn der Kinderbuchklassiker ist während des zweiten Weltkriegs entstanden. Besonders gern mag ich ja, wie Pippi im Buch den "starken Adolf" im Zirkus besiegt.
Die Tagebuchaufzeichnungen sind sehr persönlich. Nicht nur, weil Astrid Lindgren viele private Dinge erzählt, sondern auch weil sie ihre ganz subjektive Perspektive zeigt. Sie erzählt, was sie in der Zeitung liest, was sie auf der Arbeit bei der Briefzensur des schwedischen Nachrichtendienstes erfährt, worüber sie sich mit Bekannten unterhält und vor allem, was sie über all diese Dinge denkt. Da schwankt auch schon einmal ihre Haltung, mal verurteilt sie die Deutschen, dann wieder wäre ihr eine Besetzung Schwedens durch die Deutschen lieber als durch die Russen. Sie schimpft auf Soldaten, hat aber auch Mitgefühl mit ihnen. Je nach Tagesform ist sie manchmal sehr distanziert, macht sogar Witze oder wirkt sehr traurig und niedergeschlagen. Es ist halt ein Tagebuch und kein Bericht, Sachbuch oder Roman.
Mir ist beim Hören auch mal wieder klar geworden, wie komplex der zweite Weltkrieg war. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass England auch Russland sowie Frankreich den USA den Krieg erklärt hatten. Ich muss auch zugeben, dass ich vieles bis heute nicht verstehe. Aber das Gefühl, in solch einer Zeit zu leben, kann ich mir jetzt ein wenig besser vorstellen.



Sonntag, 2. Juni 2019

Socken stricken für glückliche Füße mit "Happy Feet"!




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Cathy Carron
Titel: "Happy Feet - Socken mit dem Wow-Effekt stricken"
Preis: 4,99 € [D], 4,99 € [A], CHF 7,50
Originaltitel: Happy Feet
Originalverlag: Sixth Spring Books
Paperback , Klappenbroschur
144 Seiten
durchgehend farbige Abbildungen
ISBN: 978-3-572-08198-1
Erschienen am 31. August 2015


Klappentext:
Socken kann man nie genug haben! Dies beweist diese einzigartige Kollektion von Socken, Kniestrümpfen, Overknees, Stulpen, Puschen und vielen weiteren tollen Ideen, um Füße und Beine warm zu halten. Die Vielfalt an Techniken, Mustern und Formen ist verlockend und reicht von Spiralformen über fersen- oder zehenfreie Modelle bis hin zu toe-up-Socken. Die Projekte sind ideal für alle, die bereits erste oder auch etwas intensivere Strickerfahrungen gesammelt haben.

Meine Meinung:
In diesem Buch ist für jeden Geschmack etwas dabei. Es gibt Hausschuhe, Overkneestrümpfe, einfache und anspruchsvolle Modelle. Schade finde ich, dass es nur ausgeschriebene Anleitungen und keine Charts gibt, dabei bieten die sich für viele Muster wirklich an. Naja, zum Glück komme ich mit mit beiden Anleitungsarten zurecht. Dafür ist die Aufmachung so schön, dass ich immer wieder in diesem Buch blättern und die schönen Bilder anschauen möchte. 


Samstag, 1. Juni 2019

Wie häkle ich um die Ecke? Frag Edie Eckman!



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Autorin: Edie Eckman
Titel: "Häkelbordüren - Kanten, Blenden, Spitzen. 100 perfekte Ränder"
Preis: 9,99 € [D], 9,99 € [A], CHF 14,50
Originaltitel: Around the Corner. Crochet Borders
Originalverlag: Storey
Hardcover, Pappband
224 Seiten
durchgehend farbige Abbildungen
ISBN: 978-3-8094-3162-6
Erschienen am 12. August 2013


Klappentext:
Für den letzten (Häkel-)Schliff.
Eine hübsche Häkelbordüre ist das i-Tüpfelchen an jedem selbst angefertigten Stück, sei es ein Strickschal, eine gehäkelte Babydecke oder ein Tischläufer. Selbst ein einfaches gekauftes Top lässt sich durch eine Häkelblende aufwerten und bekommt eine individuelle Note.
Zur Auswahl stehen 100 fantasievolle Designs, deren Anfertigung inclusive Ecklösungen detailliert beschrieben ist und in Häkelschriften verdeutlicht wird.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist ein Muss für alle, die gern häkeln!
Natürlich kann man selbst so lange rumfriemeln, bis man um die Ecke kommt, ohne dass es sich wellt oder dehnt oder sonstwie doof aussieht. Aber man kann auch dieses Buch lesen, denn im ersten Teil wird genau gezeigt, wie man an vorhandene Teile, egal ob gestrickt, gehäkelt oder aus Stoff, egal ob in Lämgs- oder Querrichtung, eine schöne Häkelkante anfügt.
Im zweiten Teil kann man in den über 100 Mustern suchen, bis man genau die richtige für das jeweilige Projekt findet. Alle Anleitungen sind sowohl in schriftlicher Form als auch mit Charts verfasst, das finde ich super!


Freitag, 31. Mai 2019

Gedanken - schon etwas älter

Diesen Text habe ich vor mehreren Jahren geschrieben, aber erst jetzt beim aufräumen wieder gefunden. Schreibt mir gern Eure Gedanken dazu in die Kommentare.
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Woher kommt all der Hass?
Ich denke, er ist die Folge der großen Unzufriedenheit gewisser Leute, die immer meinen, dass andere es unverdient besser hätten als sie.

Besitz macht nicht glücklich. Geld auch nicht. Es wird immer einen Nachbarn geben, der ein dickeres Auto fährt als man selbst. Oder jemanden, der einen besseren Parkplatz gefunden hat, weil er ein kleineres Auto hat. Dass die ganze Autofahrerei nicht entspannt, sondern eher noch aggressiver macht und es besser wäre, auch mal zu Fuß zu gehen, scheint keiner mehr zu wissen.
Ebenso dass vieles nur Schein ist, Autos nur geliehen oder geleast, das Dekolleté nur upgepusht, die Haare nur gefärbt und die Wimpern nur angeklebt sind, ist egal. Hauptsache man kann neidisch sein, lästern, hetzen und bei passender Gelegenheit schadenfroh lachen, wenn der Beneidete mal Pech hat.

Es ist ja auch viel einfacher, anderen die Schuld zu geben, als das eigene Leben in die Hand zu nehmen. "Wir" und "die anderen" zu definieren, da beginnt Fremdenfeindlichkeit. Egal ob es um Menschen aus einem anderen Stadtbezirk oder Bundesland oder von einem anderen Kontinent geht.

Wenn diese ganze Energie, die derzeit in Kriege, Abschiebungen, Rassismus fließt, mal sinnvoll genutzt würde, ginge es allen besser. Nicht nur, weil es den Ärmsten dieser Welt besser ginge, sondern auch, weil es gerechter zuginge, weniger Unterschiede und dadurch weniger Neid gäbe. Und weil es immer gut ist, anderen zu helfen, das macht nämlich wirklich glücklich!
Aber helfen, das ist ja so anstrengend! Wirklich? Nein, ist es nicht. Oft ist es nur, mal eine Tür aufzuhalten oder ein Lächeln zu verschenken. Oder abgelegte Kleidung.

Da wollen Leute "unser Land und Volk" zurück haben. Ähm, welches jetzt genau? Im Laufe der letzten Jahrtausende hat es so viele Völkerwanderungen, Vertreibungen und Grenzverschiebungen gegeben, dass diese Leute möglicherweise irgendwo landen würden, wo sie vielleicht selber gar nicht hinwollen.

Und es ist doch auch gar nicht so einfach. Meine Kinder z.B. haben Vorfahren aus Deutschland, Österreich, Litauen, Tschechien und Polen. Und diese Vorfahren waren jüdisch, katholisch und evangelisch.

Überhaupt kommt es doch gar nicht darauf an, was diese Vorfahren getan und wo sie gelebt haben. Es geht doch darum, was der einzelne erreicht im Leben, wie er oder sie sich benimmt. Und genauso ist es doch völlig egal, wie jemand aussieht. Ob helle oder dunkle Haut, groß, klein, dick, dünn, Locken oder glatte Haare: die Persönlichkeit, den Verstand und die Haltung eines Menschen kann man von außen nicht unbedingt sehen.

Diese Generation "ich und mein Magnum" geht mir schon lange auf den Geist. Es wird geshoppt, es wird konsumiert und es wird in den Müll geworfen. Aber ach, die armen Kinder in Bangladesh! Es wird mit dicken Autos durch die Gegend gefahren, es wird bei jeder Gelegenheit geflogen, aber oje, die schlimmen Stürme! Im Winter geht man ins Tropical Island, im Sommer in die Ski-Halle, aber ach, die armen Eisbären!
Ja, wenn man vom Leid anderer hört oder einen Film über das Artensterben sieht, ist man immer sehr betroffen und zeigt mit dem Finger auf "die da oben" und auf die Industrie. Wer wählt denn die da oben? Wer kauft denn die Konsumgüter?

Es geht doch nur noch ums Aussehen, um Titel und Statussymbole. Wann hat man zuletzt jemanden schwärmen gehört vom Verstand oder Charakter eines Menschen?

Donnerstag, 16. Mai 2019

Gelesen: "Scharnow" von Bela B Felsenheimer



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autor: Bela B Felsenheimer
Titel: Scharnow
Erscheinungstermin: 25. Februar 2019
416 Seiten
Preis: 20,00 € [D], 20,60 € [A], CHF 28,90
Originalausgabe
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-453-27136-4


Klappentext:
In Scharnow, einem Dorf nördlich von Berlin, ist der Hund begraben. Scheinbar. Tatsächlich wird hier gerade die Welt gewendet: Schützen liegen auf der Lauer, um die Agenten einer Universalmacht zu vernichten, mordlustige Bücher richten blutige Verheerung an, und mittendrin hat ein Pakt der Glücklichen plötzlich kein Bier mehr. Wenn sich dann ein syrischer Praktikant für ein Mangamädchen stark macht, ist auch die Liebe nicht weit.

Meine Meinung:
Dieser Roman ist ein buntes Feuerwerk aus sehr vielen skurrilen Figuren und wilden Ereignissen. Die Perspektiven sind durchweg einfühlsam gezeichnet, die Geschichte mäandert durch verschiedenste Themen und Genres. Sogar das Verknüpfen verschiedener Handlungsstränge, die sich erst nach sehr langer Zeit überraschend begegnen, was ich sonst eigentlich nicht leiden kann (z.B. in den verkrampften "Stadtgeschichten" von Armistead Maupin), ergibt sich in Scharnow ganz entspannt und natürlich. Von lautem Krawall über Humor und sanfte Zwischentöne bis hin zu zarter Liebe beherrscht Bela B Felsenheimer das gesamte Repertoire der Literatur. Lediglich im erotischen Bereich gibt es noch Luft nach oben, da war mir einiges zu sachlich geschildert, hier dürfte gern mit mehr Wumms und Leidenschaft beschrieben werden, was in den Betten, auf den Sofas oder am Küchentisch so passiert. Das Ende einiger Ebenen habe ich nicht so ganz verstanden, aber vielleicht klärt sich das, wenn ich das Hörbuch gehört habe.
Die Aufmachung gefällt mir sehr: vom Coverbild über den schwarzen Schnitt und das quer abgedruckte Manifest bis hin zur Übersichtskarte der Handlungsorte.
Sensationell finde ich, dass ich keinen einzigen Schreibfehler finden konnte. Kompliment an den Autor und das Korrektorat!
Zum Schluss bleibt mir nur noch der Hinweis, dass dieser Roman nichts für zartbesaitete Gemüter ist, was Gewalt und Erotik betrifft.

Freitag, 10. Mai 2019

Gehört: "Lieber einmal mehr als mehrmals weniger" von Dieter Moor






Titel: "Lieber einmal mehr als mehrmals weniger"
Autor: Dieter Moor
Autorenlesung
Universal Music
Veröffentlichung: 2012
Spieldauer: 300 min.

Klappentext:
In dem von unbeugsamen Brandenburgern bevölkerten Dörfchen Amerika scheint sich alles zum Guten gefügt zu haben: Die alpenländischen Aliens, die Moors, sind in die Gemeinschaft der Einheimischen aufgenommen und die anfänglichen Probleme um den Hof gelöst. Doch da gibt der geliebte Hürlimann-Traktor den Geist auf, und auf einmal steht nicht nur der häusliche Friede, sondern auch die Ehre des Neubauern auf dem Spiel. Helfen kann nur Hürli-Gott Jakob aus der Schweiz, auch wenn Bauer Müsebeck, Teddy und Krüpki so ihre Zweifel haben. Als dann auch noch ein Bayer im hellblauen Tangaslip die ersten Wasserbüffel nach Amerika bringt, stehen neue, skurrile und anrührende Herausforderungen ins Haus.

Meine Meinung:
Wie schon beim ersten Teil "Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht" haben mir die Geschichten über das Leben auf dem Land in Brandenburg viel Spaß gemacht. Vor allem das Drama um den Traktor ist phantastisch erzählt. Besonders schön finde ich, mit welcher Liebe Dieter Moor von seinem Hof, seiner Wahlheimat und seinen Tieren und mit wie viel Respekt er von seiner Frau spricht.


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