Samstag, 19. Oktober 2013

Gelesen: "Eine unbeliebte Frau" von Nele Neuhaus [Die lesende Minderheit: Thema September & Oktober]



(Coverbild direkt vom List-Verlag verlinkt.)

Nele Neuhaus:
Eine unbeliebte Frau
Der erste Fall für Bodenstein und Kirchhoff

Klappentext:

Eine Ladung Schrot aus dem eigenen Jagdgewehr beschert dem Frankfurter Oberstaatsanwalt ein schnelles, wenn auch sehr hässliches Ende. Die schöne junge Frau, die tot am Fuß eines Aussichtsturms im Taunus liegt, ist viel zu unversehrt, um an den Folgen eines Sturzes gestorben zu sein. Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine neue Kollegin Pia Kirchhoff sind sich einig: Der erste Todesfall war ein Selbstmord, der zweite jedoch ein Mord. Bald häufen sich sowohl die Motive als auch die Verdächtigen. Doch was hat den Staatsanwalt in den Tod getrieben?

384 Seiten

Broschur 

€ 9,99 [D], € 10,30 [A], sFr 13,90
ISBN-10: 3548608876 
ISBN-13: 9783548608877 


Meine Meinung:
Es ist lange her, dass ich Krimis gelesen habe, denn seitdem ich Kinder habe, bin ich zu zart besaitet für dieses Genre. Allerdings habe ich vor ein paar Monaten zufällig die Verfilmung dieser Geschichte im Fernsehen gesehen und fand sie sehr spannend. Als dann auch noch die Lesende Minderheit das Thema "Lies ein Buch, welches von einer/einem deutschen Krimiautor/-in geschrieben wurde!" für September und Oktober verkündet hat, habe ich mich doch einmal rangewagt.
Die Geschichte ist so spannend geschrieben, dass ich sie kaum aus der Hand legen konnte. Es tauchen immer mehr Verdächtige und Motive auf, bis man fast den Überblick verliert. Aber das macht nichts, denn die Kriminalpolizei rätselt genauso, was denn nun wirklich passiert ist. Die Zeugen und die Verdächtigen lügen, dass sich die Balken biegen, aber Kirchhoff und Bodenstein vergleichen die Aussagen  und deren Widersprüche immer wieder miteinander und kommen so der Wahrheit Schritt für Schritt näher. Je mehr sie wühlen, desto mehr Dreck kommt zum Vorschein.
Ich mag es, wenn man bei einem Krimi ein wenig über das Privatleben der Ermittler erfährt. Das ist ja spätestens seit Elisabeth George modern geworden. Bei Kirchhoff und Bodenstein gefällt mir gut, dass sie privat relativ glücklich sind, aber nicht perfekt.
Die Geschichte wird die meiste Zeit abwechselnd aus der Perspektive von Kirchhoff und Bodenstein geschrieben. Ich mag es, wenn ich beim Lesen genauso viel weiß wie die Ermittler. Leider werden im letzten Drittel auch mehrere Abschnitte aus der Sicht anderer Personen beschrieben, das hat mich ein wenig gestört, war aber vermutlich für die Dramaturgie notwendig. Dadurch veränderte sich das Erleben der Geschichte auch von einem eher passiven nachträglichen Beobachten und Auswerten bereits geschehener Ereignisse hin zu einem direkten Miterleben. Das erhöht natürlich die Spannung, ist aber eigentlich für mich fast noch zu heftig.
Dieser Krimi ist also sehr spannend, intelligent konstruiert und vielschichtig. Im Nachhinein habe ich auch großen Respekt vor der Verfilmung, denn diesen Stoff inhaltlich auf Spielfilmlänge einzudampfen und dabei Personen wegzulassen oder mehrere zu einer zusammen zu schmelzen, ist sicher eine Herausforderung. 

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