Titel: Freiflug
Autorin: Christine Drews
Verlag: Dumont
352 Seiten
eBook
Veröffentlichung: 01.03.2021
ISBN: 978-3-8321-7082-0
Preis: 9,99 €
Klappentext:
Die Geschichte der ersten Linienflugkapitänin der Welt.
Deutschland in den Siebzigerjahren. Katharina Berner stammt aus einer gut situierten Unternehmerfamilie, geht aber seit jeher ihren eigenen Weg. Dass sie Jura studieren wollte, statt eine Familie zu gründen, haben weder ihr Vater, der alte Patriarch, noch ihre Mutter oder Schwestern je verstanden. Doch sie hat sich durchgesetzt und arbeitet in einer großen Kanzlei in Köln – glücklich ist sie allerdings nicht. Die männlichen Kollegen machen ihr den Alltag zur Hölle, am liebsten würde sie sich selbstständig machen. Nur wie, wenn nicht einmal jemand Büroräume an sie vermieten will? Da bittet eine junge Frau Katharina um Hilfe: Rita Maiburg besitzt eine Pilotenlizenz, versucht jedoch vergeblich, eine Anstellung zu bekommen. Die Lufthansa hat ihre Bewerbung mit der Begründung abgelehnt, dass sie grundsätzlich keine Frauen als Piloten einstellt. Diese Ungerechtigkeit will Rita sich nicht gefallen lassen. Katharina nimmt den Fall an, und die beiden beschließen zu klagen – gegen die Lufthansa und die BRD. Einen Verbündeten findet Katharina in ihrem Vermieter Theo, der sie nach Kräften unterstützt. Doch wird es den beiden Frauen gelingen, Ritas Traum vom Fliegen endlich Wirklichkeit werden zu lassen?
Meine Meinung:
Ich hatte vorher noch nie von Rita Maiburg gehört, aber natürlich muss irgendeine Frau die erste Linienflugkapitänin der Welt gewesen sein. Mich hat die Geschichte vor allem interessiert, weil sie sich Mitte der 1970er Jahre zugetragen hat, als ich geboren wurde. Neben dem Kampf gegen Diskriminierung durch die Lufthansa, die damals weibliche Piloten grundsätzlich abgelehnt hat (mit einer hanebüchenen Begründung!), geht es in diesem Buch auch um das Ehe- und Scheidungsrecht. Es ist wirklich haarsträubend, was damals noch (und teilweise bis in die späten 90er Jahre! Der Kanzler lässt grüßen... 🤬) für Gesetze galten. Allein schon dafür lohnt sich die Lektüre. Aber auch sowohl die wahre Geschichte von Rita Maiburg als auch die fiktive Geschichte ihrer Rechtsanwältin Katharina Berner sind lesenswert und transportieren ganz viel 1970er Jahre Feeling. Besonders gut hat mir gefallen, dass am Ende nicht alle Probleme perfekt gelöst waren. So ist die Geschichte viel authentischer.
Das Foto der Autorin kam mir so bekannt vor, aber unter ihrem Namen konnte ich kein Buch finden, das ich vorher schon gelesen habe. Nach etwas gründlicherer Recherche fand ich heraus, dass sie unter dem Pseudonym Emmi Johannsen die Borkum-Krimis schreibt. Die lese ich ja auch sehr gern.
Tipps:
Es gibt eine kostenlose Leseprobe.
Das Hörbuch ist bei Dumont Audio erschienen, dort gibt es eine kostenlose Hörprobe.