Montag, 10. Januar 2022

Gelesen: "Pellkartoffeln und Popcorn" von Evelyn Sanders

 


Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Titel: Pellkartoffeln und Popcorn
Autorin: Evelyn Sanders
Verlag: Knaur
Erscheinungstermin: 2002
416 Seiten
ISBN: 978-3-426-62111-0

Klappentext:
Kann man ein heiteres Buch über eine ganz und gar nicht heitere Zeit schreiben? Man kann!
Evelyn Sanders erzählt von Kriegs- und Nachkriegszeit in Berlin aus der Sicht eines Kindes, für das Geburtstag bei Kartoffelkuchen und Kinderlandverschickung nach Ostpreußen der ganz normale Alltag waren. Und danach? Mathe-Aufgaben bei Kerzenlicht, Christbaumklau im Grunewald, Chewing-Gum und „Backfisch-Party“ bei Musik von Glenn Miller...
Selten ist Zeitgeschichte so menschlich geschildert worden wie in diesem Buch, dem tatsächliche Geschehnisse zugrunde liegen.

Meine Meinung:
Ich hab früher sehr gern die Romane von Evelyn Sanders gelesen, deshalb habe ich mich gefreut, als ich dieses Buch entdeckt habe. Es liest sich auch sehr vergnüglich und erinnert mich an vieles, das meine Eltern mir aus jener Zeit berichtet haben. Es mag sein, dass Evelyn Sanders' Familie wirklich so viel Glück hatte und den Krieg und die Nazizeit nicht als so schlimm empfunden hat. Aber ich finde es trotzdem verantwortungslos, so heiter über diese Zeit zu schreiben und mit keiner Silbe die ganzen Menschenrechtsverbrechen und Massenmorde zu erwähnen. Sie verwendet auch das N-Wort, als wäre das heute noch normal. Das könnte natürlich daran liegen, dass sie an diesem Buch mehrere Jahrzehnte gearbeitet hat bzw. es so lange im Schreibtisch liegen hatte, denn an einer Stelle heißt es, dass sie ihre Freundin aus Erfurt wegen des Mauerbaus seit 20 Jahren nicht gesehen hat. Das irritiert schon etwas bei einem Buch, das laut Impressum von 2002 ist. Eine kurze Recherche hat ergeben, dass das Buch eigentlich von 1981 ist. Das hätte man aber vielleicht in einem Vorwort oder so mal erwähnen oder besser noch den Text überarbeiten sollen.
Den Titel finde ich unpassend und ich habe den Eindruck, dass sie an die erfolgreiche Reihe von Horst Bosetzky anknüpfen will. Popcorn wird zwar einmal kurz erwähnt, spielt aber keine große Rolle. Und  Pellkartoffeln sind halt so alltäglich, dass sie genauso wie Steckrüben, Nudeln oder Brot vorkommen.
Und was ist das bitte für ein seltsamer Kinderwagen auf dem Coverbild? Hat sich die Illustratorin einen Kinderwagen, insbesondere aus den 30er oder 40er Jahren mal genauer angesehen? Das Vehikel da sieht untenrum eher aus wie ein Einkaufswagen...


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