Donnerstag, 29. Oktober 2015

Last-Minute-Gespenster



Morgen machen wir das Frühstück in der Kita. Und da übermorgen Halloween ist, wollten wir neben den Lebensmitteln noch etwas Gruseliges mitbringen. Wie gut, dass ich vor ein paar Tagen diese Idee gesehen habe. Praktischerweise haben sich im vergangenen Halbjahr bei uns viel mehr Lutscher angesammelt, als wir essen konnten. Schade nur, dass ich kurz vorher alle aussortierten weißen T-Shirts der Kleiderkammer gespendet habe. So mussten leider frische Taschentücher dran glauben. 


Für ein Gespenst braucht Ihr:
einen kugelförmigen Lutscher
ein Taschentuch oder einen weißen Stoffrest
Filzstifte, um Gesichter aufzumalen
Band*, Gummi oder Kordel
evtl. Anhänger**

*Ich habe hier ganz viele von diesen Bändchen aus Kaufshirts verbraten.
**Diese Anhänger hier stammen vom Looming-Set des großen Kindes, das aber grundsätzlich nur Armbänder ohne Anhänger herstellt.


Dienstag, 27. Oktober 2015

Gelesen: "Are you finished? - No, we are from Norway" von Sophie Seidel



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Autorin: Sophie Seidel
Titel: Are you finished? - No, we are from Norway. Eine Kellnerin am Rande des Wahnsinns
Taschenbuch, Broschur
272 Seiten
ISBN: 978-3-7341-0053-6
€ 8,99 [D], € 9,30 [A], CHF 12,50
Verlag: Blanvalet

Klappentext:
Wer Menschenkenntnis entwickeln will, sollte Psychologie studieren – oder in der Gastronomie arbeiten. Denn: Die wahren menschlichen Abgründe tun sich dort auf, wo der Mensch isst, trinkt und am Stammtisch sitzt. Als Sophie Seidel sich als Kellnerin etwas Geld dazuverdienen will, geben ihr die Kollegen keine zwei Wochen. Sie beißt sich durch, stemmt Bierkrüge und vollgeladene Teller und hört nachts zum Abreagieren Metallica. Doch schuld am täglichen Irrsinn sind weder die Kollegen noch der diktatorische Koch: Es sind die Gäste, die Sophie Seidel an den Rand des Wahnsinns treiben. Ein humorvoller Bericht aus dem Leben einer Kellnerin.

Meine Meinung:
Dieses Buch vereint Anekdoten aus der Gastronomie mit Gedanken der Autorin zu Gesellschaft und Moral. Ich habe selbst früher gekellnert und kenne viele der beschriebenen Situationen und Gedanken, wenn ich auch nicht immer der Meinung von Sophie Seidel bin. Es ist locker geschrieben, lässt sich gut "häppchenweise" lesen und ist für alle zu empfehlen, die in der Gastronomie arbeiten oder selbst gelegentlich dort zu Gast sind.
Obwohl die Autorin ausgiebig über das Thema "Trinkgeld" schreibt, möchte ich an dieser Stelle eine Sache dazu klarstellen: Man rundet nicht einfach auf den nächsten Euro oder den nächsten Zehner auf, sonst könnte es z.B. passieren, dass eine Bedienung nur 10 oder 20 Cent Trinkgeld bekommt, nachdem sie sich den ganzen Abend für einen Tisch mit 20 Personen die Hacken abgelaufen und Speisen und Getränke für einen dreistelligen Betrag geschleppt hat. Nein, sie hat dann nicht einfach Pech gehabt! Durch das simple Aufrunden zeigt sich der Gast ihr gegenüber respektlos. (Ich habe die 20 Pfennig damals auf den Tisch geknallt und gesagt, dass ich es unpassend finde und nicht annehmen werde).
5 bis 10 Prozent von der Rechnung sind als Trinkgeld üblich (je nachdem wie "reich" man selbst ist und wie zufrieden man mit der Bedienung war). Die Zeit, um das mal grob zu überschlagen, kann sich jeder Gast nehmen (bestimmt gibt es auch eine App dafür ;-) ). Und wenn der Gast zu viel getrunken hat, um das Trinkgeld zur Rechnung zu addieren, dann bezahlt er halt erst ohne Trinkgeld und drückt es der Bedienung hinterher extra in die Hand. Das schafft jeder!

Tipp 1:
Auf der Homepage des Verlags gibt es eine Leseprobe.

Tipp 2:
Mehr über die Autorin erfahrt Ihr in diesem Interview.


Upcycling: Geschenkschachteln


Neulich habe ich die Sommerschuhe eingemottet und die Winterschuhe an die Garderobe gestellt. Dabei mussten einige Paare leider Adieu sagen (wir spenden alte Schuhe übrigens unserer Grundschule, die sie an ein Verwertungsunter-nehmen verkauft und vom Erlös neue Spielgeräte für den Schulhof anschafft). Die überzähligen Schuhkartons bekommen eine neue Aufgabe. (Kartons, die nach alten Schuhen müffeln, sind dieser neuen Aufgabe natürlich nicht würdig.)

Zuerst habe ich sie gesäubert, also eventuellen Sand und Staub entfernt, ggf. nebelfeucht ausgewischt.


Dann habe ich weiteres Material und Werkzeug zusammen gesucht:
Geschenkpapier
Schere
Klebeband
Klebestift
Bleistift


Ich zeige mal anhand des Deckels exemplarisch, wie ich die Kartons beklebe:
Ein Stück Papier mit ausreichend Zugabe zuschneiden. Den Deckel mittig darauf stellen. Wer mag, kann sich mit Bleistift Markierungen machen und den Deckel mit Klebestift bestreichen, damit er nicht verrutscht.


Das Papier an den langen Seiten um die Kanten falten. Falls es zu lang ist, einfach ein Stück umschlagen, das gibt schönere, stabilere Ränder. Mit Klebeband festkleben.


An den kurzen Seiten ist es ein wenig kniffliger, das Papier um die Kante zu falten. Ich mache es so ähnlich wie beim normalen Geschenkeverpacken, also ich schlage die Ecken schräg zur Mitte...


...dann klebe ich die Papierkanten an der Mitte der Deckelkante fest...


... und falte zuletzt das entstandene Dreieck um die Kante. Wenn es zu lang ist, knicke ich die Spitze ein Stück um. Mit Klebeband fixieren.


Hier seht Ihr die eben bearbeitete Seite von außen.
An der gegenüber liegenden Seite wird genauso verfahren.


Wenn der Karton innen sauber und einfarbig ist, genügt es, ihn nur bis etwa 
2 cm unterhalb der Kante zu bekleben. Ansonsten kleide ich die gesamte Innenseite mit Papier aus. Dabei klebe ich als letztes unten ein rechteckiges Stück auf den Boden der Schachtel, das sieht schöner aus.

Wer mag, kann die Schachteln noch mit Aufklebern, Masking Tape usw. verzieren. (Das kann man auch später noch, wenn man z.B. einen kleinen Riss im Papier kaschieren muss.)


So habe ich an einem Abend drei Schachteln beklebt.
Es macht zwar viel Arbeit, aber die muss ich mir ja bei jeder Kiste nur einmal machen.
In Zukunft geht das Verpacken von Geschenken umso schneller: 
Deckel auf, Geschenk rein, Deckel zu, Schleife drum. Fertig!

Diese Kisten lassen sich immer wieder verwenden, das finde ich viel besser als immer wieder neue Rollen Papier zu kaufen, stundenlang Präsente einzuwickeln und später mitansehen zu müssen, wie das Papier abgerissen und am Schluss im Müll versenkt wird.

Ja, wir haben früher auch unsere Geschenke vorsichtig geöffnet, das Papier glatt gestrichen und später wieder verwendet. Aber allzu oft ließ es sich nicht recyceln. Und es sah im Laufe der Zeit immer schäbiger aus, weil es ja jedesmal neu gefaltet wurde, immer wieder an einer anderen Stelle. Und die Klebebandreste vergangener Feste machten die Sache auch nicht hübscher...


Noch zwei Hinweise zum Geschenkpapier:
1. Ich benutze lieber Papier, dessen Aufdruck keine "Richtung" hat, sonst stehen am Ende die Pinguine irgendwo auf dem Kopf.
2. Bei hellgrundigem Papier sollte der Karton entweder auch hell sein oder zumindest einheitlich dunkel, besonders wenn das Papier sehr dünn ist. Es sieht einfach nicht so schön aus, wenn der Name des Schuhladens am Deckel durchscheint. Sicherheitshalber vorher am besten testen!

Diese Bastelei macht mit bei:

Montag, 26. Oktober 2015

Gebrauchte Winterkleidung für Babys und Kleinkinder Größe 68 bis 110


Wir haben ja viel Kleidung für die Kinder geliehen und später zurück gegeben. Vom Rest habe ich vieles gespendet. Aber es ist immer noch so viel übrig und ein wenig Geld würde ich schon gern dafür haben. Oder schöne Tauschobjekte.

Ich habe jetzt mal als erstes alle Wintersachen rausgesucht. Das kleinste ist eigentlich Größe 74, weil meine Kinder die kleineren Größen im Sommer getragen haben. Den roten Schneeoverall in Größe 68 (im Foto ganz links) haben wir geschenkt bekommen, aber nie benutzt.


Ich habe die Sachen nach Größe sortiert (Einzelgrößen von links nach rechts, beginnend bei 68).
Die Sachen sind gewaschen und vom Zustand her in Ordnung. 
Manches ist wie neu, anderes hat normale Gebrauchsspuren.

Winterjacken
Schneehosen
ein Schneeoverall (Größe 68)
Pullover/Sweatshirts
Westen
Jogginghosen
gefütterte (Latz-) Hosen
Strumpfhosen
warme Schlafanzüge
Unterhemden (nur Gr. 98/104)



ein Paar neue, gefütterte Gummistiefel Gr. 27 von G&G
(standen nur als Reserve in der Kita)


ein paar fast neue Wanderstiefel/Bergschuhe Gr. 28
"Aquamax" von McKinley,
auch prima als Winterschuhe zu tragen, weil sie wasserdicht und rutschfest sind.

Mützen, Handschuhe, Socken etc. liegen extra, weil Körper, Füße und Kopf nicht unbedingt proportional zueinander sind. Bitte fragt einfach, wenn Euch etwas bestimmtes interessiert. Und wenn Ihr Freunde habt, die kleine Kinder haben, dann schickt sie einfach mal zu meinem Blog.

Wer gern Sachen von mir kaufen oder mit mir tauschen möchte, schreibt mir einfach einen Kommentar oder eine E-Mail (Adresse steht im Impressum). Ich kann dann gern einzelne Kleidungsstücke und ihre Details fotografieren.


Sonntag, 25. Oktober 2015

Gelesen: "Traumfänger" von Marlo Morgan



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Autorin: Marlo Morgan
Titel: Traumfänger
Originaltitel: Mutant Message Down Under
Taschenbuch, Broschur
256 Seiten
ISBN: 978-3-442-43740-5
€ 8,99 [D], € 9,30 [A], CHF 12,50
Verlag: Goldmann

Klappentext:
Was eine seltene Ehre ist, kostet die amerikanische Ärztin Marlo Morgan zunächst viel Kraft und Überwindung: eine dreimonatige rituelle Wanderung durch den australischen Busch als Gast der Aborigines. Doch im Laufe der strapaziösen Tour erfährt sie eine ungeheure emotionale Bereicherung und spirituelle Wandlung.

Meine Meinung:
Der Anfang war etwas seltsam, aber nach den ersten zwei Kapiteln ließ es mich nicht mehr los. Das Buch hat mich sehr berührt und mir einige wichtige Denkanstöße gegeben.

Tipp:
Auf der Verlags-Homepage gibt es eine Leseprobe.


Freitag, 23. Oktober 2015

Gelesen "Heidi" von Johanna Spyri


Mist, jetzt habe ich das Buch schon wieder in die Bücherei zurück gebracht, ohne mir ISBN etc. zu notieren. Die von mir gelesene Ausgabe ist schon etwas älter und es gibt ja so viele verschiedene Ausgaben: gekürzt und ungekürzt, neu erzählt, überarbeitet, mit alter oder neuer Rechtschreibung...
Lieferbar ist die von mir gelesene Ausgabe jedenfalls nicht mehr, deshalb zeige ich diesmal leider kein Coverbild. Und dann lasse ich die anderen Angaben auch einfach mal weg und schreibe nur meine Meinung zu diesem Kinderbuchklassiker.



Als Kind mochte ich die Zeichentrickserie sehr gern. Meine Mutter hatte das Buch als Kind gelesen und immer davon geschwärmt. Außerdem lese ich mich ja seit Jahren durch die Klassiker der Kinderbücher und Romane. Also war nun Heidi dran.
Beim Lesen dachte ich immer wieder: "Um Himmels Willen! Das arme Kind!"
Heidi ist Vollwaise und wohnt die ersten Lebensjahre bei ihrer Tante Dete, die allerdings arbeiten geht und das Kind tagsüber von einer alten Frau betreuen lässt, die mit Heidi den ganzen Tag nur am Tisch sitzt. Heidi muss sich dabei die ganze Zeit ruhig verhalten. Gruselig!
Dann bringt Tante Dete Heidi zum Alm-Öhi, der darauf gar nicht vorbereitet ist und sich vorher noch nie um ein Kind gekümmert hat. Die Tante hat aber die Gelegenheit, einen besseren Job zu bekommen und lädt deshalb Heidi mal eben bei einem für sie fremden Großvater ab. Aber es hat Glück, denn der Opa ist zwar brummig, aber sonst ganz nett. Die Gegend ist hübsch, die Luft ist frisch und Heidi darf immer mit Peter auf die Alm, um die Ziegen zu hüten. Dieser Teil der Geschichte ist sehr schön.
Aber dann kommt die blöde Tante wieder und schleppt Heidi in die Stadt, damit sie dort der kranken Klara Gesellschaft leistet und nebenbei etwas Schulbildung erhält. Weder Heidi noch der Großvater werden gefragt, was sie davon halten und was sie gern wollen.

Ich finde die Geschichte erschreckend zeitlos, denn auch heute müssen Frauen, die sich gern um ihre Kinder kümmern würden, arbeiten gehen und ihre Kinder fremd betreuen lassen. (Nein, ich habe nichts gegen berufstätige Mütter, aber wenn eine Frau ihr Kind lieber selbst betreuen und nicht arbeiten will, so sollte das doch auch möglich sein!)
Ja, Tante Dete will nur das beste für Heidi: Schulbildung und gute Kontakte. Das erinnert mich an die ambitionierten Eltern von heute, die ihre Kinder vom Früh-Chinesisch zum Geigenunterricht schleppen, während freies Spielen oder gar Langeweile schlichtweg nicht möglich sind.

Also ich bin froh, dass ich diesem Klassiker endlich mal gelesen habe. Aber so romantisch wie alle immer meinen ist diese Geschichte wirklich nicht. 


Donnerstag, 22. Oktober 2015

Lecker & gesund. Aber ein Food-Blogger werd ich nie...


Neulich hab ich spontan diese Kleinigkeit für die Teestunde am Nachmittag gezaubert:



Zutaten:
eine Scheibe Vollkornbrot
Erdnussbutter
Frischkäse
Honig oder gelbe Marmelade/Konfitüre/Fruchtaufstrich (z.B. Aprikose)
eine Banane in Scheiben
Cranberries oder Rosinen
Sonnenblumenkerne
Zimt

Zubereitung:
Bestreiche das Brot zuerst mit Erdnussbutter, dann vorsichtig mit Frischkäse und danach mit Honig oder Marmelade. Schneide es in quadratische Stücke und belege jedes Stück mit einer Bananenscheibe, einer Cranberry/Rosine, streue zum Schluss ein paar Sonnenblumenkerne und etwas Zimt darauf. Lecker!

Die Zubereitung ging sehr viel schneller als das Fotografieren. Meine Güte, da reflektiert der Teller, dann glänzt das Essen, aber nicht auf diese leckere Art, sondern irgendwie eklig. Durch Zimt und Sonnenblumenkerne sieht alles irgendwie zertrümmert aus. Soll man den Tellerrand mitfotografieren oder nicht? Ich bewundere ja wirklich, wie so manche Food-Blogger ihr Essen in Szene setzen, frage mich dann aber immer, wie laut ihnen dabei der Magen knurrt und ob die Kinder dabei nicht schon ins Bild grabschen oder das Essen kalt wird...

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Me Made Mittwoch: anonyme Ringel


Im Nachlass meiner Mutter waren ein paar Knäuel Garn in petrol und dunkelblau ohne Banderole. Ich habe zwar kein WPI-Lineal und habe auch nicht die Lauflänge abgemessen, aber normalerweise würde ich diese Dicke mit Nadelstärke 4 verarbeiten. Für einen Pullover mit Ärmeln hätte die Menge (260 g) aber auf keinen Fall gereicht. Aber ich wollte gern etwas locker gestricktes für die Übergangszeit haben. Also habe ich einfach mal dickere Nadeln genommen und ein paar Maschenproben gemacht. 8 mm sah ganz gut aus. Ich habe einfach einen Raglan von oben begonnen und bis unter die Arme in petrol gestrickt. Dann war das erste Knäuel verbraucht und ich habe zu dunkelblau gewechselt. Leider hatte ich dann unterwegs nur das dunkelblaue Garn mit, sodass ich das einfach komplett verstrickt und erst danach, zuhause, wieder zu petrol gewechselt habe.


So war das Ding schon nach drei Tagen fertig abgekettet. Aber ich hatte schon meine Zweifel, ob das gut aussieht. Die Spiegelfotos waren leider alle viel zu dunkel oder verwackelt, aber Ihr könnt mir glauben, es sah doof aus.


Also ribbeln. Tja, das bringt die Schlampen-Methode halt manchmal mit sich.


Und neu stricken. Diesmal habe ich schmale Streifen in dunkelblau gestrickt, das hat Spaß gemacht. Drei Zunahmerunden sorgen für die nötige Hüftweite. Das Bündchen unten habe ich eins rechts, eins russisch links gestrickt und auch so abgekettet. (Später habe ich sogar die Fäden vernäht.)


Jetzt gefällt es mir.
Passt sowohl zu schmalen Jeans als auch zu Leggings.
Und sogar zu meiner blöden Erkältung, die mich seit Wochen mal mehr mal weniger quält. Aber glatt rechts stricken geht ja fast immer.

Was die anderen so in dieser herbstlichen Erkältungszeit tragen, sehen wir auf dem MMM-Blog, wo uns Ella Mara ein Kleid zeigt, das trotz aller Krisen doch noch ganz bezaubernd geworden ist. (Und habe ich sie nicht neulich auch in der VOX-Vorschau gesehen???)




Dienstag, 20. Oktober 2015

Tipp: Strumpfhosen oben ent-rutschen


Es ist Herbst und langsam Zeit, die Strumpfhosen für die Kinder und mich wieder auszupacken. Ich prüfe dabei immer den Bund, indem ich beherzt dran ziehe und so manchmal gibt das Gummi ein fieses Knirschen von sich. Früher habe ich die Strumpfhosen dann in den Müll geworfen.


Stopp!
Da lässt sich doch was machen!
Einfach ein Stück Gummilitze in der richtigen Länge (am besten direkt am Bauch abmessen) zuschneiden, jeweil bei 1/4, 1/2 und 3/4 der Länge mit einer Stecknadel markieren, ebenso den Strumpfhosenbund alle Viertel mit Stecknadeln markieren.


Die Gummilitze mit einem dehnbaren Stich (z.B. Zickzack) auf die Innenseite oben an die Kante nähen, dabei leicht dehnen.


Dann den Bund einmal umschlagen und ebenfalls mit elastischem Stich festnähen.
Dauert keine fünf Minuten!
Geld gespart, Zeit gespart (Shopping nervt und dauert länger) und die Umwelt freut sich.

Noch schneller geht es nur, wenn die Strumpfhose oben einen Tunnel hat, in dem das Gummi lose sitzt. Dann einfach das alte Gummi durchschneiden, rausziehen und mit einer Sicherheitsnadel das neue einziehen, die Enden mit ein paar Stichen vernähen. Oder einen Knoten reinmachen. Bei uns hieß das früher "Schießpuffe" und hat auch gehalten.



Montag, 19. Oktober 2015

Gelesen: "Wundertüte" von Susanne Fröhlich




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Susanne Fröhlich
Titel: Wundertüte
Hardcover
303 Seiten
Preis € (D) 16,99, € (A) 17,50
ISBN: 978-3-8105-2259-7
Verlag: Fischer Krüger

Klappentext:
Zu wem hält eine Frau, wenn die eine Freundin die andere mit deren Mann betrügt? Was tut man, wenn die eigenen Kinder plötzlich erwachsen werden und die alten Eltern immer mehr zu Kindern? Wie kann man mit einem Gemüseapostel glücklich werden, wenn man eher Spaghetti-Bolognese-Fan ist? Wie besänftigt man eine 15jährige, die entschieden hat, einen aus tiefstem Herzen zu hassen, weil man jetzt mit ihrem Vater zusammenlebt? Und der ist wirklich toll. Dass es mit einem Mann noch mal so schön sein würde, hätte Andrea Schnidt sich nie träumen lassen. 
Aber all die Fragen, denen sie sich jetzt stellen muss, machen das neue Glück nicht gerade unkompliziert. Aus den Turbulenzen kommt Andrea jedenfalls so schnell nicht raus …
Voller Empathie, mit viel Witz und blitzgescheit erzählt Susanne Fröhlich davon, was es heißt, eine neue Liebe zu leben – und das, wenn beide schon eine Familie haben. Einfach ist da gar nichts.

Meine Meinung:
Immer, wenn ich einen neuen Band aus der Andrea-Schnidt-Reihe lese, ist es, als würde ich eine alte Freundin nach langer Zeit mal wieder in der Kneipe treffen und mir erzählen lassen, was in den letzten Jahren so bei ihr los war. Auch im achten Band ist ihr Leben wieder turbulent, es ist bunt, mal traurig, mal lustig, oft völlig absurd. Sie gibt sich als Campingfachfrau, plagt sich mit hormonfehldosierten Teenagern und muss zu Zimtmeetings.

Fazit:
Unterhaltungsliteratur vom Feinsten, gelegentlich mit viel mehr Tiefgang als erwartet.

Tipp:
Auf der Verlags-Homepage gibt es eine Leseprobe.


Sonntag, 18. Oktober 2015

Maschenware. Oder: Eine Liebeserklärung an das Internet




Ich nähe gern Kleidung aus Jersey, Sweat und Strickstoffen. "Knits" nennt man diese Stoffe auf englisch, auf deutsch heißen sie "Maschenware", aber mir erscheint das Wort nicht wirklich gebräuchlich. Jedenfalls sind diese Stoffe einerseits super, weil sie dehnbar sind, sodass die daraus genähte Kleidung bequem ist, nicht einengt, trotzdem körpernah geschnitten sein kann und sogar mitwächst, wenn man z.B. schwanger ist oder sonstige Gewichtsschwankungen hat. Andererseits ist Maschenware nicht so leicht zu verarbeiten, gerade wegen dieser Elastizität, denn der Stoff gibt nach, wenn man beim Nähen dran zieht und dann wellt er sich. Außerdem rollen sich bei manchen Materialien die Ränder oder sie pillen nach einiger Zeit. Und wenn es ganz blöd kommt, hat man viel zu viel Dehnbarkeit oder viel zu wenig, sodass die Kleidung am Ende doch nicht so aussieht, wie man sich das vorgestellt hat.

Im Laufe der letzten 10 Jahre habe ich über Maschenware viel gelernt, einerseits aus meinen eigenen Fehlern, andererseits mit Hilfe des Internet. Es war für mich damals (ungefähr 2006) eine echte Offenbarung, dass es Foren, Blogs und Youtube-Videos über das Nähen gibt. 
Der MeMadeMittwoch und die Sew Alongs in der Nähnerd-Gemeinschaft sind eine unbezahlbare Inspirationsquelle für mich, auch wenn ich beim MMM nur gelegentlich mitmache und bei Sew Alongs bisher nur ganz selten.
Der Zwillingsnadelpodcast und Handgemacht waren lange Zeit die einzigen deutschsprachigen Podcasts, in denen das Nähen von Kleidung gelegentlich eine Rolle gespielt hat. Ich habe sie immer wieder begeistert angehört. Die TV-Sendung "The Great British Sewing Bee" ist jedes Jahr wie eine Droge für mich, auf jede Folge habe ich ungeduldig und sehnsüchtig gewartet, um sie dann in den folgenden Tagen immer wieder anzusehen, bis ich wirklich jeden Handgriff gesehen und jeden Dialog verstanden hatte. Ich bin auch schon sehr gespannt auf die deutsche Adaption "Geschickt eingfädelt - Wer näht am besten?", die Anfang November startet.
Dann kam der Podcast von Nahtzugabe5cm, bei dem Muriel in jeder Folge eine andere Nähnerd (oder ist der Nähnerd grundsätzlich männlich? Oder neutral? Das Nähnerd? Oder ist es eine Nähnerdin???) interviewt und der die Welt des Nähens für mich um noch eine Dimension erweitert hat.
Aber je mehr Dimensionen es gibt bzw. je mehr Information verfügbar ist, desto schwieriger wird es, die wirklich guten Tipps zu erfahren. Jetzt schlage ich den Bogen zurück zum Thema Maschenware: Colette Patterns ist eine vielseitige Platform, die Schnittmuster anbietet, ein kostenloses, monatliches, digitales Magazin über das Nähen namens Seamwork produziert und einen wöchentlichen Newsletter mit nützlichen Tipps namens Snippets herausgibt. Jetzt haben sie auch noch eine kleine, kostenlose Videoreihe über Maschenware produziert, die ich Euch wärmstens empfehlen möchte, ebenso den "Free Fabric Guide", also den kostenlosen Stoff-Wegweiser, den Colette als PDF anbietet. Ich zumindest habe daraus in kurzer Zeit sehr viel Nützliches erfahren, was ich vorher noch nicht wusste bzw. nie beim Kauf beachtet hatte. In Zukunft werde ich also nicht nur ein Feuerzeug mit zum Stoffmarkt nehmen, sondern auch an den Stoffrändern ziehen, die Maschenware kräftig rubbeln und meinen Finger hineinbohren. Hoffentlich mache ich mich damit nicht unbeliebt und bekomme Marktverbot...

Samstag, 17. Oktober 2015

Ich bin so furchtbar monogam...


Also in Bezug auf unsere Ehe ist das ja etwas Gutes.

Aber wenn es um meine Freizeit geht, nervt es mich. Wenn ich z.B. Bücher lese, dann will ich in jeder freien Minute lesen und habe keine Lust zu stricken, zu nähen oder Sport zu machen. Während eines Buches will ich unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht bzw. wie sie endet. Habe ich ein Buch ausgelesen, falle ich schnell in ein emotionales Loch und muss unbedingt sofort das nächste anfangen. Den Absprung schaffe ich eigentlich nur, wenn ich ein Buch lese, das sich als langweilig oder sonst irgendwie ärgerlich herausstellt, sodass ich die Lektüre abbreche. Da bin ich meist so frustriert, dass ich keine Lust habe, ein neues Buch anzufangen und mich lieber anderen Dingen zuwende. Manchmal greife ich sogar schon absichtlich zu Titeln, von denen ich vermute, dass sie mir nicht gefallen. Dumm nur, wenn sie dann doch toll sind. Naja, eigentlich ist es schön, aber den Absprung schaffe ich dann ja wieder nicht...

In letzter Zeit habe ich auch einfach sehr viele Gelegenheiten zum Lesen:

  • Wenn das große Kind um 7:40 Uhr Schule hat, während die Kita grundsätzlich erst um 8 Uhr öffnet. Das kleine Kind und ich haben immer jeder ein Buch dabei.
  • Beim Abholen der Kinder mittags.
  • Wenn das große Kind Judo-Training hat.
  • Beim Arzt im Wartezimmer.
  • Beim Reifenwechsel in der Werkstatt.
  • Wenn die Kinder beim Chor sind.
Ja, gelegentlich nähe ich auch mal was, aber zurzeit nur, wenn es wirklich nötig ist, also z.B. ein paar Loops für die Kinder, weil es draußen deutlich Herbst geworden ist. Ich stricke auch. Aber um diese Sachen im Blog zeigen zu können, muss ich sie fotografieren und dazu brauche ich Ruhe und ausreichend Tageslicht. Deshalb blogge ich zurzeit so viel über gelesene Bücher und gehörte Hörbücher.

Vielleicht könnt Ihr mich ja motivieren, endlich mal die Fotos zu machen und meine kreativen Werke hier zu zeigen. Was würde Euch interessieren?

  • genähte Kinderloops
  • gestrickte Kinderloops
  • gestrickte Kindermützen
  • gestrickter Loop für mich
  • gestrickter Snood für mich
  • gestricktes Schultertuch
  • gestrickte Handstulpen
  • diverse Upcycling-Projekte
  • kochen & backen (z.B. meine "Überraschungsschokolade" oder was ich so am "Mama-Tag" koche)

Heute zeige ich einfach mal einen Loop, den ich schon letztes Jahr gestrickt, aber immer noch nicht gebloggt habe:


(Klick macht das Foto größer.)

Er ist aus drei anonymen Garnen in mintgrün, taubenblau und silbergrau gestrickt.
Das Muster heißt "Honey Cowl", ist von Antonia Shankland und kostenlos bei Ravelry zu haben.

Also, schreibt mir in den Kommentaren, was ich als nächstes zeigen soll!
Wäre ja schade, wenn das hier nur noch ein Buch-Blog wäre.

Gelesen: "Mein zauberhaftes Café" von Jana Seidel


Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Titel: Mein zauberhaftes Café
Autorin: Jana Seidel
Taschenbuch, Broschur
256 Seiten
ISBN: 978-3-442-47816-3
Preis: € 8,99 [D], € 9,30 [A], CHF 12,50
Verlag: Goldmann

Klappentext:
Alexandra ist Steuerberaterin, Kontrollfreak und mit ihrem geregelten Leben in Hamburg zufrieden. Doch dann verliert sie ihren Job und erfährt, dass ihr Freund fremdgeht. Als sie kurz vor ihrem 30. Geburtstag völlig überraschend das alte Café ihrer Tante Effie im Harz erbt, trifft sie eine verzweifelte Entscheidung: Sie nimmt das Erbe an. Es gibt nur einen klitzekleinen Haken – Alexandra hat keine Ahnung vom Backen. Zum Glück gibt es Effie, die sich noch längst nicht bereit fürs Jenseits fühlt. Als Geist zeigt sie Alexandra nicht nur, wie man süße Versuchungen zubereitet, sondern auch, wie man das Leben und die Liebe genießt ...

Meine Meinung:
Der Roman hält einerseits, was das Cover verspricht, nämlich Törtchen-Chick-Lit vom Feinsten, andererseits überrascht er, weil er nicht so klebrig süß daherkommt. Dabei nimmt er das eigene Genre sogar gelegentlich auf die Schippe. Die Heldin ist vor allem anfangs sehr spröde und sarkastisch. So rutscht die Geschichte nie ins Kitschige ab und es gibt immer wieder überraschende Wendungen, meist ins Komische.
Jana Seidel erzählt das inzwischen nicht mehr ganz neue Thema "Frau verliert plötzlich Job, Mann und Wohnung, ändert daraufhin ihr Leben radikal und stellt fest, dass sie vorher gar nicht glücklich war, jetzt aber dafür umso mehr" in einem interessanten Rhythmus. Der Stil erinnert mich dabei ein wenig an Jonathan Tropper (Statt Geburtstagstorte gibt es hier Plüschhandschellen und eine Kotz-Vase, da musste ich schallend lachen).
Gleichzeitig gibt es jeden Tag To-Do-Listen wie bei Bridget Jones. Allerdings habe ich da anfangs gedacht, die durchgestrichenen Punkte hätte die Heldin gestrichen, also nicht erledigt. Häkchen wären da vielleicht besser gewesen. (Es ist übrigens auch im echten Leben besser, erledigte Punkte abzuhaken, anstatt sie durchzustreichen. Nur mal so als Tipp am Rande.)
Die Geistertante erinnert ein wenig an Sophie Kinsellas "Twenties Girl", allerdings ist sie viel sympathischer. Und die Backaktionen mit ihr schmecken nach dem Film "Ratatouille".

Leider ist das Buch schlecht lektoriert:
  • Man erfährt relativ lange nicht, wie die Ich-Erzählerin heißt und wo sie wohnt. Erst auf Seite 19 erfahren wir den Nachnamen, auf Seite 21 den Vornamen und auf Seite 28 ist vom Segeln auf der Alster die Rede, auf Seite 31 werden die Harburger Berge bei Hamburg erwähnt, also lebt sie wohl in Hamburg. Ich habe kein Problem damit, wenn eine Geschichte in einem fiktiven Ort spielt oder wenn der Ortsname konsequent nicht genannt wird (so wie z.B. die legendäre Millionenstadt bei TKKG), aber gewisse Basics sollten auf den ersten fünf bis zehn Seiten gesagt werden.
  • A propos Seite 31, dort gibt es einen lustigen Schreibfehler: "Im Tal liegen mehrere Gewässer umgeben von dichtem Schilf, um das die dichten Schwaben wabern." Und ich dachte, dichte Schwaben gibt es vor allem in Berlin-Prenzelberg. Höhöhö!
  • Im Übrigen, muss man das Attribut "dicht" unbedingt zweimal so nah hintereinander benutzen?
  • Auf Seite 120 ist die Heldin zu müde, um noch einen Film zu sehen, aber auf Seite 168 heißt es, dass sie noch keinen Fernseher hat.
  • Andauernd lassen sich die Leute auf Stühle, Sofas oder Sessel fallen, anstatt sich einfach nur hinzusetzen. Sie schlagen sich auch ständig mit der Hand an die Stirn und reißen gespielt dramatisch die Augen auf. Ab und zu ist das ja vielleicht passend, aber mir war es zu viel. Allerdings kann das auch eine allgemeine Modeerscheinung sein, denn zumindest das Stirnklatschen und auf-Stühle-fallenlassen ist mir auch bei einigen anderen Büchern in der letzten Zeit aufgefallen.
  • Dann gibt es noch diverse Schreibfehler, fehlende Punkte und überflüssige Kommas.
Klar, das alles kann einer Autorin natürlich passieren, beim Schreiben wird man schnell betriebsblind. Aber gibt es da kein Lektorat?

Fazit: 
Die Geschichte und der Stil haben mir sehr gut gefallen, nur in der Haltungsnote gibt es von mir Punktabzug.

Tipp:
Auf der Homepage des Verlages gibt es eine 21-seitige Leseprobe.


Donnerstag, 15. Oktober 2015

Gelesen: "Diese schrecklich schönen Jahre" von Susanne Fröhlich und Constanze Kleis



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Autorinnen: Susanne Fröhlich, Constanze Kleis
Titel: Dies schrecklich schönen Jahre
ISBN: 9783833834158
208 Seiten
Hardcover
16,90 €

Klappentext:
Ab Mitte vierzig beginnt sie für Frauen, die Achterbahn der Lebenskoordinaten. Sie begegnen ihrer Sterblichkeit und sie stellen sich wichtige Fragen: Soll alles so weiter gehen? Im Job? In der Beziehung? In der Familie? Mit dem Geknitter im Gesicht und einem Stoffwechsel, der gerade die Work-Life-Balance entdeckt hat? Mit Eltern, die zunehmend hilfebedürftig werden? Wie präsentiert man einem neuen Mann den nicht mehr ganz so neuen Körper? Wo kann man sich eigentlich über dieses lausige Menopausen-Eventmanagement beschweren? Oder ist das hier bloß eine Art von Abenteuerurlaub? Wenn ja, dann sind Susanne Fröhlich und Constanze Kleis die perfekten Reisebegleiterinnen. Fürdieses Buch haben sie weder Selbstversuche, noch Liebes-Langzeittests oder die Internet-Beziehungsanbahnung gescheut, um Sie mit den besten Sicherheitsvorkehrungen für Ihren Trip durch diese schrechklich-schönen Jahre vertraut zu machen. Das alles ist wirklich kein Spaß und gerade deshalb gibt es eine Menge zu lachen.

Meine Meinung:
Ein Buch über die Wechseljahre? Bin ich dafür nicht noch etwas zu jung? Gekauft hätte ich es mir noch nicht, aber als es neulich in der Bücherei vom Bestsellertisch (2 Euro Leihgebühr für 14 Tage) in die das-waren-Bestseller-Ecke (keine Extragebühr, 28 Tage Leihfrist, verlängerbar) gewandert ist, habe ich zugegriffen.
Ich lese ja die Bücher von Susanne Fröhlich sehr gern. Ihr Schreibstil ist immer sehr unterhaltsam und leicht zu lesen. Gleichzeitig hält sie immer ein gewisses Niveau und ich finde nie Schreibfehler (das scheint ja heutzutage nicht mehr selbstverständlich zu sein).
Inhaltlich ist es ein sehr ehrliches, teilweise sehr nachdenkliches Buch, das der Leserin (und auch dem Leser) gleichzeitig Hoffnung macht, dass man auch in und nach den Wechseljahren noch viel Spaß haben und Neues erleben kann, dass das Leben nicht zu Ende ist, nur weil man Falten bekommt, die eigenen Eltern dement werden oder die Kinder das Haus verlassen. Es geht auch um Versöhnung und Solidarität, allein dafür ist es schon wirklich lesenswert.
Ich bin froh, dass ich es jetzt schon gelesen habe, schon wegen der Information, dass ein leichtes Übergewicht vor Wechseljahrsbeschwerden schützen kann. Wie blöd wäre es, sich die restlichen Schwangerschaftspfunde weg zu hungern, um dann ein paar Jahre später mehr unter Hitzewallungen etc. leiden zu müssen...

Tipp:
Auf der Homepage des Verlags gibt es eine Leseprobe, bei der man auch einen guten Eindruck von der hübschen Gestaltung des Buches bekommt.


Samstag, 10. Oktober 2015

Gelesen: "Silber - das dritte Buch der Träume" von Kerstin Gier


Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Autorin: Kerstin Gier
Titel: Silber - das dritte Buch der Träume
464 Seiten
gebundene Ausgabe
Preis € (D) 19,99, € (A) 20,60
ISBN: 978-3-8414-2168-5

Klappentext:
Es ist März, in London steht der Frühling vor der Tür – und Liv Silber vor drei Problemen. Erstens: Sie hat Henry angelogen. Zweitens: Die Sache mit den Träumen wird immer gefährlicher. Arthur hat Geheimnisse der Traumwelt ergründet, durch die er unfassbares Unheil anrichten kann. Er muss unbedingt aufgehalten werden. Drittens: Livs Mutter Ann und Graysons Vater Ernest wollen im Juni heiraten. Und das böse Bocker, die Großmutter von Grayson, hat für die Hochzeit ihres Sohnes große Pläne, allerdings ganz andere als die Braut. 
Liv hat wirklich alle Hände voll zu tun, um die drohenden Katastrophen abzuwenden …

Meine Meinung:
Allein das Buch endlich zu bekommen, war für mich der reinste Krimi: Erst verschob sich die Veröffentlichung vom Sommer auf den Herbst und dann musste ich am Donnerstag mittag die Buchhandlung ohne das lang ersehnte Buch wieder verlassen. Ich hatte es zwar vor vielen Wochen schon vorbestellt, aber dann war es leider nicht geliefert worden. Nachmittags kam dann der Anruf, das Buch sei jetzt da. Also zwischen dem Judo-Training des großen Kindes und dem Abholen des kleinen Kindes vom Geburtstag des Kita-Kumpels noch schnell zum Dealer. Endlich hatte ich es! Eine Postkarte gab es als Lesezeichen noch gratis dazu. Ich war so glücklich und habe die älteren Damen im Laden gnadenlos vollgequatscht, wie happy ich bin und wie toll diese Bücher sind und dass der Abend gerettet ist. Sie haben etwas irritiert gelächelt. Naja, Pech, wenn sie die Silber-Trilogie nicht kennen.
Seit Donnerstag abend habe ich nun jede freie Minute gelesen, bin sogar abends über dem Buch eingeschlafen, das ist mir seit Jahren nicht mehr passiert. Nachts habe ich von langen Korridoren geträumt, durch die ich renne auf der Suche nach meiner Tür.
Und jetzt ist es vorbei. *seufz*
Auch der dritte Teil ist wieder spannend ohne Ende! Er ist lustig und romantisch, aufregend und einfach schön.
Ein paar Kleinigkeiten haben mich gestört, z.B. ein paar Schreibfehler oder dass die berüchtigte Kladde auf einmal in einer Kiste gefunden worden sei, obwohl es im ersten Band hieß, sie hätte in einem Schreibtisch (oder war es ein Sekretär? Ich kann gerade nicht nachsehen, weil ich die ersten beiden Bände einer Freundin geliehen habe) gelegen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass 15-jährige freiwillig "Hotel New Hampshire" lesen oder 13-jährige Mädchen selbständig einen Waschbeckenabfluss aufschrauben, um ein Haargummi heraus zu holen. Aber wie gesagt, das sind nur Kleinigkeiten.

Was denkt sich Frau Gier wohl als nächstes aus? Ich bin gespannt!


Mittwoch, 7. Oktober 2015

Gehört: "Splitterherz" von Bettina Belitz, gelesen von Laura Maire




Coverbild freundlicherweise vom Hörverlag zur Verfügung gestellt


Autorin: Bettina Belitz
Titel: Splitterherz
gelesen von Laura Maire
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
gekürzte Lesung
Laufzeit: 440 Minuten
Hörbuch Download
ISBN: 978-3-8445-0012-7
€ 15,95 [D]
Verlag: der Hörverlag

Klappentext:
Die 17-jährige Ellie ist alles andere als begeistert, als sie mit ihren Eltern in ein 400-Seelendorf ziehen muss. Bis sie dort den unnahbaren, aber äußerst faszinierenden Colin kennenlernt. Doch ihn umgibt ein düsteres Geheimnis, das die Liebe der beiden unmöglich erscheinen lässt: Er raubt die Träume anderer Wesen, um zu existieren...

Meine Meinung:
Über Splitterherz hatte ich in den letzten Jahren viele sehr begeisterte Kritiken gelesen. Die Grundidee der Geschichte fand ich interessant, aber die Leseprobe hatte mich dann nicht überzeugt. Als ich neulich jedoch das Hörbuch zufällig in unserer Bücherei fand, habe ich es einfach mal ausgeliehen und ihm eine Chance gegeben. 
Technisch ist es perfekt, typisch Hörverlag. Laura Maire liest auch sehr gut, wenngleich nicht mit verschiedenen Stimmen, wie das manch andere Hörbuchvorleser tun. 
Der Schreibstil von Bettina Belitz ist sehr angenehm, allerdings fand ich das Vokabular der Ich-Erzählerin unpassend. "Ich erblickte sein Antlitz...", so redet doch keine 17-jährige Großstadttussi, die in hochhackigen Stiefeln und Strickmantel mit ihrem iPhone in der Hand rumrennt und verzweifelt Empfang sucht. 
Inhaltlich fand ich, dass viele Fragen offen blieben. Ob das nun an der gekürzten Fassung liegt oder daran, dass es der erste Band einer Trilogie ist, oder ob sie bis zum Ende unbeantwortet bleiben, kann ich nicht beurteilen. Die Familiendynamik finde ich auch nicht schlüssig. Was sind denn das für Eltern, denen der Zustand ihrer Tochter so gar nicht auffällt, wenn sie voller Matsch und nur noch mit einem Schuh nach Hause kommt, dauernd einschläft und sich fast jeden Abend bis tief in die Nacht sonstwo herumtreibt, ohne bescheid zu sagen, wo sie ist und wann sie nach Hause kommt?
Ich konnte auch nicht nachvollziehen, warum Ellie und Colin sich ineinander verlieben.
Dennoch habe ich es bis zum Ende gehört, weil die Geschichte ja ganz spannend ist.

Tipp: 
Auf der Homepage des Verlags gibt es eine Hörprobe.


Donnerstag, 1. Oktober 2015

Gelesen: "Tiefe Wunden" von Nele Neuhaus




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

 Titel: Tiefe Wunden
Autorin: Nele Neuhaus
Taschenbuch
Broschur
480 Seiten
ISBN-13 9783548609027
Preis: € 9,99 [D], € 10,30 [A], sFr 11,50

Klappentext:
Drei Morde und ein dunkles Geheimnis...
Der 92-jährige Holocaust- Überlebende David Josua Goldberg wird in seinem Haus im Taunus mit einem Genickschuss getötet. Bei der Obduktion macht der Arzt eine seltsame Entdeckung: Goldbergs Arm trägt die Reste einer Blutgruppentätowierung, wie sie bei Angehörigen der SS üblich war. Dann geschehen zwei weitere Morde, die Hinrichtungen gleichen. Welches Geheimnis verband die Opfer miteinander? Die Ermittlungen führen Hauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhoff weit in die Vergangenheit: nach Ostpreußen im Januar 1945...

Meine Meinung:
Im Frühling hatte ich die Verfilmung dieses Taunus-Krimis im Fernsehen gesehen und fand die so spannend, dass ich unbedingt das Buch lesen wollte, um alle Details zu erfahren. Neulich fand ich es endlich in der Bücherei. 
Diesmal war es ausnahmsweise wirklich von Vorteil, dass ich zuerst den Film gesehen habe und die Auflösung schon kannte, sonst hätte ich wahrscheinlich gar nichts kapiert. Die Geschichte ist sehr verworren, es gibt viele Nebenhandlungen, die alle miteinander verknüpft sind, manche führen auf falsche Fährten, manche sind so formuliert, dass man sie falsch interpretieren muss, wenn man es nicht besser weiß. Ich fand sehr anstrengend, dass es so viele Personen gibt, die teilweise sehr ähnliche Namen haben. Ein paar Ungereimtheiten gibt es leider auch, so wird z.B. ein Handy beim ersten Mordopfer im Garten gefunden, mit dem der Täter aber nach dem zweiten Mord angeblich noch telefoniert oder eine SMS geschrieben haben soll. Dabei müsste das die ganze Zeit bei der Polizei gelegen haben. Deshalb dachte ich ganz lange, der Vorgesetzte von Bodenstein hätte es benutzt, um den Mord jemandem in die Schuhe zu schieben. 
Warum hatte nun Katharina Ehrmann Firmenanteile geerbt? Und wofür wollte sie sich rächen? Das war mir auch nicht klar.
Warum hatte der Fall keine Kosequenzen für die Politikerin? Sie wurde doch von Henri schwer belastet.
Fazit: Eine spannende Geschichte, aber die Verfilmung hat mir besser gefallen, obwohl bzw. wahrscheinlich sogar gerade weil viele Figuren und Nebenhandlungen fehlten.


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