Mittwoch, 30. Januar 2013

Me Made Mittwoch und die Sexismusdebatte

Ich könnte jetzt viele hundert Wörter schreiben, worin genau das Problem besteht, die ganze Sitution und die Struktur unserer Gesellschaft analysieren. Aber was bringt das? Die Frage ist doch: Wie können wir was ändern? Es nutzt nichts, von den Männern zu verlangen, dass sie mehr Respekt und Anstand zeigen und gleich noch ein Stück von der Macht und den Privilegien abgeben sollen. Die klugen Männer machen das schon längst, weil sie wissen, dass auch ihr Leben dadurch schöner, entspannter und interessanter wird. Weil kluge Männer außerdem nicht nur an sich selbst, sondern auch an ihre Töchter, Mütter und Schwestern denken. 

Die klugen Männer müssen wir nicht ändern. 
Die primitiven Männer können wir nicht ändern. 
Aber wir können uns selbst ändern.

Ich hätte da ein paar Vorschläge:

1. Statt über jede andere Frau zu lästern und dadurch zur Einzelkämpferin zu werden, können wir uns vernetzen und gemeinsam stark sein. Zum Beispiel anstatt über die spießige Nachbarin zu lästern, weil sie immer eine Kittelschürze trägt, können wir uns mit ihr anfreunden und haben schnell jemand, der mal auf die Kinder aufpassen kann, wenn die Kita ausfällt. Kolleginnen, Geschäftspartnerinnen, Sekretärinnen, wir Frauen sitzen überall in den Firmen drin und können uns gegenseitig helfen, auch um die Karriereleiter nach oben zu klettern. Werden neue Projekte vergeben? Ist eine Stelle frei? Sagt es den Frauen in Eurer Umgebung! Gebt ihnen alle nötigen Informationen!

2. Gebt Euer Geld bevorzugt bei Frauen aus! Wenn man für den gleichen Preis z.B. Kinderkleidung bei Esprit oder bei einer alleinerziehenden Mama, die Sachen über Dawanda anbietet, kaufen kann, dann sollte die Wahl einfach sein! Ob Malerfirma, Zeitungskiosk oder Friseur, gebt Euer Geld bei Frauen aus.
Wenn eine Firma sexistische Werbung macht, dann kauft deren Produkte nicht mehr! Und wenn Ihr die Zeit dazu habt, dann schreibt denen eine Mail, was Ihr von solcher Werbung haltet.

3. Wählt keine Parteien bzw. Politiker, die Frauen gegenüber respektlos sind!

4. Erzählt keine frauenfeindlichen Witze, egal ob über Blondinen oder die Kanzlerin. Und lacht nicht, wenn jemand anders einen erzählt, schon gar nicht aus Höflichkeit. Sagt laut, wenn ein Mann eine Grenze überschreitet, egal ob bei Euch oder bei einer anderen Frau in Eurer Anwesenheit. Respektlosigkeiten aller Art werden nicht mehr geduldet.

5. Macht einen Selbstverteidigungskurs! Ich habe vor über 20 Jahren einen gemacht und ich profitiere heute noch davon. Ich habe dort nicht nur gelernt, einen Angreifer so zu treten oder zu schlagen, dass es richtig weh tut, vor allem habe ich viel über Körpersprache und Ausstrahlung potentieller Opfer gelernt. Nehmt am besten gleich eine Freundin, Nachbarin, Schwester oder Kollegin mit, dann macht es noch mehr Spaß!

6. Erzieht Eure Söhne zu klugen Männern (siehe oben). Da habe ich sogar eine Buchempfehlung. Erzieht Eure Töchter zu starken, selbstbewussten Frauen und sprecht mit ihnen darüber, wie sie sich wehren können. Seid ihnen ein gutes Vorbild. Und vermittelt ihnen, auf welche Werte es im Leben ankommt und wie unwichtig das sogenannte Schönheitsideal ist.

Wir sind viele (die halbe Weltbevölkerung!) und wir können stark sein!
Wer hat noch Ideen, was wir ganz konkret machen können?


So und jetzt noch zum Me Made Mittwoch:



Ich habe gestern endlich mal den Rock anprobiert, den ich am Wochenende gesäumt habe. Der Schnitt ist inspiriert von einer älteren Burda und der lila Pannesamt stammt von meiner Schwester am anderen Ende der Welt. Sie hat sich vor knapp zwanzig Jahren von mir daraus ein Kleid nähen lassen und mir als "Lohn" den Rest geschenkt, das waren mehrere Meter. Das T-Shirt habe ich mir letzten Sommer genäht.

Noch mehr Selbstgemachtes an echten Frauen gibt es beim Me Made Mittwoch

Kommentare:

  1. wow, eine richtige nähgeschichte hat der stoff.

    hast du denn noch einen unterrock drunter,. damit er nicht die leggins/strumpfhose hoch kriecht?

    glg
    halitha

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    1. Bisher kriecht der Rock nicht, aber einen Unterrock habe ich trotzdem in Planung.

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  2. schöner post und schöner rock mit schöner stoffgeschichte.
    lg mickey

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  3. "Ob Malerfirma, Zeitungskiosk oder Friseur, gebt Euer Geld bei Frauen aus."

    Frauen wie du, kommen tatsächlich nicht auf die Idee, dass ein Mann auch Geld verdienen muss. Vorzugsweise, um seine Familie zu ernähren. Wenn alle Frauen so männerfeindlich denken würden wie du, dann könnte mein Mann nicht ausreichend für die Familie sorgen und die kommenden Wunschkinder könnten wir streichen. Die restlichen müsste ich in ein x-beliebige Kita abschieben zu irgendwelchen Frauen, die man de facto nicht kennt. Schöne neue Welt, ja? Unfassbar, wie Feministen Männer und Frauen in Rassen teilen. Aber was schreib ich mir die Finger wund...wer solche Posts verfasst, kann klaren und ethischen Gedanken eh nicht folgen.

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    1. Im Gegenteil, ich habe selbst einen Mann, der das Geld für die Familie verdienen muss. Ich denke nicht männerfeindlich, ich fordere nur die Frauen auf, die mit der Situation unzufrieden sind, selbst etwas zu ändern. Denn sie sind Konsumentinnen und können ihr Geld bewusst einsetzen. Und selbst wenn alle Frauen ihr Geld nur noch bei Frauen ausgeben würden, dann gäbe es schließlich immer noch die männlichen Konsumenten. Nur weil man Frauen fördert, ist man nicht automatisch männerfeindlich. Ich teile hier auch niemand in "Rassen" oder "Klassen". Ich sage nur: Wir müssen selbst etwas ändern und uns am eigenen Schopf aus dem Dreck ziehen, indem wir uns gegenseitig unterstützen.

      Hast Du einen besseren Vorschlag? Ich denke nicht, dass es Dir um den Feminismus oder um die Allgemeinheit geht. Dir geht es nur um Dich selbst und um Deine Familie. Klar, wenn jeder an sich denkt, ist doch auch an alle gedacht. Das ist nicht ethisch, sondern egoistisch. Da hast Du wohl etwas verwechselt.

      Wie schade, dass Du hier anonym kommentiert hast. Wovor hast Du Angst?

      @ alle
      Ich habe überlegt, ob ich diesen unfreundlichen Kommentar von Johanne überhaupt veröffentlichen soll. Aber ich denke mal, wer hier öfter mitliest, weiß wie absurd diese Vorwürfe sind.

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