Donnerstag, 21. Mai 2015

Gelesen: "Wir beide, irgendwann" von Jay Asher und Carolyn Mackler




Coverbild vom Verlag zur Verfügung gestellt

Ab 12 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
394 Seiten
ISBN: 978-3-570-16151-7
€ 17,99 [D]  € 18,50 [A]  CHF 24,50 (empf. VK-Preis)

Klappentext:
Im Mai 1996 bekommt die 16-jährige Emma ihren ersten Computer geschenkt. Mithilfe ihres besten Freunds Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook-Seite – 15 Jahre später. Geschockt stellt sie fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, bislang alles andere als ein Frauenheld (der erst kürzlich von Emma einen Korb bekommen hat), wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Emma ist jedoch nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen. Um das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später mal unglücklich machen wird, beginnt sie, bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook-Profil zu verändern, setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang ...

Meine Meinung:
Also eigentlich bin ich ja gar nicht die Zielgruppe dieses Romans. Ich bin aus dem Alter längst raus, um Highschool-Geschichten zu lesen und weder habe ich mich damals Mitte der 90er für Computer interessiert (ich hatte eine kurze Computer-Phase in den 80ern, als es den C64 und später den Amiga 500 gab) noch bin ich heute bei Facebook. Aber dieses Buch hat mir trotzdem wirklich super gefallen. Es ist lustig und spannend geschrieben. Besonders die Idee, eine Zeitreise auf diese Art zu gestalten, finde ich klasse. Die Geschichte ist abwechselnd aus der Perspektive von Emma und Josh geschrieben, die natürlich immer dann wechselt, wenn es gerade spannend wird. Aber auch wenn die beiden zusammen sind, wechselt die Sicht und da das Buch von zwei Autoren geschrieben wurde, ist dieser Wechsel wirklich immer sehr überzeugend.
Die Schrift (in meiner Ausgabe aus der Bücherei) ist relativ groß, was besonders abends angenehm für die Augen ist. Außerdem liest sich das Buch dadurch sehr schnell. "Ach die eine Seite noch...ach noch schnell das Kapitel zu Ende...ach noch schnell den Rest des Tages lesen..."
Die Geschichte beschreibt einen Zeitraum von sechs Tagen, sie beginnt am Sonntag und endet am Freitag. Der Beginn jedes neuen Tages ist gekennzeichnet.
Was mir besonders gut gefallen hat: Die Jungen und Mädchen sind recht emanzipiert. Mädchen gehen mit jüngeren Jungs aus und holen sie auch zuhause ab, wenn die Jungs noch keinen Führerschein haben. Die Mädchen sind sportlich, sie spielen Fußball und machen Leichtathletik. (Zu meiner Zeit waren Mädchen in solchen Geschichten höchstens Cheerleader.)
Und die Moral von der Geschichte? Lebe hier und jetzt!





Mittwoch, 20. Mai 2015

Filmtipp: "Die Stadt der Millionen" von 1925



Bildquelle: arte.tv

Eigentlich sollte unser Festplattenrekorder etwas ganz anderes aufnehmen, aber durch eine Verwechslung haben wir versehentlich den 90 Jahre alten Film "Die Stadt der Millionen - ein Lebensbild Berlins" aufgenommen. So alte Aufnahmen finde ich immer sehr faszinierend (sehr sehenswert ist übrigens auch "Die Symphonie der Großstadt" von 1927), deshalb haben wir uns den Film spontan angesehen, allerdings in der Mediathek, weil unsere Aufnahme leider nicht vollständig war. Ich bin immer erstaunt, wie weit man damals technisch, gesellschaftlich und kulturell war. Da gab es im Boden versenkbare Schutzgitter vor den Schaufenstern, digitale Laufschrift, Dachterrassen für die Mittagspause der Angestellten usw. Natürlich war nicht alles perfekt, es gab auch viel Elend. 
Der Film ist auf jeden Fall eine spannende Momentaufnahme der damaligen Zeit. Falls Ihr ihn auch anschauen wollt: Noch gibt es ihn in der Mediathek.

Dienstag, 19. Mai 2015

Garngeflüster Nr. 2


Im Nachlass meiner Mutter waren noch 200 g von der furchtbar filzenden Sockenwolle "Sirmione". Nach dem Reinfall mit den Socken, die ich daraus gestrickt hatte, wollte ich diesmal etwas daraus machen, was nicht viel gewaschen werden muss. Oder etwas, was absichtlich gefilzt werden soll. Ohne eine konkrete Idee zu haben, habe ich erstmal eine Maschenprobe gestrickt. Und da ist es wieder passiert: Garngeflüster!

"Das ist nicht Dein Farbschema," flüsterte Sirmione kritisch.
Ich antwortete: "Ich will aber was aus Dir stricken. Mir egal, für wen. Meine Wollkisten quellen über und in den Müll kommst Du nicht! Meine Mama hat Geld für Dich bezahlt und sie war immer knapp bei Kasse."
Sirmione schlug vor: "Dann strick aus mir etwas für Deine Schwägerin! Die hat schon so viel für Dich getan, da kannst Du ihr doch mal etwas stricken. Außerdem sind das genau ihre Farben." 

Nach meiner ersten Erfahrung mit Garngelüster weiß ich, dass man auf das Garn hören sollte. Okay, also habe ich bei der nächsten Gelegenheit die Maschenprobe meiner Schwägerin gezeigt und ihr auch die Geschichte mit den gefilzten Socken erzählt. Sie hat auch ganz deutlich das Garn ihren Namen flüstern gehört und sich ein Schultertuch gewünscht, ganz schlicht in kraus rechts als rechtwinkliges Dreieck.


Heute habe ich es abgekettet. Es ist an der langen Seite etwa 1,70 m lang, das passt gut, denn meine Schwägerin ist viel größer als ich.
Nein, ich habe es nicht gewaschen und gespannt. Ich finde einfach Wäscheleinenfotos aus dem Garten so nett und wollte auch mal ein Tuch so ablichten. Ist aber gar nicht so einfach, denn im grellen Sonnenlicht sind die Farben zu blass und im Schatten sehen sie auch doof aus. Mal sehen, vielleicht ist morgen das Licht besser, dann mach ich neue Fotos.


Der Farbverlauf verliert sich nach oben hin natürlich immer mehr. Aber gerade das finde ich ganz reizvoll. Hier noch einmal das Kissen, das ich mit den verfilzten Socken verziert habe. Ich hoffe, die Schwägerin wäscht das Tuch nur ganz vorsichtig mit der Hand oder am besten gar nicht. Wolle kann man doch auch lüften, sie reinigt sich selbst. Und so ein Tuch wird ja normalerweise auch nicht wirklich schmutzig.

Das Tuch macht mit bei:




Samstag, 16. Mai 2015

Gelesen: "Altes Land" von Dörte Hansen




Coverbild vom Verlag zur Verfügung gestellt

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
288 Seiten
ISBN: 978-3-8135-0647-1
€ 19,99 [D]
€ 20,60 [A]
CHF 26,90 * (* empf. VK-Preis)
Verlag: Knaus

Klappentext:
Das „Polackenkind“ ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen.

Meine Meinung:
Dieser Roman ist aus vielen verschiedenen Perspektiven und in vielen Zeitebenen geschrieben, aber damit kommt man sehr gut zurecht. Es geht um Männer, Frauen, Mütter, Väter, Töchter, Söhne, Nachbarn und Freundschaften. Die meisten sind sympathisch, auch wenn sie manchmal sehr eigen, stur und griesgrämig sind. Neben den Personen spielen auch die Natur, die Pflanzen und die Tiere eine wichtige Rolle, selbst das Land, die Jahreszeiten und die Häuser werden wie Lebewesen beschrieben. Dabei macht Dörte Hansen gar nicht viele Worte. Sie beschreibt Situationen, Gefühle, Gedanken mit wenigen Sätzen, aber in sehr schönen Bildern. Es wird nie kitschig und gerade deshalb ist es sehr berührend und gleichzeitig realistisch. Mir hat das alles sehr gut gefallen. Vielen Dank für dieses schöne Buch, Frau Hansen! Ich hoffe, Sie schreiben noch mehr Romane.

Tipp:
Es gibt beim Verlag eine Leseprobe, ein Interview-Video mit der Autorin und vom NDR einen Bericht über das Buch und die Autorin.




Dienstag, 12. Mai 2015

Noch ein Kindergeburtstag, wieder DIY, Upcycling & Zweckentfremdung


Etwa zwei Wochen lang ist das große Kind nur zwei Jahre älter als das kleine. Das finden beide sehr spannend. Jetzt hatte also auch das große Kind Geburtstag und ist wieder drei Jahre älter und damit sieben. Die Zeit rennt echt immer schneller. Es dauert nicht mehr lang und wir feiern zweistellig...


Den Kuchen hat das Kind selbst entworfen. Backen durfte ich. ;-)
Aber ich musste dabei genau erklären, welche Aufgabe jede einzelne Zutat hat.
Es ist ein ganz einfacher Schokokuchen mit Schokoguss.


Eigentlich haben wir einen Geburtstagszug aus Holz mit echten Kerzen, aber das Kind ist zurzeit etwas ängstlich, wenn es um echtes Feuer geht, deshalb hat es sich den Adventszug mit elektrischen Lichtern stattdessen gewünscht. Ich habe den Namen und die Sieben auf farblich passendes Papier geschrieben und mit Klebestift aufgeklebt. Der Zug hat zwar nur vier Wagen, aber man kann ja auf jeden Wagen mehrere Buchstaben schreiben.


Das Thema war diesmal "Eisenbahn" und ich habe Becher und Strohhalme passend geschmückt. Die Streifenpuzzles waren noch von neulich übrig. Für Grundschüler zwar eigentlich zu babyhaft, aber was soll's?


Von den Einladungen habe ich leider mal wieder keine Fotos, aber die Give-Away-Tütchen habe ich noch schnell geknipst. Es sind mal wieder Käsetüten


Schöne Geschenkekartons mache ich aus Schuhkartons und gebrauchtem Geschenkpapier. Die kann man immer wieder verwenden und das Ein- und Auspacken geht schön schnell.


Der Renner war natürlich auch hier das Büchsenwerfen. Nachdem die Gäste erst die Büchsen und dann sich gegenseitig mit den Stoffbällen beworfen haben, wurde eine Art Eierlaufen mit Büchsen, also quasi Büchsenlaufen gespielt. Wer ist schneller mit einer Büchse auf der Handfläche am ausgestreckten Arm? Wer kann die Büchse auf dem Kopf balancieren? Und auf dem Rücken?


Und jetzt zeig ich noch eins der schönsten Geschenke: 
eine Rose, ein Lavendel und Gartengeräte in Kindergröße. 




Sonntag, 10. Mai 2015

Wenn die Kinder Kinder kriegen...





...dann ist das bei uns natürlich ein wunderbares Spiel. Neulich haben meine Kinder einen ganzen Nachmittag damit verbracht, sich Puppen und Kuscheltiere unter das T-Shirt zu stopfen, oft sogar bis zu sechs gleichzeitig. Mit diesen dicken "Bäuchen" liefen sie dann ächzend herum, bis sie sich zur Niederkunft auf das Sofa legen mussten. Nach den Geburten wurden die "Babys" gewickelt und gestillt. Da wir keinen Puppenwagen haben, habe ich aus Schals einfach Tragetücher gemacht. So konnten die kleinen Mamas ihren Nachwuchs immer bei sich haben, sogar beim Aufräumen der Kinderzimmer. Also ich freue mich auf meine Zeit als Oma. Meine Enkel werden es gut haben.


Mittwoch, 6. Mai 2015

Me Made Mittwoch: bequeme Hose


Klick macht das Foto größer, dann sieht man die Hose besser, 
aber auch die Patschehände am Spiegel.


Diese weinrote Hose aus Viskosejersey habe ich mir vor acht Jahren genäht. Ursprünglich hatte ich sie fürs Tanzen gemacht, weil ich im Training ganz gern Herrenschuhe trage (gibt es eigentlich vegane Tanzschuhe???) und das zum Rock doof aussieht. Aber erstens bin ich immer mit dem Absatz im weiten Hosensaum hängen geblieben und zweitens tanzen wir nur noch gelegentlich, seit wir Kinder haben. Also trage ich die Hose jetzt im Alltag. Der Schnitt ist selbst gemacht. Er besteht aus zwei Teilen, je eins pro Bein. Oben und unten nur einfach umgenäht und in der Taille ein Gummiband, fertig. Bequem, luftig, schön, schnell genäht.  Schade, dass sie keine Taschen hat, aber das, was ich da normalerweise reinstecke (z.B. Schlüssel) würde die ganze Hose verziehen, weil der Jersey so dünn ist. Das Oberteil mit den Schmetterlingen ist leider nicht selbst genäht, aber mal wieder ein schönes Beispiel dafür, dass man Vorurteile nicht pflegen, sondern hinterfragen sollte, denn ich fand diesen Schnitt an anderen immer ulkig, aber seitdem ich dieses von einer Bekannten meiner Mutter gebraucht geschenkt bekommen habe, bin ich begeistert.

Was die anderen heute tragen, sehen wir auf dem MMM-Blog.

Freitag, 1. Mai 2015

Gehört: "Garou" von Leonie Swann




Cover freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Klappentext:
Es ist soweit: für die Schafe von Glennkill beginnt ein neues, wollsträubendes Abenteuer. Gemeinsam mit ihrer Schäferin Rebecca haben sie die irische Heimat verlassen und ihre ersehnte Europareise angetreten! In Frankreich beziehen sie Winterquartier im Schatten eines entlegenen Schlosses, und eigentlich könnte es dort recht gemütlich sein – wären da nicht die Ziegen auf der Nachbarweide, die mysteriöse Warnung eines fremden Schafes und das allgemeine Unbehagen vor dem Schnee. Ein Mensch im Wolfpelz! – wispern Ziegen und Menschen. Ein Werwolf! Ein Loup Garou! Oder doch nur ein Hirngespinst? Als dann ein Toter am Waldrand liegt, ist nicht mehr klar, wer gefährlicher ist: der Garou oder seine Jäger. Fest steht, dass die Schafe schnell Licht ins Dunkel bringen müssen, um sich selbst und ihre Schäferin zu schützen. Und schon bald folgen sie mit bewährter Schafslogik einer ersten Spur, die sie durch die Gänge des Schlosses und das Schneegestöber der Wälder führt …

Gekürzte Lesung
Gelesen von Andrea Sawatzki
Originalverlag: Goldmann
5 Audio-CDs, Laufzeit: ca. 375 Minuten (6 Stunden 15 Minuten)
ISBN: 978-3-8371-0223-9
€ 12,99 [D] * | € 14,60 [A] * | CHF 18,90 * (* empf. VK-Preis)
Verlag: Random House Audio


Meine Meinung:

Nachdem ich "Glennkill" gehört hatte, habe ich mich gefreut, die liebenswerten Schafe Mopple The Whale, Miss Maple, Othello und so weiter wieder zu treffen. Es ist auch bewundernswert, mit wie vielen verschiedenen Stimmen Andrea Sawatzki die Geschichte vorliest. Die Atmosphäre im Schatten des Schlosses ist sehr anschaulich beschrieben und besonders gut gefällt mir wieder die Perspektive der Schafe, die z.B. eine Kommode als "Lamm eines Schrankes" bezeichnen. Leider wechseln die Perspektiven häufig und eine Person kann dadurch mehrere unterschiedliche Bezeichnungen haben (z.B. der Schlossbesitzer, der Doktor, Maurice und der Häher sind, soweit ich es verstanden habe, ein und dieselbe Person). Es gibt auch so viele Personen, dass ich von Anfang an keinen Überblick hatte. Dadurch habe ich die Auflösung auch nicht so ganz verstanden, aber da die Autorin das Buch als Thriller und nicht als Krimi bezeichnet (siehe auch im Interview, das ich unten verlinkt habe), ist das wohl okay so. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nur die gekürzte Fassung gehört habe?


Tipp:

Hier gibt es ein Interview mit Leonie Swann.


Mittwoch, 29. April 2015

Gelesen: "Die Kunst des klaren Denkens" von Rolf Dobelli


Manchmal schreibe ich hier monatelang keine einzige Buchbesprechung und dann plötzlich ganz viele hintereinander. Wie kommt das? Ganz einfach, wenn man immer mehrere Bücher parallel liest, liest man manchmal mehrere kurz nacheinander aus. Und dann dauert es wieder bis zur nächsten Buchbesprechung, weil ich ganz viele Bücher neu anfange.


Cover freundlicherweise vom Hanser Verlag zur Verfügung gestellt


Autor: Rolf Dobelli
Titel: "Die Kunst des klaren Denkens - 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen"
256 Seiten
ISBN : 978-3-446-42682-5
€ 14,90 (D)
€ 15,40 (A)
CHF 21,90 (CH) Unverbindliche Preisempfehlung


Klappentext:

Unser Gehirn ist für ein Leben als Jäger und Sammler optimiert. Heute leben wir in einer radikal anderen Welt. Das führt zu systematischen Denkfehlern - die verheerend sein können für Ihr Geld, Ihre Karriere, Ihr Glück. Wer weiß, wie leicht man sich irren kann, ist besser gewappnet: Rolf Dobelli nimmt die tückischsten "Denkfallen" unter die Lupe, in die wir immer wieder tappen. 

Und so erfahren wir,
- warum wir unser eigenes Wissen systematisch überschätzen (und andere für dümmer halten, als sie sind),
- warum etwas nicht deshalb richtiger wird, weil Millionen von Menschen es für richtig halten,
- warum wir Theorien nachhängen, selbst wenn sie nachweislich falsch sind.

Rolf Dobellis Texte sind nicht nur inhaltlich ausgesprochen bereichernd, sie sind ein echtes Lesevergnügen.

Meine Meinung:

Jetzt habe ich hier eine Viertelstunde gesessen und überlegt, was ich schreiben soll, ohne wieder genau dasselbe zu schreiben wie über den Nachfolger "Die Kunst des klugen Handelns", den ich ja zufällig zuerst gelesen hatte. Aber wenn ich über den Vorgänger genau dasselbe denke, dann ist das halt so, also kopiere ich mal frech, was ich vor genau acht Wochen geschrieben habe:

Normalerweise bin ich ja immer für positive Formulierungen, also z.B. "früh schlafen gehen" statt "abends nicht so lange aufbleiben". Aber hier muss ich eine Ausnahme machen. Oft sind es wirklich Fehler, die man vermeiden sollte, wenn man ein besseres Leben haben will (Rauchen. Kapselkaffee. Handy am Steuer. Nur mal drei Beispiele von meiner persönlichen Liste.)
Das Buch ist lesenswert! Jede einzelne Seite!
Durch die kurzen Kapitel ist es auch super für unterwegs.


Tipp:
Am 19. Oktober 2015 erscheint der Doppelband "Klar denken, klug handeln - 104 Denkfehler und Irrwege, die Sie besser anderen überlassen".
ISBN : 978-3-446-44513-0
€ 16,90 (D)
€ 17,40 (A)
CHF 23,90 (CH) Unverbindliche Preisempfehlung

Das ist gegenüber den beiden Einzelbänden wirklich ein Schnäppchen!


Dienstag, 28. April 2015

Kinder-Geburtstag: DIY & Upcycling


Kinder, wie die Zeit vergeht!
Das kleine Kind ist nun schon vier Jahre alt.


Und weil es alles liebt, was Räder hat: Autos, Eisenbahnen, Busse, U-Bahnen usw., haben wir für die Kitakinder diesmal die bewährten Erdnussbutterbüchsen (siehe hier und hier) mit Verkehrszeichen beklebt.


Die Reste der Etiketten sind hinter einem Spielstraßenschild versteckt.
In den Büchsen drin sind selbst gebackene Mürbeteigkekse. Sie kommen immer gut an. So sparen wir eine Menge Müll gegenüber Gummitiertütchen u.ä.


Die nächste Idee hatte mein Mann. Er trinkt diesen Pulverkaffee seit ein paar Monaten immer auf der Arbeit und hat fleißig die leeren Büchsen gesammelt. Eines Tages kam er damit nach Hause und sagte: "Damit könnte man doch auf dem Kindergeburtstag Büchsenwerfen spielen." Ja, inzwischen ist er auch ein Upcycler! *freu*
Um die Büchsen etwas aufzuhübschen, habe ich sie mit Plastikfolien aus alten Einkaufstüten beklebt. Da wir aber fast gar keine Tüten mehr haben, habe ich die Nachbarin gefragt, die mir sofort eine große Kiste voll geschenkt hat, weil sie auch nur noch Stofftaschen verwendet, aber die alten Tüten nicht einfach in den Müll werfen wollte. So hat sie sich gefreut, Ballast abzuwerfen und mir gleichzeitig zu helfen. Wie schön!
(Wer drinnen feiert, kann die Büchsen auch z.B. mit gebrauchtem Geschenkpapier oder Zeitung bekleben. Aber für den Garten wollte ich etwas Wasserfestes haben.)


So sahen die Büchsen dann aus.


Die Bälle habe ich aus Stoffresten genäht. Diese hier sind vom Bahnübergangskostüm.
Das Schnittmuster gibt es hier kostenlos. (Okay, noch sehen sie eher wie Propeller oder Insekten aus. Aber das ändert sich gleich.)


Gefüllt habe ich sie mit Stoffschnipseln aller Art.


Das bunt geringelte sind Fußteile einer Kinderstrumpfhose, die zu kurz war und die ich mal abgeschnitten und umgenäht hatte.


18 Bälle habe ich genäht.


Die Kinder haben prima mit den Büchsen und Bällen gespielt. Sie haben auch immer schön gemeinsam aufgebaut und die Bälle aufgesammelt.


Es hat so viel Spaß gemacht, dass sie gar nichts anderes spielen wollten. Die Büchsen haben auch immer schön laut gescheppert. Ich hatte zwar noch ein paar Spiele und auch sonstige Beschäftigungen vorbereitet, aber die kamen nicht zum Einsatz.


Zum Beispiel gibt es im Netz ganz tolle Streifenpuzzles zu verschiedenen Themen.
Bei uns drehte sich natürlich alles um Fahrzeuge. Ich habe die Vorlagen auf zerschnittene Kartons geklebt und dann zugeschnitten.


Es gibt im Netz viele tolle Ausmalbilder, Labyrinthe, Schwungübungen gratis.


Die Stickbilder habe ich auch auf Pappe geklebt und die Löcher mit der Lochzange vorgestanzt. Die Schnürsenkel zum "Sticken" sind neu. In den Umschlägen sind Shadow-Matching-Karten. Es sind immer sechs Fahrzeuge und mit sechs passenden Schatten. Kleinere Kinder "puzzeln" damit die richtigen Schatten zu den Fahrzeugen. Größere Kinder können damit Memory spielen.


In diesen Papiertüten wird uns der Käse geliefert. Er ist aber immer noch zusätzlich in Wachspapier eingewickelt, sodass die Tüten sauber sind und auch nicht riechen. Ich habe Fahrzeugbilder aufgeklebt, die unbenutzten Spiele hineingetan, die Tüten oben zugewickelt und mit kleinen Wäscheklammern verschlossen. So konnten wir den kleinen Gästen ein Dankeschön mit nach Hause geben. Die Eltern freuen sich sicher, wenn die Kinder sich mit den Spielen beschäftigen.


Diesmal gab es übrigens auch Verkleidungen für die Trinkbecher.


Und auch die Strohhalme hatten Auto-Fähnchen.
Jedes Kind hat stolz seinen Namen drauf geschrieben.
So wurde nichts verwechselt.

Ich hatte noch so viel gebastelt (die Einladungskarten, eine große Wimpelkette usw.), aber längst nicht alles fotografiert. Meine Inspiration habe ich mir übrigens via Pinterest geholt. Aber da muss man wirklich diszipliniert sein, damit man dort nicht mehrere Nächte verbringt.

Und falls sich jetzt jemand fragt, woher ich so viel Zeit habe: Ich habe sehr früh mit den Vorbereitungen angefangen und immer mal zwischendurch fünf Minuten gebastelt, die wichtigen Sachen zuerst, die Bonussachen zum Schluss. Ich habe zum Glück einen großen Nähtisch, auf dem ich solche Werkeleien auch mal ein paar Tage liegen lassen kann.

Heute mache ich mit bei: