Sonntag, 23. Februar 2020

Gelesen: "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" von Genki Kawamura




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autor: Genki Kawamura
Titel: Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden
Hardcover
Preis: 18,00 € [D], 18,50 € [A], CHF 25,90
Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe
Originaltitel: If cats disappeared from the world
Originalverlag: Kodansha International Ltd Japan, Tokyo 2012
Hardcover mit Schutzumschlag
192 Seiten
ISBN: 978-3-570-10335-7
Erschienen am 23. April 2018


Klappentext:
Ein junger Briefträger erfährt überraschend, dass er einen unheilbaren Hirntumor hat. Als er nach Hause kommt, wartet auf ihn der Teufel in Gestalt seines Doppelgängers. Er bietet ihm einen Pakt an: Für jeden Tag, den er länger leben möchte, muss eine Sache von der Welt verschwinden. Welche, entscheidet der Teufel. Der Briefträger lässt sich auf dieses Geschäft ein. Am Tag darauf verschwinden alle Telefone. Am zweiten Tag die Filme, am dritten alle Uhren. Als am vierten Tag alle Katzen verschwinden sollen, gebietet der Briefträger dem Teufel Einhalt. Und macht etwas völlig Überraschendes ...

Meine Meinung:
Obwohl diese Geschichte sehr philosophisch und traurig ist, liest sie sich leicht und lässt uns anschließend dankbarer durchs Leben gehen.

Tipp:
Die ersten 18 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.

Donnerstag, 20. Februar 2020

Gehört und gelesen: "Die Unausstehlichen & ich - Das Leben ist ein Rechenfehler" von Vanessa Walder



Coverbild freundlicherweise vom HörVerlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Vanessa Walder
Titel: Das Leben ist ein Rechenfehler
Reihe: Die Unausstehlichen & ich (1)
gekürzte Lesung
gelesen von Maximiliane Häcke
Hörempfehlung: ab 9 Jahren
Preis: 12,99 € [D], 14,60 € [A], CHF 18,90
3 CDs
Laufzeit: 3h 33min
ISBN: 978-3-8445-3590-7
Erschienen am 24. Juni 2019

Klappentext des Hörbuchs:
Die 11-jährige Enni hat Grund zu fluchen: Ihre Pflegeeltern haben sie ins Internat gesteckt. Vom ersten Tag an will sie nur so schnell wie möglich wieder weg und zurück zu ihrem Bruder. Anfangs findet sie die anderen Internatsschüler unausstehlich. Doch Enni weiß, dass sie bei ihrem Ausbruch auf deren Hilfe angewiesen ist. Im Gegenzug fordern ihre Mitschüler auch Ennis Unterstützung. Sie wollen dem schüchternen Karan helfen, seine größte Angst zu überwinden: Durch eine heimliche, nervenzerfetzende Aktion.



Coverbild freundlicherweise vom Loewe-Verlag zur Verfügung gestellt


Illustrationen: Barbara Korthues
Leseempfehlung: ab 10 Jahren
Gebundene Ausgabe
272 Seiten
Loewe Verlag
erschienen: 19. Juni 2019
ISBN 978-3-7855-8901-4
Hardcover
Preis: 12,95 € [D], 13,40 € [A]


Klappentext des Buchs:
LIFE SAAKS – kommt drauf an, was du draus machst! 
Ennis Wutanfälle haben ihren Grund: Ihre Pflegeeltern stecken sie in ein abgelegenes Internat, und nehmen ihren Bruder Noah mit in die Schweiz. Aber Enni hat einen Plan: Ausbrechen und ihn finden. Zu dumm, dass sie dafür die Hilfe der anderen Schüler braucht, denn die findet Enni unausstehlich. Doch dann stellt sich raus, dass die Unausstehlichen eine eigene, nervenzerfetzende Geheimaktion planen und dafür Ennis Hilfe brauchen … 

Meine Meinung:
Enni schreibt die Geschichte, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Aber die Schimpfworte streicht sie durch bzw. piept sie aus (im Hörbuch), weil Fluchen in Saaks verboten ist. So kann jede'r bei Lesen die Worte einsetzen, die seinem Schimpfniveau entsprechen, das macht Spaß. Oder man überliest die Lücken, was beim Buch in den meisten Fällen ganz gut geht.
Enni ist ein toughes Mädchen, dass sich schon lange in Pflegefamilien und Kinderheimen durchboxen muss. Ihre Weisheiten und Tricks erzählt sie eher nebenbei, sie kann verdammt gut Pläne schmieden, betrachtet immer die aktuelle Situation und was sie daraus machen kann, das zeigt, wie intelligent Enni eigentlich ist. Sie hat ein großes Herz, das sie aber hinter einer fast brutalen Fassade aus Gleichgültigkeit und Flüchen versteckt.
Ennis Geschichte ist spannend, lustig und sehr berührend. Am Ende bleiben leider viele Fragen offen, weil dies der erste Band einer Reihe ist. Im März erscheint der zweite Teil.

Tipp:
Hört Euch die Hörprobe an, schaut die Leseprobe an. Beide Ausgaben sind so liebevoll gemacht!


Mittwoch, 12. Februar 2020

Gelesen: "Dreck am Stecken" von Alexandra Fröhlich



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Alexandra Fröhlich
Titel: Dreck am Stecken
Paperback 
Preis: 15,00 € [D], 15,50 € [A], CHF 21,90
Verlag: Penguin
320 Seiten
ISBN: 978-3-328-10231-1
Erschienen am 09. September 2019


Klappentext:
Opa Heinrich ist tot. Sein Vermächtnis: ein vergilbtes Tagebuch. Johannes und seine Brüder beschließen erst mal, seine Vergangenheit ruhen zu lassen. Doch zur Beerdigung erscheinen lauter Menschen, die sie noch nie gesehen haben, eine alte Dame ist sogar aus Argentinien angereist. Was hatte der Großvater mit diesen Leuten zu schaffen? Aus Neugierde beginnt Johannes, das Tagebuch zu lesen. Danach ist klar: Die vier Brüder müssen ihrer Familiengeschichte auf den Grund gehen. Denn Opa hatte Dreck am Stecken. Und zwar nicht zu knapp ...

Meine Meinung:
Die manisch depressive Mutter hat bei ihrem Selbstmord vier sehr verschiedene Halbbrüder und deren pflegebedürftigen Opa zurückgelassen. Aus den Jungs werden Männer. Der erste ist ein stotternder Journalist, der zweite ein arroganter Manager, der dritte ein alkoholsüchtiger Arzt und der vierte ein manisch depressiver Künstler. Als der Opa stirbt, entdecken sie, dass er früher bei der SS war und seine Frau, also ihre Oma, eine Nazi-Sau übelster Sorte ist. Und noch lebt. In Argentinien.
In dieser Geschichte prallen die Nazi-Verbrechen der Großeltern auf das Chaos der Enkelsöhne, die mit ihren unterschiedlichen Charakteren, Berufen und Talenten ein wunderbar schräges Team bilden, zuerst um die Wahrheit zu erforschen und dann, um das Unrecht ihrer Großeltern wenigstens ein Stückchen wieder gut zu machen.
Kann und darf es Spaß machen, ein Buch über so schlimme Themen zu lesen?
Ja, das geht! Alexandra Fröhlich hat diese Geschichte mit so viel Leichtigkeit und Witz geschrieben, dass ich es mit großem Vergnügen gelesen habe und sich mir trotzdem die Nackenhaare angesichts der Altnazis aufgestellt haben.

Tipp:
Die ersten 31 Seiten gibt es als kostenlose Leseprobe.


Dienstag, 4. Februar 2020

Gelesen: "Die Schokoladenvilla - Goldene Jahre" von Maria Nikolai



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Die Schokoladenvilla – Goldene Jahre
Autorin: Maria Nikolai
Verlag: PENGUIN
Taschenbuch, Klappenbroschur
720 Seiten
ISBN: 978-3-328-10406-3
Erschienen am 14. Oktober 2019
Preis: 10,00 € [D], 10,30 € [A], CHF 14,50

Klappentext:
Stuttgart, 1926: Die junge, abenteuerlustige Serafina zieht zu ihrem Halbbruder Victor in dessen prächtiges Familienanwesen, das alle nur »Die Schokoladenvilla« nennen. Denn die Rothmanns sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt für ihre feinen Schokoladenkreationen, von denen sich auch Serafina nur zu gern verführen lässt. Mit ganzem Herzen stürzt sie sich in die Verlockungen der aufregenden neuen Zeit, und als sie den attraktiven Anton kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf. Doch Anton ist im Begriff, sich mit einer anderen zu verloben. Derweil wird das Schokoladenimperium der Rothmanns durch heimtückische Sabotageakte bedroht – und Serafina von einem dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit eingeholt ...

Meine Meinung:
Nachdem der erste Band 1903 gespielt hat, befinden wir uns nun im Jahre 1926. Es ist eine spannende Zeit, vor allem gesellschaftlich und kulturell. Frauen sprengen ihre Fesseln, nicht nur befreien sie sich vom Korsett, auch die bürgerlichen Zwänge scheinen überwunden. Frauen sind berufstätig, sie sind allein unterwegs, sie leben teilweise recht offen ihre Liebe zu anderen Frauen aus.
Mit den Nachwirkungen des ersten Weltkriegs auf der einen Seite und dem Wissen, dass sieben Jahre später die Nazis die Macht ergreifen und damit die grausamste Phase Europas beginnt, in der 80 Millionen Menschen sterben, fühlt man sich beim Lesen wie in einem Schwebezustand.
Glück ist so zerbrechlich.


Samstag, 1. Februar 2020

Gelesen: "Alte weiße Männer" von Sophie Passmann



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Autorin: Sophie Passmann
Titel: Alte weiße Männer - Ein Schlichtungsversuch
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungstermin: 07.03.2019
288 Seiten

Taschenbuch 12 €
ISBN: 978-3-462-05246-6

E-Book 9,99 €
ISBN: 978-3-462-31967-5


Klappentext:
Sophie Passmann ist Feministin und so gar nicht einverstanden mit der Plattitüde, der alte weiße Mann sei an allem schuld. Sie will wissen, was hinter diesem Klischeebild steckt und fragt nach: Ab wann ist man ein alter weißer Mann? Und kann man vielleicht verhindern, einer zu werden? Sophie Passmann gehört zu einer neuen Generation junger Feministinnen; das sind Frauen, die stolz, laut und selbstbestimmt sind. Sie wollen Vorstandschefinnen werden oder Hausfrauen, Kinder kriegen oder Karriere machen oder beides. Und sie haben ein Feindbild, den alten weißen Mann. Dabei wurde nie genau geklärt, was der alte weiße Mann genau ist. Eines ist klar: Er hat Macht und er will diese Macht auf keinen Fall verlieren. Doch Sophie Passmann will Gewissheit statt billiger Punch-lines, deswegen trifft sie mächtige Männer, um mit ihnen darüber zu sprechen: »Sind Sie ein alter weißer Mann und wenn ja – warum?« Die Texte, die daraus entstanden sind, gehören zu den klügsten und gleichzeitig lustigsten, die man hierzulande finden kann.
Sophie Passmann war im Gespräch mit:
Christoph Amend, Micky Beisenherz, Kai Diekmann, Robert Habeck, Carl Jakob Haupt, Kevin Kühnert, Rainer Langhans, Sascha Lobo, Papa Passmann, Ulf Poschardt, Tim Raue, Marcel Reif, Peter Tauber, Jörg Thadeusz, Claus von Wagner

Meine Meinung:
Sophie Passmann stellt für dieses Buch verschiedensten Männern Fragen zu Feminismus, Frauenquote und was eigentlich ein alter weißer Mann ist bzw. ob sie sich selbst dafür halten. Manche dieser Männer sind sehr klug, nachdenklich, geben sogar interessante Denkanstöße, andere sind in ihrer Machohaltung kaum auszuhalten und allein schon dafür, dass die Autorin diese Typen ertragen hat, hat sie meinen größten Respekt.
Aber diese Frau hat vor allem einen staubtrockenen Humor, dazu ist sie sehr scharfsichtig und smart. Allein schon die Fußnoten sind der Knaller!
Hoffentlich schreibt sie noch viele weitere Bücher!

Tipp:
1. Es gibt eine kostenlose Leseprobe.
2. Es gibt ein Video, in dem Sophie Passmann 200 Fragen zum Buch bzw. zum Thema beantwortet.


Mittwoch, 22. Januar 2020

Gelesen: "Nachwendekinder" von Johannes Nichelmann




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Titel: Nachwendekinder
Autor: Johannes Nichelmann
ISBN:9783961010349
gebundene Ausgabe
272 Seiten
Verlag: Ullstein
Erscheinungsdatum: 06.09.2019
Preis: 20,00 € [D], 20,60 € [A]

Klappentext:
Lukas erfuhr erst vor kurzem durch den Anruf eines Unbekannten, dass sein Vater für das Regime spioniert hat. Maximilian fühlt sich wie ein Einwandererkind, dessen Herkunftsland seine Identität prägte, obwohl es nicht mehr existiert. Franziska ringt noch mit der Aufarbeitung der DDR-Geschichte in ihrer Familie.
Dem blinden Fleck in der Geschichte vieler ostdeutscher Familien spürt der preisgekrönte Hörfunk-Journalist Johannes Nichelmann in vielen Begegnungen nach. Die O-Töne wirken wie ein Echolot der problematischen Erinnerungskultur, aus der sich auch die Konstellation für aktuelle gesellschaftlich-politische Schieflagen im Osten speist. Es geht dem Autor um eine ehrliche Debatte, um ein lebendiges Erbe der Erinnerungen, das nicht schwarz-weiß gezeichnet ist, sondern auch Zwischen- und Grautöne kennt.

Meine Meinung:
In "Nachwendekinder" beschreibt Johannes Nichelmann, wie Menschen, die um den Mauerfall herum geboren und demnach eigentlich in der Bundesrepublik aufgewachsen sind, aber stark von der DDR beeinflusst wurden, das Gespräch mit ihren Eltern suchen, um ihre eigene Identität zu finden. Die Eltern dieser Generation haben damals ihre Jobs verloren, mussten sich neu orientieren und mit der Schulfrage beschäftigen. Mit ihren Kindern haben sie nicht oder nur wenig darüber gesprochen. Denn die DDR ist ja mit der Wiedervereinigung quasi verschwunden, aber die Menschen waren doch dieselben. Was war die DDR? Für die einen war sie eine Diktatur, ein Unrechtsstaat, von Mangelwirtschaft, Mauerschützen und Stasi geprägt. Für andere war sie die sozialistische Heimat, die sie mit aufgebaut und an die sie geglaubt haben. Die einen schauen mit Grauen zurück, sie sind froh, dass es vorbei ist. Andere verfallen in Ostalgie oder Depressionen. Und dann gibt es noch die Leute dazwischen, die manche Sachen gut fanden und andere schlecht. Mir wurde beim Lesen mal wieder deutlich: Die DDR war kein eindimensionales Gebilde, sie setzte sich aus vielen Menschen zusammen, es gibt nicht "den Ossi". Auch heute nicht.
Sehr lesenswert, auch für jüngere oder ältere Menschen und auch für Leute aus dem Westen. Also eigentlich für alle!

Tipp:
Kauft das Buch bitte im Buchladen um die Ecke, damit es den auch nächstes Jahr noch gibt. Falls es nicht vorrätig sein sollte, könnt Ihr es doch auch bestellen. Viele Buchhandlungen nehmen solche Bestellungen auch telefonisch an oder haben dafür einen eigenen Online-Shop. Danke!

Sonntag, 19. Januar 2020

Gehört: "Die Schwestern vom Ku'damm - Wunderbare Zeiten" von Brigitte Riebe



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Brigitte Riebe
Reihe: Die Schwestern vom Ku’damm (2)
Titel: Wunderbare Zeiten
Gekürzte Lesung mit Stefanie Stappenbeck
Preis: 19,99 € [D], 22,50 € [A], CHF 28,90
Hörbuch MP3-CD
2 CDs
Laufzeit: ca. 9h 14min
ISBN: 978-3-8371-4389-8
Verlag:Random House Audio, Deutschland
Erscheinungsdatum: 07.10.2019

Klappentext:
Berlin, 1953: Während für Rike - die älteste Schwester - das Kaufhaus an erster Stelle steht, interessiert die mittlere Schwester Silvie nur das Vergnügen. Das Kaufhaus läuft bestens. Rike bemüht sich, nur das Neueste vom Neuen anzubieten: Petticoats, Nylonstrümpfe und Waren, die sie nach dem Vorbild italienischer Mode fertigen lässt. Doch die Dynamik in der Familie hat sich verändert. Die Wunden des Krieges sind verheilt und die Männer weigern sich, die Geschäfte allein den Frauen zu überlassen. Erst als Florentine, die Jüngste, gegen alles und jeden rebelliert und die Familie zu entzweien droht, wird Silvie klar, dass auch sie Verantwortung übernehmen muss...

Meine Meinung:
Es ist schon 8 Monate her, dass ich den ersten Teil gelesen habe, aber in den zweiten Teil habe ich sehr schnell reingefunden. Es ist eine gelungene Fortsetzung mit vielen spannenden, teils dramatischen Wendungen. Stefanie Stappenbeck liest die Geschichte sehr einfühlsam. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den dritten Teil.

Tipp:
Bitte kauft Eure Bücher im Buchladen, damit es den auch nächstes Jahr noch gibt. Jede Buchhandlung kann auch fast alle Titel bestellen, die er gerade nicht vorrätig hat. Manche haben sogar einen Online-Shop.


Samstag, 18. Januar 2020

Noch eine Ergänzung zur Welt-Rettung


Neulich schrieb ich ja einen langen Text über meine Maßnahmen für ein nachhaltigeres, umweltfreundlicheres Leben.
Viele Dinge sind so normal für mich, dass ich sie gar nicht großartig erwähne. Aber für andere sind sie nicht normal (wie mich neulich eine Bekannte fragt: "Festes Shampoo? Wie soll das denn gehen?") und so nach und nach fallen mir immer mehr Sachen ein, die ich mache, die aber für andere ungewöhnlich oder sogar unbekannt sind.

Eine davon ist die Kompensation von CO2. Ich fliege zwar schon seit über 12 Jahren nicht mehr und eine Kreuzfahrt hab ich noch nie gemacht, aber ich fahre Auto. Das verursacht CO2. Und auch wenn ich relativ wenig fahre und das sehr sparsam, Kleinvieh macht auch Mist. Deshalb habe ich anhand meines Benzinverbrauchs berechnet, wie viel Geld ich zahlen muss, um das auszugleichen. Es gibt da verschiedene Organisationen, die z.B. von dem Geld Bäume pflanzen. Ich nenne mal zwei, mit denen ich mich näher befasst habe: Atmosfair und PrimaKlima. Schaut es Euch mal an, die Sache ist echt einfach, man kann z.B. mit Paypal bezahlen. Ich mache das einmal im Jahr, man könnte das aber auch nach jedem Tankstellenbesuch machen.

Das große Kind hat in der Schule auch gerade das Thema "Nachhaltigkeit und Klimaschutz". Es ist sehr interessant, welche Fragen dort gestellt werden, wie die Kinder antworten und diskutieren. Mir fiel dabei wieder die Liste mit den 7 R ein:

Refuse
Reduce
Reuse
Repair
Restyle
Recycle
Regrow

Bestimmt kennt Ihr diese Liste schon. Aber wenn Ihr mehr darüber wissen wollt, schreibt mir einen Kommentar. Dann erzähle ich, wie ich diese Liste umsetze.

Montag, 13. Januar 2020

Gelesen: "Die Schokoladenvilla" von Maria Nikolai



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Die Schokoladenvilla
Autorin: Maria Nikolai
ISBN: 9783328103226
Taschenbuch
656 Seiten
Verlag: Penguin
Erscheinungsdatum: 08.10.2018


Klappentext:
Stuttgart, 1903: Als Tochter eines Schokoladenfabrikanten führt Judith Rothmann ein privilegiertes Leben im Degerlocher Villenviertel. Doch die perfekte Fassade täuscht. Judiths Leidenschaft gehört der Herstellung von Schokolade, jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik und entwickelt Ideen für neue Leckereien. Unbedingt möchte sie einmal das Unternehmen leiten. Doch ihr Vater hat andere Pläne und fädelt eine vorteilhafte Heirat für sie ein – noch dazu mit einem Mann, den sie niemals lieben könnte. Da kreuzt ihr Weg den des charismatischen Victor Rheinberger, der sich in Stuttgart eine neue Existenz aufbauen will ...

Meine Meinung:
Dies ist zwar ein historischer Liebesroman, aber keine seichte Trivialliteratur.
In diesem Roman wird den Leser'innen die Grausamkeit des Patriarchats vor Augen geführt. Väter verfügen über ihre Töchter, als wären sie eine Ware. Zu diesem Zwecke wird eine (finanzielle) Unabhängigkeit von Mädchen vermieden. Dazu kommen allerlei Hindernisse, angefangen bei Kleidung, die die Bewegung einschränkt und das Atmen erschwert, bis hin zu Vorschriften, dass eine Dame nicht (mit einem Mann) allein unterwegs sein darf, sondern immer eine Anstandsdame braucht. This is a man's world!
Ich war überrascht, dass Hermione von Preuschen so eine große Rolle in dieser Geschichte spielt. Sie ist quasi die berühmteste Frau von Berlin-Lichtenrade, wo ich wohne. Diese emanzipierte Künstlerin hat um die vorletzte Jahrhundertwende Lichtenrade zum kulturellen Mittelpunkt Berlins gemacht (obwohl es damals noch nicht einmal zu Berlin gehörte). Sie veranstaltete Ausstellungen und hielt Vorträge über ihre Weltreisen vor Gästen aus der "höheren" Gesellschaft aus Berlin, New York, Tokio, Caracas und Afrika.


Samstag, 11. Januar 2020

Noch zwei Ergänzungen...


Zu meinem Text von vorgestern möchte ich noch zwei Dinge ergänzen:


  1. Putz- und Waschmittel mache ich entweder selbst (meist mit Rezepten von Smarticular*) oder ich kaufe die Produkte von Frosch*.
  2. Ich kaufe nur noch dann Online Sachen, wenn ich sie nicht innerhalb meines üblichen Bewegungsradius kaufen kann. Bücher kaufe ich schon lange nicht mehr beim großen bösen A. Die Buchläden in meiner Umgebung bestellen für mich alles, was eine ISBN hat. Neulich hab ich auch mal Ecolibri* benutzt. Die zahlen immerhin Steuern und pflanzen vom Gewinn Bäume.

*Nennt es Werbung, aber ich wurde dafür nicht beauftragt oder bezahlt. Ich empfehle einfach nur die Dinge, die ich selbst benutze und gut finde.


Hierfür mache ich jedenfalls keine Werbung:




Donnerstag, 9. Januar 2020

Die Welt retten?


Die Sache mit den guten Vorsätzen
Zum Jahreswechsel haben viele Leute gute Vorsätze, was sie im neuen Jahr anders oder besser oder nicht mehr machen wollen. Ich habe das bisher eher selten gemacht, weil ich beobachtet habe, dass sich mein Leben selten an meine Pläne hält. Stattdessen schau ich gern auf das vergangene Jahr zurück. Ich habe 2019 wenig gebloggt und wenn, dann hauptsächlich über die Bücher, die ich gelesen habe. Allerdings repräsentiert das nicht ansatzweise mein Leben.

Was mich früh geprägt hat: Kapitalismus und Patriarchat
Ich bin ja schon fast mein ganzes Leben eher alternativ-öko-friedensbewegt unterwegs. Als Kind von Kriegskindern fand ich Frieden schon immer erstrebenswert. Aus Geldmangel wurde in meiner Kindheit viel selbst gemacht, wiederverwendet, verzichtet, repariert und einfach wenig in den Müll geworfen. Später dann hat die Ablehnung meiner Mitschüler'innen bei mir zu einer Trotzreaktion geführt. Ich konnte mir keine Levi's Jeans oder DocMarten Schuhe leisten und als ich deshalb ausgegrenzt wurde, wollte ich auch gar nicht dazugehören, indem ich mir möglichst ähnliche Sachen kaufe. Ich hab z.B. gar keine Jeans mehr getragen, sondern Stoffhosen, Röcke, Kleider und Leggins.
Ich war auch schon Feministin, bevor ich in die Pubertät kam. Ich bin in einem reinen Frauenhaushalt aufgewachsen. Meine Mutter war geschieden. Ihre Mutter war geschieden. Und deren Mutter war ihr Leben lang ledig. Frauen waren also prägend, Männer kamen eher als Störfaktoren vor.
Zwar hab ich mich später auch geschminkt und gestylt, aber eher, um meinen eigenen Stil zu entwickeln und mich von anderen abzuheben, als nur um Männern zu gefallen. Wenn mich einer anbaggern wollte und nur über mein Äußeres laberte, hab ich ihm mächtig die Meinung gegeigt. Bald wurde es mir dann einfach zu zeitaufwendig und zu teuer, mich so viel um mein Aussehen zu kümmern. Kleidung soll in erster Linie praktisch sein und mich wärmen. Meine Haare sollen pflegeleicht sein. Kurze Haare musste ich alle 6 Wochen nachschneiden lassen. Also trage ich lange Haare und schneide sie selbst. Schminke kommt nur noch sehr wenig zum Einsatz. Um Frauenzeitschriften und ähnliche Einflüsse mache ich schon lange einen großen Bogen.
Ich hab noch nie eine Kreuzfahrt gemacht.
Meine letzte Flugreise war 2007.
Die letze private Flugreise ist sogar noch länger her, das war im Jahr 2000.
Beim letzten Umzug im Jahr 2010 sind wir auf Naturstrom* umgestiegen.
So hielt ich mich eigentlich für ziemlich umweltfreundlich.

Muss man Wasser aus Plastikflaschen trinken?
Im Herbst 2018 wurde mir plötzlich bewusst, wie viel Plastikmüll bei uns anfällt. Wir tranken damals noch Wasser aus Einwegplastikflaschen. Jede Woche fütterte ich im Supermarkt den Leergutautomaten. Jede Woche schleppte ich neue, volle Flaschen nach Hause. Wir tranken aus Plastik und dachten uns nichts dabei. Aber die Stimmen anderer Umweltschützer'innen wurden immer lauter und endlich begriff auch ich, dass ich etwas ändern muss. Ich nahm einen großen Glaskrug aus dem Küchenschrank, füllte ihn am Wasserhahn und stellte ihn auf den Tisch. Wenn ich Durst hatte, füllte ich mein Trinkglas mit diesem Wasser und trank. Revolutionär!!!

Muss Kosmetik in Plastik verpackt sein?
Dann nahm ich die vielen Plastikflaschen im Badezimmer wahr: Flüssigseife, Shampoo, Spülung, Haarkur, Duschgel und Bodylotion. Dabei war ich mit dem Zustand meiner Haare und meiner Haut gar nicht zufrieden. Ich kaufte mir zwei Stücken Seife*: eins zum Duschen und eins fürs Händewaschen. Sie ist vegan, ohne Palmfett und ohne Plastikverpackung. Dazu hat sie auch noch einen Charity-Effekt. Meine Haut ist schöner geworden und ich brauche weder Handcreme noch Bodylotion.
Das mit den Haaren hat länger gedauert. Erst hab ich die No-Poo-Methode probiert. Die Idee finde ich super, aber leider funktioniert sie bei mir nicht. Dann hab ich meine Haare mit Roggenmehl gewaschen. Das fanden meine Haare zwar gut, aber mir war es zu umständlich. Als nächstes hab ich normale Seife und Haarseife probiert, anschließend eine saure Rinse mit Essig gemacht. Das war schon besser, aber ich war noch nicht zufrieden. Glücklicherweise hab ich dann festes Shampoo* entdeckt. Seitdem sind meine Haare wunderbar! Ich muss sie seltener als vorher waschen, die Spitzen brechen nicht mehr ab und ich brauche weder Spülung noch Kur.
Nebenbei hab ich aus Neugier Deo* selbst hergestellt. Das ist so kinderleicht, wirksam und billig, dass ich es kaum glauben konnte!

Müssen Lebensmittel in Plastik verpackt sein?
Als nächstes waren die Lebensmittel dran. Ich kaufe schon lange größtenteils bio ein, dabei möglichst fair, regional und saisonal. Aber auf die Plastikverpackung hatte ich weniger geachtet. Inzwischen hab ich viele Artikel ersetzt. Dinge wie Zucker*, Getreideflocken*, Müsli* und Schokolade kaufe ich jetzt in Papier oder Pappkarton statt in Plastik. Unser Bioladen* hat zum Glück auch viel Obst, Gemüse und Kartoffeln lose. Ich fülle sie in leichte Beutel, die ich mir aus einer alten Gardine genäht habe. Und immer, wenn ich zum Stricktreffen von Helfen WOLLEn fahre, komme ich bei einer Filiale der Biocompany* vorbei, die ein großes Angebot an unverpackter Ware hat. Dort kaufe ich Trockenfrüchte, Getreide, Nüsse, Gummibären, Schokolinsen, die ich in mitgebrachte Schraubgläser fülle.
Im vergangenen Jahr habe ich auch viel selbst im Garten angebaut: Kartoffeln, Tomaten, Möhren, Zucchini, Kräuter. Das spart neben der Verpackung auch die Transportwege.

Muss ich jeden Tag Auto fahren?
Da ich nicht berufstätig bin, muss ich nicht jeden Tag unterwegs sein. Deshalb kann ich meine Fahrten bündeln und somit Benzin sparen. Meine Kinder haben dank des Berliner Senats eine kostenlose Monatskarte, sodass ich sie nicht mehr überall hinbringen muss. Meinen Kindern macht es Spaß und sie fühlen sich schon sehr erwachsen, weil sie allein mit Bus & Bahn fahren können. Ich spare Zeit und Benzin, das freut auch die Umwelt.

Warum arbeite ich nicht?
Also zuerst einmal arbeite ich ja. Neben der Haus- und Gartenarbeit betreue ich meine Kinder nach der Schule, rede mit ihnen über die Probleme unserer Welt, zeige ihnen, wie man Dinge selber machen kann.
Ich muss nicht berufstätig sein. Mein Mann verdient genug, um die Familie zu ernähren und ich sorge natürlich für meine Rente privat vor. Wenn man Konsum verweigert, spart man auch Geld. Ich vermisse meinen alten Job auch nicht.
Vor allem aber bin ich so umweltfreundlicher als wenn ich jeden Tag zur Arbeit fahren würde, besondere Kleidung tragen und meine Kinder fremdbetreuen lassen müsste.

Schade ich damit der Wirtschaft?
Ja, sicher. Aber die Wirtschaft schadet unserem Planeten, also unserer Lebensgrundlage. Frei nach dem Motto "Mach kaputt, was dich kaputt macht" kämpfe ich gegen die Ausbeutung der Natur. Viele Menschen sind geblendet von der Vorstellung, dass sie das kapitalistische Patriarchat bewahren müssen, damit sie selber reich werden können. Dabei funktioniert dieses System nur durch Ausbeutung und Unterdrückung. Es definiert Reichtum nur als relativen Wert. Wenn jemand mehr Geld hat als die Menschen um ihn herum, fühlt er sich reich. Dabei muss er aber immer Angst vor Kriminalität haben und jammert über Steuern und sonstige Abgaben, mit denen Arbeitslosigkeit, Umweltschäden usw. ausgeglichen werden. Wenn man aber dafür sorgt, dass es allen besser geht, dass der Planet auch in Zukunft eine gesunde Lebensgrundlage für uns Menschen sein kann, dass alle zufrieden sind und es keinen Neid, keine Armut, keine Ausbeutung gibt, keine Kriege und keine Kriminalität, erst dann sind wir doch wirklich wohlhabend!

*Nennt es Werbung, aber ich wurde dafür nicht beauftragt oder bezahlt. Ich empfehle einfach nur die Dinge, die ich selbst benutze und gut finde.

Sonntag, 5. Januar 2020

Gelesen: "Henriette und der Traumdieb" von Akram El-Bahay



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: "Henriette und der Traumdieb"
Autor: Akram El-Bahay
ISBN:9783764151126
Ausgabe: Fester Einband
Umfang: 400 Seiten
Verlag:Ueberreuter Verlag
Erscheinungsdatum:17.02.2017
Altersempfehlung: ab 11 Jahren

Klappentext:
Keiner träumt wie Henriette. Jeden Morgen erinnert sie sich klar und deutlich an die Abenteuer der vergangenen Nacht – sogar herbeiwünschen kann sie ihre Träume. Doch eines Tages ist alles anders. Jede Spur an den letzten Traum ist wie ausradiert. Ein Traumdieb hat zugeschlagen! Entgegen aller Warnungen beschließt Henriette, den Dieb zu suchen und zur Rede zu stellen. Ihr Weg führt sie durch schöne und böse Träume, in die heiße Wüste, in den finsteren Wald der Alben und zu einer Tür, hinter der etwas Schreckliches lauert …

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt!
Wer die Traumgeschichten aus "Silber" von Kerstin Gier, die Atmosphäre aus "Hinter verzauberten Fenstern" von Cornelia Funke sowie die Gestalten und Abenteuer von Walter Moers in "Wilde Reise durch die Nacht" oder "Ensel und Krete" mag, sollte auch "Henriette und der Traumdieb" eine Chance geben.
Es geht neben Träumen und Büchern vor allem um das Erwachsenwerden und um Familie. Es ist eine spannende Geschichte mit berührenden Momenten und großen Gefühlen.
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