Freitag, 28. Februar 2014

"...und ich will dir fressen!"*





Seit Montag habe ich jede "freie" Minute an diesem Kostüm gewerkelt. Da wurde das große Kind nämlich überraschend von einer Kitafreundin zu ihrer Faschingsparty am morgigen Samstag eingeladen. Urgs, ich dachte, ich könnte gemütlich am Wochenende die Kostüme für Dienstag nähen. Also musste ich einen Zahn zulegen bzw. einen Zacken. ;-)



Zuerst mussten wir uns mal überhaupt für ein Kostüm entscheiden. Um diesen Prozess abzukürzen, habe ich einen Meter grünen Samt und alle roten Jersey- und Jeansreste sowie Bündchenware zusammen gekramt und dem Kind gezeigt. Es war sofort begeistert von meinem Vorschlag, daraus ein Drachenkostüm zu nähen.


Grundlage ist Schnabelinas JaWePu, der sich ja schon für uns bewährt hat. Das Rückenteil habe ich zu einem "Schwanz" verlängert. An Kapuze, Ärmeln und Rücken habe ich rote Zacken in der Naht mitgefasst. Diese Zacken mussten natürlich vorher genäht, geschnitten und umgekrempelt werden. Das Umkrempeln hat ewig gedauert. Ich habe es nebenbei gemacht, wenn ich mit den malenden oder bastelnden Kindern am Tisch saß. An Kopf und Rücken habe ich die Zacken wie Sägezähne geformt, an den Armen habe ich sie dreieckig gemacht.


Jersey lässt sich übrigens viel besser zu Zacken verarbeiten, aber aus Jeans stehen sie besser.


Die Kapuze ist mit schwarzem Jersey gefüttert, der von einem alten T-Shirt von mir stammt. Den Halsausschnitt musste ich deutlich vergrößern, aber das ist bei uns ja immer so. Weil der Samt unelastisch ist, habe ich den JaWePu eine Größe größer zugeschnitten. Jetzt kann das Kind ihn gerade so anziehen, denn es hat nicht nur meinen großen Kopf, sondern auch meine breiten Schultern geerbt. Jetzt sind zwar die Ärmel etwas zu lang, aber das könnte ich sogar noch korrigieren, wenn ich wollte. Will ich aber nicht. Ich will jetzt eine Weile mal keine grünen Krümel mehr sehen.


Ich freu mich, weil... 
- das Ungetüm Kostüm rechtzeitig fertig ist
- es dem Kind gefällt
- ich alle Zutaten im Vorrat hatte, den ich dadurch ein wenig abbauen konnte
- sogar ein wenig Upcycling dabei ist
- das Kind das Kostüm nicht nur einmal, sondern zweimal anziehen wird
- das kleine Kind schon gesagt hat, dass es das Drachenkostüm zu Fasching tragen will, wenn es dem großen Kind zu klein geworden ist (also nächste Woche nächstes Jahr).

Das Kind freut sich über das Kostüm und über die Einladung zur Party.

Bei so viel Freude ist dies mein heutiger Beitrag zum Freutag. Und als DIY hüpft es außerdem rüber zu art.of.66 und Lady-DIY.


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*Wer kennt noch Poldi aus "Hallo Spencer"?

Donnerstag, 27. Februar 2014

Gelesen: "Die dunkle Prophezeiung des Pan" von Sandra Regnier



Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Klappentext:
Es ist wirklich nicht leicht, die Auserwählte der Elfenwelt zu sein, wie Felicity Morgan täglich feststellen muss. Statt der erwarteten Lobeshymnen steht sie jetzt plötzlich unter Mordverdacht und der Elfenkönig ist persönlich hinter ihr her. Da hilft es auch nicht wirklich, Leander FitzMor, den bestaussehendsten Typen Londons, an seiner Seite zu haben, vor allem nicht, wenn man sich seiner Absichten nie ganz sicher sein kann. Wie gut, dass Felicity ihr Herz ohnehin schon an den attraktiven Filmstar Richard Cosgrove verloren hat. Nur leider kann er ihr nicht weiterhelfen, als sie plötzlich im Versailles des 18. Jahrhunderts erwacht …

Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN 978-3-646-60009-4
3,99 € als E-Book (leider nicht als Papierausgabe erhältlich)

Tipp:
Beim Verlag gibt es eine Leseprobe als PDF.

Meine Meinung:
Auch der zweite Band dieser Trilogie ist so spannend und unterhaltsam, dass ich mir direkt nach dem Lesen der letzten Seite den dritten Teil gekauft habe. Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik sind leider auch hier unter aller Sau und ich habe sehr den Kopf geschüttelt, als ich in der Danksagung lesen konnte, wie viele Leute das Buch anscheinend vor der Veröffentlichung gelesen aber keine Fehler korrigiert haben, darunter eine Lektorin und eine Person, die für den Feinschliff des Textes zuständig war.
Inhaltlich ist es ein typischer zweiter Teil einer Trilogie: Der Held verschwindet plötzlich und die Heldin zeigt, was sie im ersten Teil gelernt hat und rettet ihn. Es hat mich irgendwie an Zeitenzauber 2 erinnert. Aber ansonsten hat es mir gut gefallen. Wie gesagt, Teil drei ist schon gekauft und zu 30% gelesen.

Edit:
Am 25. April 2014 erscheint die Taschenbuchausgabe.
ISBN 978-3-551-31396-6
368 Seiten
8,99 €
Ich kann nur hoffen, dass es noch einmal gründlich Korrektur gelesen wurde...

Mittwoch, 26. Februar 2014

Me Made Mittwoch: altes Outfit mit neuem Loop



Nachdem ich für meine Schwester einen Loop gestrickt hatte, wollte ich auch unbedingt einen haben.


Also habe ich drei einzelne Knäule Wollgemisch aus meinem Stash gewählt, die gut zusammen passen und losgestrickt.


Das Strickmuster ist dasselbe wie beim oben verlinkten Loop, aber ich habe den Farbwechsel anders gemacht, nämlich jeweils vor den rechten Runden und nicht danach.


Sowohl die rechte als auch die linke Seite sehen schön aus, das finde ich wichtig, da man im getragenen Zustand beide Seiten sieht. Der Loop wärmt fein meinen Hals, der sich zum Glück schon deutlich gebessert hat. Vielen Dank für die lieben Wünsche von Euch allen!


Natürlich zeige ich den Loop nur als Teil des Gesamtoutfits, das heute aus dem FJKA2012 und dem Drachenshirt besteht. Dazu trage ich eine gekaufte Jeans.

Ob neue Kreationen oder alte Hüte Outfits, mehr selbst gemachte Kleidung an echten Menschen sehen wir heute beim

Dienstag, 25. Februar 2014

Jersey-Patchwork-Kissen


Das große Kind hatte einen Wunsch: Für die Kuschelwurst wollte es einen neuen Bezug haben. Die Stoffe dafür hat es sich aus meiner Jersey-Reste-Tüte ausgesucht. Da hatte es nämlich neulich ein paar "Schätze" entdeckt. 


Und so entstand dieser Bezug aus Resten von ausgeschlachteten Pyjamas, T-Shirts, Bettlaken, Bodys usw.


Ich verstehe gar nicht, warum es immer heißt, man könne kein Patchwork aus dehnbaren Stoffen machen oder man müsse da irgendein Zeug aufbügeln. Es gibt doch auch Bettwäsche aus Jersey! Ich habe diesen Bezug jedenfalls ganz einfach mit der Ovi zusammengerattert ohne irgendwelchen Firlefanz. Nur auf den Fadenlauf habe ich geachtet, damit der Bezug in der Breite und nicht in der Länge dehnbar ist. Das erleichtert das Aufziehen.


Tagsüber liegt das Kissen allerdings nicht im Bett, sondern neben der Carrerabahn,


damit sich Lightning McQueen und Finn nicht die Nase stoßen, wenn sie aus der Kurve fliegen. ;-)

Mein Werk macht mit bei:



Freitag, 21. Februar 2014

Granny Squares - Hilfe für Helenes Helfer



Den Verein Helenes Helfer e.V. kennt Ihr sicher alle schon. Wenn nicht: da geht's zur Homepage. (Ich finde es immer besser, wenn man sich direkt an der Quelle informiert und nicht à la Stille Post auf Infos aus zweiter oder dritter Hand verlässt.)

Ich finde diesen Verein super und unterstütze ihn auch finanziell. Das geht ganz einfach z.B. über Betterplace.org, wo man sogar mit Paypal bezahlen kann.

Darüber hinaus gibt es auch eine Menge Projekte, mit denen man Helenes Helfer indirekt unterstützen kann. So hatte z.B. Petra von Limeslounge die schöne Idee, dass sie zusammen mit ganz vielen anderen Leuten eine Granny-Square-Decke häkeln will, die dann zugunsten von Helenes Helfer versteigert wird. Ich habe mal meine Garnreste zusammen gesucht und den Häkelhaken geschwungen. Die Ergebnisse seht Ihr oben. Ich sag mal: Nicht unbedingt schön, aber selten. ;-)
Ich hoffe, meine Squares finden trotzdem in der großen Decke ein Plätzchen. Sie sind jedenfalls schon unterwegs zu Petra. Wer mag, kann noch mithäkeln und seine Squares bis Ende März einschicken.




Weil es glücklich macht, anderen Menschen zu helfen, ist dies mein heutiger Beitrag zum Freutag. Und als DIY hüpft es außerdem rüber zu art.of.66 und Lady-DIY.


Donnerstag, 20. Februar 2014

Gelesen: "Das geheime Vermächtnis des Pan" von Sandra Regnier




Coverbild freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt

Klappentext:
Felicity Morgan ist nicht gerade das, was sich die Elfenwelt unter ihrer prophezeiten Retterin vorgestellt hat. Sie ist achtzehn, trägt immer noch eine Zahnspange, hat keinen Sinn für schicke Klamotten und scheint niemals genügend Schlaf zu bekommen. Leander FitzMor hingegen, der Neue an Felicitys Schule, ist der wohl mit Abstand bestaussehendste Typ Londons. Um keinen coolen Spruch verlegen und zu allem Überfluss auch noch intelligent – denkt Felicity, die Gott sei Dank nicht auf arrogante Frauenschwärme steht. Auch wenn diesen Leander immer jener seltsam anziehende Duft nach Heu und Moos umgibt und er sie manchmal anschaut, als könne er ihre Gedanken lesen. Aber das Schlimmste an dem Ganzen ist, dass er einfach nicht mehr von ihrer Seite weichen will …


Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN 978-3-646-60008-7
3,99 € als E-Book
8,99 € als Taschenbuch mit 416 Seiten


Tipp:
Beim Verlag gibt es eine Leseprobe als PDF.

Meine Meinung:
Erst war ich ja skeptisch. Es gibt so viele Geschichten, die "Pan" oder "Panem" im Titel haben und Trends schrecken mich immer erst einmal ab. So habe ich ja auch Harry Potter ganz lange nicht gelesen, weil es einfach alle gelesen haben. Aber der Leseprobe habe ich eine Chance gegeben und die hat mich so gepackt, dass ich mir das Buch sofort gekauft habe. Es war übrigens mein erstes kostenpflichtiges E-Book! Direkt nach dem Ende habe ich mir den zweiten Band gekauft. So gut gefällt mir die Geschichte. Allerdings muss ich schon sagen, dass das Buch dringend eine_n Lektor_in oder wenigstens mal eine_n Korrekturleser_in braucht. Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik sind schlimm! Manchmal fehlen ganze Wörter oder sie stehen doppelt da. Hat die Autorin nicht wenigstens eine Freundin, Schwester oder Nachbarin, die mal Probelesen kann, bevor sie das Buch für Geld auf den Markt wirft? Dann gibt es da noch mein übliches Problem, dass die Geschichte in London spielt, aber von einer Deutschen auf deutsch geschrieben wurde. Warum mich das stört, habe ich hier schon einmal geschrieben.
Dann geht es um Collegestudent_innen, die etwa 18 Jahre alt sind. Aber meiner Meinung nach benehmen sie sich eher wie 16-Jährige. Auch die Unterrichtsinhalte klingen eher nach Oberstufe/Mittelstufe bzw. Highschool.
Wenn man das alles ignorieren kann, ist es ein großes Vergnügen, dieses Buch zu lesen. 
Aber schöner wäre (für mich), wenn es entweder im deutschsprachigen Raum spielen würde oder auf englisch geschrieben wäre, wenn es fehlerfrei wäre und die Leute zwei Jahre jünger und auf dem Oberschule wären oder sich ihrem Alter entsprechend benehmen und die passenden Dinge am College studieren würden.

Frage: 
Hat jemand die Papierausgabe gelesen? Sind da auch so viele Schreibfehler drin?



Mittwoch, 19. Februar 2014

Me Made Mittwoch: warme Wolle


Das milde Wetter kann ja tückisch sein. Entweder man überschätzt die Wärme der Sonne und zieht sich zu dünn an. Oder man unterschätzt sie, zieht sich zu dick an, schwitzt und friert dann. Wie auch immer, ich habe mal wieder eine dicke Halsentzündung.


Um mich schön warm zu halten, trage ich daher meine Strickjacke nach eigenem Entwurf. Nicht im Bild ist mein dickes Tuch, ebenfalls nach eigenem Entwurf gestrickt, das ich mir um den Hals lege, bevor ich das Haus verlasse.

Ob warme Wolle oder luftige Frühlingsfähnchen, mehr selbst gemachte Kleidung an echten Menschen sehen wir heute beim


Dienstag, 18. Februar 2014

Upcycling-CreaDienstag mit JaWePu und Kindermund



Mein Mann kam neulich mit diesem Fleecepulli zu mir und sagte: "Ich ziehe den nie an. Aber ich hätte gern noch so einen Halswärmer. Kannst Du mir so einen vielleicht nähen?"


Ja, einen Halswärmer kann ich nähen. Der sieht aber langweilig aus. Das spannendste daran war noch, dass sich meine brother von ihrer zickigen Seite gezeigt hat und ich deshalb meine alte Privileg aus dem Keller geholt habe. Die ist zwar laut wie ein Panzer, aber sie näh brav alles, was man ihr unters Füßchen schiebt.


Aus dem größeren Teil des Pullis habe ich - dann wieder mit brother - eine Jacke nach dem Schnitt JaWePu von Schnabelina für das kleine Kind genäht. Dessen Kopf ist nämlich schon so groß, dass ganz viele Pullis nicht mehr drüber passen. Da musste also eine Jacke her. Die Ärmelbündchen und Reißverschlusstaschen konnte ich wiederverwenden.


Die Jacke ist mit Jersey gefüttert. Aus den Resten habe ich noch Sterne geschnitten und appliziert. Ich mach das übrigens ohne Vlieseline. Einfach aufstecken, annähen, fertig.


Der Reißverschluss war etwas länger als benötigt, deshalb habe ich ihn - anders als im E-Book - unten bis ans Ende des Bündchens genäht.


Ich habe nur die Vorderteile, das Rückenteil und die Kapuze gefüttert, damit die Jacke ordentlich und trotz der dunklen Farbe etwas freundlicher aussieht. Das Füttern der Ärmel habe ich mir erspart. Aber ich bin auch so echt stolz, denn dies war mein erstes gefüttertes Kleidungsstück. Schnabelina beschreibt in ihrem E-Book wirklich gut und für Anfänger verständlich, wie das Füttern Schritt für Schritt gemacht wird.


Das kleine Kind ist ganz stolz auf die neue Jacke und hat sie in der Kita gleich allen gezeigt: "Die hat meine Mama für mich genäht. Da sind sogar Sterne drauf."


Ach ja, eine Anekdote muss ich noch erzählen. Gestern haben wir uns über unsere Familie unterhalten, da sagte es: "Und dann hast du Papa gedreiratet."
Der Papa und ich, wir sind vor Lachen fast vom Stuhl gekippt.


Hach, wenn Kinder noch so klein sind und sich die Welt mit den Begriffen erklären, die sie bisher so kennen...
 Ich habe als Kind auch immer Fenstertee statt Fencheltee gesagt. Und wenn wir durch den Wald gefahren sind, habe ich zu meiner Mama gesagt: "Mach doch mal das Fensterlicht an." Gemeint war das Fernlicht.

Mein Werk macht mit bei:


Sonntag, 16. Februar 2014

Frühlingsjäckchen Knit Along 2014 - Jetzt gehts richtig los!


Heute geht es um die Wahl des Strickmusters und des Materials, Maschenprobe und Passformüberlegungen.

Mein Material stand ja schon beim ersten Treffen fest. Nachdem ich eine Maschenprobe glatt rechts in Runden gemacht habe, bei der sich der Rand kein Stück eingerollt hat, hatte ich mich entschlossen, den Pulli komplett glatt rechts zu stricken. Allerdings ist (zumindest bei mir) das Projekt dann doch immer etwas anders als die Maschenprobe, sodass sich jetzt der Rand doch ein wenig rollt. Aber wirklich nur ganz wenig. Ich kann damit leben. Blöder ist schon, dass meine laut MaPro 22 Maschen pro 10 cm im Pulli auf 19 Maschen pro 10 cm geschrumpft sind. Der Pulli ist also unten eigentlich viel zu weit. Aber auch damit kann ich leben. Schlimmer wäre es, wenn er um die Hüften zu eng wäre und immer hoch rutschen würde. Hauptsache, er sitzt an Taille, Brust und Schultern gut. Und das stricke ich "live", indem ich den Pulli immer zum Vergleich auf das Vorbild lege und den jeweils nächsten Schritt plane, z.B. innerhalb von wie vielen Runden ich wie viele Maschen zu oder abnehmen werde.

Nur noch wenige Reihen, dann werde ich die Maschen für die Ärmel aufnehmen. Ich überlege noch, ob ich wieder nur die Maschen aufschlinge oder ob ich die Ärmel ein Stückchen vorstricke, das lässt sich dann vielleicht besser an der Raglanteilung einfügen. Einen normalen Raglan von unten, also mit komplett fertig gestrickten Ärmeln, will ich nicht machen, weil ich Sorge habe, dass ich mich mit der Ärmellänge verschätze. Außerdem weiß ich nicht, wie weit das Garn reicht. Also stricke ich erst oben fertig und dann die Ärmel zum Schluss.

Passend zum Knitalong gibt es übrigens in der rbb-Mediathek den liebevoll gemachten Film "Die große Woll-Lust". Darin geht es um das Stricken allgemein, Wollgeschäfte, Stricktreffs und Yarnbombing in Berlin.

Mehr Frühlingsjäckchen gibt es im MMM-Blog.


Samstag, 15. Februar 2014

Tipp: kostenlose Anleitungen von Butinette


Der Versand für Handarbeitszubehör, Material und Deko namens Butinette stellt online kostenlos Anleitungen zum Nähen, Basteln, Stricken und Häkeln zur Verfügung. Hier geht es zur Übersicht. Besonders hübsch finde ich ja den Fuchs. Aber auch von den Malvorlagen habe ich gleich mal ein paar für meine Kinder ausgedruckt. Viel Spaß!

Nachtrag:



Die Kinder finden die Ausmalbilder sehr schön und haben damit viel Spaß.


Freitag, 14. Februar 2014

Freutag & Lady DIY: Loopschal für meine Schwester




Vor ein paar Wochen hatte meine Schwester vom anderen Ende der Stadt einen Wunsch geäußert: "Ich hätte gern so einen Schal ohne Enden, in hellblau, rosa, braun und weiß, nicht so grobmaschig, aber dick und kuschelig."


Also habe ich voll Wonne in meinem Stash gewühlt und mal diese und mal jene Knäuel aneinander gehalten. Dann habe ich eine Maschenprobe mit so vielen verschiedenen Mustern und Nadelstärken gemacht, dass sie schon fast ein Schal war.


Ich habe dann in Runden wie folgt gestrickt:
1. Runde: alle Maschen rechts stricken
2. Runde: 1 links stricken, 1 links abheben
3. Runde: alle Maschen rechts stricken
4. Runde: 1 links abheben, 1 links stricken


Das Maschenbild ist eher fein, während der Schal recht dick ist. Die Rückseite sieht aus wie glatt links gestrickt. An den Rändern habe ich Zottelwolle verwendet. Der Loop ist etwa 120 cm im Umfang und etwa 20 cm hoch.


Es war mir eine Freude, diesen Loop zu stricken. Leider bin ich etwas über das Ziel hinaus geschossen und habe ihn zu hoch gestrickt (also zu viele Runden), sodass er jetzt zu eng ist, wenn man ihn zweimal um den Hals schlingt. Und da er so eng sitzt, kratzt leider auch die Schurwolle in pink. Schade. Da muss ich also noch einmal ribbeln.

Aber das macht nichts. Ich freu mich darauf, dieses bunte Teil noch einmal bearbeiten zu dürfen. Also ab damit zum Freutag. Und weil es selbst gemacht ist, hüpft er kurz vor Mitternacht auch zu Lady DIY und zu art.of.66.




Mittwoch, 12. Februar 2014

Me Made Mittwoch: braunes Strickkleid



Den Stoff für dieses Kleid habe ich letzten April gekauft. Ursprünglich sollte daraus nur ein Langarmshirt werden, aber nachdem ich das Leibchen so gern trage, wollte ich gern noch mehr haben. Also habe ich meinen T-Shirt-Schnitt mit der ungefähren Länge und Weite des Leibchens kombiniert und das Ergebnis ist dieses Kleid. Der Stoff ist schokoladenbraun, wunderbar weich und genau an der Grenze zwischen Jersey und Strickstoff. Die letzten Tage war es ja mittags immer sehr mild, wenn ich die Kinder abgeholt habe, da konnte ich das Kleid schon anziehen. Links seht Ihr meinen Unterrock ein wenig heraushängen. Der wärmt zusätzlich und verhindert auch ein Hochkrabbeln des Kleides auf der Strumpfhose. Eigentlich wollte ich das Kleid mit der Ovi nähen, aber mein Probestück machte die seltsamsten Zicken. Da habe ich es entnervt mit der normalen Nähmaschine mit dem Obertransporteur* versucht und das funktionierte prima! Der Saum ist ein wenig wellig geworden, aber das passiert mir ja öfter mal.

Mehr selbst gemachte Kleidung an echten Menschen sehen wir heute beim


*A propos Obertransport, ich habe da einen zu viel. Mag den jemand haben?
Er passt laut Hersteller auf alle brother mit Horizontalgreifer und 7 mm Stichbreite. Eine Liste der passenden Maschinen habe ich hier gefunden. Gern im Tausch oder auch für Geld. Schon weg!



Dienstag, 11. Februar 2014

Upcycling-CreaDienstag: Alte Kalender... (Teil 4)



Diesen DIN-A5-Ordner hat mir der Mann überlassen. Ich fand das braune Plastik-Design wenig ansprechend, deshalb habe ich nicht einmal ein Vorher-Foto gemacht, sondern ihn sofort in ein hübsches Kalenderblatt à la Don Quijote eingeschlagen. Aber das ist heute nicht das Thema, denn darum ging es hier ja schon vor drei Wochen.

Worum es heute geht? Nun, da muss ich etwas ausholen: In diesem Ordner wollte ich meine Rundstricknadeln aufzubewahren, die bisher in der Tasche rechts im Bild lagerten. Die Tasche hatte ich vor knapp 20 Jahren von Hand (!) genäht, wie man am Reißverschluss erkennen kann. Die Tasche ist schön, ich mag sie wirklich gern, aber leider hat sie schon etliche Löcher von vorwitzigen Zopfnadeln, die sich den Weg in die Freiheit bohren wollten, und das ewige Wühlen nach der richtigen Nadelstärke ging mir in letzter Zeit gewaltig auf den Zeiger. Ich hatte zwar schon die Nadeln nach Stärke sortiert in Zippertüten in der Tasche untergebracht, aber allein die richtige Tüte rauszusuchen, hat mich schon genervt.


So, nun hatte ich also einen praktischen Ordner mit Prospekthüllen für meine Stricknadeln. Aber schön sah das von innen noch nicht aus.


Also nahm ich einen alten Kalender. Er ist von 2004 und die Blumenmotive hatten jetzt lange genug auf ihre Bestimmung gewartet. 


Auf DIN A4 im Querformat zugeschnitten, einmal gefaltet, um das florale Motiv auf beiden Seiten zu haben,


und als Hintergrund in die Prospekthüllen gesteckt.


Das sieht doch gleich viel ruhiger und hübscher aus!
Noch ruhiger wäre es sicher mit einfarbigem Hintergrund.
Aber dann wäre es nicht so hübsch.


Jetzt fällt mir auf, dass man ja auch auf die Rückseite noch Nadeln stecken könnte. Das würde Hüllen und Platz in Ordner sparen.


Die Nadelstärken habe ich direkt auf die Hüllen geschrieben. Aber man könnte sie natürlich auch auf die Hintergrundbilder schreiben, vielleicht sogar zusammen mit den verfügbaren Längen, um die Suche nach der richtigen Nadel noch weiter zu verkürzen. Ihr seht, da gibt es noch jede Menge Potential.

Mein Werk macht mit bei:

Beim zweiten Frühstück schau ich mal, was die anderen dort heute für tolle Sachen zeigen.

Und hier noch einmal alle Kalenderblattideen zum Nachlesen:


Sonntag, 9. Februar 2014

Suchen Sie sich ein gutes Netzwerk...

Gerade habe ich einen wichtigen Text bei Uta gelesen. Eigentlich wollte ich ihr nur einen kurzen Kommentar schreiben, aber dann wurde der immer länger und länger. Also schreibe ich das lieber hier. Vielleicht interessiert es ja jemanden. Wenigstens texte ich Utas Blog nicht so zu.

Ich denke immer wieder, wie kaputt diese Gesellschaft doch ist. Kinder zu haben, zu betreuen und zu erziehen, das ist so wunderschön! Warum nur wird erwartet, dass man Kinder so schnell und so viel wie möglich abschiebt? Warum machen das so viele Eltern, wenn es ihnen doch das Herz zerreißt?

Wenn einfach mal mehr Leute auf sich und ihr Bauchgefühl hören und bei ihren Kindern bleiben und liebevoll auf sie eingehen würden, gäbe es viel weniger Probleme. Dass ein Gehalt pro Familie nicht ausreicht, liegt doch meist nur an den Ansprüchen der Leute. Wenn man bereit ist, sich einzuschränken, kommt man auch mit sehr viel weniger Geld aus. Und viele Kosten entstehen ja erst durch die Berufstätigkeit: das zweite Auto, Businessklamotten, Kinderbetreuung,...

Dass Alleinerziehende arbeiten müssen, um zu überleben, ist ein schwerer Fehler im System. Auch dass verheiratete Frauen (oder solche in eheähnlicher Gemeinschaft) so schnell wie möglich wieder arbeiten sollten, um nicht "den Anschluss zu verlieren", um später nicht noch weniger Rente zu bekommen, um unabhängig zu sein, für den Fall dass sie auch plötzlich alleinerziehend sind (z.B. durch Scheidung oder Tod des Partners), das ist doch der falsche Weg!

Diese vielen Kinder, die schon mit einem Jahr oder sogar noch früher täglich für 8 Stunden in die Kita abgeschoben werden, die überall mit dem Auto hin gefahren werden, weil keine Zeit zum zu Fuß gehen bleibt, die zuhause nicht lernen, wie man Wäsche faltet, Betten bezieht oder das Klo putzt, weil das ja alles die Putzfrau macht, was wird später aus diesen Kindern???

Ich bin mit meinen Kindern zuhause und ich mache so viel wie möglich selbst, betreibe Upcycling, repariere, nähe, stricke, bastle, koche, backe. Wir gehen zu Fuß oder fahren mit dem Bus, so lernen meine Kinder auch, wie sie sich im Straßenverkehr verhalten müssen. Wir saugen gemeinsam Staub, dabei erkläre ich z. B., wie das Gerät funktioniert. Meine Kinder besuchen zwar auch eine Halbtagskita, damit sie z. B. mehr Sozialkompetenz erwerben. Aber bei einem Betreuungsverhältnis von 19 Kindern auf zwei Erzieherinnen ist es unmöglich, dass dort alle Fragen geklärt und alle Dinge besprochen werden, die so einem Kind jeden Tag begegnen.

Zwar nagen manchmal leise Zweifel an mir, wenn ich mit dem Thema "Wiedereinstieg nach der Babypause" konfrontiert werde, aber ich erlebe mehrmals täglich Situationen, in denen ich denke: "Wie sollte ich das jetzt regeln, wenn ich berufstätig wäre???"

In der Theorie klingt das alles immer so einfach: Man hat ja Anspruch auf einen Kitaplatz und dann kann man doch einen Vollzeitjob haben oder wenigstens Teilzeit arbeiten. Das geht solange gut, wie die Kinder gesund bzw. nicht mehr als die erlaubten Tage krank sind. Aber allein im ersten Kitajahr schleppt sich der Nachwuchs von einem Infekt zum nächsten. Das ist ganz normal. Aber wie soll man da arbeiten gehen? Oder wenn das Kind chronisch krank ist, regelmäßig zum Arzt, zum Kinderpsychologen, zur Psychomotorikgruppe oder zum Logopäden muss, was dann? Und Zahl der Kinder, die solch Behandlungen braucht, nimmt immer weiter zu. Ist ja auch kein Wunder, wenn die Kinder z.B. nicht mehr zu Fuß gehen.

Ich gehe mit den Kindern auf den Spielplatz, in den Turnverein und in die Bücherei. Mit Vollzeitjob ginge das unter der Woche nicht. Und Kitafreunde besuchen, um mal zu sehen, wie andere Familien so leben, das ginge auch nur am Wochenende. 

Dann gibt es (zumindest bei uns) keine Vorschularbeit mehr. Deshalb setze ich mich mehrmals pro Woche mit meinem großen Kind hin, damit es alles lernt, was es zum Schulbeginn kommenden August können muss. Würde ich arbeiten, müsste ich das am Wochenende machen. Aber da würden dann noch die Wäsche, der Großeinkauf usw. warten. Wann sollte man sich da erholen?

Unsere Kita hat (neben den Brückentagen, Sommer- und Weihnachtsferien) auch jedes Halbjahr etwa fünf Schließtage wegen Fortbildung, Erste Hilfe Kurs, Betriebsversammlung, was weiß ich.
Dazu kommen die Ausflugstage, an denen wir die Kinder erst eine halbe Stunde später bringen dürfen, dafür aber bitte "gefrühstückt", und abholen sollen wir sie auch eine halbe Stunde früher als sonst, aber dann müssen sie noch zuhause Mittag essen. Das will auch gekocht sein.
Dazu kommen die "freiwilligen" Dienste: Helfen beim Weihnachtsbasar, Kekse und Kuchen backen, zweimal im Jahr für die ganze Gruppe Frühstück machen, Laternen basteln für Sankt Martin, Faschingskostüme basteln,...
Ich bin so froh, dass ich die Zeit habe, diese Aufgaben entspannt zu erledigen und die Freude daran mit meinen Kindern zu teilen, anstatt abgehetzt nur das Nötigste zu machen und meinen Kindern zu vermitteln, wie ätzend ich das alles finde.

Es heißt immer so schön, man solle sich ein gutes Netzwerk suchen, um Familie und Beruf vereinbaren zu können. Aber dieses Netzwerk will auch gepflegt werden. Und wenn ich das Netzwerk brauche, um meinen Kram überhaupt auf die Reihe zu bringen, wie soll ich mich da revanchieren??? Ich kann auch einen Babysitter, eine Nanny oder ein Au Pair bezahlen. Aber da sind wir wieder bei den Kosten, die wir nicht hätten, wenn wir uns einfach ganz in Ruhe selbst um unsere Brut kümmern würden.

Ich will noch einmal betonen, dass mir klar ist, dass Alleinerziehende im Allgemeinen arbeiten müssen und keine Wahl haben. Ich möchte auch ergänzen, dass ich es vollkommen okay finde, wenn jemand seinen Beruf wirklich liebt und deshalb nicht zuhause bleibt, ja sogar zuhause unglücklich wäre. Da sind die Kinder wahrscheinlich wirklich besser bei einer liebevollen Nanny oder Oma aufgehoben. Aber alle anderen, die sich so unnötig zerreiben, die immer ein schlechtes Gewissen haben, obwohl auch mit einem Gehalt (oder mit zwei halben Gehältern) genug Geld da wäre, mögen doch bitte mal in sich gehen, ob sie sich und ihren Kindern das Leben nicht einfacher machen könnten. Und damit meine ich nicht, dass die Frauen zuhause bleiben müssen, während die Männer arbeiten gehen sollen. Es geht auch umgekehrt. Oder beide arbeiten in Teilzeit.

Ich will niemandem vorschreiben, wie er oder sie zu leben hat. Aber genauso möchte ich mir auch nicht vorschreiben lassen, wie ich zu leben habe. Wir sind emanzipiert. Das bedeutet, Frauen dürfen arbeiten gehen, wenn sie wollen. Männer auch. Und sie dürfen bei ihren Kindern bleiben, wenn sie wollen. Frauen auch. Jetzt muss nur noch dieser Druck nachlassen, der ständig auf Mütter ausgeübt wird. Und eine vernünftige finanzielle Absicherung für Alleinerziehende ist auch nötig.


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